Konzertsaalorgeln in Europa

orgelwolf, Montag, 04. Februar 2013, 12:46 (vor 5012 Tagen)

Liebes Forum,

kennt sich da jemand aus: die Orgeln in den europäischen Konzertsälen, haben die immer auch einen zuständigen "Haus-" Organisten?
Ich weiß natürlich z. B. vom Gewandhaus, aber das ist bei uns eher ein Sonderfall, oder?
Zumindest hört man doch eher wenig...

Gruß,
Wolf

Konzertsaalorgeln in Europa

Abstrakte, Montag, 04. Februar 2013, 13:11 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

Hallo,

in der Kölner Philharmonie kümmert sich Thierry Mechler um die Orgel; er wird dort auch als "Titularorganist" geführt.

Grüße,
Abstrakte

Konzertsaalorgeln in Europa

daggies @, Montag, 04. Februar 2013, 13:45 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

Im Konzerthaus Berlin ist Joachim Dalitz der Hausorganist...

Konzertsaalorgeln in Europa

Abstrakte, Montag, 04. Februar 2013, 14:02 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

In der Essener Philharmonie ist Roland Maria Stangier Kustos der Kuhn-Orgel.

Konzertsaalorgeln in Europa

JSBach @, Aachen, Montag, 04. Februar 2013, 14:05 (vor 5012 Tagen) @ Abstrakte

und in Duisburg die Brandschutzfirma? ;)

Konzertsaalorgeln in Europa

Abstrakte, Montag, 04. Februar 2013, 14:15 (vor 5012 Tagen) @ JSBach

Nee, entweder Peter Bartetzky und/oder Markus Strümpe, aber wie die Kombination genau ist, weiß ich nicht :-P

Konzertsaalorgeln in Europa

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 04. Februar 2013, 15:10 (vor 5012 Tagen) @ JSBach

Wahrscheinlich eher der Brandmeister der Feuerwehr.

--
Gruß vom Niederrhein

Konzertsaalorgeln in Europa

stein @, Montag, 04. Februar 2013, 15:46 (vor 5012 Tagen) @ JSBach

Oh je, wäre nicht die erste Orgel die im Löschwasser absäuft.

Konzertsaalorgeln in Europa

JSBach @, Aachen, Montag, 04. Februar 2013, 16:19 (vor 5012 Tagen) @ stein

naja so schlimm nicht, aber gespielt wird sie wohl in letzter und nächster Zeit vorerst nicht (öffentlich) ...

Konzertsaalorgeln in Europa

schnitgers.anderer.erbe, Montag, 04. Februar 2013, 15:06 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

...der der Elbphilharmonie ist leider noch nicht geboren...

Konzertsaalorgeln in Europa

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Montag, 04. Februar 2013, 15:09 (vor 5012 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

Um so besser! Derjenige braucht ja auch noch etwas Zeit um sich zu habilitieren. Mit etwas Glück kommen beide ja zusammen.

--
Gruß vom Niederrhein

Konzertsaalorgeln in Europa

stein @, Montag, 04. Februar 2013, 15:47 (vor 5012 Tagen) @ Tabernakelwanze

Vorher gibt es noch die Flughafenorgel in Berlin.

Konzertsaalorgeln in Europa

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Montag, 04. Februar 2013, 16:51 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

Hallo,

Düsseldorfs schmächtige Klaisine in der Tonhalle hat keinen Hausorganisten. Orgelparts werden meist von Frank Volke oder Udo Flaskamp (Dramaturg an der Tonhalle) übernommen.

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

Konzertsaalorgeln in Europa

Abstrakte, Montag, 04. Februar 2013, 16:54 (vor 5012 Tagen) @ Clemens Schäfer

Die Tonhallenorgel ist doch auch nur bedingt solo-konzertfähig, oder liege ich da falsch? Dachte mir bisher, dass die eher als Chorstütze dient.

Konzertsaalorgeln in Europa

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Montag, 04. Februar 2013, 16:58 (vor 5012 Tagen) @ Abstrakte

Hallo,

stimmt. Allerdings habe ich vor Jahrzehnten mal Hedwig Bilgram dort gehört: Die trat mit Maurice André auf und steuerte auch einige Stücke solistisch bei. Wohl eine Ausnahme.

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

Konzertsaalorgeln in Europa

Frank Berger @, Wassenberg, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:22 (vor 5011 Tagen) @ Clemens Schäfer

Nach einer Information, die ich vom Intendanten Michael Becker per Mail
erhalten habe, ist Dramaturg Udo Flaskamp auch Kustos der Orgel. Dass
er spielen kann, hat Clemens Schäfer ja in seinem Bericht über das Konzert in
St. Antonius (Friedrichstadt) berichtet...

Konzertsaalorgeln in Europa

Erik @, Montag, 04. Februar 2013, 16:55 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

Was die NL angeht:

Amsterdam, Concertgebouw: Leo van Doeselaar
Rotterdam, De Doelen: Geert Bierling
Eindhoven, Muziekgebouw Frits Philips: Jolanda Zwoferink
Groningen, De Oosterpoort: Eeuwe Zijlstra

Grüsse,
Erik

Konzertsaalorgeln in Europa

stein @, Montag, 04. Februar 2013, 16:59 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf
bearbeitet von stein, Montag, 04. Februar 2013, 17:05

In Frankreich wird die momentan letzte Konzertsaalorgel im Auditorium in Lyon in den nächsten Wochen zum reorganisieren abgebaut. (hier: Thierry Escaiche) Die Vorführungen werden häufig von einer sehr kompetenten Frau gemacht.

