Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

prinzipalschlumpf, Samstag, 17. November 2012, 16:52 (vor 5099 Tagen)

Hallo Forianer ,

einen schönen guten Tag !

Nun ist eine Woche vergangen und ich habe , innerhalb dieser kurzen zeit , nun wieder die Gelegenheit genutzt um Orgel zu spielen und da setze ich direkt mal Bilder und Disposition dieser Orgel ins Forum .

Bei dem besagten Instrument handelt es sich um eine Orgel aus dem Hause Schuke/Berlin . Erbaut wurde diese Orgel im Jahre 1964 und es steht in einem Seitenschiff über der Werktagskirche !

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Hier die Disposition :

1.Man.
Rückpositiv :
Quintadena 8"
Spillpfeife 4"
Hohlpfeife 2"
Sifflöte 1"
Sesquialtera 2fach 11/3"
Prinzipal 4"
Mixtur 5fach
Terzcymbel 3fach
Dulcian 16"
Trichterregal 8"
Tremulant

2.Man.
Hauptwerk :
Bourdon 16"
Gemshorn 8"
Gedackt 4"
Rauschpfeife 22/3"
Prinzipal 8"
Oktave 4"
Mixtur 5-6fach
Trompete 16"
Trompete 8"
Spanische Trompete 4"

3.Man.
Brustwerk :
Holzgedackt 8"
Spitzgedackt 4"
Prinzipal 2"
Scharff 3-5fach
Terz 13/5"
Quinte 11/3"
Sept-Quart 2fach 11/7"
Musette 16"
Krummhorn 8"
Tremulant

Pedal :
Subbaß 16"
Trichtergedackt 8"
Hohlflöte 4"
Rohrpommer 2"
Sesquialtera 3fach 51/3"
Prinzipal 16"
Oktave 8"
Hintersatz 4fach 4"
Mixtur 3fach
Posaune 16"
Trompete 8"
Schalmey 4"

Koppeln :
1.Man./2.Man.
3.Man./1.Man.
3.Man./2.Man.
1.Man./Ped
2.Man./Ped
3.Man./Ped

Gruß Prinzipalschlumpf

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

Trombetten @, Samstag, 17. November 2012, 18:05 (vor 5099 Tagen) @ prinzipalschlumpf

Der Sesquialter im pedal ist sicher eine Seltenheit, ebenso dass bei einer orgel dieser zeit die Zungenreihe im pedal keine lücke hat.
augenscheinlich ein akustisch schwieriger aufstellungsort.
danke für den bericht

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

Friedrich @, Samstag, 17. November 2012, 18:08 (vor 5099 Tagen) @ prinzipalschlumpf

Hallo Forianer ,
…
Bei dem besagten Instrument handelt es sich um eine Orgel aus dem Hause Schuke/Berlin . Erbaut wurde diese Orgel im Jahre 1964 und es steht in einem Seitenschiff über der Werktagskirche !

Einmal neobarock komplett, bitte. Sieht interessant und kennenswert aus, wenn auch akustisch schwierig. Das HW-Plenum ist sicher kein Spaß oben auf der Empore, dito die kleine Spanierin, die wahrscheinlich die akustische Brücke unter dem Bogen hindurch bilden soll. Lehrbeispiel fürs Disponieren einer solchen Zunge; und Grund für Organisten-Ohrstöpsel.

Das Freiburger Pauls-Gemshorn, wie hier neben Gedacktflöte und Bordun, habe ich in hervorragender Erinnerung – ein Ensemble in einem Register, mit sanft celloartigem Bass, bratschiger Mitte und flötig aufgehendem Diskant.

Verstehe ich die Fotos richtig: Das Brustwerk ist ein Kniewerk, der Spieltisch steht frei zwischen Hauptcorpus und Rückpositiv?

Gruß,
Friedrich

St. Antonius-war:Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohn

jrbecker @, Samstag, 17. November 2012, 21:39 (vor 5099 Tagen) @ Friedrich

Hallo Forianer ,
…
Bei dem besagten Instrument handelt es sich um eine Orgel aus dem Hause Schuke/Berlin . Erbaut wurde diese Orgel im Jahre 1964 und es steht in einem Seitenschiff über der Werktagskirche !


Einmal neobarock komplett, bitte. [...]

