Spieltische im Cavaillé-Coll-Stil

Cor de Basset, Samstag, 25. Mai 2013, 12:49 (vor 4843 Tagen)

Zu diesem Thema überrascht mich ein Aspekt:

Aristide Cavaillé-Coll hat das heutzutage international recht weit verbreitete Spieltisch-Design mit halbrund terrassenförmig angeordneten Registerzügen nicht mehr als dreimal gebaut: 1862 in Saint-Sulpice in Paris, 1868 in Notre-Dame in Paris und 1898 im Château d'Ilbarritz. Es handelte sich hierbei um 4- bis 5-manualige Instrumente; zeitlebens hat er keine einzige seiner zahlreichen 2- oder 3-manualigen Orgeln mit derartigen "consoles en amphithéâtre" ausgestattet, sondern entweder mit Registerzügen über den Klaviaturen (bei einem Manual oder bei kleineren 2-manualigen Orgeln) oder in parallelen Terrassen links und rechts der Manuale (bei größeren 2-, 3- oder 4-manualigen Instrumenten), sofern er nicht einen Spielschrank mit vertikal angeordneten Registerzügen auf der linken und rechten Seite baute.

Kann man also wirklich so unbefangen von einem sogenannten "Cavaillé-Coll-Stil" sprechen, der zwar zu CC's Lebzeiten einzigartig war, aber eigentlich eine der wenigen Ausnahmen von der Regel seiner (vielleicht typischen) Spieltisch-Bauweise darstellte?


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