Reger: Toccata op. 59 no. 5

Karsten, Dienstag, 25. Juni 2013, 07:19 (vor 4812 Tagen) @ polisire
bearbeitet von Karsten, Dienstag, 25. Juni 2013, 07:41

Regers Autograph schreibt bei diesem Akkord für beide Hände c vor (jeweils mit einem deutlichem Auflösezeichen davor: also linke Hand c°, rechte Hand c', es kann deshalb kein Verschreiber für h sein).

Wieso kann es kein Verschreiber sein? Sind "Verschreiber" denn immer als Verschreiber zu erkennen? Oder immer "undeutlich"?!
In der Carus-Ausgabe werden durchaus Stellen aufgezeigt, die, obwohl siw "auf dem Papier" her eindeutig zu sein scheinen, mit großer Wahrscheinlichkeit Verschreiber zu sein scheinen.
Eine ähnliche (umstrittene?) Stelle ist ein Takt in der Fuge der "Wachet auf"-Fantasie, wo es zu satztechnisch falschen und unnötigen Oktavparallelen kommt (UE, S.19, 3. System, 1. Takt, 4. Zählzeit). Obwohl die Manuskripte eindeutig sind ist es ein offenkundiger (und unnötiger) Satzehler. Eigentlich dürfte solch ein Fehler einem Profi nicht passieren, dennoch ist er im Druck nie korrigiert worden.

C lässt sich aber durchaus auch von den harmonischen Fortschreitungen her legitimieren. Die von Weyer zurechtgebogene Lösung ist viel zu glatt.

Das ist mal ein Gegenargument :)

Alle Entscheidungen der (revidierten) Gesamtausgabe sind in diesem wie in anderen Fällen stets mit größter Vorsicht zu geniessen.

Ja, gut, dass es die alten Ausgaben und nun bald auch die Carus-Ausgabe gibt.

Gruß
Karsten


gesamter Thread:

 

powered by my little forum