Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Karl-Bernhardin Kropf, Samstag, 18. Mai 2013, 22:18 (vor 4853 Tagen)

Liebe Leute!


Nun sind ja doch schon einige Orgeln mit digitalisierter Traktur (also verschlüsselter Übertragung der Spielsignale durch (sehr) wenige Leitungen) eine ganze Zeit lang am Laufen.
Es bleibt ja immer ein ungutes Rest-Gefühl, so ohne direkte Verbindung. Ist aber vielleicht auch anerzogen worden, denn tausende Flugzeuge, Schiffe etc. laufen ja auch so, und eigentlich gut. (Die Katastrophen haben im Allgemeinen andere Ursachen...)

Mich würde interessieren, ob es da irgendwo mal zu Störungs-Albträumen kam, so wie bei älteren (?) MIDI-Setups, mit hängenbleibenden Tönen oder "selbstspielendem" Chaos...?

Die inzwischen behobenen Probleme von Notre-Dame Paris kenne ich. Was gab's/gibt's noch?

Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Orlos, Samstag, 18. Mai 2013, 22:50 (vor 4853 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Ich berichtete vor einiger Zeit hier über die Probleme an der Orgel der Frankfurter Liebfrauenkirche.

Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Karl-Bernhardin Kropf, Sonntag, 19. Mai 2013, 01:24 (vor 4853 Tagen) @ Orlos

Ich berichtete vor einiger Zeit hier über die Probleme an der Orgel der Frankfurter Liebfrauenkirche.

Ah ja, danke!
Hmmm, Funkprobleme würde ich jetzt nicht zählen, das ist ja noch mal ein extra Fass. Dann eher Hänger (wobei hier aber unklar ist, ob ein mechanischer Defekt an der Lade oder ein Hänger in der "Traktur" die Ursache war) oder nicht steuerbare Schweller.

Die Anlage scheint von Laukhuff zu sein, die Spieltische sind es jedenfalls, der Festschrift nach.

Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Florian-L, Sonntag, 19. Mai 2013, 06:56 (vor 4853 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Liebe Leute!


Nun sind ja doch schon einige Orgeln mit digitalisierter Traktur (also verschlüsselter Übertragung der Spielsignale durch (sehr) wenige Leitungen) eine ganze Zeit lang am Laufen.
Es bleibt ja immer ein ungutes Rest-Gefühl, so ohne direkte Verbindung. Ist aber vielleicht auch anerzogen worden, denn tausende Flugzeuge, Schiffe etc. laufen ja auch so, und eigentlich gut. (Die Katastrophen haben im Allgemeinen andere Ursachen...)

Mich würde interessieren, ob es da irgendwo mal zu Störungs-Albträumen kam, so wie bei älteren (?) MIDI-Setups, mit hängenbleibenden Tönen oder "selbstspielendem" Chaos...?

Die inzwischen behobenen Probleme von Notre-Dame Paris kenne ich. Was gab's/gibt's noch?

Joachim Essigs Johannus spielt verrückt.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

schnitgers.anderer.erbe, Sonntag, 19. Mai 2013, 09:41 (vor 4853 Tagen) @ Florian-L

Wäre doch eigentlich schön, wenn jede dieser Elektronengurken irgendwann in den Selbstzerstörungsmodus wechselt!

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 19. Mai 2013, 10:04 (vor 4852 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

ohne eine solche "Elektronengurke" hätte ich mein Orgelspiel vor vier Jahren direkt wieder begraben können, aufgrund von fehlenden Übealternativen...

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

schnitgers.anderer.erbe, Sonntag, 19. Mai 2013, 10:22 (vor 4852 Tagen) @ JSBach

wie hat das dann Bach nur hinbekommen... ;-)

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 19. Mai 2013, 10:43 (vor 4852 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

ungefähr alle Organisten in der Umgebung hießen damals auch Bach, könnte daran liegen ;)

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

stein @, Sonntag, 19. Mai 2013, 12:12 (vor 4852 Tagen) @ JSBach

Diese Dinger sind ganz praktisch. Gehören aber nach 10-20 Jahren auf den Müll. Ich würde daher nicht über 6000 - 8000 Euro in so etwas investieren.
Wer heute in solch ein System 100000 de von Euro invstiert, macht sicherlich einen Fehler. Ich denke da an den Herrn Glebe, der regelmässige Hauskonzerte mit höchstem Niveau organisiert. Auch seine Orgel wird in absehbarer Zeit zum Reperaturfall werden.
So ist es auch mit elektrischen Trakturen bei Pfeifenorgeln. Wir hören hier nur von Problemen. Gute Orgelbauer sind heute fähig selbst grosse Orgeln mit 50 Registern rein mechanisch zu bauen.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 19. Mai 2013, 12:19 (vor 4852 Tagen) @ stein

darum habe ich mich auf für das günstigste Modell mit 2 Manualen und Pedal entschieden... ist halt doch nur zum üben...

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

ado @, Berlin, Sonntag, 19. Mai 2013, 14:37 (vor 4852 Tagen) @ JSBach

darum habe ich mich auf für das günstigste Modell mit 2 Manualen und Pedal entschieden... ist halt doch nur zum üben...

...war da nicht mal die rede von einem zugefügten 3. manual? ich habe auch eine 2manualige johannus und wüßte nicht, wo ich das -- durchaus wünschenswerte -- 3. manual denn hinklemmen könnte? davon mal abgesehen war das ding mit ca. 4000 euro nicht besonders teuer und funktioniert nach 3 jahren bisher einwandfrei. (*klopfaufholz*) und ich muß ebenfalls sagen: in verbindung mit "hauptwerk" einfach NUR GENIAL zum üben. jeden euro wert. wenn ich da immer zu einer kirche reisen müßte... und da hätte ich nur EINE orgel... während ich digital das instrument dem repertoire anpassen kann, und dabei, im direkten vergleich, merkt man überhaupt erst richtig, welchen enormen einfluß auf das musikalische ergebnis der charakter des instruments hat. (auch wenn es sicher zutrifft, daß man auf jeder orgel mit etwas kombinationsgabe sehr viel machen kann.)

ABER: wenn man mir erlauben würde, eine "reale" orgel genau nach meinen vorstellungen bauen zu lassen, dann käme ein instrument heraus, daß komplett ohne elektrischen strom betrieben werden könnte. selbst den windmotor sehe ich eher zähneknirschend als kompromiß (aber balgtreter bei den heutigen personalkosten... ;o) ... und die dann immer zu organisieren...weiß gar nicht wie die das früher gemacht haben!)

meine "reale" orgel hätte nichtmal eine setzeranlage, so praktisch die dinger sind.

stephen bicknell hat mal darüber sinniert, warum eigentlich mechanische orgeln tendenziell besser sind als andere. die frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, seine ergebnisse (hier und hier) immerhin interessant.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:21 (vor 4852 Tagen) @ ado

ja Hauptwerk versüßt einem das Üben an einer Johannus schon deutlich, das fällt einem vorallem auf, wenn man mal (passierte mir letztes Jahr wegen Kabelbruchs) übergangsweise wieder die Johannus hört...

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Florian-L, Montag, 20. Mai 2013, 06:29 (vor 4852 Tagen) @ ado

ABER: wenn man mir erlauben würde, eine "reale" orgel genau nach meinen vorstellungen bauen zu lassen, dann käme ein instrument heraus, daß komplett ohne elektrischen strom betrieben werden könnte. selbst den windmotor sehe ich eher zähneknirschend als kompromiß (aber balgtreter bei den heutigen personalkosten... ;o) ... und die dann immer zu organisieren...weiß gar nicht wie die das früher gemacht haben!)