Jawohl, mit 41 Registern liest sich das hier schon ziemlich vollständig - wobei ich mir mit dem Lesen der Dispo etwas schwer getan habe... Kleine (wirklich nur kleine, wir wollen ja hier niemanden mit unseren Tipps verärgen!) Bitte an Prinzipalschlumpf: Wenn man zwischen 13/5' ein Leerzeichen lässt (1 3/5') liest es sich einfacher. Es gibt nämlich (z. B. bei Schulze/Kühn) auch die "reine Bruchschreibweise" für die Aliquoten und da steht dann z. B. die Angabe 32/3' im Pedal eben für die Quinte 10 2/3' ... und da habe ich hier prompt auch diese reine Bruchschreibweise vermutet und angefangen wild zu rechnen ... bevor ich erkannte, dass man ja nur ein Leerzeichen einfügen muss...

Naja, jetzt aber zurück zu dem eigentlichen Grund meines Postings: Es gibt in Essen Frohnhausen noch andere Kirchen und zumindest eine hat auch eine Orgel, die in ihrer Erbauungszeit wohl Beachtung gefunden hat und einen nicht uninteressanten Prospekt aufweist: Die Orgel in St. Antonius. Ist auch im Ruhrgebiets-Ommer aus S. 145 abgebildet. Mit 11 Registern weniger kann hier der Neobarock natürlich bei weitem nicht so komplett sein, trotzdem liest sich die Dispo von Ernst Kaller auch nicht uninteressant. Vor allem die doppelte 8'-Besetzung im SW unterscheidet sie von der Orgel in St. Elisabeth, in der beide Nebenmanuale nur einen labialen 8' besitzen, obwohl die Orgel 11 Register mehr hat! (Ob die Harfpeife des SW wohl eine Schwebung ist? Wer's weiß könnte es uns verraten!)

Essen-Frohnhausen, St. Antonius, Walcker 1962, Dispo: Ernst Kaller
Schleifladen mit kombinierter Traktur

Hauptwerk (C-g³)
Quintade 16'
Prinzipal 8'
Franz. Nachthorn 8'
Oktave 4'
Quinte 2 2/3'
Spitzflöte 2'
Mixtur V-VI
Trompete 8'


Schwellwerk (C-g³)
Hohlflöte 8'
Harfpfeife 8'
Prinzipal 4'
Trichterflöte 4'
Schweizerpfeife 2'
Septimen-Cornett IV
Scharfmixtur IV
Dulcian 16'
Rohrschalmey 8'

Tremulant


Kronwerk (C-g³)
Holzgedeckt 8'
Rohrflöte 4'
Prinzipal 2'
Quinte 1 1/3'
Zimbel II
Krummhorn 8'


Pedalwerk (C-f')
Prinzipalbaß 16'
Subbaß 16'
Offenbaß 8'
Oktavflöte 4'
Hohlschelle 2'
Rauschpfeife III
Posaune 16'


Normalkoppeln
2 freie Kombinationen


Dispo nach Ommer, Neue Orgeln im Ruhrgebiet, S. 144.

LGJörg

P.S.: Was macht denn ein Nachthorn zum "Franz." Nachthorn?

St. Antonius-war:Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohn

P.Kampf, Samstag, 17. November 2012, 22:06 (vor 5099 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von P.Kampf, Samstag, 17. November 2012, 22:18


P.S.: Was macht denn ein Nachthorn zum "Franz." Nachthorn?

Vielleicht ist sowas gemeint wie ein "Cor de nuit", ist meines Wissens nach auch Gedackt, aber nicht so weit wie ein deutsches Nachthorn, sondern eher eng und geht in Richtung Pommer.


Übrigens: Wer immer schon mal ne historische Schuke aus der Zeit haben wollte, die in den 70er-Jahren zur Erstausstattung gehörende große dreimanualige Schukeorgel aus der Musikhochschule Köln ist gerade in den letzten Ferien rausgeflogen und kommt auch nicht wieder rein.

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

Martin78 @, Samstag, 17. November 2012, 18:12 (vor 5099 Tagen) @ prinzipalschlumpf
bearbeitet von Martin78, Samstag, 17. November 2012, 19:07

Hallo Prinzipalschlumpf,

vielen Dank für die Bilder.

Ich finde immer interessant, etwas über solche Instrumente zu erfahren, die nicht so im großen Fokus der Öffentlichkeit stehen.

Verrätst du uns noch, wie dir die Orgel als Ganzes und die einzelnen Werke gefallen haben? Ist ja doch ein ausgesprochen obertöniges Instrument, was man heute eher nicht mehr so bauen würde, was ja aber vielleicht gerade deswegen erhaltenswert ist... ein 10-registriges Werk nur auf einer Quintade 8' als Labialbasis, mehrere kurzbecherige Zungen usw.