Konzertsaalorgeln in Europa

fluteceleste @, München, Montag, 04. Februar 2013, 17:53 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

in München ist Friedemann Winkler der Kustos im Gasteig

Konzertsaalorgeln in Europa

polisire, Montag, 04. Februar 2013, 20:19 (vor 5012 Tagen) @ fluteceleste

Er heißt Winklhofer

Konzertsaalorgeln in Europa

Abstrakte, Montag, 04. Februar 2013, 17:56 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

Mensch, wir generieren hier gerade richtig viel Wissen. Großartig ;-) !

Konzertsaalorgeln in Europa

Reinhold Schafroth, Montag, 04. Februar 2013, 18:21 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

Sind (neue) Konzertorgeln überhaupt noch zeitgemäß ?
Lohnt es sich, nur wegen der Architektonik (Zinn-32‘, spanische Batterie), der Chorstützung, und Solistenbegleitung mit 1- 3 Registern, 4-manualige mechanisch plus zusätzlich elektrisch traktierbare Orgeln mit 70 und mehr Register für ein paar Millionen € zu bauen ?
Reine Orgelkonzerte finden dort (nach anfänglichem Enthusiasmus) doch nur selten statt.
Und wenn ja, ist das musikalische Repertoire (Bach, Reger, französische Romantik) zu 50% religiös gefärbt. Auch viele Dispositionen weisen darauf hin. Da gehe ich (wegen des Flairs) dann lieber in einen Dom. Gibt es eine nennenswerte außer-kirchen-orgelmusikalische Avantgarde, für die es sich lohnt, neue große Konzertorgeln zu bauen ?

Konzertsaalorgeln in Europa

schnitgers.anderer.erbe, Montag, 04. Februar 2013, 18:44 (vor 5012 Tagen) @ Reinhold Schafroth

Nun Gut, wenn ich so herangehe, kann ich natürlich alles in Frage stellen, auch die Zeugung von Kindern, schließlich sterben die ja auch irgendwann...

Nur die vermeintlich nichtvorhandene - zugegebenerweise recht kleine - Avantgarde als Gradmesser ist mir zu kurz, schließlich gibt es nicht so wenig Repertoir, welches eine Orgel im Konzertsaal benötigt. Ich spare mir hier Aufzählungen, aber ich möchte auch in Mahlers 2., der Straußschen Alpensinfonie und erst Recht in Saint-Saens 3. satten Orgelklang hören, wenn ich ins Konzert gehe und x Euro für die Karte bezahle. Eine Orgel wird eben in einigen Orchesterwerken verlangt und gehört damit auch in einen guten Konzertsaal. Und ich meine hier den Luftklinger und keine Elektronen-Prothese! Schließlich käme auch niemand auf die Idee die 3. Oboe in Bachs 2er WO-Kantate durch eine Triola zu ersetzen, nur weil ein dritter Oboist am 1. Weihnachtstag so schwer zu bekommen ist.

Die kompositorische Avantgarde (und damit meine ich nicht das Tango-Rumba-Blues-Choral-Gedudel) tut sich in der Tat mit der Orgel etwas schwer, aber dieses ja nicht nur im Konzertsaal. Wobei man auch dabei nicht Leute wie Peter Planyavski oder Thomas Daniel Schlee vergessen darf, die mir spontan einfielen, weil sie in jüngster Zeit entsprechende Kompositionen zum Repertoire beigesteuert haben.

Konzertsaalorgeln in Europa

JSBach @, Aachen, Montag, 04. Februar 2013, 18:52 (vor 5012 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

ja aber nur für die paar Kompositionen die es Verlangen ein Instrument von Millionen Euro zu bauen ist auch nicht so sinnvoll, ehrlich gesagt... die Orgel im Konzertsaal hat es halt schwer, sowohl akustisch als auch vom Repertoire...

Konzertsaalorgeln in Europa

Schreipositiv @, Wetter, Montag, 04. Februar 2013, 19:02 (vor 5012 Tagen) @ JSBach

ja aber nur für die paar Kompositionen die es Verlangen ein Instrument von Millionen Euro zu bauen ist auch nicht so sinnvoll, ehrlich gesagt... die Orgel im Konzertsaal hat es halt schwer, sowohl akustisch als auch vom Repertoire...

Finde ich nicht. Ich mag es im Gegenteil sogar, wenn die Akustik etwas trockener ist.
Da kann man teils völlig neue Dinge in den Stücken entdecken, die vorher womöglich im Hall untergegangen sind.
Außerdem sind Konzertsääle meiner Meinung nach bequemer als Kirchen, und Parkplätze oder ÖPNV anbindung ist auch meisten besser.
Deshalb sehe ich kein Problem an Bach oder Reger im Konzertsaal.


Gruß,
Pascal

Konzertsaalorgeln in Europa

JSBach @, Aachen, Montag, 04. Februar 2013, 19:04 (vor 5012 Tagen) @ Schreipositiv

ja aber es macht ja keiner! und wenn, geht keiner hin ...

Konzertsaalorgeln in Europa

Florian-L, Dienstag, 05. Februar 2013, 08:12 (vor 5011 Tagen) @ JSBach

ja aber es macht ja keiner! und wenn, geht keiner hin ...

Ja, siehe beispielsweise die Einweihungskonzerte im Studio Acusticum in Piteå mit äußerst namhaften Interpreten.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Konzertsaalorgeln in Europa

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Dienstag, 05. Februar 2013, 09:23 (vor 5011 Tagen) @ Florian-L

ja aber es macht ja keiner! und wenn, geht keiner hin ...