Dazu gibt es sogar Literatur: Calcanten und Orgelzieherinnen von Walter Salmen.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

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ado @, Berlin, Montag, 20. Mai 2013, 07:55 (vor 4852 Tagen) @ Florian-L

...danke! der titel war mir auch schon aufgefallen und steht auf meiner anschaffungsliste.

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 19. Mai 2013, 16:10 (vor 4852 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von Tabernakelwanze, Sonntag, 19. Mai 2013, 16:15

Lass Dich doch nicht von den "Allwissenden" dieses Forums verrückt machen. Ich hatte von 1997 bis 2012 eine Ahlbörnerin, die noch heute in Süddeutschland Freude macht. Bisher hat dieses Instrument noch keine Mängel gehabt und kennt keine Reparturen. Klar, wenn ich die Knete hätte, wie anscheinend einige hier, hätte ich eine große Konzertscheune mit großer Orgel. Hab ich aber nicht. Deshalb freue ich mich täglich an den Klängen meiner Gurke, die die höheren Weihen durch verschiedene Gäste von Format erhalten hat.

--
Gruß vom Niederrhein

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JSBach @, Aachen, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:23 (vor 4852 Tagen) @ Tabernakelwanze

ach ich lass mich nicht verrückt machen... ich finde nur die Digitalorgel als Übealternative mittlerweile (für mich) unverzichtbar
Aber trotzdem kann und will ich nicht auf echte Orgeln verzichten, darum bin ich um so froher gleich endlich nach knapp vier Wochen wieder an "meine" Eule zu kommen (@Tabernakelwanze: die von Hanno falls du weißt was ich meine...)

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:43 (vor 4852 Tagen) @ JSBach

Mensch, da bist Du Luftlinie ja nur ein paar Kilometer entfernt. Herzliche Einladung zur Besichtigung und Bespielung meiner "Elektronengurke".

--
Gruß vom Niederrhein

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JSBach @, Aachen, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:48 (vor 4852 Tagen) @ Tabernakelwanze

wollte dich evtl eh mal besuchen kommen...

was für eine gurke und sonstiges "echtes Gemüse" hast du denn? :P

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:57 (vor 4852 Tagen) @ JSBach

Hier meine Dienstorgel: http://www.orgelsite.nl/kerken53/moers-scherpenberg.htm

Die "Übegurke" zu Hause ist eine Monarke van Eyck, 31/II/Ped.

--
Gruß vom Niederrhein

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untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Sonntag, 19. Mai 2013, 15:23 (vor 4852 Tagen) @ stein

Sorry, bei Herrn Glebe steht eine Hauptwerk-Hard- und Software-Lösung mit Super Boxen und Luxusspieltisch von Heuss: dieser kann nach Jahren des Gebrauchs einfach wieder computermässig aufgerüstet werden und hat mit Digitalorgeln der angesprochenen Form recht wenig zu tun...

Grüsse

Thomas

--
Thomas Haubrich

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florianf, Graz, AT, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:59 (vor 4852 Tagen) @ untersatz32

Danke für diese Klarstellung - es kann nicht angehen, dass Heuss-Spieltische und Johannus/Content/...-Plastikmurks in einen Topf geworfen werden.

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 19. Mai 2013, 21:07 (vor 4852 Tagen) @ florianf

Noch so einer...

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Gruß vom Niederrhein

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ado @, Berlin, Sonntag, 19. Mai 2013, 22:54 (vor 4852 Tagen) @ Tabernakelwanze

...und ich muß sagen: die technische qualität dieses spieltisches vom typ düdelingen (oder was herr glebe bei sich stehen hat)(und ob nun von eisenschmid oder heuss oder wem auch immer) kann ich nicht beurteilen, ich glaube ja gern, daß die ganz toll ist. bestimmt ja auch nicht billig. aber die ästhetik ist grausig! sorry, aber da baut ja johannus (zumindest fallweise) schönere (nämlich die, wo die form wirklich einfach der funktion folgt)! diese schrecklichen rundungen, die pseudo-manubrien -- das ist doch kein design! (oder eben leider nur das, was manche leute dafür halten!) und mich stört zusätzlich, daß dieser typ spieltisch eben orgelbauer-unabhängig als versatzstück verwendet wird, also keinerlei individualiät aufweist. das ist also ebenfalls massenware von der stange! (und die leichte ratlosigkeit in dem düdelinger faden, ob der spieltisch dort von heuss oder laukhuff ist, und dann war er aber doch von eisenschmid, das spricht doch auch bände!)

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florianf, Graz, AT, Montag, 20. Mai 2013, 21:41 (vor 4851 Tagen) @ ado

Was nützt mir die Optik einer Johannus, wenn nach ein paar Jahren dann Systemfehler wie bei Herrn Johann Essig auftreten, und die Plastikmanuale nach viel Bespielung kein Druckpunktgefühl mehr haben, weil ähnlich kalkuliert wie die Fabrikorgeln der 70er Jahre? Bei so einer Investition im Eigenheim gehts doch eher darum, dass zumindest mal die Spielqualität stimmt, unabhängig von den Schnörkeln drumherum. Klarerweise hätte man bei Herrn Glebe einen solchen "Spieltisch von der Stange" auch ein wenig ansprechender haben können.

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 21. Mai 2013, 06:06 (vor 4851 Tagen) @ florianf

Klar, weil bei einem Instrument Systemfehler auftreten, wird das auch bei allen anderen Instrumenten passieren...wie einfach doch die Welt ist.

--
Gruß vom Niederrhein

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Schreipositiv @, Wetter, Dienstag, 21. Mai 2013, 10:26 (vor 4850 Tagen) @ florianf

Was nützt mir die Optik einer Johannus, wenn nach ein paar Jahren dann Systemfehler wie bei Herrn Johann Essig auftreten,

Wer sagt denn, dass die Orgel schuld ist? Vielleicht gab es ja auch einen Spannungs-Peak im Stromnetz, den die Orgel nicht verkraftet hat.

und die Plastikmanuale nach viel Bespielung kein Druckpunktgefühl mehr haben, weil ähnlich kalkuliert wie die Fabrikorgeln der 70er Jahre?

Gegen Aufpreis gibt es natürlich auch Holztasten.

Bei so einer Investition im Eigenheim gehts doch eher darum, dass zumindest mal die Spielqualität stimmt,

Das ist stark Subjektiv. Ich fühle mich auch an meiner Gloria Cantus 230 wohler als an der augelutschten Ott-Orgel der Johanniskirche.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Karl-Bernhardin Kropf, Mittwoch, 22. Mai 2013, 09:25 (vor 4850 Tagen) @ Schreipositiv

So, da bin ich wieder.

Ich stelle fest, dass der Thread nichts substantiell Negatives gebracht hat.

Stein bemerkt, dass ORgeln bis 50 Reg. problemlos mechanisch gebaut werden können.
Klar! Auch noch größer. Ich denke aber an 83+ Register, nämlich meine Dienstorgel. Und ich denke an Orgeln, wo es konzeptionell passt, die nicht-mechanisch gedachte Orgelmusik - und davon gibt es eine riesige Menge, mag die mechanisch gedachte (und von mir auch heiß vereherte) gerne ein Vielfaches davon darstellen - in den Vordergrund zu stellen, was Anschlagsart und klangliche Darstellungsmöglichkeiten betrifft.
Und dann sind ja dann noch die - na gut, von mir aus fragwürdigen - Anwendungen von Fernspieltischen.

Der weiter oben erwähnte Gewitterschaden ist natürlich ärgerlich und sollte nicht sein, gehört für mich aber ebenso wie die Funkübertragung zu den Ausnahmefällen. Mir reicht schon der Stress mit Wireless-Mikrophonen, da werde ich möglichste keine Spieldaten versenden (Ich benutze auch kein WLAN, obwohl das sicherlich nicht vergleichbar und teilweise anders begründet ist.)

