OT: Passionen im Konzertsaal war: D-F-Orgelnacht

jrbecker @, Freitag, 22. April 2011, 15:20 (vor 5612 Tagen) @ Clemens Schäfer

Hallo,

Mmh, ich habe Johannes- und Matthäuspassion - mehrfach - in hiesigen Konzertsälen gehört; mit Rilling, mit Schneidt, mit Klee: Und es war jedesmal ein spirituelles Erlebnis.


Was ich nicht bezweifeln will, aber in einer solchen Umgebung, die ich mitunter in Bezug auf diese Werke als fast schon "steril" empfinde, ist dies dann ein Verdienst der ausschließlich auf den Schultern der Ausführenden lastet. Will meinen, der Raum unterstützt das sprituelle Erlebnis zumindest für mein Empfinden nicht.

Der Ort der Aufführung ist nicht entscheidend.


Für mich schon.

Zwar wird im Konzertsaal (seit ca. 30 Jahren, vorher auch nicht) geklatscht. Aber dieser Beifall ist doch in der Regel eher als Zustimmung zum opus operatum zu sehen, denn zum opus operantium. Jedenfalls war das mein Eindruck.


Natürlich ist das so gedacht. Trotzdem bleibt die Wirkung speziell dieses Stückes - auch wieder in meinen Augen, also eine persönliche Meinung! - eine ergreifendere, wenn der Applaus wegbleibt.

Nichts gegen Aufführungen in Kirchen! Nichts gegen Laienensembles, die mitunter zu großer Form auflaufen (auch der Chor des städt. Musikvereins in D ist ein Laienchor) Aber deshalb sollte man die anderen nicht gering achten.

Sorry, dem kann ich nicht zu stimmen. Für mich gibt es durchaus geistliche Werke, die in Konzert- und Opernhäusern funktionieren (z. B. die Händelschen Oratorien) und solche die es nicht tun, wie z. B. die Bachschen Passionen. Vielleicht liegt es daran, dass die einen für ein Konzerthaus komponiert wurden und die anderen für eine Kirche? Nein, das sicher nicht. Aber vielleicht hängt es daran, dass das eine oder andere Werk (egal welches Komponisten, hängt alleine vom Werk ab) tiefgreifender, spiritueller ist als das andere...

LG
Jörg


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