Windstößigkeit oder lebendiger Wind?
Guten Abend,
Meine Pfarre hat 3 Kirchen, und in einer Kirche steht eine
kleine romantische Rieger Orgel aus dem Jahr 1893 über die ich hier schon einmal geschrieben habe.
Die Orgel ist in 2 Gehäusen untergebracht, der Spieltisch steht in der Mitte.
Der sehr große Magazinbalg ist im linken Gehäuse untergebracht, wo auch das 2. Manual unddas Pedal drinnen ist.
Das 1. Manual steht im rechten Gehäuse - also vom Magazinbalg einige Meter enfernt
und hat aber noch zusätzlich einen kleineren, gefederten Ausgleichsbalg
Ich schätze und liebe diese Orgel sehr, aber wenn man aber ein Stück mit vollgriffigen, abgesetzten Akkorden spielt - z.B. so einen Grand Choer von Dubois etc kommt das 1. Manual etwas ins Schwanken, besonders deutlich
merkt man es, wenn die Mixtur gezogen ist, die dann etwas falsch klingt.
... man könnte sogar ein Tremolo erzeugen wenn mann einen hohen Ton liegen lasst und
drunter einen akkord mehrfach anschlägt.
Im Prinzip ist die Orgel ein Klangdenkmal und in originalem Zustand. Im Kollaudierungsprotokoll von 1893 wird die Windversorgung gelobt.
In der Romantik wollte man ja einen stabilen Wind haben und ich hab mir schon
einmal überlegt ob man noch irgendwo einen zusätzlichen Stoßfänger einbauen könnte.
Oder man müsste es mit der Spieltechnik ausgleichen und mehr legato spielen -
oder nur Stücke aussuchen wo nie alle Noten zugleich abgesetzt werden.
In letzte Zeit gab es ja den vollen trend zum Lebendigen Wind - Orgelbauer rühmen sich
ja dass sie nur 1 Keilbalg einbauen und sonst nix.
Worin liegt denn der Reiz im lebendigen Wind? - vielleicht kann ich ihn ja dann mehr schätzen
Gruß, Martin
gesamter Thread:
- Windstößigkeit oder lebendiger Wind? - orgelsolo, 24.06.2011, 21:35
- Windstößigkeit oder lebendiger Wind? - FranzS., 24.06.2011, 22:10