Hallo zusammen!
Mehr oder weniger zufällig durfte ich vor kurzem die Orgel von Alpe d'Huez kennenlernen. Obwohl "nur" 24 Register auf II/P wird man von einem enormen Klangreichtum überrascht. Ein Lob der Intonation und der ergonomischen Disposition. Ich möchte jetzt keine erneute Diskussion über Jean Guillou und seine Ansichten lostreten, sondern nur fragen, wo die Firma Kleuker in Deutschland ähnlich gute Orgeln gebaut hat und was aus dem Betrieb geworden ist.
Liebe Grüße aus S-H
Die Hand Gottes
Klaus K
, nahe Kassel, Sonntag, 24. März 2013, 18:54 (vor 4906 Tagen) @ ThomasMP
...fragen, wo die Firma Kleuker in Deutschland ähnlich gute Orgeln gebaut hat...
Hallo,
gar nicht so weit weg von Dir: In St. Nikolai in Kiel steht als Hauptorgel ein Werk von Kleuker (III/48) aus 1965, korrespondierend zu einer Chororgel von C-C/Mutin (II/17), letztere an den Kleuker-Spieltisch koppelbar. Hansjörg Albrecht hat an diesem Ensemble einige opulente Aufnahmen mit Transkriptionen eingespielt.
Gruß aus Nordhessen
Klaus
Die Hand Gottes
Tim T., Dienstag, 26. März 2013, 14:28 (vor 4905 Tagen) @ Klaus K
Als Kieler möchte ich mich zur Nikolai-Orgel direkt nicht äußern.
Allerdings gibt´s in Kiel mindestens 5 Instrumente, die klanglich deutlich interessanter sind.
Gruß, Tim
Die Hand Gottes
Martin78
, Dienstag, 26. März 2013, 14:36 (vor 4905 Tagen) @ Tim T.
Als Kieler möchte ich mich zur Nikolai-Orgel direkt nicht äußern.
Allerdings gibt´s in Kiel mindestens 5 Instrumente, die klanglich deutlich interessanter sind.Gruß, Tim
Na, das ist doch auch schon mal eine deutliche Aussage :-)
Die Hand Gottes
untersatz32
, Amriswil, Dienstag, 26. März 2013, 15:42 (vor 4905 Tagen) @ Martin78
Jenu, die Aufnahmen von Hansjörg Albrecht scheinen sich aber einiger Beliebtheit in der Orgelszene zu erfreuen. Natürlich ist eine CD-Aufnahme noch mal was ganz anderes als Live. Auch klar. Die Klangproben im Internet klingen jedenfalls nicht übel.
So bringt wohl die Mutin vorne den hinten etwas benötigten "Fond" betreffs Gesamtklang?
Gruss
TH
--
Thomas Haubrich
Die Hand Gottes
Barry Jordan, Dienstag, 26. März 2013, 18:55 (vor 4904 Tagen) @ untersatz32
Die Orgel war nach der Umintonation und Elektrifizierung (gegen 1994?)kaum wieder zu erkennen. Sie vertritt in ihrer jetzigen Gestalt nicht wirklich Kleuckers Original.
Bin gespannt, Tim, welche fünf Orgeln auf deiner Liste wären? Teilen?
HG
Barry
Die Hand Gottes
Tim T., Dienstag, 26. März 2013, 23:14 (vor 4904 Tagen) @ Barry Jordan
sehr gerne :-)
1. St. Heinrich (ein Konglomerat von Pfeifen aus div. Abrissorgeln, technisch in sehr dürftigem Zustand, klanglich ist z. B. Sauer-Material von ca. 1900 drin, seltenes wie zb. eine labiale Seraphonklarinette vorhanden, wird demnächst generalüberholt)
2. Woehl-Orgel im musikwiss. Institut der Uni (kleine Orgel mit ausgeklügeltem Multiplex-System, umschaltbarer Windversorgung und - neu - einer vom Hauptspieltisch aus anspielbaren Truhenorgel als Fernwerk)
3. St. Nikolaus (Führer, aber trotz sehr steiler Dispo dank behutsamer Nachintonation vor wenigen Jahren warmer, fülliger Klang)
4. Kiel-Elmschenhagen, Lobback-Orgel (ebenfalls Neobarock, viele sehr charaktervolle Stimmen)
5. Probsteierhagen (gut, etwas außerhalb, dafür wunderbare Barockorgel, teilw. von 1670)
LG!
