Veränderungen im Werkstatt-Team von Klais

Orlos, Freitag, 08. Februar 2013, 15:09 (vor 5007 Tagen) @ Abstrakte

Ja, er hat bei einer Sitzung in unserem Orgelausschuss beschrieben, dass neue Klais-Orgeln nun "warm" klingen sollen, von unten (Bässe!) die Menschen berühren sollen, also weniger über den Intellekt, als über eine Ausstrahlung, die gefühlsmäßig übermittelt wird. Das ist schon ein ziemlich radikaler Schwenk im Vergleich zu den 1970er/80er Jahren.
Ich würde aber davon abraten, jede Klais-Orgel umzuintonieren. Die Klais-Orgel von 1979 in der Wiesbadener Lutherkirche (Link) reizt gerade durch ihre Klarheit und ihren "Biss", vor allem im Vergleich zur Walcker-Orgel auf der gegenüberliegenden Empore. Und ich bin immer wieder fasziniert, wieviel Literatur aus ganz unterschiedlichen Epochen und Entstehungsländern dort gut klingt. Man steht diesen "Universalorgeln" heute ja vielerorts kritisch gegenüber, aber ich finde es toll, bei einem improvisierten Liedvorspiel eine Streicherschwebung mit einem knarzigen Cromorne und einer Holztraverse kombinieren zu können. Diese Vielseitigkeit mag nicht historisch korrekt sein, aber sie macht beim Spielen verdammt viel Spaß! Ich habe diese Klais-Orgeln aus dieser Epoche wie Ingolstadt, Altenberg, Donauwörth, Lübeck, Wiesbaden, München (Gasteig) deshalb immer ganz gerne gemocht und fände es schade, wenn sie nun "domestiziert" würden.


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