O-Ton "St. Reinoldi-Orgel kaputt"

www.Orgeljournal.de, Donnerstag, 29. November 2012, 19:02 (vor 5085 Tagen)

"St. Reinoldi-Orgel kaputt: Konzerte auf der Orgel vorerst gestrichen ... Reinoldi-Kantor Gerard Bunk hat die „Orgel-Feierstunden“ 1929 in der Reinoldikirche ins Leben gerufen, der amtierene Reinoldikantor Klaus Eldert Müller hat sie vor sechs Jahren wiederbelebt. Totensonntag wurde die beliebte Konzertreihe überraschend beerdigt ..."

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/kultur/Konzerte-auf-der-Orgel-vorerst-ge...

Matthias

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Donnerstag, 29. November 2012, 19:06 (vor 5085 Tagen) @ www.Orgeljournal.de

Also ist es jetzt beschlossene Sache, daß der Neubau kommt?

"Klaus Müller ergänzte das Programm mit Werken von Bach und Brahms. Die Choralvorspiele, in denen Brahms um den Tod von Clara Schumann trauert, klangen auch mit halber Orgelkraft gespielt noch einigermaßen auf dem Instrument, das der Dortmunder Stadtkirche in diesem Zustand nicht mehr würdig ist."

Ja was denn nun? Unwürdig - oder sogar mit halber Kraft noch "einigermaßen"?

Ich dachte, daß die Zeit des systematischen "Kaputtredens" solcher Instrumente mittlerweile an ihr Ende käme.

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FranzS. @, Donnerstag, 29. November 2012, 19:43 (vor 5085 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ich dachte, daß die Zeit des systematischen "Kaputtredens" solcher Instrumente mittlerweile an ihr Ende käme.

Wobei die Bezeichnung "solche Instrumente" irgendwie auch nicht zutrifft. Wenn ich mir die Aufnahmen anhöre, würde ich das Instrument nicht auf 1958 schätzen. Für mich klingt die Orgel nach 1980er-2000er Jahre, also nach "Universalorgel" im positiven Sinn.

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Donnerstag, 29. November 2012, 19:59 (vor 5085 Tagen) @ FranzS.

Umso tragischer, daß man sich wohl wirklich für den Neubau entschieden hat.

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Donnerstag, 29. November 2012, 20:35 (vor 5085 Tagen) @ www.Orgeljournal.de

Ich frage mich ja übrigens, warum hier kein salomonisches Urteil möglich ist.

Beispiel: Die Walcker-Orgel wird unter Denkmalschutz gestellt und technisch saniert.
Der Organist aber darf nach Herzenslust für eine ergänzende Chororgel sammeln. Und wenn er das geschafft hat, bekommt er als Belohnung einen elektrischen Generalspieltisch obendrauf. So hat er zwar 'ne "neue" und etwas Ergänzung, für die er selbst die Werbetrommel rühren muss, aber das Kulturdenkmal "Bunk-Orgel" ist erhalten.

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untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Donnerstag, 29. November 2012, 23:12 (vor 5084 Tagen) @ Poupoulcorouse

Das wäre natürlich eine wahrhaft salomonische und mehr als zufriedenstellende Gesamtlösung. Offenbar hier leider nicht gewollt und bewusst das "Ende" einer an sich wohl gar nicht so schlechten Orgel (wie ist sonst die schöne Motette-CD zu interpretieren?) herbeigeredet oder noch mehr....

Naja, freut sich halt wieder irgendeine Gemeinde in Polen oder Slowenien über eine gebrauchte und dann hoffentlich gut sanierte Grossorgel...

Grüsse

Thomas

--
Thomas Haubrich

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Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Freitag, 30. November 2012, 09:21 (vor 5084 Tagen) @ untersatz32

Genau all diese Dinge sind ja vor einiger Zeit auch in Düsseldorf passiert. Jetzt gibt es dort eine neue Orgel, die eigentlich keiner gut findet, aber keiner will es auch zugeben. Und damit seinerzeit ja keiner auf die Idee kam, die Orgel doch noch gut zu finden, wurde sie einfach in den Container geworfen, obwohl es Kaufinteressenten gab. Da war auch der Sachverständige mit von der Partie.
Ich habe es schon einmal gesagt: was da in Dortmund passiert, ist ein Skandal.
Und es stimmt: die vorhandene CD-Einspielung zeugt absolut von der klanglich hervorragenden Qualität des Instruments.

