Hamburg, St. Katharinen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 20. Januar 2013, 15:00 (vor 5027 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Falsch.
Die Katharinenorgel wurde 1742 umgestimmt, wie man bei Ortgies, unter Verweis auf Vogel, nachlesen kann. Also müsste man theoretisch 1/4-Komma anlegen. Soweit der historische Rahmen.


Bei Rostock würde ich durchaus dafür plädieren, den Status Quo beizubehalten, auch wenn eine hypothetisch "reine" Schmidt/Marx-Orgel zwar durchaus Charme hätte, aber ich denke, daß auch Beispiele von Orgeln mit so bewegter Umbaugeschichte durchaus erhaltenswert sein können. In Hamburg und Stralsund gibt es große rekonstruierte Barockorgeln. Warum sollte man nicht in Rostock auch eine umgebaute Großorgel erhalten, so sie denn technisch halbwegs erhaltbar ist.

Ich würde eher sagen, daß man der neuen Flentrop-Orgel in Katharinen ruhig ihre abgemilderte Mitteltönigkeit, nach welchem Schema auch immer, gönnen kann. Dafür sollte man dann allerdings beizeiten die Schnitger-Orgel in St. Jacobi endlich rein stimmen.

Was Lübeck betrifft: Mir war noch nie klar, warum bei historisierenden Neubauten bei technischen Fragen oftmals übermäßig strikt vorgegangen wird, während die Stimmung als bestenfalls flexibel, schlimmstenfalls zu vernachlässigen betrachtet wird.

Ich habe kein Problem damit, sofern man ohnehin neue Gehäuse und Laden konstruieren muss, beim Pedal- und Manualumfang großzügig zu sein und, wie in Hamburg, bis auf das Cis die große Oktave zu vervollständigen. Anstatt bei solchen (von der möglichen Literatur abgesehen weitgehend "unhörbaren") Fragen allzu strikt zu sein, sollte man lieber bei der Stimmung mutig sein. Sprich: Lieber ausgebaute große Oktave + Subsemitonien + Mitteltönigkeit, als kurze Oktave + Bach-Kellner.
Es geht ja letztlich darum, daß man den Klang dieser Zeit erlebbar macht. Und der Orgelklang dieser Zeit war nunmal zu 99,9% mitteltönig. Da kann man sich noch so sehr auf den Kopf stellen.


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