Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

orgeltom @, Samstag, 23. April 2011, 12:37 (vor 5611 Tagen)

Hallo Forum,
so kann es auch sein bei Kirchens.
Gelesen im Kölner Stadtanzeiger.

http://www.ksta.de/html/artikel/1302889610785.shtml

Grüße von Orgeltom

--
Was sind die drei ärgsten Feinde des Musikers?
Frische Luft, helles Tageslicht und das unerträgliche Gebrüll der Vögel.

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

hinterSatz ⌂ @, Köln, Montag, 25. April 2011, 17:28 (vor 5609 Tagen) @ orgeltom
bearbeitet von hinterSatz, Montag, 25. April 2011, 17:32

...man sollte die Orgel in St.Peter einmotten und ein einfaches Instrument installieren, mit 10-12 Registern, diese verrückte Ding mit Schlagwerk und dem ganzen Bohei macht die Leute dort ja offensichtlich nur verrückt...

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

Frank Berger @, Wassenberg, Montag, 25. April 2011, 17:57 (vor 5609 Tagen) @ hinterSatz

da dürfte Dominik Sustek, der musikalische Hausherr, anderer Meinung sein ...

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

Karsten, Montag, 25. April 2011, 17:58 (vor 5609 Tagen) @ hinterSatz

...man sollte die Orgel in St.Peter einmotten und ein einfaches Instrument installieren, mit 10-12 Registern, [...]

...diese ist vorhanden (sogar mit ein paar Registern mehr), als "Kern" der Avantgarde-Orgel.

[...] diese verrückte Ding mit Schlagwerk und dem ganzen Bohei macht die Leute dort ja offensichtlich nur verrückt...

Vielleicht "verrück anspruchsvoll". Pater Mennekes war/ist eine besondere Persönlichkeit, die besonders prägend gewirkt hat. Jeder Nachfolger hat es da schwer. Dass die Fronten sich dermaßen verhärten und selbst Mediationsbemühungen nicht fruchten, ist bedauerlich. Ohne jetzt eine Grundsatzdiskussion übr Kompetenzen und den üblichen "Machtkampf" Pgmeinderat vs. Pfarrer anzutreten: Sinn und Zweck ist MIT-einander zu arbeiten, nicht GEGEN-einander.

Gruß
Karsten

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

hinterSatz ⌂ @, Köln, Montag, 25. April 2011, 18:59 (vor 5609 Tagen) @ Karsten

Wie sieht es eigentlich mit der Entscheidungsgewalt so eines Kirchengemeinderates in der katholischen Kirche aus ? Der Pfarrer dürfte in diesem Gremium doch ein gutes Stück mitzureden haben...Die Evangelischen "Prebyterien" haben da wohl (dann zum Leidwesen mancher Pfarrer) einiges mehr zu entscheiden.

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

kjz1, Dienstag, 26. April 2011, 08:53 (vor 5608 Tagen) @ hinterSatz

Wie sieht es eigentlich mit der Entscheidungsgewalt so eines Kirchengemeinderates in der katholischen Kirche aus ?

Bei Katholens gibt es ja teilweise 2 Gremien:

Pfarrgemeinderat - Seelsorge; dieser hat eigentlich keine Entscheidungsgewalt, sondern soll nur bei der Seelsorgetätigkeit und Liturgiegestaltung mitwirken.

Pfarrverwaltungsrat - Vermögensangelegenheiten; da geht es dann wirklich um Bimbes, Personal und Bau, hier hat auch der jeweilige Pfarrer kraft Amtes den Vorsitz.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

FranzS. @, Dienstag, 26. April 2011, 10:48 (vor 5608 Tagen) @ kjz1

Wie sieht es eigentlich mit der Entscheidungsgewalt so eines Kirchengemeinderates in der katholischen Kirche aus ?


Bei Katholens gibt es ja teilweise 2 Gremien:

Pfarrgemeinderat - Seelsorge; dieser hat eigentlich keine Entscheidungsgewalt, sondern soll nur bei der Seelsorgetätigkeit und Liturgiegestaltung mitwirken.

Pfarrverwaltungsrat - Vermögensangelegenheiten; da geht es dann wirklich um Bimbes, Personal und Bau, hier hat auch der jeweilige Pfarrer kraft Amtes den Vorsitz.

Viele Grüße,

- Karl-Josef


wobei man sagen muss, dass wenn umgangssprachlich vom Pfarrgemeinderat spricht oft die Kirchenverwaltung, oder Pfarrverwaltung gemeint ist.

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

forenadmin @, Sonntag, 08. Mai 2011, 17:04 (vor 5596 Tagen) @ orgeltom

Ich habe vom ehemaligen Kantor und Scholaleiter von St. Peter den folgenden Leserbrief an den Kölner Stadt-Anzeiger bzgl. des Artikels vom 20. April 2011 bekommen, mit der Bitte, ihn auch hier im Orgelforum zu veröffentlichen, was ich hiermit tue - auch wenn er sich nicht direkt auf die Orgelmusik in St. Peter bezieht, sondern auf den ehemaligen Choralgesang, er jedoch zeigt, was in St. Peter in Köln zur Zeit "gespielt" wird:

Kölner Stadt-Anzeiger
Lokalredaktion
z. Hd. Herrn Flesch
Chefredakteur
Bahnhofstraße 6
50667 Köln

Eklat in der Pfarrei St. Peter, in Köln
Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger, am 20. April 2011, von Herrn Matthias Pesch
(Anmerkung: Es ist fraglich, ob Herr Pesch den gesamten Schriftwechsel zwischen
P. Holter und den Betroffenen kennt.)