Reinhard Kluth

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Abstrakte, Freitag, 30. November 2012, 14:11 (vor 5084 Tagen) @ Reinhard Kluth

Was hat es denn mit dem Fall in Düsseldorf auf sich?

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jrbecker @, Freitag, 30. November 2012, 14:35 (vor 5084 Tagen) @ Abstrakte

Was hat es denn mit dem Fall in Düsseldorf auf sich?

Wenn wir dies erführen, sollte es in einem neuen Thread erfolgen, der vielleicht auch einen entsprechenden Titel trüge. Oder hat es mit der Reinoldi-Orgel in Dortmund etwas zu tun?

O-Ton "St. Reinoldi-Orgel kaputt"

Friedrich @, Freitag, 30. November 2012, 14:38 (vor 5084 Tagen) @ Abstrakte

Was hat es denn mit dem Fall in Düsseldorf auf sich?

Ich kann total falsch liegen, aber da die Andeutung von Herrn Kluth kommt, habe ich St. Peter in Verdacht, wo vorher eine große, viermanualige Kreienbrink mit elektrischer Traktur stand. Nur dass ich den Eindruck habe, dass es schon einige gibt, die das Göckel-Gerät mögen – könnte also auch was anderes gemeint sein.

Gruß,
Friedrich

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Freitag, 30. November 2012, 15:50 (vor 5084 Tagen) @ Friedrich

Und die Kreienbrinkorgel hatte sogar eine "Silbermanntrompete"! Sowas reißt man doch nicht ab ;-)

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Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Freitag, 30. November 2012, 19:48 (vor 5084 Tagen) @ Poupoulcorouse

Jawohl, Wolfgang hat Recht: ich habe mich auch heute morgen vor Lachen gekringelt, als ich in der Zeitung die Geschichte des Logos von :D gelesen habe.
Aber im Ernst: es handelt sich tatsächlich um St. Peter. Ich möchte hierüber aber keinen neuen Thread aufmachen, da die Sache zu lange zurückliegt.
Ich habe die Kreienbrink-Orgel damals 3 Jahre (1983-1986) mit dem Orgelbauer gehegt und gepflegt und sie sehr gerne gespielt.Der zuständige Sachverständige hatte in dieser Zeit dort ein Konzert gespielt und war voll des Lobes über diese Orgel. (Die Silbermann-Trompete hatte allerdings nichts mit der Bauweise des Namensgebers zu tun). Merkwürdigerweise war die Orgel schon kurze Zeit nach meinem Weggang dort "in einem desolaten und irreparablen Zustand. Orgelbaumeister Kreienbrink und ich wurden zu Rate gezogen und wir waren beider übereinstimmend der Meinung, daß das Instrument, da die regelmäßige Pflege ausgeblieben war, eine Generalrenovierung nötig hatte. Das Ergebnis war, daß die Orgel zugunsten des Instruments von Göckel abgerissen wurde. Nachfragen von Kirchengemeinden um den Kauf des Instruments wurden abschlägig beschieden.
Ich bin froh, daß ich die Orgel wenigstens klanglich mit einer CD-Aufnahme für die Nachwelt erhalten konnte (Camillo Schumann).
Über die Göckel-Orgel möchte ich nicht viel sagen. Ich habe sie in einem Konzert nach der Weihe gespielt und sie seinerzeit mit Jan Bonefaas klanglich überprüft, der auch ob der Lautstärke entsetzt war. Und sehr viel besseres höre ich bis heute von einer großen Anzahl kompetenter Kollegen auch nicht. Als wir mit unserem Kantorenkonvent im Anfang d.J. die Missa cum Jubilo dort aufführten, hatten wir (ca.15 Männer)erhebliche Probleme mit der Lautstärke des Instruments; selbst bei Piano-Registrierungen war ein adäquates Musizieren kaum möglich.
Aber bitteschön, das ist alles Geschmackssache.
Herzl.Gruß und schönen Abend, Reinhard Kluth

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Abstrakte, Samstag, 01. Dezember 2012, 00:57 (vor 5083 Tagen) @ Reinhard Kluth

Danke!