Die Hand Gottes
Barry Jordan, Mittwoch, 27. März 2013, 13:44 (vor 4904 Tagen) @ Tim T.
Interessante Liste! St Heinrich war immer ein Kuriosum, schon vor 20 Jahren nur teilweise spielbar - aber ziemlich gebastelt .Wird die Te hnik verbessert, oder nur repariert? Schön, dass etwas geschieht.
Die Woehl-Orgel existierte zu meinen Kieler Zeiten gar nicht (um ehrlich zu sein, wusste ich bis jetzt nichts von ihr). Die Lobback Orgel war gerade nagelneu aber ich konnte damals nicht so sehr viel von ihr abgennen. Propsteierhagen ist Mogeln, aber das ist eine herrliche Orgel. Bin immer erstaunt, dass sie relativ unbekannt bleibt.
Freute mich über St Nikolaus. Ich gehöre zu denen die vieles, was Führer gemacht hat, gut finden. Dazu gehörte auch die Orgel in der Osterkirche, wo ich 6 Jahre lang sehr gerne Dienst tat. Wunderschönes Prinzipal 8. Dagegen ist die in der "Abschussrampe" furchtbar.
Schön auch die kleine Beckerath in St Jürgen.
Dann gibt's Holtenau ... DAS war eine Geschichte.
Grüße
Barry
Die Hand Gottes-(Führer)
Tastenhalter
, Mittwoch, 27. März 2013, 15:31 (vor 4904 Tagen) @ Barry Jordan
Ich gehöre zu denen die vieles, was Führer gemacht hat, gut finden.>
Grüße
Barry
Danke Barry!
Ich gehöre auch dazu , habe jahrzehntelang an einer großen hier
und einem Positiv (I/5) Dienst getan und besitze seit über 30 Jahren eine Hausorgel hier
Die Arbeiten der Firma im norddeutschen Raum werden von Forianern z.T. sehr kritisch beurteilt. Ich kenne leider kaum etwas aus der Gegend aus eigener Anschauung, nur von Tonträgern.
Gruß Tastenhalter
Die Hand Gottes
Tim T., Mittwoch, 27. März 2013, 22:54 (vor 4903 Tagen) @ Barry Jordan
"Abschussrampe", herrlich. Den hatte ich noch nicht gehört,
wusste aber binnen einer Sekunde, welche Kirche gemeint ist (Wasserturm würde aber auch passen).
Die Orgel in St. Heinrich wird behutsam reorganisiert. Neuer Spieltisch, Ergänzungen der Disposition vor allem in der Mittellage. Der Pfeifenbestand wird dabei kaum angetastet, lediglich die "tolle(n)" (Wortspiel!) Miniaturregenrinnen fliegen raus.
Viele Grüße aus aus dem arktischen Kiel,
Tim
Die Hand Gottes
Barry Jordan, Donnerstag, 28. März 2013, 09:49 (vor 4903 Tagen) @ Tim T.
Wer wird's verrichten?
Arktisch hier auch.
HG
B
Die Hand Gottes
Tim T., Donnerstag, 28. März 2013, 20:42 (vor 4902 Tagen) @ Barry Jordan
Paschen.
Falls es interessiert:
http://www.orgel-st-heinrich.de
Ich persönlich finde nicht alles an dem Konzept gut, aber
nachdem mir gerade eben beim Gründonnerstags-GD (mal wieder) das gesamte Schwellwerk, das Solowerk und in jedem Register ca. 5 Töne ausgefallen sind, ist es gut, dass etwas passiert und der größte Teil des Pfeifenmaterials erhalten bleibt.
LG!
Die Hand Gottes
jrbecker
, Freitag, 29. März 2013, 22:55 (vor 4901 Tagen) @ Barry Jordan
Die Woehl-Orgel existierte zu meinen Kieler Zeiten gar nicht (um ehrlich zu sein, wusste ich bis jetzt nichts von ihr).
Hier die Dispo:
Woehl in Kiel 1
und hier ein Foto:
Woehl in Kiel 2
Die Hand Gottes
Hilbrands, Sonntag, 24. März 2013, 19:13 (vor 4906 Tagen) @ ThomasMP
Die Hand Gottes
Barry Jordan, Sonntag, 24. März 2013, 19:15 (vor 4906 Tagen) @ ThomasMP
Die Kieler Kleucker-Orgel war aber, vor den Eingriffen der Firma Babel, alles andere als ein Ding der Schönheit. Ich weiß es: ich tat 2 Jahre lang Dienst. DIE Traktur war mehr als miserabel, die Intonation kratzend und schrill. Die Kleucker Orgel in Kiel Hasseldieksdamm um einiges schlimmer.
