Roland Maria Stangier in der Auferstehungskirche, 11.05.2011
Hallo Forum,
im 2. Konzert des Düsseldorfer Orgelfrühlings in der Auferstehungskirche spielte Prof. Roland Maria Stangier, Essen. Leider viel zu kurz ist “Nimrod” aus den Enigma-Variationen von Elgar, dargeboten ruhig und in warmen Farben. Auch der Choral aus Viernes Zweiter begann ruhig - den Pedalsoli wird aus dem geschlossenen SW geantwortet. Am Ende aber strahlendes Forte.
Fröhlich der Jupiter aus Holsts Planeten. Hier durfte die Orgel auch große Kraft entfalten. Ein geniales Kabinettstückchen war dann das harmonische Labyrinth, ein Adagio in E (aus 3 Pièces von 1905) von Frank Brigde. Ein wirklich tolles Stück.
Wir waren nicht in Rouen, nicht in Toulouse und auch nicht bei den 200 Betten etc. Duruflé (Suite op. 5) mußte mit Düsseldorf vorlieb nehmen. Da gibt es zwar passende Orgeln für diese Musik, die Sauerin in der Auferstehungskirche ist aber nicht die kongeniale Partnerin. Wohl aber ein prächtiges Experimentierlabor zum Ausprobieren neuer Klänge. Stangier machte aus der Not eine Tugend und ließ Unerhörtes hören. Manches bedenkenswert, vieles überraschend, einiges wie aus Verlegenheit kreiert. Interessant: ja - gaaanz überzeugend: nein.
Wieder sehr ansprechend eine “Aria” aus der Symphonie Dominicale von Leonce de Saint-Martin (von 1946).
Am Ende eine längere Improvisation. Stoff dafür gab es reichlich: Lacrimosa aus dem
Mozart-Requiem, eine Aria aus dem Stabat Mater von Dvorak und Wir wollen alle fröhlich sein. Das artete verständlicherweise in Arbeit aus. Eine große Fuge mit mehrfacher Themendurchführung beschloß die Impro.
Freundlicher Beifall, eine Zugabe (Impro über Volkslieder), etwa 100 Hörer. 75 Minuten.
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
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