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hardy, Samstag, 01. Dezember 2012, 13:33 (vor 5083 Tagen) @ Poupoulcorouse

Am besten: hinfahren und sich selbst ein Bild (optisch, akustisch, am besten in die Orgel hineinsehen) machen und dann urteilen.
Ich habe sie vor etlichen Jahren gehört und fand den Klang nicht schlecht, sozusagen befriedigend; laut dem Vorgänger des Kantors Müller reiche die Klangstärke damals (vor ca. 15 Jahren) normalerweise aus, nur an Weihnachten bei voller Kirche wäre es dann etwas "eng". Allerdings weiß ich auch aus 1. Hand, daß sie technisch und "zugangsmäßig" wohl nicht gerade toll ist.

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Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Samstag, 01. Dezember 2012, 14:25 (vor 5083 Tagen) @ hardy

aber dann kann sie doch technisch auf den neuesten Stand gebracht und nicht gleich entfernt werden.
Reinhard Kluth

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FranzS. @, Samstag, 01. Dezember 2012, 14:36 (vor 5083 Tagen) @ Reinhard Kluth

aber dann kann sie doch technisch auf den neuesten Stand gebracht und nicht gleich entfernt werden.
Reinhard Kluth

Richtig, eine eigentlich gute Orgel als Verbrauchsgut anzusehen ist schlicht und einfach unmoralisch.

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Schreipositiv @, Wetter, Samstag, 01. Dezember 2012, 15:29 (vor 5083 Tagen) @ Reinhard Kluth

aber dann kann sie doch technisch auf den neuesten Stand gebracht und nicht gleich entfernt werden.
Reinhard Kluth

Wenn es tatsächlich "zugangsmäßig" Probleme gibt, wie hardy schrieb, dann dürfte eine Beseitigung des Problems sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich werden.

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daggies @, Samstag, 01. Dezember 2012, 17:32 (vor 5083 Tagen) @ Schreipositiv

Wieso? Dann kann Klais das Ganze doch einfach "re-organisieren" ;-)

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Orlos, Samstag, 01. Dezember 2012, 21:15 (vor 5082 Tagen) @ Schreipositiv

Ach, immer das Gerede vom "Zugang". Wie oft muss man denn IN eine Orgel steigen? Wenn man bei der Stimmung der Zungenstimmen etwas tolerant ist, reicht es, zweimal im Jahr diese Register nachzustimmen. Eine jährliche Komplettstimmung aller Pfeifen ist normalerweise nicht notwendig und für die Pfeifen auch gar nicht gut.
Es gibt Orgeln, bei denen ich häufig an die Traktur muss und andere Orgeln, bei denen ich nie an die Traktur muss. Vielleicht ist das auch ein Kriterium, ob es sich um eine "gute Orgel" handelt.

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Friedrich @, Samstag, 01. Dezember 2012, 21:51 (vor 5082 Tagen) @ Orlos

Ach, immer das Gerede vom "Zugang". …

Naja. Aber es ist nun mal eine Tatsache, dass Orgeln, die schlecht zugänglich sind, nicht lange leben.
Am längsten leben die, bei denen man überall ran kommt – ob oft oder nicht, ist ja egal, Hauptsache, man kann, wenn man muss!

Gruß,
Friedrich

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doppelfloete_h @, Hannover, Samstag, 01. Dezember 2012, 22:45 (vor 5082 Tagen) @ Friedrich

Genau so ist es! Und ich habe hier vor Ort ein Beispiel, wo es mit List, Tücke und schweizerischem Sachverstand gelang, in ein unzugängliches Instrument Ordnung, System und nicht zuletzt Zugang reinzubekommen...

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 01. Dezember 2012, 23:17 (vor 5082 Tagen) @ doppelfloete_h

Ich möchte außerdem nochmal daran erinnern, daß dort sogar eine Orgel mit MEHR Registern als bisher entstehen soll. Also kann einem wirklich niemand mit Platzmangel kommen.