B
Die Hand Gottes
untersatz32
, Amriswil, Sonntag, 24. März 2013, 19:19 (vor 4906 Tagen) @ Barry Jordan
Liegt sicher auch daran, dass guillou bei der "Hand" die Hand im Spiel hatte... Die Tonhalleorgel ist ähnlich klasse!
--
Thomas Haubrich
Die Hand Gottes
Florian-L, Montag, 25. März 2013, 07:53 (vor 4906 Tagen) @ untersatz32
Die Tonhalleorgel ist ähnlich klasse!
Ich habe die CD mit Guillou gehört ("Improvisations for Christmas") und war sehr beeindruckt (wurde noch vor der Überarbeitung durch Van den Heuvel eingespielt). Wenn die Orgel in echt auch nur annähernd so gut klingt...
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Die Hand Gottes
JSBach
, Aachen, Montag, 25. März 2013, 07:55 (vor 4906 Tagen) @ Florian-L
was sind denn genau die besonderheiten dieser Orgel? Kenne sie eigentlich nur von Fotos...
Die Hand Gottes
Friedrich
, Montag, 25. März 2013, 08:28 (vor 4906 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von Friedrich, Montag, 25. März 2013, 08:31
was sind denn genau die besonderheiten dieser Orgel? Kenne sie eigentlich nur von Fotos...
Schwer umwittertes Projekt, das heiße Debatten und bis heute unverheilte Wunden mit sich brachte. Ich erinnere mich an einen bitteren Leserbrief von Bernhard Billeter in AO, muss 1990 oder ’91 gewesen sein. Damit im Zusammenhang steht auch die Rettungsaktion für die alte Tonhalle-Orgel, die nun im Zürcher Neumünster steht.
Eine Saalorgel mit IV/68, die es trotz der Größe fertigbringt, äußerst eigenwillig rüberzukommen. Soweit ich weiß, ist es nach Saint-Eustache das größte Projekt, dem Guillou seinen Stempel aufgedrückt hat; wohl das größte realisierte, für das er offiziell verantwortlich zeichnete. Grundsätzliches zu seinem Klangideal hat er in seinem programmatischen Buch »L'orgue – souvenir et avenir« geschrieben. Er setzt auf ein Ensemble von sehr stark ausgeprägten, klangvollen Einzelstimmen, die tendenziell alle auch solistisch funktionieren; er ist (kurz gefasst) der Ansicht, dass die Ensemblewirkung umso besser ist, je stärker der jeweilige Charakter ausgeprägt ist. Kleuker war wohl so etwas wie sein orgelbauliches Medium. Neben Alpe d’Huez und Zürich ist auch Chant d’Oiseau in Brüssel zu nennen (Disposition). Die Disposition liest sich wie eine abgespeckte Fassung der Tonhallen-Orgel.
In etlichen Aufnahmen macht die Tonhallen-Orgel tatsächlich guten Eindruck, nicht nur solistisch (da sind die Dorian-CDs spitze), sondern z. B. auch in Strauss’ Opus 61 & 64 (Zinman mit Tonhalle-Orchester), mit Demessieux, Rheinberger usw. Der Klang ist allerdings sehr eigenartig, aber nicht unschön. Viel Wucht, trotzdem eine gewisse Transparenz; vielleicht, weil das Ensemble sich mindestens ebenso auf die gemischten Stimmen wie auf die Zungen verlässt und nicht auf übermäßig viel Grundstimmen ruht. Dass man diesen Klang nicht lieben muss, ist beim Anhören aber auch klar. 1996 wurde die Intonation der Zungen von van den Heuvel überarbeitet und der Schwellkasten neu gebaut.
Die Tonhalle-Orgel hat Fans und Feinde in einem Maß, das über das Normale hinausgeht. Auch, weil sie sich in der ohnehin schon recht gründerzeitlich-mächtigen Tonhalle-Innenarchitektur ziemlich dicke macht.