Ja, siehe beispielsweise die Einweihungskonzerte im Studio Acusticum in Piteå mit äußerst namhaften Interpreten.

Der Besuch scheint in der Tat schwach gewesen zu sein. Vielleicht steht dieses ambitionierte Projekt diesbezüglich doch nicht ganz am richtigen Ort? Piteå ist ein Städtchen mit gut 22.000 Einwohnern, in einer überwiegend dünn besiedelten Gegend...

Ich will gar nichts madig machen, aber wenn man mit eher "speziellen" Programmen viele Besucher locken will, könnte das in größeren Städten tendenziell einfacher sein. Wobei es da sicher noch erhebliche Unterschiede gibt hinsichtlich der "Kulturbegeisterung" des Publikums.

Unter bestimmten Umständen klappt's auch in kleinen Orten.

Grüße,
perotin

Konzertsaalorgeln in Europa

orgelwolf, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:15 (vor 5011 Tagen) @ Schreipositiv

ja aber nur für die paar Kompositionen die es Verlangen ein Instrument von Millionen Euro zu bauen ist auch nicht so sinnvoll, ehrlich gesagt... die Orgel im Konzertsaal hat es halt schwer, sowohl akustisch als auch vom Repertoire...


Finde ich nicht. Ich mag es im Gegenteil sogar, wenn die Akustik etwas trockener ist.
Da kann man teils völlig neue Dinge in den Stücken entdecken, die vorher womöglich im Hall untergegangen sind.
Außerdem sind Konzertsääle meiner Meinung nach bequemer als Kirchen, und Parkplätze oder ÖPNV anbindung ist auch meisten besser.
Deshalb sehe ich kein Problem an Bach oder Reger im Konzertsaal.

Da kann ich mich nur anschließen!
(Es geht auch nichts über eine gute Infrastruktur mit WC und Catering.....)


Was aber glaub ich auch ein Hindernis für die Nutzung - zumindest mit Orchester - ist, ist dass das Registrieren nun einmal Zeit braucht, die Orgel gestimmt werden muss usw - und bei den wenigen Proben, die für Solokonzerte manchmal vorhanden sind, ist es sicher ziemlich heavy, wenn dann auf den Hinweis "bitte nochmal ab Ziffer 44 - und diesmal deutlich leiser" des Dirgenten ein "Moment!!!" und 5 Minuten neues Registrieren und Ausrobieren seitens des Organisten folgen...

Trotzdem: ich würd gern mehr Orgel im Konzertsaal hören (und auch vor volleren Reihene - damit 's nicht so deprimiert :-)

Wolf

Konzertsaalorgeln in Europa

Friedrich @, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:31 (vor 5011 Tagen) @ orgelwolf

Was aber glaub ich auch ein Hindernis für die Nutzung - zumindest mit Orchester - ist, ist dass das Registrieren nun einmal Zeit braucht, die Orgel gestimmt werden muss usw - und bei den wenigen Proben, die für Solokonzerte manchmal vorhanden sind, ist es sicher ziemlich heavy, wenn dann auf den Hinweis "bitte nochmal ab Ziffer 44 - und diesmal deutlich leiser" des Dirgenten ein "Moment!!!" und 5 Minuten neues Registrieren und Ausrobieren seitens des Organisten folgen ...

Alles eine Sache der Vorbereitung. Dann müssen Solist und Dirigent sich eben schon früh zusammensetzen, schon aus Rücksicht auf die übrigen Kollegen; und der Dirigent muss im Bilde sein, was es heißt, eine andere Registrierung zu ändern.

Das mit den Registrierungen müsste doch auch über Software lösbar sein. Der Solist würde dann aus einer Computerstimme spielen, in die er vorher alle Registrierungen übertragen hat. Wenn er dann per Fingerwisch durch die Partitur springt und die gewünschte Stelle doppeltabt, müsste die Setzeranlage die entsprechende Registrierung finden und eine Änderung (Schwellerstellung, Oktave raus, Hautbois statt Tromete …). Wenn der Solist auswendig spielt, könnte das ein Assistent erledigen, oder der Dirigent regelt das direkt vom Pult aus. So eine Lösung sollte nicht allzu kompliziert zu programmieren sein.

Oder gibt es sie gar schon?

Trotzdem: ich würd gern mehr Orgel im Konzertsaal hören (und auch vor volleren Reihene - damit 's nicht so deprimiert :-)

Ich schließe mich an.

Gruß,
Friedrich

Konzertsaalorgeln in Europa

kjz1, Dienstag, 05. Februar 2013, 19:58 (vor 5011 Tagen) @ orgelwolf

Was aber glaub ich auch ein Hindernis für die Nutzung - zumindest mit Orchester - ist, ist dass das Registrieren nun einmal Zeit braucht, die Orgel gestimmt werden muss usw - und bei den wenigen Proben, die für Solokonzerte manchmal vorhanden sind, ist es sicher ziemlich heavy, wenn dann auf den Hinweis "bitte nochmal ab Ziffer 44 - und diesmal deutlich leiser" des Dirgenten ein "Moment!!!" und 5 Minuten neues Registrieren und Ausrobieren seitens des Organisten folgen...

Bei den Orgel-Orchester-Konzerten, die ich bisher besucht habe, wurde nicht viel (manuell) umregistriert. Dafür aber umso mehr die Walze bzw. der Crescendo-Tritt bemüht. Die Frage ist, ob es den Dirigenten wirklich auf ausgefeilte Registrierungen ankommt, oder ob diese - vereinfacht gesagt - oft nur in 'Orgel laut - mittel - leise' denken. Und inwieweit sich diese genauer mit der Orgel auskennen, Stokowski fällt mir da als Beispiel ein.