Betr.:
Bezug:

Sehr geehrter Herr Flesch,

ungewöhnliche Ereignisse lösen eine entsprechende Reaktion aus.

Dass die Ereignisse an St. Peter ungewöhnlich und unerhört sind, wird niemand bestreiten können.
So sende ich Ihnen dieses Schreiben als Stellungnahme zu o. g. Artikel, und auch als Leserbrief an die Abt. Leserbriefe der Zeitungsgruppe Köln.
Die umfangreiche und vielschichtige Art des Geschehens lässt verstehen, dass man eine
Erwiderung hierzu nicht in zwei bis drei Sätze fassen kann.

Der Artikel wurde wahrscheinlich von P. Holter selbst initiiert, und soll sein Handeln rechtfertigen.

Das „niedliche“ Bildchen des Pfarrers in seiner Kirche – die Art der Aufnahmetechnik lässt es so aussehen, als stünde er auf einem Podest, auf einem Sockel – und der Versuch, ihn durch die Darstellung im Artikel zu entlasten, machen ihn nicht zum Unschuldigen, oder zu einem Heiligen.

Im Artikel heißt es, dass der PGR (und andere!) und Pfarrer Holter die jeweiligen Sachverhalte sehr unterschiedlich darstellen. Auf der einen Seite steht eine ganze Reihe von Personen, auf der anderen Seite steht n u r P. Holter.
Dies allein schon lässt den Versuch einer Rechtfertigung fragwürdig erscheinen.

Am Beispiel der Choralschola St. Peter wird sein Handeln dargestellt:

Zum Verständnis des Ungeheuerlichen der Situation muss man wissen, dass ich seit
61 (!) Jahren als Organist und Kantor an zwei Pfarreien der Jesuiten, im Dienst
der Gloria Dei, tätig war. Die Schola wurde vor 22 (!) Jahren mit P. Mennekes gegründet.
In der gesamten Zeit, bis 2006, hat sie wöchentlich zwei gut besuchte lateinische Hochämter gestaltet, am Samstag und am Sonntag, sowie an Weihnachten, Ostern und Pfingsten, oft an beiden Feiertagen; nach 2006 nur noch am Sonntag.

Nach dem Hochamt am 1. Adventsonntag 2010, erhielt ich, als Kantor und Leiter der Schola, von P. Holter einen Brief mit folgenden Worten: „Ihr Gesang und der Gesang der Schola (teilweise), sind für die Gemeinde nicht mehr zu ertragen; furchtbar und katastrophal sind die Kommentare“.
Von einem guten Seelsorger hätte man von P. Holter, als Präses der Choralschola, erwarten dürfen, dass er sich hinter seinen Kantor und hinter seine Schola stellt, und sie vor dieser Diffamation schützt.
Aber nicht so P. Holter; er identifiziert sich mit diesem Urteil, obwohl er selbst
nicht in der Lage ist, auch nur die kleinste Melodie fehlerfrei zu singen. -

Holter gibt offen zu, dass er mit seinem Taktieren seit zwei Jahren bestrebt war,
die Schola und seinen Leiter aus der Pfarrgemeinde St. Peter zu eliminieren, obwohl er gleichzeitig bei verschiedenen Personen mehrfach mit (gespielter, so sieht es heute aus,) Freundlichkeit vorgab, etwas für das lateinische Hochamt investieren zu wollen, sprich, an (seinen) den Gesängen des Priesters zu arbeiten und der Gemeinde Texte zum Verständnis der Liturgie an die Hand zu geben.
(Dies noch wenige Wochen vor dem bitteren Ende!)

Weiter bedauert er sein unsauberes Taktieren (seine Worte) und entschuldigt sich dafür, was man bei dieser Handlungsweise kaum als ehrlich werten kann.
Gleichzeitig wirft er mir, dem Kantor, mangelndes Feingefühl vor, mit den Worten:
„Ich hätte dies doch merken müssen“.
Für diese Handlungsweise können die Betroffenen nur Abscheu und Verachtung empfinden.

Die primitive Formulierung, unsere Erklärung, in St. Peter nicht mehr zu singen, hätte wie ein „Befreiungsschlag“ gewirkt, erübrigt jegliche Kommentierung.