Gruß,
Friedrich
Die Hand Gottes
untersatz32
, Amriswil, Montag, 25. März 2013, 09:53 (vor 4906 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von untersatz32, Montag, 25. März 2013, 13:26
Ja, das gab damals ziemlich "...Party..." im Schweizerland, als J. Guillou die Orgel konzipierte (ohne Beizug von Schweizer Experten) und dann noch ein deutsches Firmenduett (Steinmeyer-Kleuker) den Zuschlag bekam.
Da spielten dann natürlich auch jede Menge nationaler und lokaler Befindlichkeiten und Bedürfnisse sowie "...Eitelkeiten..." eine grosse Rolle, und viele Schweizer Experten (und Orgelbauer) fühlten sich zu Recht - oder zu Unrecht - vor den Kopf gestossen. (Ich habe das damals ziemlich genau und nahe mitbekommen.)
Dadurch, dass dann die alte Tonhallen-Orgel komplett überarbeitet und umgebaut (sehr gut von Kuhn) ins Neumünster kam, sind jedenfalls aus diesem hochgepuschten "Zürcher Orgelstreit" gleich ZWEI tolle Instrumente erwachsen, jedes auf seine spezifische Art interessant, und Zürich ist somit um zwei differenzierte schöne Instrumente reicher:
Auch kein Schaden!!!
Die Tonhalle-Orgel ist sicherlich von Konzept und Klang nicht jedermanns Sache, mir gefällt sie jedenfalls; ich kenne sie aus reichlich intensiver Anschauung (innen und aussen), eigenem Spiel und zahlreichen tollen - von Friedrich bereits genannten - Solo- und Orchester-Alben.
Eines ist sie sicherlich nicht: ein langweiliges Allerwelts-Instrument...
Tonhallige Grüsse
Thomas
--
Thomas Haubrich
Die Hand Gottes
Orlos, Montag, 25. März 2013, 10:40 (vor 4906 Tagen) @ Friedrich
Ein wichtiger Vorwurf von Billeter war, dass man auf der Orgel nicht wirklich leise spielen kann, das spätromantische Repertoire deshalb Probleme macht (Chor- und Orchesterbegleitung). Da ist etwas dran, eine Säusel-Äoline passt nicht gerade in Guillous Klangwelt.
Die Hand Gottes
untersatz32
, Amriswil, Montag, 25. März 2013, 10:59 (vor 4906 Tagen) @ Orlos
... stimmt, die Orgel hat natürlich weniger 8'-Register als die "Alte".
Die Säusel-Aeolinen stehen jetzt im Neumünster.
Wobei es ja zum Säuseln die Gambe und die Celeste im Recit hat. Allerdings dann (leider) keine ganze Armee davon. Und leise spielen kann man durchaus.
Du hast aber Recht, darüber hinausgehendes Gesäusel ist bei Guillou nicht drin, auch in St. Eustache nicht ;-)
Gruss Thomas
--
Thomas Haubrich
Die Hand Gottes
untersatz32
, Amriswil, Sonntag, 24. März 2013, 19:16 (vor 4906 Tagen) @ ThomasMP
Die CDs, die ich von dieser Orgel habe, klingen ausnahmslos absolut obergenial. Eine wirklich tolle Orgel.
--
Thomas Haubrich
Die Hand Gottes
hardy, Sonntag, 24. März 2013, 21:19 (vor 4906 Tagen) @ untersatz32
Im übrigen: hat jemand die Dispo der Gütersloher Stadthallen-Orgel? Wir haben 1977 die Firma Kleuker besichtigt und die Stadthallenorgel war gerade im Bau bzw. der Spieltisch stand dort. Ich erinnere mich an einen Grand Bourdon 32 im Pedal und ansonsten einige merkwürdig erscheinende Register. Aber da war ich noch sehr jung :)
Außerdem zeigte Herr Kleuker eine weitere geplante "Hand-Orgel" mit "normaler" Disposition (ca 16 Register). Und er warb für seine tropenfesten Konstruktionen. Ich denke, unter der Aufsicht von Herrn Guillou haben sie hervorragende Instrumente gebaut. Vor allem klanglich. Andere befremden eher mit den damals typischen Metallgestellen usw.
Die Hand Gottes
orgelwolf, Montag, 25. März 2013, 06:40 (vor 4906 Tagen) @ untersatz32
Die CDs, die ich von dieser Orgel habe, klingen ausnahmslos absolut obergenial. Eine wirklich tolle Orgel.
Da kann ich mich nur anschließen!!
