Jürgen Kursawa in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel
Hallo Forum,
im 3. Konzert des 7. Oberkasseler Orgelfrühlings spielte Prof. Jürgen Kursawa in der
Auferstehungskirche. Das war für ihn eine Art Heimspiel, hatte er doch früher neun Jahre als Kantor in der benachbarten Kirche St. Antonius gewirkt.
Kursawa eröffnete das Konzert mit Mendelssohns sechster Sonate.. Der Choral wurde mit ein paar kleinen “Bedeutungsdrückern” vorgetragen. Die Variationen kamen klar registriert und tonschön. Folgerichtig die Fuge. Mit gewissem Abstand dann betont schlicht und nicht zu langsam das Finale.
Von Bach folgte die sechste Sonate G-Dur BWV 530. Gerade von Frank Volke in St. Andreas gehört, bot sich das Stück hier teilweise anders: Im Large (mit allen Wiederholungen gespielt) erlaubte sich Kursawa eine Fülle von freien Verzierungen bis hin zu (auch Pedal-)Glissandi. Das war nicht übertrieben auffällig und störte die Musik nicht. Ob es dagegen hilfreich war, mag dahinstehen. Würde das zum Prinzip gemacht und von jedermann so praktiziert, würde es nicht sicher stören. So aber hört man interessiert hin. Kandierte Zierkirschen sind halt süß.
Den Abschluß bildete Regers zweite Sonate. Zerklüftet die Improvisation. Herrlich die spannenden ppp-Passagen aus dem geschlossenen SW (Die Türen halten wirklich dicht). Am ende des Satzes dann ein großes Fortissimo. Kursawa hatte klug dosiert. Auch Invokation, sowie Introduktion und Fuge waren durchgestaltet. Große Bögen, herrliche Klänge, kein Lärm. Ein wenig mehr Hall hätte man dem Ganzen gerne gegönnt. Aber den bietet die Kirche nunmal nicht.
Überaus freundlicher Beifall der wieder deutlich über 100 Hörer. Kursawa bedankte sich mit drei Zugaben: Zuerst stimmte er ein Flötenuhrstück an, das unversehens in Jazziges überging (Gardony: Mozart Changes). Dann zog er das Kuckuck-Register und nahm den Ton auf, um eine Kuckucksmusik (vermutlich ein Literaturstück) zu spielen. Schließlich war auch die Nachtigall noch zu Diensten. Auch hier griff Kursawa den künstlichen Vogel auf und spielte mit dessen Motiv (Vermutlich improvisiert). Hörer und Organist hatten ihre Freude daran.
Nächste Woche Mittwoch, 01.06., 18:30h: Norbert Düchtel (Orgel) und Rudolf E.Wehrmann
(Sprecher) mit Petr Eben, Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)