Prof. Johannes Geffert in St. Antonius, D-Oberkassel

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 02. Dezember 2012, 17:18 (vor 5083 Tagen)

Hallo Forum,

mit dem Konzert von Prof. Johannes Geffert am 02.12.2012 in St. Antonius, Düsseldorf-Oberkassel, ging es in die zweite Runder der Vorstellung der neuen Chororgel. Diese, letzte Woche geweiht, zeigte sich unter den Händen Gefferts von ihrer besten Seite.

Dazu hatte Gefferts allerdings auch ein passendes Programm ausgewählt: Er begann mit dem Magnificat in G von Jean-Francois Dandrieux. Das Gravement kam zurück- und innehaltend, Gaiment mit fröhlichen Flöten, Gracieusement filigran, Vif et marque etwas heftiger, Tendrement zart und Vivement et marque lebhaft. Schon hier ging es um fast die ganze Palette der Orgel. Gekonnt in Szene gesetzt.

Von Vivaldi gab es das von Bach bearbeitete Konzert a-moll mit dem bekannten romantisierenden Adagiosatz. Geffert bewies langen Atem. Und man hörte den schönen Stimmen gerne zu.

Marsch und Fuge über “Hoch tut euch auf” aus Händels Messias von Guilmant folgten; der Marsch zunächst wie von Ferne aus dem geschlossenen SW. Sehr schön auch das Scherzo g-moll von Gigout mit apartem Trio.

Höhepunkte aber wurden die beiden Schlußstücke: Von Saint-Saens gab es Fantaisie III C-Dur op. 157, von Mozart Fantasie f-moll KV 608. Es war die reine Freude zu sehen und zu hören, wie Geffert sich hier um nahezu jede Phrase intensiv kümmerte. Da blieb nichts unbedacht. Er hatte sich für das Geschehen genau überlegt, wie es starten, anlaufen, ablaufen, enden sollte. Das war überzeugend und meisterlich. Und das Ergebnis war halt nicht reine Kopfarbeit sondern herrlich fließende Musik. Erstaunt ist man immer wieder, wie weit Saint-Saens doch bereits ist - überall flackert der Impressionismus auf. Und Mozarts Tiefe wird gerade in den lakonischen Wiederholungen, die alle variiert sind, offenbar.

Dankbarer Beifall aus der gut besuchten Kirche (über 100 Hörer). Am 09.1 2., 16h, spielt Frank Stanzl Werke von Bach, Liszt, Ravel, Léfebure-Wély und Stanzl.

Gruß Clemens Schäfer

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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