Viele Grüße
Martin

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 17. November 2012, 18:14 (vor 5099 Tagen) @ prinzipalschlumpf

Und im RP gibts wirklich "nur" die Quintadena als 8-Fuß-Labiale?

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

IvesDKerne @, Samstag, 17. November 2012, 20:43 (vor 5099 Tagen) @ Poupoulcorouse

Liebes Forum,
ich kenne diese Orgel gut. Die Aufstellung in dem Bogen ist der perfekte Standort für das Instrument.
Sie dienst Quasi als Brücke zwischen der "Werktagskapelle" und dem Hauptgottesdienstraum.
Der Bogen sit nicht geschlossen, sondern zu beiden Seiten offen.
Ohrenstöpsel sind nicht erforderlich, weil Schuke die Orgel vor einiger Zeit sehr schön neu intoniert hat.
Der Organist sitzt zwar unter der Spanischen Trompete, die ist aber gut auf den Raum abgestimmt.
Als ich das letzte mal dort gespielt habe, habe ich mal probiert einige Franzosen zu spielen und muss sagen, dass ich positiv überrascht war, dass die so gut gehen.
Wer mal hinfahren will, sollte sich mit Günter Haaß, dem Kirchenmusiker dort absprechen, er kann das Instrument wunderbar vorführen.
Gruß
IVES

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

prinzipalschlumpf, Samstag, 17. November 2012, 20:49 (vor 5099 Tagen) @ Poupoulcorouse

Hallo zusammen ,

da die Schukeorgel auf Interesse gestoßen ist will ich gleich mal ein paar weitere Infos geben bzw. berichten !

Die Quintade 8" , im RP , ist laut Disposition bzw. so wie ich das am Spieltisch gesehen habe die einzige 8"-Labialstimme ! Verständlischerweise ist das auch ziemlich ungewöhnlich . Soweit ich informiert bin , man möge mich korrigieren wenn ich falsch informiert bin , wurde die Orgel seinerzeit von Siegfried Reda disponiert . Das dürfte einige bei der Disposition einiges erklären !

Wenn man das Bild sieht könnte man meinen , sofern man nicht die räumlichen Gegebenheiten kennt , das die Orgel schlecht plaziert ist . Das ist sie aber nicht . Der Standort ist auf einer Empore die das Kirchenschiff von der Werktagskapelle trennt . Quasi nach Art eines Lettners . Zudem steht die Orgel rechts vom Altar undist somit direkt in das gottesdienstliche Geschehen mit eingebunden . Und klanglich kann man dieses Instrument , von jeder Ecke der Kirche , ohne Probleme erfassen denn das Instrument füllt den raum optimal !

Die Aufstellung dieser orgel stellt sich folgendermaßen da :

Das Rückpositiv steht zwar in der Brüstung aber nicht im Rücken des Spielers sondern , vom Spieltisch aus gesehen , zur rechten Seite . Das Brustwerk ist auf Spieltischhhöe positioniert , darüber das Hauptwerk und rechts davon das Pedal !

Der Höreindruck ist , für meine Begriffe und für mich persönlich , nicht brutal und auch nicht zu schrill . Klar ist der Höreindruck , auf der Empore , ein anderer als unten vom Kirchenschiff aber das ist normal .

Ich hoffe das ich , mit diesem Bericht , einige Fragen beantworten konnte . Sollte mir ,was durchaus passieren kann , ein paar Fehler unterlaufen sein so verzeihe mir man das bitte bzw. wenn es noch weitere fragen gibt , sofern ich diese beantworten kann , nur zu !

Gruß Prinzipalschlumpf

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

tiratutti @, Samstag, 17. November 2012, 21:25 (vor 5099 Tagen) @ prinzipalschlumpf

Hallo,

wenn es noch weitere fragen gibt , sofern ich diese beantworten kann , nur zu !

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ist die Registeranlage im Spieltisch original? Auf dem Bild sieht es so aus, als ob ein Setzer vorhanden wäre (Anzeigeteil mittig über dem 3. Manual, keine Kombinationsschalter, moderne Pistons).
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Zu den Pistons dann noch die Frage, was die alles schalten?