Konzertsaalorgeln in Europa

schnitgers.anderer.erbe, Montag, 04. Februar 2013, 19:03 (vor 5012 Tagen) @ JSBach

Ich bin sehr froh, dass in der Geschichte der Menschheit nicht alles an der Kategorie "sinnvoll" gemessen wurde.
Die Kathedrale NDdP ist nicht sinnvoll, die "Mona Lisa" nicht und Bachs h-Moll-Messe auch nicht...

Konzertsaalorgeln in Europa

JSBach @, Aachen, Montag, 04. Februar 2013, 19:04 (vor 5012 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe
bearbeitet von JSBach, Montag, 04. Februar 2013, 19:10

das ist natürlich ein tolles Argument, ja

du weißt ganz genau, was ich meine

vielleicht trifft es "verhältnissmäßig" besser als sinnvoll

Konzertsaalorgeln in Europa

schnitgers.anderer.erbe, Montag, 04. Februar 2013, 19:22 (vor 5012 Tagen) @ JSBach

ich weiß was du meinst ;) ,teile die Ansicht aber trotzdem nicht.

Sind € 30.000,- Abendgage für Pianist LL verhältnismäßig? Klingt zunächst viel, der Veranstalter wird dir aber sagen "Ja", denn er hat ein besseres Geschäft gemacht, als wenn er die XY-Philharmoniker auf die Bühne setzt und Frau Z. aus O. wird auch sagen "Kein Problem, es war ein herrlicher Abend und er hat ja auch so gut ausgesehen"...

Konzertsaalorgeln in Europa

JSBach @, Aachen, Montag, 04. Februar 2013, 19:25 (vor 5012 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

die Abendgage für einen Musiker ist wieder was anderes, die richtet sich mehr oder weniger nach Angebot und Nachfrage... ein LangLang kann 30.000 verlangen und bekommt sie auch... ich glaube kaum, dass irgendein Konzertorganist mehr als 10.000 verlangen kann/wird

Konzertsaalorgeln in Europa

schnitgers.anderer.erbe, Montag, 04. Februar 2013, 19:30 (vor 5012 Tagen) @ JSBach

ja klar, meinte auch nur, dass "verhältnismäßig" "relativ verschieden" ist...

Konzertsaalorgeln in Europa

Florian-L, Dienstag, 05. Februar 2013, 08:03 (vor 5011 Tagen) @ JSBach

ja aber nur für die paar Kompositionen die es Verlangen ein Instrument von Millionen Euro zu bauen ist auch nicht so sinnvoll, ehrlich gesagt... die Orgel im Konzertsaal hat es halt schwer, sowohl akustisch als auch vom Repertoire...

Eine Nachschau im Spielplan der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien hat ergeben, dass die Orgel vom 1. Jänner 2013 bis 31. Dezember 2013 sage und schreibe sechsmal zum Einsatz kommen wird (dreimal im Februar, zweimal im März und einmal im April mit Olivier Latry, der ein Soloprogramm spielen wird.

Aber in anderen Konzertsälen ist nicht einmal das zu hören.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Konzertsaalorgeln in Europa

schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 05. Februar 2013, 08:41 (vor 5011 Tagen) @ Florian-L

Wie gelang diese Analyse ohne Kenntnis des Spielplans 13/14?

Konzertsaalorgeln in Europa

Florian-L, Dienstag, 05. Februar 2013, 08:44 (vor 5011 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

Wie gelang diese Analyse ohne Kenntnis des Spielplans 13/14?

Ich habe bei der Stichwortsuche "Orgel" eingegeben und den Zeitraum von 1. Jänner bis 31. Dezember 2013 festgelegt.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Konzertsaalorgeln in Europa

schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 05. Februar 2013, 08:56 (vor 5011 Tagen) @ Florian-L

...dann hast du erfolgreich die Konzerte mit Orgelbeteiligung bis zu den Sommerferien ermittelt.

Konzertsaalorgeln in Europa

Florian-L, Dienstag, 05. Februar 2013, 09:02 (vor 5011 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

...dann hast du erfolgreich die Konzerte mit Orgelbeteiligung bis zu den Sommerferien ermittelt.

Stimmt, in der zweiten Jahreshälfte könnte eventuell noch etwas dazukommen.

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Konzertsaalorgeln in Europa

Karl-Bernhardin Kropf, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:08 (vor 5011 Tagen) @ Florian-L

Nun muss man aber auch dazusagen, dass der Musikverein natürlich eine Adresse ist, wo der Große Saal praktisch täglich nachgefragt bzw. genutzt wird. Für diesen Druck ist die genannte Orgelquote wirklich relativ gut.
Aber es gibt Hallen, die auch gute Orgeln haben, da wäre schon etwas mehr Platz.

Die Kritik bzw. Nachfrage nach sinngebender Musik teile ich insoferne, dass zwar auch meines Erachtens genügend Musik vorhanden ist, aber eine auch Fernstehende begeisternde Vermittlung im allgemeinen noch nicht stattfindet. Da kann noch dazugelernt werden.

Konzertsaalorgeln in Europa

fluteceleste @, München, Dienstag, 05. Februar 2013, 20:16 (vor 5011 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

nur verstehe ich nicht, wieso man immer den Saint-Saens als "das" Stück für Orgel und Orchester nimmt. zB Rheinberger hat so schöne Orgelkonzerte geschrieben, und da kommen auch wirklich ein paar Takte mehr Orgel drin vor. Ich gehe inzwischen schon gar nicht mehr in ein Konzert, wenn ausschließlich dieses Stück auf dem Programm steht, weil man nicht viel von der Orgel hört.
Aber ich will ja nicht meckern...