Nicht stichhaltig ist auch die Ersatzteil- und Nachhaltigsthematik.
Wer legt denn Ledermembranen in englischen Kathedralorgeln oder pneumatischen Instrumenten hierzulande, früher oder in Rekonstruktion, eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten an? Selber schuld, wenn's dann heult, und selber schuld, wer um ein kurzfristiges elektronisches Bau- oder Bedienelement Ebenholzintarsien im massiven Eichenrahmen legt.
Sieht man den Kram als Verschleissteil - dazu wurde ja schon weiter oben etwas gesagt, dann wird die Sache finanziell ehrlicher, denn natürlich kommen da gewaltige Kosten. Aber es macht auch die Bewertung der technischen Leistung ehrlicher.

Zurecht wird hier immer wieder, gerne auch von mir, darüber gelästert, dass zum Schlechtreden einer Orgel bzw. Begründung von Neu-/Umbau dann Fotos gezeigt werden von dickem Staub in der Orgel oder einer angerissenen Stimmrolle. In die Richtung gehen mir manche Argumentationen gegen die Digitaltechnik in der Orgelsteuerung.

Und worauf ich sie beschränkt bzw. angewendet sehen will, habe ich eingangs erwähnt.

Aber so ist das Ergebnis des Threads ja positiv, bezogen auf die Frage nach latent zu befürchtenden Ausfällen derartiger Systeme.

Und eine gestörte Haus-Digitalorgel (die von Herrn Essig oder welche auch immer) hat hier eigentlich nix zu suchen. Ich sage damit nichts gegen solche Orgeln, meine damit nur, dass ich an professionelle Pfeifenorgelsteuerungen dachte - SINUA, Heuss, Laukhuff, ELTEC, SSOsystems, NovelOrg, PetersonEMP, IOTI und wie sie alle heißen können.

Abschliessend möchte ich ein wichtiges Feature vorstellen:
[image]

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Karsten, Mittwoch, 22. Mai 2013, 09:54 (vor 4849 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

[...]Ich sage damit nichts gegen solche Orgeln, meine damit nur, dass ich an professionelle Pfeifenorgelsteuerungen dachte - SINUA, Heuss, Laukhuff, ELTEC, SSOsystems, NovelOrg, PetersonEMP, IOTI und wie sie alle heißen können.

Hallo!

Wäre es da nicht sinnvoller - zugegeben auch aufwändiger - die Organisten solcher Installationen direkt anzuschreiben? Die Websites bieten ja einige Referenzen.
Jedenfalls viel Erfolg bei der Recherche. :)

Gruß
Karsten

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 22. Mai 2013, 09:58 (vor 4849 Tagen) @ Karsten

Das Thema hatten wir doch neulich schon. Klar, Fragen aller Art zum Thema Orgel können auch woanders gestellt werden, man kann Kollegen damit nerven, oder Orgelbauer, wenn sie denn in ihre Mails gucken. Dieses Forum können wir dann allerdings auch zumachen.

--
Gruß vom Niederrhein

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Karsten, Mittwoch, 22. Mai 2013, 10:11 (vor 4849 Tagen) @ Tabernakelwanze

Das Thema hatten wir doch neulich schon. Klar, Fragen aller Art zum Thema Orgel können auch woanders gestellt werden, man kann Kollegen damit nerven, oder Orgelbauer, wenn sie denn in ihre Mails gucken. Dieses Forum können wir dann allerdings auch zumachen.

Hallo!

Natürlich. Es spricht ja nichts dagegen erst mal in Internetforem "die Lage abzuchecken" und dann gezielt vertieft woanders zu recherchieren. So wie ich KBK kenne, hat er diese Frage auch in englischsprachigen - und somit international weit besser vernetzten - Foren gestellt. Übrigens toll, wie er alle Möglichkeiten für eine Optimierung der Orgelsituation durchdenkt!

Es sollte aus KBKs Mail klar ersichtlich sein, dass es sich um die Meinungsbildung zur Optimierung für seine Dienstorgel handelt. Es geht also nicht um irgendeine Dispositionsanfrage eines Orgel-Aficionados, sondern um "dienstliche" Anfrage, wenn auch in einem sehr frühen Stadium der Planung. Wenn natürlich die Vertreter dieser Traktursysteme kaum (gerne) zugeben würden, dass irgendwelche technische Mängel auftreten, so wären zumindest die Kollegen vor Ort bereit, sachliche Auskunft zu geben...

Gruß
Karsten

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 22. Mai 2013, 10:38 (vor 4849 Tagen) @ Karsten

Na, Karl-Bernhardin, wat sachste jetzt?

--
Gruß vom Niederrhein

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Karl-Bernhardin Kropf, Mittwoch, 22. Mai 2013, 17:38 (vor 4849 Tagen) @ Tabernakelwanze

Na, Karl-Bernhardin, wat sachste jetzt?

Na, wat sach ich nu dazu?

Karsten hat zu 80 Prozent recht, ich hab nur noch nicht, ich wollte aber auch ins Mander-Forum mit diesem Thema.

Anschreiben der Organisten: Klar, aber ich weiß gar nicht, wo überall so ein System schon läuft. Installationen wie Hamburg St. Michaelis führen ja in der Außendarstellung nicht gleich ihre Steuerungshard/software ganz vorne auf. Und auch bei Sinua steht nicht jede Installation in der Liste.
Derlei Anlagen scheinen ja inzwischen schon häufiger verbaut worden zu sein, als "man" (z. B. dieses Forum) wirklich weiß.

Und dann dachte ich natürlich, dass gerade die Pannen, wie immer, ihren schnellen und ausdauernden Weg durch die Gerüchteküche machen, während Titulare in Einzelfällen diese vielleicht lieber verschweigen oder kleinreden.

Und dann noch: Richtig, die proportionalen trakturen bringen natürlich noch mal Mehraufwand. Aber ich bin IT-Laie und weiß nichts von der Belastbarkeit der Prüfsummen, will sagen: Es graut mir vielleicht zu Unrecht vor der verrutschten Kommastelle und dem dann vermeintlich eintretenden Ton-Chaos in der Kirche...

Danke allen Contributoren.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Contrebasson 32' @, Mittwoch, 22. Mai 2013, 12:06 (vor 4849 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

So, da bin ich wieder.

Ich stelle fest, dass der Thread nichts substantiell Negatives gebracht hat.

Stein bemerkt, dass ORgeln bis 50 Reg. problemlos mechanisch gebaut werden können.
Klar! Auch noch größer. Ich denke aber an 83+ Register, nämlich meine Dienstorgel. Und ich denke an Orgeln, wo es konzeptionell passt, die nicht-mechanisch gedachte Orgelmusik - und davon gibt es eine riesige Menge, mag die mechanisch gedachte (und von mir auch heiß vereherte) gerne ein Vielfaches davon darstellen - in den Vordergrund zu stellen, was Anschlagsart und klangliche Darstellungsmöglichkeiten betrifft.

Aber so ist das Ergebnis des Threads ja positiv, bezogen auf die Frage nach latent zu befürchtenden Ausfällen derartiger Systeme.

Dein positives Ergebnis ist aus meiner Sicht völlig korrekt. Hier muss man meines Erachtens jedoch zwei Dinge unterscheiden:
- Nach- und Vorteile elektrischer Trakturen ggü. mechanischen Trakturen
- Fehlerhäufigkeit bestimmter digitaler Systeme

Natürlich hat eine normale elektrische Traktur (im Gegensatz zu einer elektr. proportionalen Traktur wie das Eltec- oder NovelOrg-System) den Nachteil, dass es nur den Zustand Ventil auf/zu gibt und dass das Öffnen und Schließen entsprechend schnell bzw. ruckartig geschieht, was bei der Intonation ausgeglichen werden muss. So wird eine differenzierte, fein artikulierende Spielweise so gut wie verunmöglicht, auch wenn diese sich durch entsprechendes "Atmen" und Vertrautheit mit der Tastenreise zumindestens teilweise ausgleichen lässt.