Grüße von tiratutti

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

prinzipalschlumpf, Samstag, 17. November 2012, 21:57 (vor 5099 Tagen) @ tiratutti

Hallo Tiratutti ,

die Registeranlage ist original ! Meines Wissens sind die Setzer neu hinzugekommen . Die Pistons betätigen die Koppeln , die Tremulanten und auch den Zimbelstern !

Gruß Prinzipalschlumpf

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

fluteceleste @, München, Sonntag, 18. November 2012, 14:39 (vor 5098 Tagen) @ prinzipalschlumpf

Hallo Tiratutti ,

die Registeranlage ist original ! Meines Wissens sind die Setzer neu hinzugekommen . Die Pistons betätigen die Koppeln , die Tremulanten und auch den Zimbelstern !

Gruß Prinzipalschlumpf

..also das Holz am Registertableau ist ja deutlich heller, deswegen tippe ich auf neu. Zumal ja zu der Zeit, als die Orgel gebaut wurde, nicht nur bei Schuke fast immer freie Komb. (mit den bunten Plastikzungen) gebaut wurden.

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

IvesDKerne @, Sonntag, 18. November 2012, 15:11 (vor 5098 Tagen) @ fluteceleste

Die Schalter sind die alten. Die Setzeranlage ist neu. Dabei wurden die alten Fk ersetzt.

Tremulanten auf Pistons

tiratutti @, Mittwoch, 21. November 2012, 21:34 (vor 5095 Tagen) @ prinzipalschlumpf

Hallo,

Die Pistons betätigen die Koppeln , die Tremulanten und auch den Zimbelstern !

interessant. Haben wir bei "meiner" Orgel auch gemacht, weil es einfach superpraktisch ist.

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Grüße von tiratutti

Tremulanten auf Pistons

JSBach @, Aachen, Mittwoch, 21. November 2012, 21:36 (vor 5095 Tagen) @ tiratutti

frage mich eh warum die meisten Orgeln kaum Pistons haben... zuviel stören meiner Meinung nach (in vernünftigem Rahmen) nicht... Koppeln, Setzer, vielleicht Absteller in Anlehnung an die französischen Anches...

Tremulanten auf Pistons

Aeolinchen, Donnerstag, 22. November 2012, 21:37 (vor 5094 Tagen) @ JSBach

frage mich eh warum die meisten Orgeln kaum Pistons haben... zuviel stören meiner Meinung nach (in vernünftigem Rahmen) nicht... Koppeln, Setzer, vielleicht Absteller in Anlehnung an die französischen Anches...

Ich komme in letzter Zeit öfters an eine Orgel mit zuvielen Pistons - in genau dem "vernünftigen Rahmen", den du beschreibst. Leider kann ich fast nichts damit anfangen. Es geht einfach zu viel Übzeit darauf, bis ich mit dem Fuß blind die Koppel II/I treffe (mittlere von drei Reihen, siebter Piston von rechts...)

Tremulanten auf Pistons

Oliver Horlitz ⌂, Mittwoch, 21. November 2012, 22:14 (vor 5095 Tagen) @ tiratutti
bearbeitet von Oliver Horlitz, Mittwoch, 21. November 2012, 23:14

Die Pistons betätigen die Koppeln , die Tremulanten und auch den Zimbelstern !


interessant. Haben wir bei "meiner" Orgel auch gemacht, weil es einfach superpraktisch ist.

Ein Vorschlag, den meiner Erinnerung nach Hans Klotz in seinem Buch macht, mit der Begründung, daß man den Tremulanten so "zum Schlussakkord abstellen kann, bei dem er stört"...

Ob er das auch zum Zimbelstern geschrieben hat, erinnere ich mich nicht.


Wofür sich aber auf jeden Fall ein Tritt lohnt, ist für "Tiratutti" (ich meine jetzt natürlich das der Orgel... ;-)


... so ein Tritt ist unter z.B. für den Orgelneubau vorgesehen, den ich gerade betreue - allerdings mit der Abwandlung, daß zwar mit dem Tritt das Principalplenum gezogen wird, aber plus Bordone 8´. Bei der Umkehrung aber bleibt dieses eine Register stehen und wird nicht mit den Principalen abgestoßen. Diese Variante habe ich mal an einer süddeutschen Orgel kennengelernt (ich meine von Sandtner, bin da aber nicht mehr ganz sicher) und finde sie sehr praktisch...

meint, freundlich grüßend,
Oliver

Tremulanten auf Pistons

Axel ⌂ @, Mechernich, Mittwoch, 21. November 2012, 23:04 (vor 5095 Tagen) @ Oliver Horlitz

Nicht nur zum Abschalten: Vor etlichen Jahren habe ich mal Tom Murray in der Yale-University mit Viernes Claire de lune gehört. Erster Melodieton mit geschlossenem SW öffenend, Begleitung im anderen SW gegenläufig, also Schweller weiter zu, auf dem Endpunkt Tremulant per Piston dazu.

