Widor Hausorgel

stein @, Samstag, 25. Mai 2013, 16:24 (vor 4843 Tagen)

Hier einmal einige Fotos von Widors Hausorgel.
Sie wurde 1897 von Gabriel Cavaillé-Coll gebaut.(1864-1916)
Dispo: I M8 FH8 P4 II B8 G8 VC8 FOct4 PJIII Bass.-Hautbois8 Ped.Sb16 Alle Koppeln + OG Rec.-GO zwei Schweller.
Klingt butterweich und schön. Mixtur wirkt wie ein Fremdkörper, scheint aber original zu sein.
Sie steht seit einigen Jahren in Selongey 30 min nördlich von Dijon.
Ein altes Bild der Orgel mit Widor zeigt ihn an einem Spielschrank mit franz. Pedal.
Ich meine es handele sich da um noch ein anderes Instrument, kann mich da aber täuschen.
Man ist schon verblüfft, wenn man plötzlich vor dieser Orgel steht. Ich kannte sie nur von alten schlechten Fotos mit einem herzlich dreinschauenden Widor. Von ihrer Existenz habe ich erst kürzlich erfahren.

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Text von cult.gouv.fr kopiert:
Gabriel Cavaillé-Coll wird am 17. Oktober 1864 in Paris geboren. Zusammen mit seinen Brüdern Emmanuel und Joseph besucht er das katholische Knabeninternat Notre-Dame-des-Champs. Er interessiert sich besonders für den Einsatz der Elektrizität bei der Orgel und die neuen Technologien. Das Telefon ist kaum erfunden worden, da besitzt er auch schon einen Apparat!

Im zweiten Stock der Werkstatt der Manufaktur Avenue du Maine, auf der Südseite, verfügt Gabriel Cavaillé-Coll " im Dezember 1891 über zahlreiche Versuchsapparate, eine Anlage mit verschiedenen elektrischen Geräten, Voltmeter, Ampèremeter, Froment-Motoren, Akkumulatoren usw., die zu Studien über den Einsatz der Elektrizität bei Kirchenorgeln dienen. "

Das Verhältnis zu seinem Vater Aristide wird zusehends gespannter. Der Organist Charles-Marie Widor unterstützt den jungen Mann, indem er bei ihm eine Hausorgel in Auftrag gibt, deren Gehäuse sich an das weiß-goldene aus dem Jahre 1747 anlehnt, das Gehäuse „des Dauphins" genannt (Schloß von Versailles).Am 17. Mai 1892, zum Zeitpunkt der Liquidierung des Unternehmens Cavaillé-Coll, gründet Gabriel Cavaillé-Coll nach elfjähriger Tätigkeit in der Werkstatt seines Vaters zusammen mit Albert Kastner-Boursault, einem reichen Mitinhaber, sein eigenes Unternehmen. Die Firma hat ihren Sitz Rue Bonaparte 17, die Werkstätten befinden sich in Ivry-sur-Seine. Das Unternehmen überlebt nur ein Jahr und meldet am 10. November 1893 Konkurs an. Der vom Pech verfolgte junge Mann geht nach Avilés in Spanien, in die Heimat seiner Vorfahren. Er heiratet dort und arbeitet bis zu seinem Tod als Ingenieur in den Kohlebergwerken.

Am 7. Dezember 1900 lebt er in Luarca, Asturien; dies ist sein zuletzt bekannter Wohnsitz. Er ist dort als Elektroingenieur in den Kohlebergwerken aufgeführt. Er stirbt im Jahre 1916.


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