Vorteile sind unbestritten die leichte Spielart bei geringen Tastengewicht, egal ob im Tutti, im piano, bei gekoppelten Werken etc. Erst diese ermöglicht bzw. erleichtert die Aufführung so manches Werkes ungemein.

Unbestrittenerweise sind die Fehlerquellen bei einer elektrischen Traktur völlig anders geartet als bei einer mechanischen, die großen Orgelbaufirmen bzw. -zulieferer haben aber sehr zuverlässige Systeme entwickelt, gerade im Bereich der seriellen und nicht mehr parallelen Übertragung der Signale. Mit etwas Skepsis betrachte ich hingegen die Eigenentwicklungen kleiner Orgelbaufirmen, selbst dann, wenn sie auf einem industriellen Bus-Standard beruhen. Hier kommt man wirklich nicht umher, einen genauen Blick auf Orgeln mit demselben System zu werfen. Außerdem ist bei den "großen" Firmen die Sicherheit bzgl. der Funktionstüchtigkeit potentiell größer und auch die Chance, dass nach mehreren Jahrzehnten noch irgendwer etwaige Fehler beheben kann.

Gerne erzähle ich die Geschichte vom Einweihungskonzert der Kuhn-Orgel in der Essener Philharmonie, bei der mitten im Stück der elektrische Spieltisch ausgefallen ist. Der Grund hierfür war wohl, dass der interne Computer abgestürzt ist. So muss man ehrlicherweise feststellen, dass Funktionsausfälle auch bei den "Großen" vorkommen können.

Als jemand, der aus einer Gegend stammt, in der es relativ viele Orgeln mit elektrischer (serieller/digitaler)Traktur gibt, kann ich abschließend feststellen, "trotzdem" nur sehr wenig von Problemen zu hören. Die meisten Systeme sind in jeder Hinsicht ausgereift und spielen höchstens mal ob extremer äußerer Einflüsse verrückt (Gewitter/ abgerissener Stecker des elektr. Spieltisches etc.).

Mit besten Grüßen
Contrebasson 32'


PS: In die Orgel meiner Heimatkirche wird jetzt im Zuge einer Generalüberholung höchstwahrscheinlich auch eine digitale elektrische Traktur eingebaut - und ich mache mir da auch keine Sorgen, sondern rechne ganz im Gegenteil im Vergleich mit der nun schon über 50 Jahre alten parallelen, elektr. Tastatur mit einer erhöhten Funktionssicherheit.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

stein @, Freitag, 24. Mai 2013, 10:13 (vor 4847 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Stein bemerkt, dass ORgeln bis 50 Reg. problemlos mechanisch gebaut werden können.
Klar! Auch noch größer. Ich denke aber an 83+ Register, nämlich meine Dienstorgel. Und ich denke an Orgeln, wo es konzeptionell passt, die nicht-mechanisch gedachte Orgelmusik - und davon gibt es eine riesige Menge, mag die mechanisch gedachte (und von mir auch heiß vereherte) gerne ein Vielfaches davon darstellen - in den Vordergrund zu stellen, was Anschlagsart und klangliche Darstellungsmöglichkeiten betrifft.
Und dann sind ja dann noch die - na gut, von mir aus fragwürdigen - Anwendungen von Fernspieltischen.

Pfeifenorgel - mechanisch. Elektoorgel - elektronisch.
Wenn beides gut gebaut wurde, halten Pfeifenorgeln jahrhunderte, Elektronenorgeln halt nur einige Jahrzehnte. Wenn man beide Systeme vermischt, hat man so seine Probleme.
Muss Rostock wirklich 83 Register haben. Neu mechanisch und kleiner könnte vielleicht reichen. Ein teures elektrisches System und der Integration der alten Orgel wird sicherlich sehr sehr teuer und ist keine Johannus Orgelbouw Serienlösung.
Klanglich würde sich nicht viel verändern. Und nach einigen Jahrzehnten wird man wieder eine Lösung suchen. Leider haben wir noch keine ausreichende Langzeiterfahrung mit diesen Systemen. Ich würde mich nicht vor den Versuchskaninchen-Karren spannen lassen. Wo man nur hinhört werden an bestehenden elektr. Trakturen die Spieltische und systeme ausgetauscht.
Alles Gute für Ihre Entscheidung.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Schreipositiv @, Wetter, Freitag, 24. Mai 2013, 12:23 (vor 4847 Tagen) @ stein

Wo man nur hinhört werden an bestehenden elektr. Trakturen die Spieltische und systeme ausgetauscht.
Alles Gute für Ihre Entscheidung.

In den meisten Fällen handelt es sich um schlampig gemachte "Bastellösungen" von Orgelbauern. Die ältesten davon sind auch schon 40 bis 50 Jahre alt.
Und weil die Orgelbauer nicht auf Großserientechnik gesetzt haben hat man jetzt ein Ersatzteilproblem.
Davon abgesehen sind viele Maßnahmen auch eher "Uprgrades". Man muss sie nicht zwingend ersetzen, aber man macht es weil es inzwischen bessere Systeme gibt.

Gruß,
Pascal

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

stein @, Freitag, 24. Mai 2013, 12:34 (vor 4847 Tagen) @ Schreipositiv

Wo man nur hinhört werden an bestehenden elektr. Trakturen die Spieltische und systeme ausgetauscht.
Alles Gute für Ihre Entscheidung.


In den meisten Fällen handelt es sich um schlampig gemachte "Bastellösungen" von Orgelbauern. Die ältesten davon sind auch schon 40 bis 50 Jahre alt.
Und weil die Orgelbauer nicht auf Großserientechnik gesetzt haben hat man jetzt ein Ersatzteilproblem.
Davon abgesehen sind viele Maßnahmen auch eher "Uprgrades". Man muss sie nicht zwingend ersetzen, aber man macht es weil es inzwischen bessere Systeme gibt.

Selbst wenn nur das oben gesagte gelten sollte, würde es mir als Begründung reichen. Ob heute mehr dauerhafte Serientechnik Verwendung findet und weniger Prototypbastelei
durchgeführt wird, weiss man erst in einigen Jahrzehnten, oder doch schon früher.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Florgel @, Freitag, 24. Mai 2013, 12:56 (vor 4847 Tagen) @ stein

Stein bemerkt, dass ORgeln bis 50 Reg. problemlos mechanisch gebaut werden können.
Klar! Auch noch größer. Ich denke aber an 83+ Register, nämlich meine Dienstorgel. Und ich denke an Orgeln, wo es konzeptionell passt, die nicht-mechanisch gedachte Orgelmusik - und davon gibt es eine riesige Menge, mag die mechanisch gedachte (und von mir auch heiß vereherte) gerne ein Vielfaches davon darstellen - in den Vordergrund zu stellen, was Anschlagsart und klangliche Darstellungsmöglichkeiten betrifft.
Und dann sind ja dann noch die - na gut, von mir aus fragwürdigen - Anwendungen von Fernspieltischen.


Pfeifenorgel - mechanisch. Elektoorgel - elektronisch.

Das ist weniger als die halbe Wahrheit. Ich denke es sind die Pfeifen, die Pfeifenorgel zu selbiger machen?! Dann haben wir hier in der Gegend ja kaum Pfeifenorgeln - sauber!