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Tabernakelwanze @, Niederrhein, Sonntag, 02. Dezember 2012, 16:29 (vor 5082 Tagen) @ Orlos

Grundgütiger!!! Zweimal im Jahr die Zungen stimmen? Das setzt allerdings wirklich ein sehr hohes Maß an Toleranz voraus. Na ja, wenn die Orgel in einer Tropfsteinhöhle mit konstanten 14 Grad steht mag das angehen. Ich hatte letzten Sonntag 21 Grad, heute waren es 17, weil die Fußbodenheizung nicht nachkommt. So erlebe ich jedes Mal eine Überraschung mit meinen kurzbechrigen Zungen.

--
Gruß vom Niederrhein

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Karl-Bernhardin Kropf, Sonntag, 02. Dezember 2012, 20:36 (vor 5082 Tagen) @ Tabernakelwanze

Schließe mich der "Erschütterng" an - bin auch in unserer ungeheizten Kirche alle zwei bis drei Wochen zum Stimmen in der Orgel. Jan Adam Reincken (damals ebenfalls ungeheizt) soll, steht glaube ich bei Mattheson, wöchentlich gestimmt haben....

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JSBach @, Aachen, Sonntag, 02. Dezember 2012, 20:47 (vor 5082 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

selbst mit seinen 100 Jahren noch? ;)

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Karsten, Sonntag, 02. Dezember 2012, 21:41 (vor 5081 Tagen) @ JSBach

Aber er wurde doch "nur" 79 jahre alt ;)

Gruß
Karsten

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JSBach @, Aachen, Sonntag, 02. Dezember 2012, 21:47 (vor 5081 Tagen) @ Karsten

ich weiß... find nur die Legende/das Bild des 100 jährigen Reincken der in seiner Orgel rumkrackselt zum Zungenstimmen so schön

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 02. Dezember 2012, 21:58 (vor 5081 Tagen) @ JSBach

Bei einer so reich mit Zungenstimmen gesegneten Orgel wie St. Katharinen in Hamburg - da hat sich das aber auch gelohnt :-)

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Friedrich @, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:01 (vor 5081 Tagen) @ JSBach

ich weiß... find nur die Legende/das Bild des 100 jährigen Reincken der in seiner Orgel rumkrackselt zum Zungenstimmen so schön

Wahrscheinlich war er ja auch 20 Jahre jünger, und Mattheson hatte gesponnen.

Aber auch mit Ende siebzig ist es wohl kein Spaß, das Stimmeisen zu schwingen.

Gruß,
Friedrich

O-Ton "St. Reinoldi-Orgel kaputt"

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:09 (vor 5081 Tagen) @ Friedrich

Nur so nebenbei:


Vincent Lübeck ist sogar noch älter geworden. Und der hatte in seiner riesigen Nikolai-Orgel sogar noch mehr zu stimmen als Reincken in St. Katharinen (17 zu 16 Zungenstimmen).

Fröhliches Kraxeln

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:23 (vor 5081 Tagen) @ JSBach

ich weiß... find nur die Legende/das Bild des 100jährigen Reincken der in seiner Orgel rumkrackselt zum Zungenstimmen so schön

A propos "kraxeln": Vor ein paar Monaten hatte ich mal EG 254 zu begleiten "Wir woll'n uns gerne wagen". Die muntere Melodie (die erste!) fand ich ganz ansprechend, den Text - naja. "Und unsre Steine tragen auf's Baugerüst"... darf man sich bei dem üblichen Sonntagmorgen-Publikum wohl nicht zu bildlich vorstellen ;-)

Fröhliches Kraxeln

JSBach @, Aachen, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:27 (vor 5081 Tagen) @ perotin

tja gibt halt doch so ein paar etwas überlebte Choräle...

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FranzS. @, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:29 (vor 5081 Tagen) @ Poupoulcorouse

Nur so nebenbei:


Vincent Lübeck ist sogar noch älter geworden. Und der hatte in seiner riesigen Nikolai-Orgel sogar noch mehr zu stimmen als Reincken in St. Katharinen (17 zu 16 Zungenstimmen).

Angenommen J.C.F.Fischer wäre ein paar Tage später getauft worden, als geboren (was damals aber nicht unbedingt der Fall war), hat er möglicherweise die 90 noch erreicht. Ob er in dem Alter auch noch in der Orgel rumgekrochen ist?

