OT: Zwangspause im Konzert

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Samstag, 18. Dezember 2010, 20:13 (vor 5737 Tagen)
bearbeitet von Clemens Schäfer, Samstag, 18. Dezember 2010, 23:25

Hallo Forum,

das war ein Konzerterlebnis der besonderen Art: Gerade hatte in der Tonhalle das Konzertstück für vier Hörner und Orchester von Schumann begonnen, da verließen erst einzelne Personen, dann ganze Reihen den Saal. Dirigent Andrey Boreyko brach ab und wandte sich fragend ans Publikum. Schnell sprang der stellv. Intendant aufs Podium: Ein Schiff sei vorbeigefahren, die Klimaanlage habe den Dieselgestank angesaugt. In der Tat roch es penetrant nach Dieselabgasen. Einige hatten wohl geglaubt, vergiftet werden zu sollen und waren angstvoll geflohen. So wurde erstmal Pause gemacht. Der Rest des Publikums verließ völlig gelassen und ohne Anzeichen von Panik den Saal. Die Feuerwehr kam mit Meßgeräten. Dann wurde Entwarnung gegeben. Inzwischen hatte die Klimaanlage gut gearbeitet, es roch nicht mehr.

Die Tonhalle liegt unmittelbar am Rhein. Da fahren jeden Tag Hunderte von Schiffen vorbei. Aber seit 1978 habe ich einen solchen Gasalarm noch nicht erlebt. Ob man beim Bau der Elbphilharmonie daran denkt? Wenn da große Pötte ordentlich Qualm machen...

Gruß Clemens Schäfer

P.S. Das Konzert wird am 19.12.2010, 20:03h vom Deutschlandradio-kultur gesendet.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/konzert/1320995/
Die Uraufführung von Malte Mekiffers "Große Komplexion" wurde umjubelt - wann gibt es das schon?

OT: Zwangspause im Konzert

Karsten, Sonntag, 19. Dezember 2010, 09:44 (vor 5736 Tagen) @ Clemens Schäfer

Hallo!

Es muss für die Konzertbeucher wirklich ein Schrecken gewesen sein. Es würde mich nicht verwundern, wenn einige an das Buch "Opernball" (von Josef Haslinger) bzw. dessen Verfilmung denken mussten, ganz abgesehen von der aktuellen Panikmache was Terroranschläge betrifft.

Ist da vielleicht ein Vorfilter ausgefallen oder waren die Wetterbedingungen schlicht so ungünstig, dass die Abgase in die Klimaanlage gelangt sind?

Ich bin mal gespannt, wann irgendein Thriller-Autor auf die Idee kommt, die Windanlage einer Orgel für solch einen Gas-Angriff zu verwenden ^^ Oder gab's das schon? Aber genug der makabren Scherze. Schön, dass die Uraufführung so gut ankam.

Gruß
Karsten

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