Ein Film über die Firma Klais bei arte

Orlos, Freitag, 22. April 2011, 23:17 (vor 5612 Tagen) @ SlowOrg

Abgesehen von der ausgesprochen seltsam zusammengeschnittenen Widor-Toccata und kleinen Verwirrungen bei den Vornamen (die Kölner Domorgel wurde 1948 von Hans, nicht von Johannes Klais erbaut) fand ich den Film schön gemacht, gerade in seiner Vielgestaltigkeit. Es ging offenkundig nicht darum, möglichst viele Orgeln vorzustellen, sondern man nahm sich die Zeit, einige wenige Projekte in mehreren Facetten zu beleuchten. Dass dabei auch viele Mitarbeiter der Firma Klais zur Sprache kamen, hat mir gut gefallen. Es war kein Hochglanz-Werbefilm für eine Weltfirma, eher ein persönlicher Einblick in ein Familienunternehmen. Insgesamt war wahrscheinlich sogar häufiger Klavier- als Orgelmusik zu hören. Erfreulich für die Orgelzunft, dass auch FAZ und HÖRZU von diesem Film Notiz genommen haben. In der ARD lief vorher ein Nonnenfilm (den ich nicht gesehen habe, zeitgleich zu "Schlafes Bruder"), dessen Trailer ebenfalls mit wuchtiger Orgelmusik unterlegt war. Kirche=Orgel gilt immer noch. Vor einigen Jahren lief mal ein Mafia-Thriller mit Orgelmusik als Filmmusik, obwohl die Handlung überhaupt nichts mit Kirche zu tun hatte, da war ich richtig baff. Das ginge bestimmt häufiger: Verfolgungsjagd mit Mulet-Toccata, Kuss-Szene mit Vierne-Berceuse, apokalyptisches Inferno mit Messiaen...

mit vorösterlichem Gruß
Orlos


gesamter Thread:

 

powered by my little forum