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JSBach @, Aachen, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:31 (vor 5081 Tagen) @ FranzS.

naja, Widor hat doch auch noch bis über 90 die Messen gespielt...

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:32 (vor 5081 Tagen) @ FranzS.

Wusste man denn in Süddeutschland zu der Zeit überhaupt schon, was Zungenstimmen sind? ;-)

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FranzS. @, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:36 (vor 5081 Tagen) @ Poupoulcorouse

Wusste man denn in Süddeutschland zu der Zeit überhaupt schon, was Zungenstimmen sind? ;-)

Ha, so was muss man sich doch nicht gefallen lassen! Wir haben unsere Zungen schon gestimmt, da seid Ihr da oben noch katholisch gewesen ;-)

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:42 (vor 5081 Tagen) @ FranzS.

Jaja ... ihr habt doch alles, was nicht niet- und nagelfest war, einfach als "Pusaun" bezeichnet und damit hatte sichs dann ;-)


Stell dir mal vor, ein norddeutscher Organist kam in den Süden und zog mit Freude die "Pusaun" im Hauptwerk und dann knötterte das Regälchen leis im Pleno mit ;-)

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untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:48 (vor 5081 Tagen) @ Poupoulcorouse

Nana, seinerzeit wurden doch norddeutsche Organisten, die dann auch noch die pusaundl ins plenum zogen, als Ketzer gemartert!!! :-)

--
Thomas Haubrich

O-Ton "St. Reinoldi-Orgel kaputt"

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:51 (vor 5081 Tagen) @ untersatz32

Tja, dafür sind die Buxtehudes und Bruhnsens und Reinckens und Lübecks und nicht zuletzt Bachs heute bekannter als die ... die ... die ... ja wer denn?

Hähähä ;P

Nein, Spaß beiseite ... natürlich sind auch süddeutsche "Pusaundl" Register von nicht zu leugnendem Liebreiz :-)

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Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:53 (vor 5081 Tagen) @ untersatz32

Ach was! Wir hatten hier im Süden schon Zungenstimmen, da haben "die da oben" noch an den Knochen der Missionare genagt ;-)

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Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Sonntag, 02. Dezember 2012, 22:54 (vor 5081 Tagen) @ untersatz32

Leute, Ihr seid einfach Klasse. Es macht Spaß, Euch zuzulesen. Was machen wir denn da als Niederrheiner? Wir hängen genau dazwischen. Wahrscheinlich wollten wir uns aus dem Krieg raushalten und haben darum soviel von den Franzosen übernommen. Das haben schon die alten Königs und Stumms gemacht.
Reinhard Kluth

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Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 02. Dezember 2012, 23:06 (vor 5081 Tagen) @ Reinhard Kluth

War's in Wahrheit nicht eher so, daß die "Prägung" im Rheinland in Wellen stattfand?
Erst mehr aus Richtung Brabant (ten Bendt, usw.) und dann Frankreich (König, usw.)?

Wie sind in diesem Schema eigentlich die Weidtmänner einzuordnen? Weiß hier jemand, welcher Schule die zuzurechnen sind?

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hardy, Dienstag, 04. Dezember 2012, 18:10 (vor 5080 Tagen) @ Poupoulcorouse

Die aktuelle Orgel HÄNGT aber, da gibt es keine Empore... eine größere könnte da durchaus hinpassen.

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bluenote, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 11:34 (vor 5078 Tagen) @ FranzS.
bearbeitet von bluenote, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 12:20

Schade, dass ich nur sporadisch in dieses Forum schaue. Beinahe wäre mir ein Herzblutthema entgangen.