Wenn beides gut gebaut wurde, halten Pfeifenorgeln jahrhunderte, Elektronenorgeln halt nur einige Jahrzehnte. Wenn man beide Systeme vermischt, hat man so seine Probleme.

Was für ein Vergleich! Elektropneumatisch = Elektronenorgel?! Und das alte Märchen von den Jahrhunderten.

Muss Rostock wirklich 83 Register haben. Neu mechanisch und kleiner könnte vielleicht reichen. Ein teures elektrisches System und der Integration der alten Orgel wird sicherlich sehr sehr teuer und ist keine Johannus Orgelbouw Serienlösung.
Klanglich würde sich nicht viel verändern. Und nach einigen Jahrzehnten wird man wieder eine Lösung suchen. Leider haben wir noch keine ausreichende Langzeiterfahrung mit diesen Systemen. Ich würde mich nicht vor den Versuchskaninchen-Karren spannen lassen. Wo man nur hinhört werden an bestehenden elektr. Trakturen die Spieltische und systeme ausgetauscht.

In der Tat, ich kenne auch keine Elektropneumatik aus der Barockzeit. Geht ab dann die Langzeiterfahrung los oder wie? Und wieso soll das pauschal so teuer sein? Da scheint sich nicht jeder Orgelbauer dran zu halten.
Tut mir leid, aber irgendwie kann ich nicht so recht glauben, was hier geschrieben wird!

Wartung mechanisch/elektrisch

tiratutti @, Freitag, 24. Mai 2013, 13:27 (vor 4847 Tagen) @ Florgel

Hallo,

Wenn beides gut gebaut wurde, halten Pfeifenorgeln jahrhunderte, Elektronenorgeln halt nur einige Jahrzehnte. Wenn man beide Systeme vermischt, hat man so seine Probleme.

Was für ein Vergleich! Elektropneumatisch = Elektronenorgel?! Und das alte Märchen von den Jahrhunderten.

auch ich halte das für ein Märchen.
Letztes Wochenende war Konzert in Riegel/Kaiserstuhl an der historisierenden dreimanualigen von Riegner&Friedrich. Zu hören waren deutlich ständige Windabblasgeräusche. Die nachherige Befragung ergab, dass im Bereich der Pulpeten Wind unkontrolliert austritt. Dann war von der Traktur ein erhebliches Klappern zu hören. Hier die Antwort, dass man da wohl mal dran müsse ...
Die Orgel ist von 1991! Was das heißt? Egal, ob mechanisch oder elektrisch traktiert, man muss sich bei beiden Systemen um die Wartung kümmern und nach 20 Jahren muss auch eine mechanische gründlich überholt werden.

Grüße von tiratutti

Wartung mechanisch/elektrisch

stein @, Freitag, 24. Mai 2013, 15:29 (vor 4847 Tagen) @ tiratutti

Die Orgel ist von 1991! Was das heißt? Egal, ob mechanisch oder elektrisch traktiert, man muss sich bei beiden Systemen um die Wartung kümmern und nach 20 Jahren muss auch eine mechanische gründlich überholt werden.

Da gibt es wartungsarmere Modelle die viel älter sind. Viele Instrumente von 1950 - 1970, die nicht unbedingt zu meinen Favoriten zählen, sind passable Instrumente. Kommt sehr auf den Orgelbauer an. München, Ludwigskirche (Beckerath) hatten wir vor kurzem und viele mehr.

Wartung mechanisch/elektrisch

Florgel @, Freitag, 24. Mai 2013, 15:42 (vor 4847 Tagen) @ stein

Die Orgel ist von 1991! Was das heißt? Egal, ob mechanisch oder elektrisch traktiert, man muss sich bei beiden Systemen um die Wartung kümmern und nach 20 Jahren muss auch eine mechanische gründlich überholt werden.

Da gibt es wartungsarmere Modelle die viel älter sind. Viele Instrumente von 1950 - 1970, die nicht unbedingt zu meinen Favoriten zählen, sind passable Instrumente. Kommt sehr auf den Orgelbauer an. München, Ludwigskirche (Beckerath) hatten wir vor kurzem und viele mehr.

Die gibt´s auf beiden Seiten zur Genüge. Pauschal kann man aber sicher nicht sagen, dass die Mechanischen wartungsärmer sind.

Wartung mechanisch/elektrisch

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Samstag, 25. Mai 2013, 13:12 (vor 4846 Tagen) @ Florgel
bearbeitet von untersatz32, Samstag, 25. Mai 2013, 13:31

Richtig & genau!

Mit tradierten Pauschalurteilen "Mechanik = toll, klanglich besser und dauerhafter, sowie wartungsärmer" und "(Elektro)Pneumatik = unzuverlässig, ungenau, klanglich unterlegen und kurzlebiger" kommen wir nicht weiter.
Es gibt solche und solche Beispiele...
Nicht zuletzt wird in naher Zukunft in HH in einer namhaften Kirche ein grosser Komplettneubau mit elektropneumatischen Kegelladen realisiert werden, auf den ich mich jetzt schon freue.
Neben der wunderbaren neuen Katharinenorgel (=vollmechanisch/norddeutsch-barock) ein weiterer (symphonischer) Glanzpunkt für die Orgelstadt Hamburg.

Das BEIDE Systeme regelmässiger (liebevoller ;-)) Wartung und Pflege bedürfen, ist wohl jedem klar.

Freundliche elektropneumatische Grüsse

Thomas

--
Thomas Haubrich

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

stein @, Freitag, 24. Mai 2013, 15:23 (vor 4847 Tagen) @ Florgel

In der Tat, ich kenne auch keine Elektropneumatik aus der Barockzeit. Geht ab dann die Langzeiterfahrung los oder wie? Und wieso soll das pauschal so teuer sein? Da scheint sich nicht jeder Orgelbauer dran zu halten.
Tut mir leid, aber irgendwie kann ich nicht so recht glauben, was hier geschrieben wird!

Elektropneumatisch wird heute kaum noch gebaut. Das alte Prinzip der mechanischen Orgel scheint sich doch eher durchgesetzt zu haben. Die Barker-Maschine hat auch ausgedient. Sie war 50-60 Jahre der Renner, wurde von elektronischen Systemen abgelöst, bis man auch hier die Beschränktheit erkannt hat.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Florgel @, Freitag, 24. Mai 2013, 15:38 (vor 4847 Tagen) @ stein

In der Tat, ich kenne auch keine Elektropneumatik aus der Barockzeit. Geht ab dann die Langzeiterfahrung los oder wie? Und wieso soll das pauschal so teuer sein? Da scheint sich nicht jeder Orgelbauer dran zu halten.
Tut mir leid, aber irgendwie kann ich nicht so recht glauben, was hier geschrieben wird!


Elektropneumatisch wird heute kaum noch gebaut. Das alte Prinzip der mechanischen Orgel scheint sich doch eher durchgesetzt zu haben. Die Barker-Maschine hat auch ausgedient. Sie war 50-60 Jahre der Renner, wurde von elektronischen Systemen abgelöst, bis man auch hier die Beschränktheit erkannt hat.

Ich würde eher so sagen: Elektropneumatisch wurde bis vor ca. 10 Jahren nahezu überhaupt nicht mehr gebaut. Mittlerweile ist aber wohl eine gar nicht so kleine Nische entstanden.
Welches System jetzt mehr beschränkt ist, ist eine interessante Frage.
Und ich würde durchaus soweit gehen und provokativ fragen, ob die konventionelle Schleiflade wirklich der Weißheit letzter Schluss ist.
Darüber hinaus: was hat sich denn im konventionellen Orgelbau in den letzten Jahren getan?