Die Hand Gottes
Rochus Schmitz
, Münster, Montag, 25. März 2013, 08:40 (vor 4906 Tagen) @ ThomasMP
... wo die Firma Kleuker in Deutschland ähnlich gute Orgeln gebaut hat und was aus dem Betrieb geworden ist.
Ich war sehr angetan von dem Instrument in Ahaus: http://de.wikipedia.org/wiki/St._Mari%C3%A4_Himmelfahrt_(Alst%C3%A4tte)#Orgel
Kleuker-Orgeln, war: Die Hand Gottes
Frank Berger
, Wassenberg, Montag, 25. März 2013, 14:15 (vor 4906 Tagen) @ ThomasMP
bearbeitet von Frank Berger, Montag, 25. März 2013, 15:45
Hallo Forum,
für den Raum Düsseldorf / Neuss kann ich folgende Informationen geben:
Derendorf, Zionskirche, 1969, II + P /23, m. W. unverändert
Garath, Dietrich Bonhoeffer-Kirche, 1968, II + P / 29, m. W. unverändert
Flingern Nord, Versöhnungskirche, 1966, II + P / 26.
Die Versöhnungskirche wurde inzwischen abgerissen und durch ein neues Gemeindezentrum ersetzt, das einen Gemeindesaal enthält, in dem auch Gottesdienste stattfinden. Darin steht nach meinen Informationen eine Digital-Orgel. Der Verbleib der Kleuker-Orgel ist mir nicht bekannt.
Neuss, Christuskirche, 1966, III + P / 35, 2011 renoviert, umintoniert und erweitert auf III + P / 38 durch Friedrich Kampherm, Verl.
Die Orgel der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche habe ich selbst mal bespielt, das war aber in den 70er Jahren, über die Qualität will ich mich daher nicht äußern. Dazu könnte Prof. Torsten Laux besser Auskunft geben, er hat des öfteren dort Konzerte gespielt, auch im Rahmen der IDO-Festivals.
Die Orgel der Christuskirche Neuss war jahrelang das Instrument, an dem Konzerte im Rahmen einer Düsseldorf - Neusser ökumenischen Kirchenmusikwoche stattfanden.
Meines Wissens wird die Kirchenmusikwoche aber nicht mehr durchgeführt.
Gruß
Frank
Dispositionen:
Zionskirche
Ulmenstraße 90 – 92
Gemeinde: Ev. Zions-Kirchengemeinde
erbaut 1967
Orgel :
Neubau 1969 Detlef Kleuker, Bielefeld-Brackwede
Disposition (II + P / 20):
I Hauptwerk (C – g´´´)
10 - 1 Prinzipal 8´
11 - 2 Rohrflöte 8´
12 - 3 Oktave 4´
13 - 4 Gemshorn 4´
14 - 5 Nasat 2 2/3´
15 - 6 Waldflöte 2´
16 - 7 Mixtur 5fach 2´
17 - 8 Trompete 8´
18 - II - I
II Positiv (C – g´´´)
1 - 9 Gedackt 8´
2 - 10 Koppelflöte 4´
3 - 11 Prinzipal 2´
4 - 12 Sesquialtera 2fach
5 - 13 Quinte 1 1/3´
6 - 14 Scharff 4fach 1´
7 – 15 Dulzian 16´
8 - 16 Hautbois 8´
9 Tremolo
Pedalwerk (C – f´)
19 - 17 Subbass 16´
20 - 18 Prinzipal 8´
21 – 19 Gedackt 8´
22 - 20 Choralbass 4´
23 - 21 Rauschpfeife 4f 2 2/3´
24 - 22 Fagott 16´
25 - 23 Trompete 8´
Drei Normalkoppeln
Mechanische Spieltraktur
Elektrische Registertraktur
2 freie Kombinationen
Disposition: Hartmut Schmidt, Detlef Kleuker, Erika Tippach
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche
Gemeinde: Ev. Kirchengemeinde Düsseldorf-Garath
erbaut 1965
Neubau 1968 Detlef Kleuker, Brackwede
Disposition (II + P / 29):
I Hauptwerk (C – g´´´)
11 - 1 Pommer 16’
12 - 2 Prinzipal 8´
13 - 3 Rohrflöte 8´
14 - 4 Oktave 4´
15 - 5 Gemshorn 4´
16 - 6 Nasat 2 2/3´
17 - 7 Waldflöte 2´
18 - 8 Mixtur 5f 1 1/3’
