Armin Lamar, Saarlouis, in St. Dionysius, KR-Mitte
Hallo Forum,
Rheinberger in Krefeld; das ist eine Konzertreihe in St. Dionysius, KR-Mitte. Neben dem Kantor Andreas Cavelius sind Namen wie Rolf Müller, Ulrik Spang-Hansen, Isabelle Demers, Paolo Oreni, Ute Gremmel-Geuchen und Dr. Martin Weyer aufgeboten. gestern im zweiten Konzert spielte Armin Lamar, Saarlouis. Instrument ist ein Klais-Neubau aus dem Jahre 2007. Dieser ersetzte eine über Jahre nur geflickte und entsprechend heruntergekommene Stahlhut-Orgel vom Ende des 19. Jhdts.
Gleich zu Beginn erwies sich das Werk als reichlich bemessen. Mit 40 Registern zwar nicht übermäßig groß, gab es doch kraft in Fülle. Zusammen mit Rheinbergers Musik, die zum Wirken doch viel Fingerspitzengefühl braucht und bei Krafteinsatz leicht leer wirkt, war das nicht unproblematisch. Ich war zum ersten mal dort und verstand, warum viele der allerdings kaum 50 Hörer im Altarraum und in den Seitenbereichen Platz genommen hatten. Andererseits hatten andere das Angebot angenommen, direkt beim Spieler auf der Orgelbühne zu sitzen.
Lamar begann mit der vierten Sonate a-moll op. 98, schloß den Zwiegesang aus op. 174 (Miscellaneen) an und brachte dann in der Mitten Mendelssohns vierte Sonate B-Dur op. 65.4. Es folgte die Abendstimmung aus op. 174 und - nachdem zwischenzeitlich kollektiert wurde - die dritte Sonate von Rheinberger G-Dur op. 88; ein in sich gerundetes Programm. Lamar spielte mit Übersicht und Geschmack. Alle Tempi waren stimmig, das Intermezzo der vierten von Rh. apart registriert, eindrucksvoll deren chromatische Fuge. Beim Mendelssohn fehlte es im Allegretto an Leichtigkeit, das Andante religioso war dagegen gut getroffen. Warum die dritte von Rh. auch pastorale heißt, erschloß sich nicht recht. Das dortige Intermezzo blieb schon wegen seiner Kürze ein wenig blaß. Und die Abendstimmung hätte einfach schönere Stimmen verdient gehabt. Ich fürchte, dieser nicht ganz befriedigende Eindruck ist nicht dem Spieler anzulasten. romantischer Schmelz (nicht Schmalz!) ist dem Instrument wohl nur schwer zu entlocken. es fehlt an natürlicher Leichtigkeit. die Orgel ist halt sehr ernst und eher herb. Das ist gewiß auch Geschmacksache. Manche mögen genau dies.
Gruß Clemens Schäfer
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)