organ@MUMUTH in Graz
Liebes Forum,
da der Eintrag zur "Digitalen Konzertorgel in Graz" aufgrund der am Montag auch vorgestellten modularen Pfeifenorgel dafür micht mehr so recht passen will, mache ich kurzerhand ein neues Thema auf.
Unter dem Titel "organ@MUMUTH" hat die Kunstuni Graz am Montag ihre zwei neuen transportablen Orgeln vorgestellt (Bilder und ORF-Clip s. Beiträge in der o. g. Diskussion zur Digitalen Konzertorgel).
Nachdem ich's nun live gehört habe, hat sich auch das Rätsel um das Abendprogramm gelöst.
Gunther Rost stellte die Mocnik-orgel mit der Französischen Ouverture von Bach vor, außerdem wurde sie noch von einer (wie man sagen muss äußerst virtuosen) Studentin in einem Stück von Petr Eben für zwei Orgeln gespielt.
An der Rodgers-Orgel gab es 2x Liszt (den "Orpheus" in der Guillou-Bearbeitung und - das war DER Knaller, sag ich Euch! - den "Mephistowalzer Nr. 1" in einer eigenen Bearbeitung von Rost).
Ein Student spielte noch die Arabesquen von Naji Hakim (auch ganz perfekt und scheinbar mühelos - wie machen die das??) - von orientalischem Bauchtanz bis hin zum virtosen Entertainer alles drin - und eine Studentin hat zwei Schumann-Pedalflügel-Sätze gespielt. Wie ich fand wirklich sensationell fein von der Innigkeit und vom Timing her.
Alles in allem - obwohl ich echt auch kritisch war - muss ich sagen: ein beeindruckender Abend.
Der Moderator, ein Prof von der KUG, hat zwischendrin bei einem Glaserl Wein ein charmantes Gespräch mit Rost auf der Bühne geführt, das Ganze war unterhaltsam und nicht zu technisch - wenn man natürlich was über die orgeln und im Detail zum Programm erfahren wollte, war das nicht der Rahmen.
Dafür gab's aber ein ausführliches (und ziemlich "un-orgel-mäßig aufgemachtes) Programmheft zum Mitnehmen - da findet man dann noch einiges.
Also, klanglich ist das sicher eine der besten Digitalorgeln, die man so finden kann - da haben sie sich nicht lumpen lassen in graz.
Wieviel davon jetzt die MUMUTH-Raumakustik beigetragen hat, und wieviel Rodgers-intern ist, weiß ich nicht. ich hab die Orgel noch nicht woanders gehört.
Die Pfefenorgel ist aber auch beeindruckend - kann wohl auf verschiedenen Stimmtonhöhen spielen (d. h. sie haben ein H und ein cis zusätzlich eingebaut, und man kann die Reihe um 1/2 Ton verschieben), und klingt sehr fein, wie ich fand.
Auch und gerade im Wechsel und Zusammenspiel mit der Rodgers - was mich echt gewundert hat. Eigentlich war dieser Eben auf die Weise fast am interessantesten - manchmal war's schwer zu unterscheiden, welche orgel gerade spielt!
Naja, und MEIN persönlicher Favorit war dann wirklich der "Rausschmeißer" am Schlus. Man hatte es ja schon bei den Tänzen der Ouvertüre gemerkt, dass Rost nicht gerade "Alltagsorganist" ist udn sehr schmissig spielt. bei Liszt konnte er dann wirklich nochmal alles geben - und das war dann schon atemberaubend. Nicht nur unglaublich virtuos (gut, das weiß man ja inzwischen), sondern wirklich packend, zwischenrein verhalten-sinnlich und einfach zum Atem-anhalten.
Das würd ich mir ja schon auf CD kaufen (sogar wenn's ne Rodgers-Orgel ist ;-).....
Ich fand's jedenfalls zu diesem ungewöhlichen Anlass passend, und viele im Publikum haben sicher mal die Ohren gespitzt, was man auf der Orgel so alle machen kann. Und da's nunmal kein Kirchenraum war, zeizte das offenbar, das Programm ziemlich extrem zu gestalten.
War sonst jemand im Konzert?
fragt sich
Wolf.