Konzertsaalorgeln in Europa

JSBach @, Aachen, Dienstag, 05. Februar 2013, 20:31 (vor 5011 Tagen) @ fluteceleste

weil das quasi das standardstück für Orgelkonzerte in Konzerthäusern ist.... zum Beispiel die beiden Guilmant Orgel+Orchester Sonaten (1+8) sind genial, werden aber auch nie gespielt

Konzertsaalorgeln in Europa

Friedrich @, Dienstag, 05. Februar 2013, 20:40 (vor 5011 Tagen) @ JSBach

weil das quasi das standardstück für Orgelkonzerte in Konzerthäusern ist.... zum Beispiel die beiden Guilmant Orgel+Orchester Sonaten (1+8) sind genial, werden aber auch nie gespielt

Die noch eher. Aber geht es euch nicht so: Man hört den Anfang und denkt "Ach, instrumentierte Tastenmusik". Das ist beim Saint-Saens eben gerade nicht so. Der kann Farbe, und der weiß, wie Orchesterinstrumente gehen.

Gruß,
Friedrich

Konzertsaalorgeln in Europa

schnitgers.anderer.erbe, Dienstag, 05. Februar 2013, 21:02 (vor 5011 Tagen) @ Friedrich

sehe ich genau so.

Der Saint-Saens ist homogen und gerade die leisen Stellen mit Orgel können ganz wunderbar klingen, wenn die Beteiligten es können.

Der Guilmant ist in der Orchesterfassung höchstens nett. Die Sonate ist gute und schöne Musik, die (obendrein nicht wirklich gut) orchestrierte Version durchschnittlich.
Witzig finde ich, wie dieses Stück in Orgelkreisen oft überbewertet wird.

Konzertsaalorgeln in Europa

Friedrich @, Dienstag, 05. Februar 2013, 20:37 (vor 5011 Tagen) @ fluteceleste

nur verstehe ich nicht, wieso man immer den Saint-Saens als "das" Stück für Orgel und Orchester nimmt. zB Rheinberger hat so schöne Orgelkonzerte geschrieben, und da kommen auch wirklich ein paar Takte mehr Orgel drin vor. Ich gehe inzwischen schon gar nicht mehr in ein Konzert, wenn ausschließlich dieses Stück auf dem Programm steht, weil man nicht viel von der Orgel hört.

Nun ja, Saint-Saens ist der berühmtere Name, des "Karnevals" und einiger Solokonzerte wegen. Und es ist auch das bessere Stück. Die Rheinberger-Konzerte kommen da nicht ran, was den formalen Zug und die große Geste angeht, auch die Radikalität. Den Vergleich mit einigen zeitgenössischen Sinfonien hält der Saint-Saens aus, etwa mit Mendelssohns "Lobgesang", vielleicht auch mit der Dritten und Vierten; bei Spitzenwerken wie den Schumann-Sinfonien, erst recht bei Brahms und Bruckner, sieht das schon ganz anders aus. Das gilt auch für die Widor-Sinfonien mit Orchester: Respekt, aber nicht doll (die echten; die Pasticcio-Sinfonie ist in meinen Ohren komplett Charme-frei).

Leider trauen sich wenige Orchester Ausflüge in die Nachromantik oder die klassizistische Moderne. Die Jongen-Sinfonia oder den Barber finde ich toll, virtuos und dramatisch, aber die Namen sind eben noch unbekannter. Dabei hätte gerade der Barber das Zeug, als Präsentationsstück den Saint-Saens aus dem Feld zu schlagen.

Gruß,
Friedrich

Konzertsaalorgeln in Europa

Florian-L, Mittwoch, 06. Februar 2013, 07:50 (vor 5010 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Florian-L, Mittwoch, 06. Februar 2013, 08:12

nur verstehe ich nicht, wieso man immer den Saint-Saens als "das" Stück für Orgel und Orchester nimmt. zB Rheinberger hat so schöne Orgelkonzerte geschrieben, und da kommen auch wirklich ein paar Takte mehr Orgel drin vor. Ich gehe inzwischen schon gar nicht mehr in ein Konzert, wenn ausschließlich dieses Stück auf dem Programm steht, weil man nicht viel von der Orgel hört.


Nun ja, Saint-Saens ist der berühmtere Name, des "Karnevals" und einiger Solokonzerte wegen. Und es ist auch das bessere Stück. Die Rheinberger-Konzerte kommen da nicht ran, was den formalen Zug und die große Geste angeht, auch die Radikalität. Den Vergleich mit einigen zeitgenössischen Sinfonien hält der Saint-Saens aus, etwa mit Mendelssohns "Lobgesang", vielleicht auch mit der Dritten und Vierten; bei Spitzenwerken wie den Schumann-Sinfonien, erst recht bei Brahms und Bruckner, sieht das schon ganz anders aus. Das gilt auch für die Widor-Sinfonien mit Orchester: Respekt, aber nicht doll (die echten; die Pasticcio-Sinfonie ist in meinen Ohren komplett Charme-frei).

Leider trauen sich wenige Orchester Ausflüge in die Nachromantik oder die klassizistische Moderne. Die Jongen-Sinfonia oder den Barber finde ich toll, virtuos und dramatisch, aber die Namen sind eben noch unbekannter. Dabei hätte gerade der Barber das Zeug, als Präsentationsstück den Saint-Saens aus dem Feld zu schlagen.

Wie viele Werke bleiben dann noch übrig, die einen einigermaßen guten Publikumszuspruch erwarten lassen?