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

ado @, Berlin, Freitag, 24. Mai 2013, 16:20 (vor 4847 Tagen) @ Florgel

Ich würde eher so sagen: Elektropneumatisch wurde bis vor ca. 10 Jahren nahezu überhaupt nicht mehr gebaut.

das ist jetzt sehr eurozentrisch! in nordamerika wird doch beinahe nichts anderes gebaut als elektropneumatisch? casavant zum beispiel glaubt offenbar nach wie vor fest an dieses system? war erst neulich auf deren heimseite, habe mir die projekte der letzten paar jahre angeschaut und war verblüfft: neubauten durchweg elektropneumatisch. und die sind nicht dahin zurückgekehrt, sondern soweit ich weiß nie davon abgerückt.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Florgel @, Freitag, 24. Mai 2013, 16:33 (vor 4847 Tagen) @ ado

Ich würde eher so sagen: Elektropneumatisch wurde bis vor ca. 10 Jahren nahezu überhaupt nicht mehr gebaut.


das ist jetzt sehr eurozentrisch! in nordamerika wird doch beinahe nichts anderes gebaut als elektropneumatisch? casavant zum beispiel glaubt offenbar nach wie vor fest an dieses system? war erst neulich auf deren heimseite, habe mir die projekte der letzten paar jahre angeschaut und war verblüfft: neubauten durchweg elektropneumatisch. und die sind nicht dahin zurückgekehrt, sondern soweit ich weiß nie davon abgerückt.

Stimmt, war va. auf Deutschland bezogen, das hatte ich ausgeblendet.
Ja das ist schon sehr interessant. Dort sieht man die Sache offenbar durchaus etwas anders.
Gründe gibt´s genug - höherer Wartungsaufwand und größere Kosten werden eher nicht dazu zählen.

OT: Systemfehler... elp. Schleiflade

Karl-Bernhardin Kropf, Samstag, 25. Mai 2013, 21:12 (vor 4846 Tagen) @ Florgel

Hoppla!
Der Thread hat ja noch stark zugelegt.
Also schnell mal hier einhaken:

Die hier öfter erwähnte Rostocker Orgel hat elektropneumatische SCHLEIFlade!
Und diese Lade wird LAUFEND gebaut, nämlich in England!
Sie ist schnell. Sie ist exakt. Sie reisst nicht so schnell auf wie ein direkt am Ventil hängender Magnet. Hier in Rostock gerne auszuprobieren!
(Die beiden Manuale bzw. Manualbereiche, die hier nicht so präzise sind, haben zusätzlich Vorgelege, vor allem im Bass).
So, durch den Rest muss ich mich noch durchlesen...

Barkermaschine hat ausgedient?

Cor de Basset, Samstag, 25. Mai 2013, 12:18 (vor 4846 Tagen) @ stein
bearbeitet von Cor de Basset, Samstag, 25. Mai 2013, 12:23

In der Tat, ich kenne auch keine Elektropneumatik aus der Barockzeit. Geht ab dann die Langzeiterfahrung los oder wie? Und wieso soll das pauschal so teuer sein? Da scheint sich nicht jeder Orgelbauer dran zu halten.
Tut mir leid, aber irgendwie kann ich nicht so recht glauben, was hier geschrieben wird!


Elektropneumatisch wird heute kaum noch gebaut. Das alte Prinzip der mechanischen Orgel scheint sich doch eher durchgesetzt zu haben. Die Barker-Maschine hat auch ausgedient. Sie war 50-60 Jahre der Renner, wurde von elektronischen Systemen abgelöst, bis man auch hier die Beschränktheit erkannt hat.

Nein, das Konzept der Barker-Maschine (und deren Weiterentwicklung durch Stephen Kowalyshyn) hat keineswegs ausgedient! Es gibt heutzutage genügend überzeugende Beispiele für Orgelneubauten mit Barkerhebel - und nicht nur in Deutschland:

Heilig Geist, Mannheim (Göckel, 1990)
Kallio Church, Helsinki, Finnland (Åkerman & Lund, 1995)
Edythe Bates Old Grand Organ, Rice University, USA (C. B. Fisk & Manuel Rosales, 1997)
Finney Organ, Oberlin College & Conservatory, USA (C. B. Fisk, 2001)
Kathedrale in Lausanne, Schweiz (C. B. Fisk, 2003)
Kathedrale St. Sebastian, Magdeburg (Eule, 2005)
Central Pori Church, Finnland (Paschen Orgelbau, 2007)
Magdeburger Dom (Alexander Schuke, 2008)
Konstantinbasilika, Trier (Eule, 2014)

Diese Liste lässt sich mühelos fortsetzen.

Barkermaschine hat ausgedient?

JSBach @, Aachen, Samstag, 25. Mai 2013, 13:30 (vor 4846 Tagen) @ Cor de Basset

Konstantinsbasilika wird mechanisch + barker? wusste ich garnicht...

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Karl-Bernhardin Kropf, Samstag, 25. Mai 2013, 21:24 (vor 4846 Tagen) @ stein

Muss Rostock wirklich 83 Register haben. Neu mechanisch und kleiner könnte vielleicht reichen.

St. Sulpice hat auch 100 oder so???

Unsere Vorfahren meinten, dass Rostock vier Basiliken haben sollte, und diese ist mit Aussenmaß 75 (Langhaus) x 75 (Querhaus) x 86 (Turm, Gewölbe innen 31,5) und einem Innenluftraum von 53.000 Kubikmetern halt ein bißchen groß geworden...
Liturgisch brauchen wir die Kirche in der Größe nur an Weihnachten und zur Konfirmation. Aber darum geht's ja zum Glück nicht...

Ein teures elektrisches System und der Integration der alten Orgel wird sicherlich sehr sehr teuer und ist keine Johannus Orgelbouw Serienlösung.

Wenn ich billig wollte, könnte ich gleich einen Neubau planen ;-)
Nun ja, ich will die alte Orgel an sich ja nicht (vollständig) raushaben. Und ein Instrument in dieser Größe verlässlich spielbar zu machen, geht über einen Stapel MIDI-Keyboards natürlich hinaus, gerade auch finanziell. Das ist ja auch in Ordnung so.

Klanglich würde sich nicht viel verändern.

Gut!

Und nach einigen Jahrzehnten wird man wieder eine Lösung suchen.

Das mag allerdings zutreffen. Wir sind sicher etwas besser geworden in der Einschätzung, was die Nachfahren von unseren Baumaßnahmen halten würden, aber Einiges wird sicher sehr anders gesehen werden.

Leider haben wir noch keine ausreichende Langzeiterfahrung mit diesen Systemen. Ich würde mich nicht vor den Versuchskaninchen-Karren spannen lassen. Wo man nur hinhört werden an bestehenden elektr. Trakturen die Spieltische und systeme ausgetauscht.

Sagte ich schon - Ledermembranen werden auch ausgetauscht. Ist eben darauf angelegt.
Ja, es ist richtig: Der Erhaltungsaufwand bei rein mechanischen Orgeln ist geringer.
Und die elektropneumatische Schleiflade, also Schleiflade mit Abstrombalg (siehe anderswo im Thread) ist zwei Generationen erfolgreich.
Ja, in der Erhaltung aufwändiger als rein mechanisch, aber es kommt musikalisch halt auch was raus, was mechanisch nicht geht!

Alles Gute für Ihre Entscheidung.