P. Holter hat die Pfarrgemeinde St. Peter regelrecht zerstört, nicht nur die Schola,
sondern u. a. auch die Kunststation, den PGR und das weihnachtliche Krippenspiel.
Hier wird ihm vorgeworfen, die nötigen Organisationsmaßnahmen versäumt, oder erst
gar nicht ergriffen zu haben, so dass nur noch die fadenscheinige Begründung übrig blieb,
das Krippenspiel müsse wegen schlechter Witterung ausfallen.
Bei seinem Vorgänger, P. Mennekes, fand das Krippenspiel bei jedem Wetter statt.
In einem strengen Winter wurde auf dem Hof zwischen den beiden Kirchen eigens
ein beheizbarer Stall mit Stroh für die Tiere geschaffen, der dann in der Weihnachtszeit von vielen Kirchenbesuchern mit Freude besucht wurde und durch den seitlichen Kirchenausgang betrachtet werden konnte.
Hiefür muss man allerdings die Liebe für diese Dinge und das Detail haben, und die
hat P. Holter offensichtlich nicht!

Der Auffassung von P. Holter, die Art und Weise, wie P. Mennekes Pfarrei und Kunststation geleitet habe, „eins zu eins“ fortzusetzen, sei „utopisch“, kann man entgegen halten, dass er es in keinster Weise versucht hat. Dies zeigt u. a. deutlich sein Handeln an der Choralschola.
Auch wird hier wieder einmal deutlich, wie Menschen in der katholischen Kirche oft behandelt werden, und wie man ihre Würde mit Füßen tritt.

Dass P. Holter für sein Handeln Anerkennung und Unterstützung von und durch seinen Orden und dem Erzbistum erfahren haben soll, ist geradezu grotesk.
Diese Behauptung ist wie ein Schlag in das Gesicht der Betroffenen.

Mit seinem Handeln hat er viele Anhänger von St. Peter dazu veranlasst, sich von der
Jesuitenkirche St. Peter abzuwenden; sie zu verlassen.
Dazu muss man nur einmal den Rückgang der Kirchenbesucher beachten.

Wie die Zukunft von St. Peter und „sein Gestalten“ aussehen werden, darf man, nach allem, was dort durch ihn geschehen ist, in der Erwartung eher skeptisch sein.

Ebenso bestehen an seiner Auffassung der Begriffe Seelsorger und Pastor, (Hirte)
und deren Handhabung, nach alledem, was man in seiner etwas mehr als zweijährigen
Amtszeit erlebt hat, große Zweifel.
Jedenfalls war (sicher für viele) nichts davon zu bemerken.

Wenn P. Holter „menschlich enttäuscht und erschüttert“ ist, über die Handlungsweise
des PGR (und anderer Personen), so hat er dies doch ausschließlich sich selbst und
seiner Art des Handelns zuzuschreiben

Mit freundlichen Grüßen

Friedhelm Stupp
ehem. Kantor an St. Peter

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

Karsten, Sonntag, 08. Mai 2011, 18:27 (vor 5596 Tagen) @ forenadmin

Ich habe vom ehemaligen Kantor und Scholaleiter von St. Peter den folgenden Leserbrief an den Kölner Stadt-Anzeiger bzgl. des Artikels vom 20. April 2011 bekommen, mit der Bitte, ihn auch hier im Orgelforum zu veröffentlichen, was ich hiermit tue - auch wenn er sich nicht direkt auf die Orgelmusik in St. Peter bezieht, sondern auf den ehemaligen Choralgesang, er jedoch zeigt, was in St. Peter in Köln zur Zeit "gespielt" wird:


Liebe Forumsadministration,

herzlichen Dank für das Einstellen des Leserbriefes. Die einleitende Formulierung "er jedoch zeigt, was in St. Peter in Köln zur Zeit 'gespielt' wird" halte ich für eine unangemessene Parteinahme der Forumsadministration, die der Sache keineswegs dienlich ist.

Ein Leserbrief ist immer noch ein Leserbrief, der eine fremde Meinung, und nicht die des Informationsmediums, wiedergibt. Dies wird mittels Standardformulierung immer in der Rubrik Leserbriefe betont. Wenn sich die Forumsadministration durch eigene Anschauung vor Ort, durch persönliche Gespräche oder Akteneinsicht ein eigenes Bild gemacht hat, kann sie das ja entsprechend in einem eigenen Beitrag kundtun.

Ohne vor Ort gewesen zu sein, die Hintergründe zu kennen und ohne die Beteiligten zu kennen, maße ich mir kein Urteil an. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, die Wahrheit zweier Darstellungen liegt meistens irgendwo in der Mitte. Ganz "unschuldig" scheint mir jedenfalls keiner der Beteiligten Parteien zu sein.

Ansonsten fallen mir einige Formulierungen in dem Lesebrief auf, die mir fragwürdig erscheinen...

Gruß
Karsten

Köln Sankt Peter,Eklat in der Pfarrei

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 08. Mai 2011, 19:15 (vor 5596 Tagen) @ Karsten

Danke Karsten,

bei der Lektüre des Leserbriefes habe ich mich auch gefragt, warum der hier verbreitet wird. Das läßt Parteinahme vermuten. So recht sehe ich nicht, was das rechtfertigt.

Der Brief jedenfalls macht deutlich, daß es hier sehr stark menschelt. Da tut man sich als Außenstehender ohne Kenntnis von Details doch sehr schwer, der einen oder anderen Seite zu glauben.

Gruß Clemens Schäfer

--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)

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