Olivier Latry in St. Labertus, D-Altstadt
Hallo Forum,
das letzte Internationale Orgelkonzert dieses Jahres an St. Lambertus spielte Olivier Latry, Paris. Der hatte schon 1999 das Einweihungskonzert bestritten und war seither regelmäßig Gast in Düsseldorf. Also kennt er sich mit der Riegerin bestens aus. Auch diesmal war die Kirche wieder voll besetzt, Zusatzstühle mußten herbeigetragen werden.
Wie immer ist die Erwartung groß, und so hat es Latry nicht einfach, jedesmal wieder seine Sonderstellung unter Beweis zu stellen. Für dieses Mal aber kann man getrost bescheinigen, daß er seiner Ausnahmerolle gerecht wurde. Das Programm war vielseitig und bot Gelegenheit, Technik wie Tiefe gleichermaßen zu präsentieren. Im einzelnen:
Latry begann mit P+F G-Dur BWV 541. Das kam wunderbar klar konturiert und deutlich. Alles war durchhörbar und präzise. Sehr schön gleichmäßig im Fluß auch BWV 645 “Wachet auf”, wobei der c.f. nicht zu aufdringlich registriert war.
Francks zweiter Choral wurde sodann zelebriert. Sehr ruhig im Tempo ging es los; auskostend jede Wendung. Ganz herrlich die Passagen im geschlossenen SW. Alles folgerichtig sich ergebend - wie selbstverständlich - zum Mitatmen. Kurz: Bestens.
Mit Verve und hoher technischer Brillanz danach Dupré, 1. Satz aus der Symphonie Passion. Eine Berceuse à la memoire de Louis Vierne von Cochereau (Impro abgehört und in Noten gesetzt von Fréderic Blanc) folgte. Viele schöne Solostellen gab es hier, auch versonnene Momente. Fraglich sind solche Stücke allerdings trotzdem: Von C in NDdP gespielt, von fremdem Ohr gehört via Tonträger, von dieser Hand in Noten gesetzt, von dritter Hand gespielt auf einer anderen Orgel... wieviel vom Original mag da noch drin sein (stille Post!)?
Ausnahmsweise mit Noten spielte Latry danach “Évocation II” von Escaich. Das war mitreißend; die Zuhörer strahlten sich danach kopfnickend gegeseitig an. Am Ende eine Improvisation über ein auf Gregorianik basierendes Adventslied (So Marcel Andreas Ober in der Begrüßung - den Titel habe ich leider nicht verstanden).
Sofort einsetzender, warmherziger Beifall, der sich zu standing ovations steigerte. Zugabe Bach “Nun komm, der Heiden Heiland” in beseelter und somit auch beseeligender Ruhe. Ein großer Abend.
Gruß Clemens Schäfer
Vorschau Internationale Orgelkonzerte an St. Lambertus, D-Altstadt, 19:30h, Eintritt frei
07.01.2013: Marcel Andreas Ober (Poulenc und Hakim Orgelkonzerte, Ltg. Odilo Klasen)
04.02.2013: Christoph Kuhlmann, Köln
04.03.2013: Johannes Trümpler, Abtei Maria Laach
01.04.2013: Marcel Andreas Ober (österl. Musik v. Bach, Escaich u.a.)
06.05.2013: NN
03.06.2013: Giampaolo di Rosa, Rom
01.07.2013: Elisa Teglia, Bologna
05.08.2013: Stephen Tharp, New York, USA
02.09.2013: Prof. Roland Maria Stangier, Essen
07.10.2013: NN
14.10.2013: Wolfram Goertz, Marcel Andreas Ober, Ars Cantandi (Eben, Faust, Suita liturgica)
04.11.2013: Prof. Stefan Schmidt, Würzburg
02.12.2013: Thierry Escaich, Paris
Vorschau Winterliche Orgelkonzerte des kath. Kantorenkonvents, 19:30h, Eintritt frei
07.01.2013: St. Lambertus (D-Altstadt), siehe oben!
14.01.2013: St. Maximilian (D-Altstadt), Klaus Wallrath, Pamela König
21.01.2013: Herz-Jesu-Kirche (D-Derendorf), Wolfram Goertz, Hanjo Robrecht
28.01.2013: St. Antonius (D-Oberkassel), Markus Hinz, Gesualdo-Ensemble
04.02.2013: Liebfrauenkirche (D-Flingern), Alexander Herren
18.02.2013: St. Martin (D-Unterbilk), Prof. Jürgen Kursawa
25.02.2013: St. Franziskus-Xaverius (D-Mörsenbroich), Reinhard Kluth, Markus Belmann
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)