Danke! Dauert ja auch noch ein bißchen....
Übrigens würde mich interessieren, wo SYSTEMBEDINGT die im Thread-Titel genannten Systeme ausgetauscht werden, nicht nur, wo Bedienfelder oder Tasterreihen durchgelatscht wurden.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

orgelwilli, Samstag, 25. Mai 2013, 05:48 (vor 4847 Tagen) @ ado

[image]
Also ich habe mich an diesem Spieltisch 30 Jahre lang sehr wohlgefühlt.
Und dazu noch der Klang, in dem ich "baden" konnte.....
Ich finde diese Spieltische im CC-Stil sehr schön.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

stein @, Samstag, 25. Mai 2013, 09:27 (vor 4847 Tagen) @ orgelwilli

Für grössere Instrumente die übersichtlichste Lösung. Ergonomisch in der Handhabung. Die Klaiswippen aus den 70gern lass ich mir auch noch gefallen sind aber nicht schön.

Registerwippen von Klais

Cor de Basset, Samstag, 25. Mai 2013, 11:45 (vor 4846 Tagen) @ stein

Für grössere Instrumente die übersichtlichste Lösung. Ergonomisch in der Handhabung. Die Klaiswippen aus den 70gern lass ich mir auch noch gefallen sind aber nicht schön.

Aus den 70ern? Meines Wissens stammt das ergonomische Spieltisch-Design mit den charakteristischen Registerwippen von Hans Klais (1890-1965), der diese Bauweise bereits ab den 30er Jahren verwendete.

Registerwippen von Klais

stein @, Samstag, 25. Mai 2013, 14:37 (vor 4846 Tagen) @ Cor de Basset

Für grössere Instrumente die übersichtlichste Lösung. Ergonomisch in der Handhabung. Die Klaiswippen aus den 70gern lass ich mir auch noch gefallen sind aber nicht schön.


Aus den 70ern? Meines Wissens stammt das ergonomische Spieltisch-Design mit den charakteristischen Registerwippen von Hans Klais (1890-1965), der diese Bauweise bereits ab den 30er Jahren verwendete.

genau diese!

Registerwippen von Klais

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Samstag, 25. Mai 2013, 15:08 (vor 4846 Tagen) @ stein

Sehr praktisch das! Und - wenn's ein alter (oder in diesem Stil gehaltener neuer) Klais-Spieltisch ist, nicht nur ergonomisch-ökonomisch, sondern auch noch schick.
(Ich verstehe z.B. nicht, warum man den originalen Spieltisch der Liebfrauenorgel in Trier nicht beibehielt oder zumindest renovierte, statt dem neuen, fahrbaren Möbel....)

Grüsse

TH

--
Thomas Haubrich

Registerwippen von Klais

ado @, Berlin, Samstag, 25. Mai 2013, 15:34 (vor 4846 Tagen) @ stein

registerwippen hat aber doch nicht die firma klais erfunden? die sind doch beinah so alt wie herr cavaillé-coll selbst! jedenfalls gab es sie vor 1900: hier ein bild des spieltisches der orgel in st george's hanover square in london, von robert hope-jones aus dem jahr 1896.

Registerwippen von Klais

stein @, Samstag, 25. Mai 2013, 15:51 (vor 4846 Tagen) @ ado

registerwippen hat aber doch nicht die firma klais erfunden? die sind doch beinah so alt wie herr cavaillé-coll selbst! jedenfalls gab es sie vor 1900: hier ein bild des spieltisches der orgel in st george's hanover square in london, von robert hope-jones aus dem jahr 1896.

Das sieht aber gar nicht mehr schön aus!

Registerwippen von Klais

ado @, Berlin, Samstag, 25. Mai 2013, 16:05 (vor 4846 Tagen) @ stein

Das sieht aber gar nicht mehr schön aus!

ist dafür aber antik :-)

eigentlich ist das foto von st george's insofern (noch) geschummelt als, wenn ich recht sehe, die "wippen" tatsächlich nach unten geschoben werden mußten, um die register einzuschalten. man sieht das hier -- auf dem schwarz-weiß-bild rechts oben (vergrößerbar).

dafür hier, zwei jahre später (1898) dann richtig.

Registerwippen von Klais

Florian-L, Sonntag, 26. Mai 2013, 07:32 (vor 4846 Tagen) @ ado

registerwippen hat aber doch nicht die firma klais erfunden? die sind doch beinah so alt wie herr cavaillé-coll selbst! jedenfalls gab es sie vor 1900: hier ein bild des spieltisches der orgel in st george's hanover square in london, von robert hope-jones aus dem jahr 1896.

Sind die abgebildeten Wippen nicht doch ein Produkt neuerer Zeit?

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Registerwippen von Klais

ado @, Berlin, Sonntag, 26. Mai 2013, 09:12 (vor 4846 Tagen) @ Florian-L

Sind die abgebildeten Wippen nicht doch ein Produkt neuerer Zeit?

nein, ich glaube nicht. hope-jones hat in den jahren vor und nach 1900 diese taster regelmäßig gebaut. und anscheinend nicht nur er. hier eine illustration aus GEORGE LAING MILLER, The Recent Revolution in Organ Building. Being an Account of Modern Developments, 2. aufl. new york 1913 (volltext hier).

Registerwippen von Klais

Anna-Theresia, Montag, 27. Mai 2013, 21:40 (vor 4844 Tagen) @ Cor de Basset


Aus den 70ern? Meines Wissens stammt das ergonomische Spieltisch-Design mit den charakteristischen Registerwippen von Hans Klais (1890-1965), der diese Bauweise bereits ab den 30er Jahren verwendete.

Spieltische in dieser Art? http://www.borisogleb.de/musik-Dateien/image005.jpg
Ich glaube, solche Spieltische gibt es bei Klais seit 1923 oder 1924. Ich spiele eine Klais-Orgel von 1928, die sehr ähnlich wie die auf dem Bild aussieht.

Registerwippen von Klais

Orlos, Montag, 27. Mai 2013, 22:22 (vor 4844 Tagen) @ Anna-Theresia

Dieses Spieltischdesign gab es bei Klais dann bis Ende der 1960er Jahre. Hans-Gerd Klais übernahm den Betrieb. Die Spieltische wurden dunkel, die Registerwippen waren nun schwarz mit weißer Schrift und gerade, also ohne den aparten Winkel.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

JSBach @, Aachen, Samstag, 25. Mai 2013, 09:58 (vor 4846 Tagen) @ orgelwilli

Wobei es bei dem CC-Verschnitt auch solche und solche gibt... kommt sehr drauf an, manche finde ich auch einfach nur hässlich

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

ado @, Berlin, Samstag, 25. Mai 2013, 10:02 (vor 4846 Tagen) @ orgelwilli

Ich finde diese Spieltische im CC-Stil sehr schön.

der abgebildete spieltisch ist optisch akzeptabel, soweit der bildausschnitt das erkennen läßt. gegen die originale CC-version à la st-sulpice habe ich ästhetisch nichts einzuwenden -- das ding ist so kompakt wie funktional. was ich an spieltischen à la düdelingen moniere, ist die verwendung von manubrien, wenn die register gar nicht mechanisch betätigt werden, die flachen rundungen, die zu dem (allzu) breit ausladenden gesamthabitus beitragen (den empfinde ich als protzig-hypertroph), und die lieblos-industriell anmutende oberflächenbehandlung bzw. haptik, die die manubrien erst recht albern erscheinen läßt.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

stein @, Samstag, 25. Mai 2013, 10:40 (vor 4846 Tagen) @ ado

Das Foto ist schlecht. Die Orgelbühne in St. Joseph hat Wohnzimmercharakter. Der Spieltisch ist absolut gemütlich und wunderschön. Das Holz hat eine schönere Farbe wie die Originale. Fotos lassen sich dort nur schwierig realisieren.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Samstag, 25. Mai 2013, 13:03 (vor 4846 Tagen) @ orgelwilli
bearbeitet von untersatz32, Samstag, 25. Mai 2013, 13:19

Ich auch ... ;-)

(Sogar nachrüstbar - die Koppeln, Sostenuto-Schaltungen und Zusatzregister in der mittigen Querleiste unterhalb des Notenpultes sind von 2012).