Um Karl-Bernhardin zu zitieren:
Die Kritik bzw. Nachfrage nach sinngebender Musik teile ich insoferne, dass zwar auch meines Erachtens genügend Musik vorhanden ist, aber eine auch Fernstehende begeisternde Vermittlung im allgemeinen noch nicht stattfindet.

So geht man auf Nummer sicher und bleibt eben bei Saint-Saens und Poulenc.

Eine gute Übersicht über Werke für Orgel und Orchester bietet übrigens Volker Chorobas Buch "Das Konzert für Orgel und Orchester im 19. und 20. Jahrhundert".

Gruß, Florian

--
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-Joseph Marx-

Konzertsaalorgeln in Europa

Friedrich @, Mittwoch, 06. Februar 2013, 08:31 (vor 5010 Tagen) @ Florian-L

So geht man auf Nummer sicher und bleibt eben bei Saint-Saens und Poulenc.

Poulenc ist nun wirklich schwer zu übertreffen. Da muss selbst der Jongen zurückstecken. Beim Barber wäre ich mir nicht so sicher, der könnte die Herausforderung annehmen.

Sicher bleiben viele Konzerte für Orgel und Orchester im Schatten; allein was FranzS so auf YouTube verlinkt reicht ja für manche Spielzeit. Aber was davon reißt wirklich vom Hocker? Wer schriebe so hemmungslos wie Poulenc, so virtuos wie Jongen, so glanzvoll wie Barber? Wer inszenierte die Begegnung von »Kaiser« und »Papst« (Berlioz) sinfonisch so gekonnt wie Saint-Saëns?

Das (erste) Escaich-Konzert habe ich auch in guter Erinnerung. Es gibt wohl auch ein zweites, das ich nicht kenne. Aber wer wagt sich da heran?

Gruß,
Friedrich

Konzertsaalorgeln in Europa

Florian-L, Mittwoch, 06. Februar 2013, 08:45 (vor 5010 Tagen) @ Friedrich

Das (erste) Escaich-Konzert habe ich auch in guter Erinnerung.

Und ich das Konzert für Orgel und Orchester op. 52 von Flor Peeters, das ich vor einigen Monaten erstmals und live hören konnte.

Gruß, Florian

--
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Konzertsaalorgeln in Europa

orgelwolf, Mittwoch, 06. Februar 2013, 09:31 (vor 5010 Tagen) @ Florian-L

Escaich kenn ich auch - das ist genial!
Ich glaube es gibt auch einige Guillou-Konzerte (apropos "wer wagt sich da ran" B-)
Bei den Franzosen fällt mir noch Dupré ein, das wird ja auch manchmal gespielt.

Ich hab in Graz an der Kunstuni letztes Jahr die "Symphonia Gregoriana" von Petr Eben gehört - die fand ich sensationell. Also, auch was für's Publikum (klingt auch nicht so modern wie seine späteren Stücke) und echt eindrucksvoll.

Konzertsaalorgeln in Europa

Friedrich @, Montag, 04. Februar 2013, 19:28 (vor 5012 Tagen) @ schnitgers.anderer.erbe

Es wird aber doch viel komponiert für Orgel, oft für speziell ausgestattete Instrumente. Die entsprechenden Einrichtungen – Tastenfessel, Winddrossel, doppelt regelbare Tremulanten, Pedateilung usw. – lassen sich in einer Konzertsaalorgel eher unterbringen als in einem Kircheninstrument, denn man kann sie mit Literaturpflege begründen. Und weil wir dem 19. Jahrhundert ebenso die Konzerthäuser wie den Begriff der absoluten Musik verdanken, hat auch Repertoire Platz, das zur Zeit seiner Entstehung nie anders als zu Gottesdiensten aufgeführt wurde. Damit bekommt man schon eine sehr breite Programmpalette hin.

Man schaue sich nur mal die Programme an, die Organisten wie Nicolas Kynaston oder Christopher Herrick auf ihren CDs pflegen: Bis man allein dieses Repertoire ausgeschöpft hätte, wären zehn bis zwanzig Spielzeiten à 4 oder 6 Konzerte rum, ohne dass ein einziges Choralvorspiel erklungen wäre. Das ist den Veranstaltern genauso wie den Organisten ins Stammbuch zu schreiben: An konzertantem Solorepertoire ist kein Mangel, da herrscht Überfluss! Und auch die lohnende Orgel-plus-Orchester-Literatur reicht locker bis zum übernächsten GMD-Wechsel.

Was man braucht, ist ein Saalmanagement, das mitzieht und die Orgel von Anfang an im Nutzungsplan hat, schon der Pflege wegen. Außerdem müssen Dramaturgie und künstlerische Leitung mitmachen, das heißt, dass die Pflege eines Orgel-Spielplans Teil der Ausschreibungen auch für Chefdirigenten werden muss – da sind also die Träger gefragt. Das halte ich für sehr wichtig, damit nicht einer von den vielen Ahnungslosen am Pult steht.* Und schließlich ist es sehr nützlich, wenn ein Saalorganist auch von der Öffentlichkeitsarbeit ernsthaft aufgebaut wird, mit Image, Fotos, Interviews, Hintergrund usw. Nur wenn die PR den Organisten genauso behandelt wie jeden Gastsolisten oder -dirigenten, wird er in den Augen des Publikums gleichwertig dastehen.

Eigentlich müssen also Konzertsaal-Betreiber, denen an ihren Orgeln liegt, das gesamte Umfeld auf diese Besonderheit hin trimmen. Das kann nicht der Organist der örtlichen Hauptkirche ehrenamtlich leisten! Er muss als Künstler wahrgenommen werden, der Zugriff auf alle Ressourcen des Hauses hat, vom Saalplan bis zur Öffentlichkeitsarbeit, und an allen Terminentscheidungen beteiligt wird.