19 - 9 Zimbel 3f 1/2’
20 - 10 Trompete 8´
II Schwellwerk (C – g´´´)
1 - 11 Holzgedackt 8´
2 - 12 Prinzipal 4´
3 - 13 Rohrflöte 4´
4 - 14 Oktave 2´
5 - 15 Sesquialtera 2fach 2 2/3’
6 - 16 Quinte 1 1/3´
7 - 17 Scharf 5fach 1´
8 – 18 Dulzian 16´
9 - 19 Krummhorn 8´
10 Tremulant
Pedalwerk (C – f´)
21 – 20 Prinzipal 16’
22 - 21 Subbass 16´
23 - 22 Oktave 8´
24 – 23 Gedackt 8´
25 - 24 Oktave 4´
26 – 25 Nachthorn 2’
27 - 26 Rauschbass 5f 2 2/3´
28 - 27 Posaune 16´
29 - 28 Trompete 8´
30 – 29 Clarine 4’
31 I - P
32 II – P
33 II - I
Mechanische Spieltraktur
Elektrische Registertraktur
4 freie Kombinationen
Zungen ab
Pleno
Auslöser
Fotos:
![[image]](images/uploaded/201303251402485150590800381.jpg)
Zionskirche
![[image]](images/uploaded/201303251404295150596d95331.jpg)
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche
![[image]](images/uploaded/20130325140623515059dfea1dd.jpg)
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche
Die Hand Gottes
willscher, Montag, 25. März 2013, 15:28 (vor 4906 Tagen) @ ThomasMP
Hallo zusammen!
Mehr oder weniger zufällig durfte ich vor kurzem die Orgel von Alpe d'Huez kennenlernen. Obwohl "nur" 24 Register auf II/P wird man von einem enormen Klangreichtum überrascht.
Nun ja,
eher durchschnittlich die Orgel meiner Heimatgemeinde St. Wilhelm in HH.
Sehr sehr eng gebaut - alle Orgelstimmer fluchen regelmäßig - obwohl mehr Platz da gewesen wäre. OW 8,4,2, Terz, Sesqui, Mix.
HW immerhin Prz 8, 4, Ged 8, Fl 4, 2, Mix und sehr weiche Trompete 8.
Ped 16, 8 (so kräftig, daß er nur im Plenum zu gebrauchen ist), 4, Mix und Fagott 16.
Zwei Tremulanten.
Immerhin so kräftig, daß es das kleine Kirchlein überaus füllt. Aber nicht wirklich
"enormer Klangreichtum".
Die Volksdorfer Nachbargemeinde würde allerdings ihre Führer-Orgel sofort mit der Kleuker tauschen und sogar noch 100.000 Euro dazuzahlen ;-))
Gruß
Andreas
Die Hand Gottes
Friedrich
, Montag, 25. März 2013, 16:17 (vor 4906 Tagen) @ willscher
Die Volksdorfer Nachbargemeinde würde allerdings ihre Führer-Orgel sofort mit der Kleuker tauschen und sogar noch 100.000 Euro dazuzahlen ;-))
In Volksdorf gibt es doch auch diese mächtige Leonbergerin. Mal gespielt?
Gruß,
Friedrich
Die Hand Gottes
Tastenhalter
, Dienstag, 26. März 2013, 12:00 (vor 4905 Tagen) @ willscher
Die Volksdorfer Nachbargemeinde würde allerdings ihre Führer-Orgel sofort mit der Kleuker tauschen und sogar noch 100.000 Euro dazuzahlen ;-))
Dem gegenüber hätte ich seinerzeit meine Führerin in Maria Königin, Saarbrücken mit der ich fast 40 Jahre umgegangen bin, nicht gegen die Orgel der
Johanneskirche Saarbrücken tauschen wollen.
De gustibus non est disputandum
Gruß Tastenhalter
Die Hand Gottes
untersatz32
, Amriswil, Dienstag, 26. März 2013, 13:25 (vor 4905 Tagen) @ Tastenhalter
Ich glaube, es besteht auch ein grosser Unterschied zwischen den von guillou konzipierten und von Nikolaus Bloningen (+) hervorragend intonierten "Renommierprojekten" in Zürich, Brüssel und Alpe d'Huez etc und dem normalen "Lieferumfang ..."
