Martin Hruschka: "Sonntagsorgel" in St. Andreas

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Montag, 13. Mai 2013, 09:57 (vor 4856 Tagen)

Hallo Forum,

die “Sonntagsorgel” in St. Andreas - seit Jahresbeginn eine halbe Stunde früher um 16h beginnend - spielte diesmal Martin Hruschka, Berlin. Der hatte ein Bach-Programm mitgebracht.

Es ging los mit der Toccata F-Dur (BWV 540.1). Schön ausmusiziert die Pedalsoli, schlank registriert und bestens durchhörbar. Mittleres Tempo.

Dann folgte ein Reigen von acht Choralbearbeitungen über “Alllein Gott in der Höh’ sei Ehr”. Hruschka stellte das Thema mit Hilfe der Choralaussetzung aus BWV 112 (Kantate “Der Herr ist mein getreuer Hirt”) vor. Danach gab es bei dem Bicinium BWV 711 (transp. nach F) eine aparte Registrierung. Über einer Art Entengeschnatter eine einfache Flöte mit dem c.f.. Legato dann das Trio BWV 717 (nach F transp.). Schön klar die vierstimmige Fuge BWV 716 (transp. nach F). Es folgte der Choral BWV 715 mit interessanten Akkordschärfungen. Schließlich noch die Trias aus dem dritten Theil der Clavierübung (BWV 675-677). 675 in ganz hoher Lage und flötig. Rollend in der Bewegung und gut laufend 676, wieder hell und im hoher Lage die kleine Fuge 677 manualiter.

Die wenigsten der ca. 50 Hörer hatten wohl mitgezählt, und so rührte sich zunächst keine Hand. Erst als der anwesende Pater den Claqueur machte, gab kurzen, matten Beifall. Was war geschehen? Nun, das 677 war offenbar nicht als Schlußstück empfunden worden. Auch ich hatte gehofft, daß die im Programm nicht angekündigte Fuge BWV 540.2 das Konzert abschließen würde. Aber das hätte eine Zeitüberschreitung bedeutet und so verzichtete Hruschka auf diese programmdramaturgisch naheliegende Lösung und entließ die Hörer etwas unbefriedigt.

Gruß Clemens Schäfer

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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