organ@MUMUTH in Graz
War sonst jemand im Konzert?
Hallo Wolf,
ja, ich war auch dort.
Ich stimme absolut überein, dass die spielerische Leistung aller Interpreten auf höchstem Niveau war. Ob die "Französische Ouverture" BWV 831 in der Interpretation Gunther Rosts (etwa so, wie auch hier zu hören) einen Gewinn erfahren hat, sei dahingestellt.
In den erwähnten lockeren Plaudereien zwischen den Stücken wurde auch das Zitat Alfred Brendels bemüht, dass ein Pianist ohne Humor Organist werden solle. Dabei kam mir eine ebenfalls von Brendel stammende Aussage in den Sinn: „Mit der Absicht, es anders zu machen, sollte ein Interpret an ein Werk nicht herangehen. ... Wer die Vorschriften des Komponisten grundsätzlich in ihr Gegenteil verkehrt, um sich oder das Stück ‚interessant’ zu machen, hätte Komponist werden sollen.“
Für jedes Stück wurde ein eigenes „Nachhallprogramm“ ausgewählt, auch die Pfeifenorgel wurde mikrofoniert und, mehr oder weniger gemäßigt mit künstlichem Nachhall „angefeuchtet“, über zwei Lautsprecheranlagen (die saalinterne und die „orgeleigene“) wiedergegeben. Dies fiel besonders bei den „Mutationes“ auf, wo beide Instrumente, die bisweilen auch gleichzeitig erklangen, dementsprechend abgemischt wurden.
Kurz vor Beginn eines Stückes wurde der Nachhall aktiviert, plötzlich war jedes Geräusch aus dem Publikum auch über die Lautsprecher und entsprechend auffällig zu hören. Ein recht seltsamer Eindruck entstand, wenn dann wieder „zurückgedreht“ wurde und sich „Trockenheit“ einstellte. Der György-Ligeti-Saal im MUMUTH weist an sich eine sehr geringe Nachhallzeit auf. Die drei Techniker im Hintergrund hatten jedenfalls alle Hände voll zu tun.
Das Repertoire war im Nachhinein gesehen geschickt gewählt, wenn etwas „Klassisches“ wie etwa ein "großer Bach" dabei gewesen wäre, naja...
Die Pfeifenorgel klingt wirklich vorzüglich und charakteristisch-farbig, das ging mir beim elektronischen Instrument ab, dessen Klang ich als ziemlich gleichförmig empfand. Die französischen Registernamen haben entgegen der Erwartung nichts mit einem französisch-symphonischen Klang zu tun. Aber sicherlich wurde dieses Instrument unter den gegebenen Umständen, unter Einbeziehung zweier Lautsprecheranlagen, bestmöglich präsentiert, das wäre in einem anderen Raum ohne Möglichkeit einer „Raumsimulation“ sicherlich nicht so gelungen.
Hier noch ein Medienbericht.
Gruß, Florian
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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
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- organ@MUMUTH in Graz - orgelwolf, 30.01.2013, 12:23
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