Stellenbesetzung - Aufgabengebiete

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Freitag, 22. Februar 2013, 10:17 (vor 4991 Tagen)

Wieso "sitzen" eigentlich Bezirkskantoren an großen und bedeutenden Kirchen in Städten und Stadtzentren?

Die Aufgaben eines Stadtkantors (und -organisten):
- kontinuierliche, qualitätvolle, abwechslungsreiche Musik in der Liturgie
- anspruchsvolle Chorarbeit für verschiedene Zielgruppen
-> Leitung mehrerer Chöre
- Organisation einer (oder mehreren) Konzertreihe(n)
- regelmäßige Oratorienaufführungen
- eigene Orgelkonzerte und/oder Orgel plus
- Auswärtskonzerte (im "Austausch" mit Kollegen)

unterscheiden sich doch von denen eines Bezirkskantors:
- Ausbildung von Organisten und Chorleitern (D- und C- Ausbildung, Kooperation)
- Weiterbildung derselben
- Betreuung der Nebenamtler vor Ort
- Betreuung von nebenamtlichen Stellenbesetzungen, Chorleitersuche etc.
- betreuung der Instrumente als "erstinstanzlicher Sachverständiger"

Nun stellt man aber fest, insbesondere beim Lesen der Ausschreibungen, dass immer wieder die "eierlegende Wollmilchsau" gesucht wird:
- Orgelspiel in Konzert und Liturgie
- Chorleitung bestehender Kirchenchöre:
-> Kantorei (Oratorien), Seniorenchor, Gospelchor, Kinderchöre, Flötenkreis(e)
- Orgelunterricht, Chorleitungsunterricht, C-Ausbildung, etc.
- Organisation und Durchführung von "Konzerten auf dem Lande"

Daneben noch ein haufen Zeug (wieder)aufbauene, das wahrscheinlich der Vorgänger einfach zeitlich nicht mehr geschafft hat.

Das widerspricht sich doch: wenn ich draußen für meine Nebenamtler da sein will in Chorproben und zu Gottesdiensten dann leidet meine Präsenz an der Stadtkirche. Will ich an der Stadtkirche gute, kontinuierliche, ausdauernde Arbeit machen und regelmäßig da sein, kann ich meine Nebenamtler und meine Bezirksgemeinden nicht so betreuen, dass da auch was läuft. Ich bin immer noch der Meinung, dass ein Bezirkskantor regelmäßig seine nebenamtlichen Organisten "visitieren" sollte und das im Sonntagsgottesdienst.

Dann gibts Stellenbesetzungen, genommen wird meist der Bewerber mit den besten "menschlichen" Voraussetzungen bei annehmbarer Musikalsicher Qualifikation, und nachher hat man das Elend dann nur verschoben: gibt es dann mehr "Chor", leidet das Fachgebiet "Orgel", wird mehr Gewicht in Bezirksarbeit gelegt, geht die Qualität und/oder die Quantität der Stadtkirche flöten.

Gibt es da ähnliche oder abweichende Beobachtungen?

Stellenbesetzung - Aufgabengebiete

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Freitag, 22. Februar 2013, 10:23 (vor 4991 Tagen) @ MichaelS
bearbeitet von Tabernakelwanze, Freitag, 22. Februar 2013, 10:40

Was heißt denn "....meine Nebenamtler"? Ich als Nebenamtler bin von meiner Gemeinde vertraglich angestellt. Der Bezirkskantor ist also in keinster Weise mein Vorgesetzter.

Ich bin auch noch nie von einem Bezirkskantor in irgendeiner Art und Weise betreut worden. Gott sei Dank! Das muss ich auch nicht wirklich haben - eine "Visitation" schon garnicht. Wenn er kommt, darf er gern selber örgeln.

Wenn es Probleme mit der Orgel gibt, wende ich mich an den OB meines Vertrauens.

Es gibt lediglich regelmäßig Einladungen zum Kirchenmusikerkonvent, (samstagsmorgens!!!) aber da habe ich frei (mein einzig freier Vormittag in der Woche). Die verquaselte Zeit nutze ich dann auch lieber zum Üben.

--
Gruß vom Niederrhein

Stellenbesetzung - Aufgabengebiete

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Freitag, 22. Februar 2013, 19:19 (vor 4991 Tagen) @ Tabernakelwanze

Was heißt denn "....meine Nebenamtler"? Ich als Nebenamtler bin von meiner Gemeinde vertraglich angestellt. Der Bezirkskantor ist also in keinster Weise mein Vorgesetzter.

Das behauptet ja keiner, aber einmal in die Dienstordnung hineingeschaut ist der Bezirkskantor (Dekenats-, Regional-, oder sonstwie Kantor) die "Fachaufsicht" der Kirchenmusiker im Bezirk. Dazu gehören dann lustigerweise auch die Hauptberuflichen im Bezirk, außer sie haben eine Sonderstellung.

Ich bin auch noch nie von einem Bezirkskantor in irgendeiner Art und Weise betreut worden. Gott sei Dank! Das muss ich auch nicht wirklich haben - eine "Visitation" schon garnicht. Wenn er kommt, darf er gern selber örgeln.

Das ist persönliche Entscheidung, ob man betreut werden will über den halbjährlichen Smalltalk hinaus. Visitation müssen sich im Übrigen auch Pfarrer gefallen lassen, außerdem ist eine Visitation nicht unbedingt ein "Kontrollbesuch", sondern soll als Chance wahrgenommen werden...

Wenn es Probleme mit der Orgel gibt, wende ich mich an den OB meines Vertrauens.

Wenn es aber zu Problemen mit dem Orgelbauer kommt, oder eine Ausreinigung ansteht, eine Kirchenrenovation (Orgel abbauen oder einpacken) oder ähnliches?

Es gibt lediglich regelmäßig Einladungen zum Kirchenmusikerkonvent, (samstagsmorgens!!!) aber da habe ich frei (mein einzig freier Vormittag in der Woche). Die verquaselte Zeit nutze ich dann auch lieber zum Üben.

Ja das macht Sinn - ich auch. Mein katholischer Pfarrer will jetzt einführen, dass sich die Organisten zur Terminabsprache treffen - da darf dann jeder seine Befindlichkeiten breittreten. Gefällt mir gar nicht...

Stellenbesetzung - Aufgabengebiete

P.Kampf, Freitag, 22. Februar 2013, 22:03 (vor 4991 Tagen) @ MichaelS

Was heißt denn "....meine Nebenamtler"? Ich als Nebenamtler bin von meiner Gemeinde vertraglich angestellt. Der Bezirkskantor ist also in keinster Weise mein Vorgesetzter.


Das behauptet ja keiner, aber einmal in die Dienstordnung hineingeschaut ist der Bezirkskantor (Dekenats-, Regional-, oder sonstwie Kantor) die "Fachaufsicht" der Kirchenmusiker im Bezirk. Dazu gehören dann lustigerweise auch die Hauptberuflichen im Bezirk, außer sie haben eine Sonderstellung.

Von welchem Bistum oder welcher Landeskirche reden wir hier gerade eigentlich???

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