Neue Mathis Orgel in Feldbach
Guten Abend,
In der Stadtpfarrkirche Feldbach in der Oststeiermark
wurde im November eine neue Mathis-Orgel eingeweiht.
Das alte Instrument war eine Orgel von Max Dreher aus Salzburg
Baujahr 1941 mit 3 Manualen und elektromneumat. Kegelladen.
Das Instrument wurde nicht "verschrottet" sondern
wird in der Herz Jesu Kirche von Senta in Serbien wieder aufgebaut.
Hier ein Link zu einem kleinen Film über das Orgelprojekt.
Die neue Orgel lässt sicher keine Wünsche offen,
hat ebenfalls 3 Manuale und 46 Register.
Disposition:
Hauptwerk
Principal 16', Prästant 8', Flauto 8', Gambe 8'
Octave 4', Flöte 4', Quinte 2 2/3', Doublette 2'
Mixtur 2', Cymbel 1'
Cornet 8', Trompete 8'
Glockenspiel
Positiv
Principal 8', Gedackt 8', Octave 4', Rohrflöte 4'
Sesquialter 2 2/3', Octave 2', Larigot 1 1/3', Scharff 1 1/3, Krummhorn 8'
Tremulant, Zimbelstern, Weingartmann
Schwellwerk:
Bourdon 16', Diapason 8', Bourdon 8', Salicional 8', Voix celeste 8'
Principal 4', Flute Trav. 4', Dolce 4', Nasard 2 2/3', Cor de nuit 2'
Tierce 1 3/5', Plein jeu 2',
Bombarde 16', Tromp. harm 8', Basson Hautbois 8'
Pedal:
Untersatz 32', Principallbass 16', Subbass 16',
Octavbass 8', Ged.bass 8', Choralbass 4'
Mixtur 2 2/3', Posaune 16', Trompete 8'
Gruß, Martin
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Die neue Orgel lässt sicher keine Wünsche offen,
hat ebenfalls 3 Manuale und 46 Register.
Ich war sehr enttäuscht vom Klang des Instrumentes, der mich völlig kalt gelassen hat. Sehr kopflastig, kaum Fundament, lieblose Flöten, brettharte Zungen, ohrenbetäubendes Tutti.
Beim Einweihungskonzert wurden unter anderem Franck (Choral a-moll) und Widor (Toccata) gespielt, die Orgel sei angeblich dafür prädestiniert. Es kam keine Stimmung auf, das lag aber nicht an der Organistin, sondern an dem kalten, sterilen, unpersönlichen Klangbild.
Ich beschloss, der Orgel eine zweite Chance zu geben und besuchte eine Woche später ein Improvisationskonzert mit Manfred Tausch und Ulrich Walther, wo unter anderem abwechselnd an der großen Orgel und einer Truhenorgel (Allgäuer) gespielt wurde, wobei an letzterer demonstriert wurde, wie lieblich Flöten klingen können. Der Klang der großen Orgel war indes nicht besser geworden.
Als es dann "symphonisch" wurde, machte sich bei einem vollgriffigen Akkord eine eklatante Windschwäche bemerkbar.
So konnte ich mir die restlichen Konzerte anlässlich der Einweihungsfeierlichkeiten "schenken".
Die Chororgel in Mariazell (auch von derselben Firma) hat mir ausnehmend gut gefallen, vielleicht waren deshalb meine Erwartungen (zu?) hoch.
Wie wohltuend war dagegen der Klang der Rieger-Orgel von 1970 (III/44, intoniert von Georg Jann) in der Grazer Stadtpfarrkiche, den ich letzten Montag in einem Improvisationskonzert mit Peter Planyavsky hören konnte: singende Prinzipale, leuchtende Mixturen, ausgewogenes, gut zeichnendes Fundament, bezaubernde Flöten.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Hui, vielen Dank für diese Eindrücke. Ich habe bisher nämlich nur Positives über die neue Feldbacher Orgel gehört - klarereweise von den Personen, die sehr eng mit diesem Projekt zu tun gehabt haben. Ein emeritierter Orgelprofessor aus Graz hat angeblich sogar gesagt, dies sei die schönste Orgel, die er jemals gespielt hat. Ursprünglich wollte ich mir das Konzert von Planyavsky am vergangenen Sonntag anhören, nur habe ich mit der Organistin, die eine Studienkollegin von mir ist, einen "privaten" Termin vereinbart, der aber noch zustande kommen muss. Jetzt bin ich eigentlich noch neugierieger, wie die Orgel denn geworden ist.
M
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Hui, vielen Dank für diese Eindrücke. Ich habe bisher nämlich nur Positives über die neue Feldbacher Orgel gehört - klarereweise von den Personen, die sehr eng mit diesem Projekt zu tun gehabt haben. Ein emeritierter Grazer Orgelprofessor aus Graz hat angeblich sogar gesagt, dies sei die schönste Orgel, die er jemals gespielt hat. Ursprünglich wollte ich mir das Konzert von Planyavsky am vergangenen Sonntag anhören, nur habe ich mit der Organistien, die eine Studienkollegin von mir ist, einen "privaten" Termin vereinbart, der aber noch zustande kommen muss. Jetzt bin ich eigentlich noch neugierieger, wie die Orgel denn geworden ist.
M
Ich habe kürzlich mit einem ausgewiesenen Mathis-Fan gesprochen. Sogar er ist ziemlich enttäuscht.