Das lässt sich ja alles machen. Man muss es nur wollen.

Gruß,
Friedrich

* Immer wieder gern erzähle ich, was ein Freund mir von einer Probe mit einem berühmten dirigierenden Komponisten erzählte, der unter anderem für seine geistlichen Werke berühmt ist. Der Freund orgelte, der Meister schlug ab und verlangte »einen normalen Orgelklang!« Verschiedene Versuche lichteten den Nebel nicht, es blieb dann dabei, dass irgendwas klang. Ich finde die Geschichte genauso schön wie Strodthoffs Bericht von dem Pultvirtuosen, der »die Mittelstimmen!« des Orgelparts hervorgehoben zu haben wünschte.

Konzertsaalorgeln in Europa

JSBach @, Aachen, Montag, 04. Februar 2013, 19:41 (vor 5012 Tagen) @ Friedrich

wird das denn auch nur irgendwo in Deutschland annäherungsweise gemacht? Welcher Konzertsaal hat ein regelmäßiges und (für Orgelkonzerte verhältnismäßig) gutbesuchtes Orgelprogramm?

Konzertsaalorgeln in Europa

Friedrich @, Montag, 04. Februar 2013, 20:00 (vor 5012 Tagen) @ JSBach

In Berlin bemühen sich Philharmonie und Konzerthaus redlich. Ca. vier Termine im Jahr, im Konzerthaus die meisten mit Dalitz, in der Philharmonie wechselnd; dort hat man inzwischen Cameron Carpenter ans Programm binden können.

In Wiesbaden unterhält Hans-Uwe Hielscher, soweit ich weiß, eine regelmäßige Reihe an der Steinmeyer im Kurhaus.

Gruß,
Friedrich

Konzertsaalorgeln in Europa

CamilVH, Montag, 04. Februar 2013, 22:09 (vor 5012 Tagen) @ Friedrich

Hielscher ist nicht mehr im Kurhaus tätig. In Wiesbaden ist praktisch nichts mehr an der Kurhausorgel los. CC hatte vergangenes Jahr sein eigenes Digitalinstrument mitgebracht, was man ihm nicht verübeln konnte...

Weiß jemand was neues von der traumhaften Sauer in Görlitz?

Konzertsaalorgeln in Europa

Orlos, Montag, 04. Februar 2013, 23:19 (vor 5012 Tagen) @ CamilVH

Komisch, es gab doch dieses farbige Faltblatt mit dem Organisten Thomas Frank, der dort gleich mehrmals aus verschiedenen Perspektiven abgebildet ist. Es sind ja auch noch Register ergänzt worden.
Thomas Frank ist Nachfolger Hielschers an der Marktkirche. Traditionell ist der Marktkirchen-Organist auch für das Kurhaus zuständig.

Konzertsaalorgeln in Europa

Reinhold Schafroth, Dienstag, 05. Februar 2013, 08:25 (vor 5011 Tagen) @ CamilVH

Ich war im Mai 2012 in Görlitz. Die Stadthalle ist seit 2005 geschlossen. Sie soll, falls die Finanzierung geklärt ist, ab 2014 renoviert werden. Ob da für die Orgel noch Geld bleibt, ist angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage in Görlitz, fraglich.
Auch die 2 früher bestehenden Kaufhäuser sind seit 8 bzw. 3 Jahren geschlossen.
Die "Sonnenorgel" (1703/Casparini + 1997/Mathis) ist einen Besuch/Konzert wert.
Sehr interessant das Register "Nachtigall" (nicht das Vogelgezwitscher).

Konzertsaalorgeln in Europa

Thofi, Montag, 04. Februar 2013, 22:27 (vor 5012 Tagen) @ Friedrich

Im Berliner Konzerthaus müssten es schon noch mehr Termine mit Orgel sein, mindestens einmal monatlich. Schließlich ist mein Bruder dort der letzte (?) - zumindest teilzeit - "öffentlich" angestellte Orgelbauer Deutschlands.

Beste Grüße
Thomas

Konzertsaalorgeln in Europa

daggies @, Dienstag, 05. Februar 2013, 05:09 (vor 5011 Tagen) @ JSBach

In Leipzig im Gewandhaus z.B...

Konzertsaalorgeln in Europa

stein @, Dienstag, 05. Februar 2013, 07:43 (vor 5011 Tagen) @ JSBach

wird das denn auch nur irgendwo in Deutschland annäherungsweise gemacht? Welcher Konzertsaal hat ein regelmäßiges und (für Orgelkonzerte verhältnismäßig) gutbesuchtes Orgelprogramm?

