Hartmut Rohmeyer in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel
Hallo Forum,
Hartmut Rohmeyer vom Dom zu Lübeck präsentierte das 2. Konzert im 9. Oberkasseler Orgelfrühling an der Sauer-Orgel (2004) in der Auferstehungskirche. Sein Programm war ganz der österlichen Zeit gewidmet.
Frisch im Tempo und Gestus, kernig registriert mit schönem Baßfundament kam zur Eröffnung Bachs Frühwerk in D-Dur BWV 532. Das lief alles prächtig und machte richtig Spaß.
Sehr hörenswert danach “Mors et resurrectio” op. 5 Nr. 1 von Jean Langlais. Besonders die Harmonik beeindruckte. Rohmeyer wußte die große Steigerung von Todesruhe zu Auferstehung in Glanz spannend zu gestalten. Warum nur hört man so wenig Langlais in unseren Orgelkonzerten? Das Oeuvre ist doch riesig!
Intimes Innehalten zum Ostergedanken gab es dann mit Scheidemann “Dic nobis Maria”, Kolorierung einer sechsstimmigen Motette von Giovanni Bassano. Hier glänzte Rohmeyer mit akkuratem Figurenlaufwerk
Kurz, aber nicht uninteressant und sozusagen der Anlauf zum Schlußwerk war danach die Oster-Fanfare von Massimo Nosetti, bei der die Chamaden wirkungsvoll zur Geltung kamen.
Das Schlußstück war nichts weniger als die Symphonie Romane von Widor. Vor Jahresfrist hatte ich sie noch im Dom zu Verden gehört. Hier erschien das Werk deutlich moderner, abgeklärter. Sehr durchsichtig spielend, entwickelte Rohmeyer die Einthematik durch alle Sätze prägnant. Ganz herrlich geriet die Cantilène, ppp vom Feinsten. Wunderbar auch der Schluß mit der Wiederaufnahme des Beginns. Das war eine Interpretation aus einem Guß. Die größere Akustik, die runderen Soli sprechen zwar für Verden, die trockenere Umgebung der Auferstehungskirche läßt Widors Modernität aber besser zur Geltung kommen.
Großer, anhaltender Beifall der über 100 Hörer. Zugabe BWV 627 “Christ ist erstanden”
Gruß Clemens Schäfer
P.S. nächstes Konzert 24.04.2013, 18:30h: Stephen Tharp
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)