Platzprobleme in Orgelgehäusen

Friedrich @, Sonntag, 24. Februar 2013, 21:08 (vor 4991 Tagen) @ JSBach

welchen Sinn machen die auf dem Kopf stehenden Pfeifen?
Und damit zusammenhängend: Wo genau kommt der Klang der Pfeife eigentlich raus?

Labialpfeifen strahlen den Klang vom Labium aus ab. Nur bei Lingualpfeifen kommt er oben raus.

Liegende oder hängende Pfeifen dienen vor allem dazu, knappen Platz besser auszunutzen. Ein Extrembeispiel ist der einstige Subbass, heute Zartbass der Altenberger Domorgel, dessen erste Oktave als doppelt gekröpfter Block von oben ins Kleinpedal hineingeknetet worden ist. Da ist es sehr eng: Das Kleinpedal ist die pfeifenlose Zone unter der Trompetería. Angeblich hat der Subbass dort nie befriedigend geklungen, das Pedal wurde deshalb inzwischen um einen neuen Subbass erweitert und der alte umbenannt.

Die Schwerkraft spielt bei der Klangerzeugung keine Rolle, deswegen ist es im Prinzip egal, welche Lage eine Pfeife einnimmt. Metallpfeifen sind allerdings in der Senkrechten immer am besten aufgehoben, weil sie andernfalls dazu neigen, statisch nachzugeben; das Metall hört nie ganz auf, zu fließen.

Dass Pfeifen kopfüber aufgehängt werden, dient auch manchmal der bessere Aussprache am Labium. Unten auf der Lade kann es da eng werden. Manchmal sind große Holzpfeifen auch außen am Schwellkasten aufgehängt und sprechen in ihn hinein; sie sind also trotz der Aufhängung schwellbar.

Gruß,
Friedrich


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