Orgelweihe Zähringen
Hallo,
am Sonntag 14.4.2013 wurde in Freiburg-Zähringen die neue Orgel geweiht. Erbauer ist Claudius Winterhalter. Ein alter Thread: Zähringen Die optische Nähe zu Bamlach (dort Orgelbau Formklang) ist unverkennbar, optisch ein sehr gediegener Eindruck.
Der Raum hat eine nicht ganz einfache Akustik, vermutlich bedingt durch die niedrige Decke und die flachen Wände ohne Stuck, der den Schall brechen könnte. Laut Weiheschrift wurde daher eine Brüstungsorgel konzipiert mit hinterständigem Pedal. Dieses ist in C- und Cis-Seite geteilt, da der Zugang zur Empore durch eine große Tür in der Mitte der hinteren Emporenwand erfolgt. Dahinter ist der Turm. Die beiden Manualwerke stehen mit Wechselschleifen in der Brüstung.
Bei der Weihe waren wir nicht da, aber beim Einweihungskonzert, das am Abend Jean-Claude Zehnder spielte. Programm:
Bach: Komm Heiliger Geist, Herre Gott BWV 651a
Gaetano Valerj: Drei Sonaten
Jehan Alain: Choral dorien
Felix Mendelssohn Bartholdy: Sonate A-Dur op. 65/3
Georg Böhm: Wer nur den lieben Gott lässt walten
Bach: Toccata d-Moll BWV 565
Leon Boellmann: Priere à Notre Dame
Padre Davide da Bergamo: Suonatine F-Dur
Die Orgel ist vollmechanisch, so dass teilweise zwei Registranten agierten. Man sah das alles, weil im Altarraum eine große Leinwand aufgebaut war, die alles ungeschminkt zeigte. So sah man dann auch einige wenige Registrierkorrekturen, die vielleicht beim Nur-Hören nicht aufgefallen wären. Man sieht dann auch, wenn der Fuß die Nebentaste erwischt und schnell korrigiert wird. Eigentlich gnadenlos, so eine Leinwand. Interessant war, das Zehnder nur Spitze spielte. Alles. Auch den Boellmann, der dann doch recht weit vom notierten abwich (Klangfarben, Manualverteilung). Ohne Schweller und ohne Schwebung durchaus verständlich. Nicht ganz klar war, weshalb in den letzten beiden Takten die linke Hand auf dem zweiten Manual blieb.
Die Kirche war fast voll, was dem Klang der Orgel entgegen kam. Eine Stunde vorher, als Zehnder noch vorbereitete und die Kirche leer war schien sie mir einen Tick zu kräftig zu sein. Das war dann im Konzert komplett ok. In der Weiheschrift erfuhr man, dass zur Bekämpfung der problematischen Reflexionsflächen im Raum hinter den Prospektpeifen schwach absorbierende Faserplatten montiert wurden. Diese erfüllen offensichtlich ihren Zweck.
Interessantestes Register ist zweifellos das/der Cor anglais, eine Zunge mit schwach konischen Bechern, die in einem Doppelkonus und aufgeworfenem Deckel enden. Diesen Klang kannte ich noch nicht, er ist weder barock hell oder fordernd noch romantisch dunkel. Das Register steht irgendwo dazwischen, tendenziell eher dunkel. Die Farbe mischt sich sehr, eine schöne Farbe.
Ich wünsche den Zähringern fröhliches Orgeln mit der schönen neuen Orgel.
Grüße von tiratutti
![[image]](images/uploaded/20130416181605516d956509899.jpg)
![[image]](images/uploaded/20130416181633516d958121ac4.jpg)