Letztes Jahr waren wir in Lyon mit unseren Kindern im Auditorium, wo die ehemalige Trocadero Orgel steht. Der Raum war eine halbe Stunde vor Anfang gefüllt mit Familien.
Hier wurde die Orgel konzertant und in Theorie vorgeführt. Die Kinder wurden kurzerhand integriert. Das geschieht 4 mal pro Jahr in allen Schulferien. Laut Organisation ist der Andrang immer sehr gross. Viele kommen immer wieder, weil auch die Musik wechselt.
Wichtiger Grund: Kein Eintritt. Bei französischen Familien mit fast immer 3 Kindern (Steuervorteil, Nr.3 ist der Jackpot!) wird so etwas sehr gerne genutzt. Die Atmosphäre ist da sehr packend. Dunkelheit - Spots ... Das anfängliche Chaos sammelt sich schnell in Gespanntheit.
Soetwas kann ich nur den Städten empfehlen.
gruss stein

Konzertsaalorgeln in Europa

Abstrakte, Dienstag, 05. Februar 2013, 08:49 (vor 5011 Tagen) @ JSBach

In der Essener Philharmonie gibt es sogar ein eigenes Orgel-Abo mit immerhin fünf Konzerten in der Spielzeit. Nachzulesen unter:
http://www.philharmonie-essen.de/abonnements/abo-8-orgel.htm

Konzertsaalorgeln in Europa

Florian-L, Dienstag, 05. Februar 2013, 08:57 (vor 5011 Tagen) @ Abstrakte

In der Essener Philharmonie gibt es sogar ein eigenes Orgel-Abo mit immerhin fünf Konzerten in der Spielzeit. Nachzulesen unter:
http://www.philharmonie-essen.de/abonnements/abo-8-orgel.htm

Dito im Wiener Konzerthaus. Diese Saison meist "Orgel plus".

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Konzertsaalorgeln in Europa

Karl-Bernhardin Kropf, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:13 (vor 5011 Tagen) @ Abstrakte

In der Essener Philharmonie gibt es sogar ein eigenes Orgel-Abo mit immerhin fünf Konzerten in der Spielzeit. Nachzulesen unter:
http://www.philharmonie-essen.de/abonnements/abo-8-orgel.htm

Ich kenne nicht alle SpielerInnen, aber die, die ich kenne, sollten einen eindrucksvollen Abend garantieren..!

Schön, dass die Orgel dort genutzt wird.

Konzertsaalorgeln in Europa

kjz1, Montag, 04. Februar 2013, 19:22 (vor 5012 Tagen) @ orgelwolf

Koblenz, Rhein-Mosel-Halle: Prof. Heinz Anton Höhnen (Kustos)

Konzertsaalorgeln in Europa

orgelwolf, Dienstag, 05. Februar 2013, 09:39 (vor 5011 Tagen) @ orgelwolf

Wow, da hab ich ja eine rege Diskussion entfacht :-)

Ich habe selbst noch das hier beizutragen:
http://www.bamberger-symphoniker.de/459.html

Ich wusste dass Edgar Krapp lange in Bamberg für die Orgelreihe zuständig war - jetzt ist Gunther Rost "Organist in Residence" - da ist auch u. a. Carpenter zu hören. Anzunehmen, dass zumindest das voll wird....

Konzertsaalorgeln in Europa

Klingbach, Dienstag, 05. Februar 2013, 14:04 (vor 5011 Tagen) @ orgelwolf

Hallo,
als Anhänger der englischen Karthedralmusik und Orgeltradition, möchte ich es nicht versäumen die Willis-Orgel (Henry Willis III) der St. George`s Hall in Liverpool zu erwähnen. Ein fantastisches Instrument mit einer langen Tradition und Geschichte seit 1855.
Heutiger "Haus"-Organist ist Ian Tracey, der auch Organist der Anglican Cathedral ist. Er ist quasi Nachfolger von William Thomas Best, der der erste Organist der Hall war.

Die Orgel ist allerdings sehr renovierungsbedürftig. Es gibt zwar einen "Organ-Appeal", die Website enthält aber keine aktuellen Informatoinen bezüglich des Restaurierunsstandes oder der monatlichen Konzerte.
Prof. Ian Tracey hat mir 2012 vor einem Konzert erklärt, dass wohl immer wieder kleine erbesserungen am Instrument vorgenommen würden, eine grundsätzliche Überholung und Reinigung allerdings sehr notwendig wäre.
Wenn jemand eine reiche Witwe ohne Verwandtschaft kennt, die ihr Geld sinnvoll anlegen möchte, vermittle ich gerne.

Gruß

Klingbach

Konzertsaalorgeln in Europa

Frank Berger @, Wassenberg, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:41 (vor 5011 Tagen) @ orgelwolf

Die große Klaisine im AudiMax der Ruhr-Uni Bochum (immerhin)ca. 80 Register.
Siehe http://www.ruhr-uni-bochum.de/mz-musik/musik-kalender.htm#02
bzw. http://www.ruhr-uni-bochum.de/mz-musik/musik-1213.pdf
Der Ratinger Organist Ansgar Wallenhorst war dort zienlich aktiv.
Ob er es noch ist, und wer in Bochum die Orgel betreut, entzieht sich aber meiner
Kenntnis.
Gruß ... Frank

Konzertsaalorgeln in Europa

Rolf @, Dienstag, 05. Februar 2013, 21:59 (vor 5011 Tagen) @ Frank Berger

Kustos der Klais-Orgel im Audimax der Ruhruniversität Bochum ist Prof. Hans Jaskulsky, Universitätsmusikdirektor der Uni.

Gruß in die Nacht

Rolf

Konzertsaalorgeln in Europa

orgelwolf, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:45 (vor 5011 Tagen) @ orgelwolf

Thomas Trotter ist glaube ich "City of Birmingham Organist" und dort an der Stadthalle zuständig.

Konzertsaalorgeln in Europa

Friedrich @, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:57 (vor 5011 Tagen) @ orgelwolf

Thomas Trotter ist glaube ich "City of Birmingham Organist" und dort an der Stadthalle zuständig.

Das stimmt, und er ist auch der Organist der neuen Klais-Orgel in der Philharmonie. Als Stadtorganist ist er Nachfolger von George Thalben-Ball. Und im übrigen einer der ganz Großen.

Seine DVD aus Birmingham lohnt sich schwer!

Gruß,
Friedrich

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