Grüsse
Thomas
--
Thomas Haubrich
Die Hand Gottes
Orlos, Dienstag, 26. März 2013, 13:39 (vor 4905 Tagen) @ untersatz32
Am Mittelrhein gibt es auch eine recht große Kleuker-Orgel in der Marktkirche zu Neuwied mit 38 Registern. Ich durfte vor ein paar Jahren dort ein Konzert spielen. Der Eindruck am Spieltisch war gar nicht schlecht. Dennoch muss wohl einiges gemacht werden, wie die Homepage der Gemeinde verkündet. Zitat: "Ein Beispiel: Die Ventilbeläge unter den Pfeifen sind mit einer Schaumstoffdichtung versehen. Dieser Schaumstoff löst sich langsam auf. Die Schaumstoffpartikel werden beim Orgelspiel ständig aufgewirbelt und verstopfen auf Dauer alle Pfeifen."
Hier direkt die Disposition.
Kleuker-Charakteristika, war: Die Hand Gottes
Fabian Brackhane
, Worms, Dienstag, 26. März 2013, 08:35 (vor 4905 Tagen) @ ThomasMP
Die "tropenfesten" Windladen wurden hier ja schon angesprochen. Ob sie diesem Anspruch tatsächlich gerecht wurden, vermag ich nicht zu sagen. Für deutsche Witterungsverhältnisse scheinen sie jedenfalls nicht immer geeignet gewesen zu sein. In meiner orgelbauerischen Zeit habe ich mehrere dieser Laden in völlig verzogenem Zustand gesehen. Das Abrichten war eine sch... Arbeit, nicht zuletzt wegen des dabei entstehenden nicht grade gesundheitsförderlichen Staubes, der an allem und jedem klebte.
Durchgesetzt haben sich diese Laden nicht, oder? Gabs nicht genug Aufträhe aus den Tropen oder war es eher eine grundsätzliche Unpraktikabilität?
Fabian
Kleuker-Charakteristika, war: Die Hand Gottes
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Dienstag, 26. März 2013, 11:15 (vor 4905 Tagen) @ Fabian Brackhane
Welches Material versteckte sich denn hinter diesen tropentauglichen Windladen? Wenn das Material nicht einmal unser Klima verkraftet, dürfte es mit der Tropenfestigkeit nicht weit her sein.
Kleuker-Charakteristika, war: Die Hand Gottes
doppelfloete_h
, Hannover, Dienstag, 26. März 2013, 11:27 (vor 4905 Tagen) @ Hausorgler
Bananenkisten?
Kleuker-Charakteristika, war: Die Hand Gottes
kjz1, Dienstag, 26. März 2013, 11:35 (vor 4905 Tagen) @ Hausorgler
Welches Material versteckte sich denn hinter diesen tropentauglichen Windladen?
Evtl. Schleifen aus Pertinax?
Kleuker-Charakteristika, war: Die Hand Gottes
Florian-L, Dienstag, 26. März 2013, 11:36 (vor 4905 Tagen) @ Hausorgler
Welches Material versteckte sich denn hinter diesen tropentauglichen Windladen? Wenn das Material nicht einmal unser Klima verkraftet, dürfte es mit der Tropenfestigkeit nicht weit her sein.
Ich glaube, ich habe im ISO-Magazin einmal etwas über Windladen aus Pertinax gelesen.
Muss irrsinnig gesundheitsfördernd sein, wenn es etwas zum Abrichten gibt.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Kleuker-Charakteristika, war: Die Hand Gottes
Poupoulcorouse
, Mülheim am Rhein, Dienstag, 26. März 2013, 15:59 (vor 4905 Tagen) @ Florian-L
Pertinaxschleifen hat ja nicht nur Kleuker verbaut.
Kleuker-Charakteristika, war: Die Hand Gottes
orgeltom
, Dienstag, 26. März 2013, 17:50 (vor 4905 Tagen) @ Poupoulcorouse
Hallo zusammen,
Die Windladen waren zum Teil aus Pertinax,die Schleifen waren manchmal aus massiv Messing,geführt in zwei weiteren Messingschienen oben und unten.
Extrem aufwendig gebaut.
Viel Plastik in allen Orgeln,der Weichmacher hat sich verflüchtigt und dann bricht der Kunststoff.Zum Beispiel an den Ventilen sind die "Lederabzüge" aus Plastik usw.
Gruß Orgeltom
Ich kann ja mal nachsehen bei Interesse, ich habe irgentwo noch Bilder von den Messingschleifen.
--
Was sind die drei ärgsten Feinde des Musikers?
Frische Luft, helles Tageslicht und das unerträgliche Gebrüll der Vögel.