Aber möglicherweise ist der Eindruck am Spieltisch ein völlig anderer als im Kirchenschiff.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Positiv
Principal 8', Gedackt 8', Octave 4', Rohrflöte 4'
Sesquialter 2 2/3', Octave 2', Larigot 1 1/3', Scharff 1 1/3, Krummhorn 8'
Tremulant, Zimbelstern, Weingartmann
Was bitte, ist ein Weingartmann? Eine kleine Recherche ergab nur diesen Treffer. Ich denke, der Registername ist eine Hommage an einen edlen Spender. Doch was verbirgt sich dahinter?
fragt sich grübelnd
der Hausorgler
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Was bitte, ist ein Weingartmann? Eine kleine Recherche ergab nur diesen Treffer. Ich denke, der Registername ist eine Hommage an einen edlen Spender. Doch was verbirgt sich dahinter?
Eine Art Windspiel, das an den gläsernen Klang von Weinflaschen gemahnen soll. Als es beim Einweihungskonzert eingesetzt wurde, dachte ich zuerst an ein Mobiltelefon ;-)
Der amtierende Pfarrer in Feldbach heißt mit Nachnamen Weingartmann.
Gruß, Florian
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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Ah.. ein Denkmal ;-) Danke für die Info.
Vom Ursprung der Registernamen
Dechant, Pfeife und Flasche
![[image]](http://media05.regionaut.meinbezirk.at/2011/07/04/2221031_web.jpg?1309795250)
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Klingt, als wäre die Orgel einfach für romantisch-symphonisches nicht geeignet. Vielleicht klingt sie bei Barockem viel überzeugender.
Vom Ursprung der Registernamen
uh das ist ja die perfekte Vorlage für böse Wortspiele... :P
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Interessanter Einwand. Als ich die Disposition das erste Mal las, dachte ich mir, dass dies ein gutes Beispiel sei für eine Orgel, bei der man beim Lesen nicht wissen kann, wie sie klingen wird, denn die stilistische Ausprägung ist so weit gefächert, dass sehr vieles möglich wäre. Nun muss sich der Orgelbauer bei Mensuren, Bauweise und Intonation aber eben doch entscheiden, wie z. B. im HW die Flöte oder die Gambe klingen sollen. Wird die Gambe zu romantisch, also solistisch-sägend, ist sie als Begleitregister kaum einsetzbar; wird die dagegen zu weich, fehlt der Orgel ein Soloregister. Streng "barock" intoniert, ist sie fast nur allein akkordisch zu gebrauchen wegen der langsamen Ansprache. Ähnliches gilt für Prinzipale und Mixturen. Beim Lesen der Disposition konnte man sich ein barockes Klangbild mit zusätzlichem Schwellwerk oder ein romantisches Klangbild mit ein paar hohen Mixturen vorstellen.
Natürlich gibt es als dritte "Lösung" noch eine Art Kompromiss, bei dem dann gar nichts stilistisch "richtig" klingt. So etwas kann auch wieder interessant sein - oder völlig in die Hose gehen.
Vor einigen Jahren habe ich die Metzler-Orgel in Freiburg spielen dürfen, die ein ähnliches Konzept aufweist. Sie gefiel mir am Spielschrank ganz gut, meine Frau empfand sie unten in der Kirche aber völlig anders.
Vielen Dank für die Eindrücke aus der Hörerperspektive.
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Natürlich war das, da aus der Ferne, kein "Urteil". Nur ein Denkanstoß.
Wenn das Tutti ohrenbetäubend klingt, dann ist sie vielleicht einfach für ein Tutti nicht gemacht. Und wenn Franck und Widor nicht klappen, dann vielleicht anderes.
"Lieblose Zungen" ... nunja, das ist wirklich Geschmackssache. "Brettharte Zungen" könnte für andere schon wieder eher 'n positives Urteil sein.
Die Windschwäche bei symphonischen Registrierungen könnte auch ein Indiz dafür sein, daß sie für sowas einfach nicht gedacht ist. Manchmal lässt man sich von einer vermeintlichen "Universaldisposition" ja auch täuschen.
Vom Ursprung der Registernamen
Dechant, Pfeife und Flasche
Kenn man häufig auch in dieser Anordnung...
![[image]](images/uploaded/2012112818063250b652a866984.jpg)
Peter
OT: Vom Ursprung der Registernamen
Dechant, Pfeife und Flasche
Kenn man häufig auch in dieser Anordnung...
Das pfeifen doch die Domspatzen von den Dächern, daß man alten Wein dec(h)antieren soll... - jetzt wissen wir endlich auch, wo der Begriff herkommt!
meint, fröhlich grüßend,
Oliver
OT: Vom Ursprung der Registernamen
Ich denke mir vielmehr die ganze Zeit: Schenkt dem Herren doch mal jemand einen neuen Satz Hemden!
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Mitlerweile gibt es auf der Homepage der Firma Mathis eine kurze Vorstellung der neuen Orgel (samt Videobeitrag von der Orgelweihe).
Bei der Feldbacher Orgel fällt auf, dass sie sich kaum von der ähnlich großen, aber ein Vierteljahrhundert älteren Orgel im Dom zu Klagenfurt unterscheidet. Beide Instrumente wurden halt von derselben Person konzipiert ...
M
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Mitlerweile gibt es auf der Homepage der Firma Mathis eine kurze Vorstellung der neuen Orgel …
Öäh!
Prospekt in Altdeutsch mit blickdichten Stores!
HErr, lass Bauhaus werden!
Stoßseufzt
Friedrich
Neue Mathis Orgel in Feldbach
:-))) ein ähnliches Empfinden machte sich bei mir auch breit. Diese Stores lassen den Prospekt nach oben optisch "verklingen". Das stört mich. So bleiben die gliedernden braunen Lisenen als frei herumstehende Zwischenbretter übrig. Da fehlt mir zum optischen Gleichklang oben ein entsprechender Abschluß.
Neue Mathis Orgel in Feldbach
Beide Instrumente wurden halt von derselben Person konzipiert ...
...die nur einen Orgelbauer kennt. *seufz*
Gruß, Florian
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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-