Wenn man sich mit der Entwicklung der Musik von Gerard Bunk beschäftigt, wird klar, dass diese Orgel klanglich richtung Universalorgel gehen *muss*. Wenn wir heute einen Blick auf die Werke Gerard Bunks werfen, sehen wir in erster Linie die fantastischen, wundervollen Werke in der spätromantischen Tradition, die um 1910, 1920 entstanden sind. Diese Werke werden gerne in Zusammenhang mit der alten Reinoldi-Orgel gesehen, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde und 107 Register auf 5 Manualen hatte. Bunk war ab 1925 bis zu seinem Tode 1958 Reinoldikantor. Im Jahre 1958 - seinem Todesjahr - wurde das derzeitige, umstrittene Instrument gebaut. Insofern ist es sein Vermächtnis. Bunk akzeptierte die Orgelbewegung nur unter Vorbehalt. Aus Schriftwechseln zur Disposition der Westfalenhallenorgel (1955), die mir vorliegen, weiß ich, dass Bunk nach dem zweiten Weltkrieg daran gelegen war, den Klang der Orgel zwar "jugendlich schlank" zu machen, ohne aber sinfonische Ideale aufzugeben und einen orgelbewegten Purismus zu huldigen. Dies geht u.A. auch aus seiner Biographie "Liebe zur Orgel" (1958 [sic!]) hervor. Und wenn man sich die Orgelwerke Bunks anschaut, die er zuletzt komponiert hatte (vor allem seine Choralimprovisationen), merkt man deutlich eine interessante Vermischung von Kompositionstechniken des Barock, der Renaissance und spätromantischen Elementen. Am Rande sei nur bemerkt, dass auch Bunk keine Skrupel hatte, seine sinfonischen Werke wie die Fantasie op.57 auf einer orgelbewegten 18-Register-Orgel aufzunehmen.

Es wird klar, dass die Reinoldi-Orgel Quintessenz seines Lebens ist und die Gesamtsumme seiner ästhetischen Ideale in sich vereint. Und damit hört sich das Instrument halt "universell" an und gewinnt dadurch eine Einzigartigkeit.

Soweit ich informiert bin, wünscht man sich eine Orgel, die an das Ideal der alten Orgel, die bis 1945 existierte, heran kommt. Damit wird man aber nur vordergründig der Musik Bunks gerecht, denn sie negiert Bunks jahrzehntelange Weiterentwicklung, die hin zu einer Sonderstellung in der Orgelmusik führte.

Bunk schreibt auf der letzten Seite seiner Biographie "Liebe zur Orgel":

"Denn jetzt, da ich diese abschließenden Zeilen schreibe, rüstet man sich zur Errichtung einer großen Orgel in Reinoldi, die in ihrer reichen Disposition und Spielanlage jene Erfahrungen, die der Orgelbau in den vergangenen 50 Jahren gemacht hat, verwertet. [...] Jedenfalls, dessen bin ich mir sicher, wird sie in diesen Hallen in ihrer voraussichtlichen Großartigkeit es vermögen, den schmerzlichen Verlust [Anm.: der alten Reinoldiorgel], der uns betroffen, vergessen zu machen. Wohl denen, die nach schwerstem Verlust das zu sagen vermögen!
Und so hoffe ich auch, daß es mir beschieden sein möge, sie noch einige der immer schneller dahinfliehenden Jahre spielen zu können und noch eine Zeitlang der großen Schar der 'Spielleute Gottes' angehören zu dürfen.
Ich könnte mir mein Leben ohne Orgel einfach nicht vorstellen. Denn die Liebe zur Orgel - zur wahren Orgel! -, sie ist unendlich. Ende." (S.179).

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Dietmar

P.S.
Im nächsten Jahr ist Bunk-Jubiläum (125ter Geburtstag). Mal schauen, was zu diesem Anlass von Reinoldi kommt. Als Dortmunder und zugleich Liebhaber der Bunkschen Musik fühle ich mich dem verpflichtet und werde sicherlich selbst aktiv.

O-Ton "St. Reinoldi-Orgel kaputt"

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 12:08 (vor 5078 Tagen) @ bluenote

Schade, daß es hier keinen "Gefällt mir"-Button gibt.

Vielen Dank für diesen Beitrag!

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Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 13:03 (vor 5078 Tagen) @ bluenote

Hallo Dietmar,
danke für diesen guten Beitrag. Ich melde mich noch bei Dir.
Herzliche Grüße, Reinhard Kluth

O-Ton "St. Reinoldi-Orgel kaputt"

bluenote, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 18:59 (vor 5078 Tagen) @ Reinhard Kluth

Gerne, ich freue mich auf den Kontakt! Meine Email lautet info@die-populaere-orgel.de.

Ein Wink nach Düsseldorf!
Dietmar.

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