Zink löten

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Dienstag, 10. Mai 2011, 06:52 (vor 5597 Tagen)

Hallo Forum,

man liest immer wieder, dass sich Zink nur sehr schlecht löten ließe. Die Tatsache, dass es a) zeitweilig massig Zinkpfeifen gab und b) alle diese Zinkpfeifen eingelötete Oberlabien und Expressionen aus Zinn hatten, beweist, dass es ja doch irgendwie geht.

Meine Frage: Was ist die exakte Schwierigkeit beim Löten von Zink und wie schafft man es trotzdem, zum Erfolg zu kommen? Ich habe auch vage im Kopf, dass es unterschiedliche Arten von Zinkblechen gibt, von denen aber nur eine ganz bestinmmte für Orgelpfeifen Verwendung findet. Warum?

Fabian

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www.orgelauskunft.de

Zink löten

FranzS. @, Dienstag, 10. Mai 2011, 07:02 (vor 5597 Tagen) @ Fabian Brackhane

Hallo Forum,

man liest immer wieder, dass sich Zink nur sehr schlecht löten ließe. Die Tatsache, dass es a) zeitweilig massig Zinkpfeifen gab und b) alle diese Zinkpfeifen eingelötete Oberlabien und Expressionen aus Zinn hatten, beweist, dass es ja doch irgendwie geht.

Meine Frage: Was ist die exakte Schwierigkeit beim Löten von Zink und wie schafft man es trotzdem, zum Erfolg zu kommen? Ich habe auch vage im Kopf, dass es unterschiedliche Arten von Zinkblechen gibt, von denen aber nur eine ganz bestinmmte für Orgelpfeifen Verwendung findet. Warum?

Fabian

Hallo,

ich bin zwar weder Orgelbauer und habe auch sonst nichts mit Zink zu tun, aber ich kenne doch einige alte Dachrinnen und Gießkannen deren Nähte nach einigen Jahren "geplatzt" sind. Ich glaube daher das sich das Lötmaterial einfach mit der Zeit vom Zink löst, vielleicht wird ja die Naht von einer bestimmten Art von Korrosion unterwandert.

Grüße

Franz

Zink löten

Subkoppel II - I @, Dienstag, 10. Mai 2011, 09:56 (vor 5597 Tagen) @ FranzS.

Hallo,

ich bin zwar weder Orgelbauer und habe auch sonst nichts mit Zink zu tun, aber ich kenne doch einige alte Dachrinnen und Gießkannen deren Nähte nach einigen Jahren "geplatzt" sind. Ich glaube daher das sich das Lötmaterial einfach mit der Zeit vom Zink löst, vielleicht wird ja die Naht von einer bestimmten Art von Korrosion unterwandert.

Grüße

Franz

Sehr richtig!
Kleiner Tipp vom Elektriker:
Verschiede Metalle (Zinn-Zink) bilden in Verbindung mit Flüssigkeiten (Wasser) sogenannte "Galvanische Elemente".
Zwischen diesen Metallen findet ein Ionenaustausch (Stromfluss) statt, durch den sich mit der Zeit eines der Metalle auflöst.

Da Orgelpfeifen aber in der Regel nicht im Wasser stehen (Nachtigall ausgenommen)sollte dieser Effekt bei gelöteten Zinkpfeifen keine Rolle spielen.

Gruß,
Subkoppel II - I

Zink löten

Karsten, Dienstag, 10. Mai 2011, 07:17 (vor 5597 Tagen) @ Fabian Brackhane

Hallo Fabian!

Kommst du an den folgenden Aufsatz heran?

Reichling, Alfred:
Zink als Material für Orgelpfeifen in Geschichte und Gegenwart. In: Hans Gerd Klais (Hrsg.), Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Orgel. Bonn 1983, 67-139.

Dort wird gesagt, dass Zinkpfeifen eigentlich genau so wie normalle Zinnpfeifen gelötet werden. Allerdings ist die Formung der Bleche (Vorglühen) und einige Schneidearbeiten aufwändiger bzw. in anderer Reihenfolge als bei normalen Zinnpfeifen.

Gruß
Karsten

Zink löten

Orgelbaumeister, Dienstag, 10. Mai 2011, 20:12 (vor 5597 Tagen) @ Karsten

Hallo Zusammen,

Zink löten ist kein Problem und ist sehr leicht. Der Trick ist, dass zuerst das Zinkmaterial verzinnt werden muss. Die zu lötenden Nähte werden also etwas heisser verzinnt, danach der Schmutz entfernt mit einer einhiebigen Feile, und dann normal gelötet wie eine gewöhnliche Zinnpfeife.

Viel Erfolg

Zink löten

Orgelnist, Montag, 21. November 2011, 18:33 (vor 5402 Tagen) @ Orgelbaumeister

Zink löten ist nicht so einfach wie vorher beschrieben. Es erfordert in jedem Fall mehr Geschick. Das verzinnen ist eine gute aber nicht immer praktikable Möglichkeit

Das es nicht so einfach ist konnte man zwischen den Zeilen in der letzten Ausgabe vom ISO-Journal lesen. In dem Bericht von und über die Pfeifenmacher Käs in Bonn.
Da heißt es Sinngemmäß:

Als der Zinkpfeifenmacher aus dem Betrieb ausschied, wurde die Herstellung von Zinkpfeifen eingestellt.<

Es gab einen Zinkpfeifenmacher? warum? ...vorher noch nie gehört.

Zink löten

schnitgers.anderer.erbe, Montag, 21. November 2011, 19:02 (vor 5402 Tagen) @ Fabian Brackhane

Was die Zinklöterei angeht hat ja >>Orgelbaumeister<< im Grunde schon alles gesagt. Wichtig ist vor allem eine saubere Oberfläche. Streß hat man Grunde nur, wenn die Zinkpfeifen ein wie auch immer geartete Lackierung/Anstrich erhalten haben - das muss weg vorher! Was Neubau in Zink angeht, bieten die Grillo-Werke aus Duisburg ja seit neuerem ein spezielles Zinkblech für den Orgelbau an, das sich (beinahe genau) wie Zinnblech verarbeiten lässt. Bei den Zinnpreisen wird das in nächster Zeit ohnehin relevant werden - wenn die ideologischen Mauern gefallen sind.

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