Englische Orgel in Driel/Niederlande

prinzipalschlumpf, Mittwoch, 01. Mai 2013, 17:49 (vor 4869 Tagen)

Hallo Orgelforum ,

wer ein Fan des englischen Orgeltyps ist braucht bekanntlich , wie schon in meinem Solinger Bericht , nicht auf die Insel zu fahren um gute Orgeln kennenzulernen . In Deutschland/in den Niederlanden stehen eine Vielzahl Instrumente des englischen Orgeltyps die eine Reise wert sind !

So gesehen habe ich mich heute , zusammen mit Tabernakelwanze , auf den weg nach Driel gemacht wo eine kleine aber feine englische Orgel steht . Das Instrument stammt von Orgelbau Conacher/Huddersfield und wurde 1902 erbaut . Die Prospektgetaltung ist typisch englisch , fröhlich bunt bemnalt und schön anzusehen , und klanglich kann dieses Instrument durchaus überzeugen - sei es mit den Einzelstimmen oder den vielen Mischungen !

Hier ein paar Bilder dieser erstklassigen Orgel :

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Und hier die Disposition :

1.Man.
Great Organ ( C-g3 ) :
Open Diapason 8"
Stopped Diapason 8"
Gamba 8"
Dulciana 8"
Principal 4"
Suabe Flute 4"
Fifteenth 2"

2.Man.
Swell Organ ( C-g3 ) :
Violin Diapason 8"
Rohrflöte 8"
Salicional 8"
Voix Celestes 8"
Gemshorn 4"
Harmonic Piccolo 2"
Cornopean 8"
Tremulant

Pedals ( C-f1 ) :
Bourdon 16"
Flute Bass 8"

Koppeln :
Swell to Great
Swell Octave
Great to Pedals
Swell to Pedals

Gruß Prinzipalschlumpf

Englische Orgel in Driel/Niederlande

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 01. Mai 2013, 18:54 (vor 4869 Tagen) @ prinzipalschlumpf
bearbeitet von Tabernakelwanze, Mittwoch, 01. Mai 2013, 19:07

Ja, dieses Örgelchen ist wirklich eine Reise wert. Die vielen 8-Füße lassen ein stufenloses Crescendo zu, obwohl das Instrument relativ klein ist. Besonders schön die unterschiedlichen Streicher. Traumhaft zart die Duciana. Das Cornopean kann man zwischen einer starken Oboe und einer milden Trompete ansiedeln. Sowohl als Solostimme wie auch im vollen Werk als "Salz in der Suppe" zu gebrauchen. Gemshorn 4 hat einen relativ starken Strich, es erinnerte mich an eine Fugara.

Die Fußhebel über dem Pedal lösen für jedes Manual zwei feste Kombinationen aus: Piano und Forte. Gewöhnungsbedürtig ist der Hebel für den Schweller, der übrigens ausgezeichnet wirkt. Das SW verfügt auch noch über eine Oktavkoppel, sodass das Fehlen einer Mixtur nicht sehr ins Gewicht fällt. Der Effekt wird darüber hinaus noch durch den Obertonreichen 2 Fuß im SW verstärkt.

An der Orgel wurde beim Wiederaufbau in Driel nichts verändert. Alles ist original erhalten. Lediglich die hölzernen Seitenwände sind neu, am alten Aufstellungsort war das Instrument in einen extra dafür gebauten Raum eingepasst, da waren sie nicht nötig.

Wir wurden übrigens vom Hausorganisten sehr herzlich aufgenommen. Er ermöglichte uns u. a. auch viele Einblicke ins Innere der Orgel. Eine solche Gastfreundschaft ist leider nicht selbstverständlich.

Rechts neben dem Notenpult hängt an einem Faden ein Messingzylinder. Er erinnerte uns an den Zugschalter einer Stehlampe, tatsächlich wird damit aber die Füllmenge des erstaunlich großen Magazinbalgs angezeigt.

Die Brüstung der Empore wurde ebenfalls aus England übernommen, ebenso die Uhr von 1843.

Der Tag hatte ein wenig internationales Flair: Zwei deutsche Organisten in den Niederlanden unterwegs, um eine englische Orgel zu bespielen.

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Gruß vom Niederrhein

Englische Orgel in Driel/Niederlande

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Mittwoch, 01. Mai 2013, 22:59 (vor 4868 Tagen) @ Tabernakelwanze

Danke für den schönen Bericht: hört sich spannend und interessant an.

Grüsse

Thomas

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Thomas Haubrich

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