Aufteilung: jeweils von unten nach oben

Links (öfter gebraucht) HW 2 Reihen, darüber SW 2 Reihen

Rechts Ped 2 Reihen, darüber Pos


[image]


[image]


„Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ *)

Grüsse

Thomas

*) Mit diesem fredericianischen Motto fährt man hier in der Schweiz ziemlich gut...

PS: Die Setzerleisten (und Divisionals) zwischen den Manualen werden jetzt im Sommer noch in einem anderen Holz ersetzt.

--
Thomas Haubrich

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 19. Mai 2013, 15:29 (vor 4852 Tagen) @ stein

Diese Dinger sind ganz praktisch. Gehören aber nach 10-20 Jahren auf den Müll. ... Auch seine Orgel wird in absehbarer Zeit zum Reperaturfall werden.

Bis zu welchem Grad kann man diese Instrumente nach -sagen wir- 20 Jahren überhaupt reparieren? Kennt sich da wer aus diesem Forum aus?

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

kjz1, Sonntag, 19. Mai 2013, 18:32 (vor 4852 Tagen) @ Hausorgler

Bis zu welchem Grad kann man diese Instrumente nach -sagen wir- 20 Jahren überhaupt reparieren? Kennt sich da wer aus diesem Forum aus?

Leider kann ich es auf deren Webseite nicht mehr finden, aber früher garantierte meines Wissens nach doch Allen die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für 50 Jahre. Die Firma existiert seit 1945. Allerdings wurde von Allen wohl auch wenig zugekauft, man war immer stolz darauf, die meisten Teile selbst herzustellen.

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Schreipositiv @, Wetter, Montag, 20. Mai 2013, 11:15 (vor 4851 Tagen) @ stein

Diese Dinger sind ganz praktisch. Gehören aber nach 10-20 Jahren auf den Müll. Ich würde daher nicht über 6000 - 8000 Euro in so etwas investieren.
Wer heute in solch ein System 100000 de von Euro invstiert, macht sicherlich einen Fehler.

Nö. Einfach Unsinnig.
Das teurste an den großen Digitalorgeln in den USA sind die Lautsprecher. Schon alleine der Subwoofer kostet gerne mal 30.000€ aufwärts. und dann kommen noch teilweise über 100 weitere Boxen dazu. Aber Boxen halten bei guter Qualität und Pflege sehr lang, problemlos 40+ Jahre.
Die Technik, die kaputt gehen kann, ist im Spielstisch. Und wenn da was kaputt geht, dann kauft man sich halt einen neuen Spieltisch. Die Boxen kann man wiederverwenden.
Das senkt die Kosten deutlich.

Und selbst, wenn man alle 20 Jahre 50.000€ investieren würde, dann hätte man nach 100 Jahren 250.000€ ausgegeben. Das entspricht wenn überhaupt dem Anschaffungspreis einer echten Orgel, aber da kommen ja noch Reparaturkosten, nach 50 Jahren eine teure Generalüberholung usw... dazu. Wenn die Orgel überhaupt 100 Jahre hält und nicht vorher verschimmelt, abbrennt oder ersetzt wird.

Gruß,
Pascal

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 19. Mai 2013, 16:09 (vor 4852 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

Nur so nebenbei: Daß man damals an echten Orgel "üben" konnte, wäre wohl auch eher die Ausnahme gewesen. Die Kalkanten (und oder die zahlende Gemeinde) hätten dir sonst was gehustet ;-)

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 19. Mai 2013, 16:13 (vor 4852 Tagen) @ Poupoulcorouse

Genau, man übte zu Hause auf dem Pedalcembalo.

--
Gruß vom Niederrhein

Übeinstrument (war: Systemfehler)

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Sonntag, 19. Mai 2013, 18:00 (vor 4852 Tagen) @ Tabernakelwanze

Genau, man übte zu Hause auf dem Pedalcembalo.

... oder evtl. auch auf einem Instrument ohne Pedal. Besser als nichts ist es allemal.

In der Studienzeit habe ich mitunter längere Bahnfahrten genutzt, um Finger- und Fußsätze zu überlegen und in die Noten einzutragen.
(Wer kein Anfänger mehr ist, braucht dafür nicht unbedingt eine Klaviatur. Man hat die ja "im Kopf"...)

Grüße,
perotin

OT: Übinstrumente, war: Systemfehler in digitalen Trakturen

Oliver Horlitz ⌂, Sonntag, 19. Mai 2013, 18:23 (vor 4852 Tagen) @ Tabernakelwanze

Genau, man übte zu Hause auf dem Pedalcembalo.

Eher auf dem (Pedal-)Clavichord (aus Kosten- wie aus spieltechnischen Gründen)...

meint, freundlich grüßend,
Oliver

OT: Übinstrumente, war: Systemfehler in digitalen Trakturen

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:39 (vor 4852 Tagen) @ Oliver Horlitz

...na wenn es dann nicht vielleicht nur ein Pedalvirginal war ;-)

--
Gruß vom Niederrhein

OT: Übinstrumente, war: Systemfehler in digitalen Trakturen

JSBach @, Aachen, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:41 (vor 4852 Tagen) @ Tabernakelwanze

was ist denn das für ne schweinerei? ;)

OT: Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Florian-L, Montag, 20. Mai 2013, 06:36 (vor 4852 Tagen) @ Poupoulcorouse

Nur so nebenbei: Daß man damals an echten Orgel "üben" konnte, wäre wohl auch eher die Ausnahme gewesen. Die Kalkanten (und oder die zahlende Gemeinde) hätten dir sonst was gehustet ;-)

Blieb also nur das "stumme" Üben?

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 19. Mai 2013, 20:54 (vor 4852 Tagen) @ Florian-L
bearbeitet von Tabernakelwanze, Sonntag, 19. Mai 2013, 21:21

Ein ähnliches Phänomen gab es vor zwei Jahren etwa an der Orgel in St. Maria-Magdalena in Sonsbeck - übrigens keine "Elektronengurke" sondern eine recht schöne Kiste von Sauer, Höxter. Nach einem Blitzeinschlag war die Elektronik wohl völlig durcheinander. Nichts passte mehr zusammen, zog man z. B. die Gambe im Schwellwerk löste das den Tuttiknopf aus. Was für ein Geraffel!

--
Gruß vom Niederrhein

Systemfehler in digitalen Trakturen / Bus-Systemen

zehnzweidrittel @, Sonntag, 19. Mai 2013, 19:21 (vor 4852 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Mich würde interessieren, ob es da irgendwo mal zu Störungs-Albträumen kam, so wie bei älteren (?) MIDI-Setups, mit hängenbleibenden Tönen oder "selbstspielendem" Chaos...?

Ich versuche mal eine Antwort, die im Rahmen des begonnenen Themas bleibt.

In der von mir regelmäßig bespielten Orgel steckt eine digitale Steuerung des Auxillaires mit Setzer, Koppeln, Funkfernbedienung zum Stimmen etc.

In den fünf Jahren intensiver Nutzung hat uns eine Platine im Stich gelassen, was zum Ausfall einer Koppelschaltung geführt hat - vollkommen nachrangig.
Die Orgel hat bisher weder unkontrolliert von sich aus noch unbeherrschbar nicht gespielt.

Die Kritiker werden nun sicher auf die geringe Zeitdauer verweisen, aber ich halte dagegen: Ich kenne eine absolut hervorragende mechanische Orgel, bei der jetzt nach vier Jahren verstärkt Heuler auftauchen - der Teufel steckt bekanntlich überall im Detail.

Viele Grüße

zehnzweidrittel

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