Grüße
Axel

Tremulanten auf Pistons

Dorforganist @, Mittwoch, 21. November 2012, 23:05 (vor 5095 Tagen) @ Oliver Horlitz

... so ein Tritt ist unter z.B. für den Orgelneubau vorgesehen, den ich gerade betreue - allerdings mit der Abwandlung, daß zwar mit dem Tritt das Principalplenum gezogen wird, aber plus Bordone 8´. Bei der Umkehrung aber bleibt dieses eine Register stehen und wird nicht mit den Principalen abgestoßen. Diese Variante habe ich mal an einer süddeutschen Orgel kennengelernt (ich meine von Sandner, bin da aber nicht mehr ganz sicher) und finde sie sehr praktisch...

Macht tatsächlich Sandtner des öfteren siehe hier. Ist ungeheuer praktisch und erspart bei überlegter Verwendung den Registranten. Ich will bei der nächsten Überholung sogar noch ein die 4'-Prinzipale mit Abstellmöglichkeiten versehen lassen, so daß man z.B. zur Kirchenchorbegleitung nur ein "Chorplenum" mit einem Fußtritt aufregistrieren kann.

Was bei unserer Sandtner-Orgel auch noch sympathisch ist: die Fußtritte werden nicht eingehakt, sondern werden durch einen kleinen Balg wieder zurückgestellt, so daß die Bewegung für aus und an immer aus einem Tritt auf den (ordentlich massiven) Hebel besteht, der absolut geräuschlos und ohne Fehlermöglichkeiten wie Zurückspringen vonstatten geht.

Die Schukeorgel in St.Elisabeth/Essen-Frohnhausen

Martin78 @, Samstag, 17. November 2012, 22:02 (vor 5099 Tagen) @ prinzipalschlumpf

Die Quintade 8" , im RP , ist laut Disposition bzw. so wie ich das am Spieltisch gesehen habe die einzige 8"-Labialstimme ! Verständlischerweise ist das auch ziemlich ungewöhnlich . Soweit ich informiert bin , man möge mich korrigieren wenn ich falsch informiert bin , wurde die Orgel seinerzeit von Siegfried Reda disponiert . Das dürfte einige bei der Disposition einiges erklären !

Eine Quintade 8' als einzige Labialbasis eines Manualwerkes habe ich mal an der 1964 von Weimbs auf zwei Manuale erweiterten Brüstungsorgel in Blankenheim (Balthasar König hat auch mal dort gearbeitet, auf dieser Seite gibt es ziemlich weit unten ein paar Bilder) gespielt. Die Quintade 8' als einzige Labialbasis des neu hinzugefügten Manuals fand ich damals überhaupt nicht überzeugend und stilfremd, dabei mag ich eigentlich Quintaden sehr (an meiner ersten Übeorgel hatte ich eine Quintade 4' als einzigen Pedal-4'!). Der Besuch in Blankenheim ist aber schon Jahre her.

Martin

Quintatön als Basis

Orlos, Samstag, 17. November 2012, 22:38 (vor 5099 Tagen) @ Martin78
bearbeitet von Orlos, Sonntag, 18. November 2012, 18:26

Bei uns in Eltville haben wir in der Schwalbennestorgel auch nur eine Quintade 8' als Basis, das funktioniert aber erstaunlich gut, weil es keine dünne, "saure" Quintade ist (in den 70er Jahren wurde die Quintade als Streicher eingestuft!), sondern ziemlich dick und recht tragfähig ist. Sie gibt die Basis und ist trotzdem schön als typisches Soloregister zu gebrauchen. So kenne ich aber auch Quintaden aus der Zeit der Jahrhundertwende, also romantische. Und in Frankreich ist der Quintaton nur ein enger Bordun ohne die in Deutschland manchmal zu penetrante Quint-Färbung.
Also wie immer: es kommt darauf an, wie es gemacht ist, der Name allein sagt wenig aus.

Quintatön als Basis

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 17. November 2012, 23:07 (vor 5099 Tagen) @ Orlos

Es gab auch einige norddeutsche Barockorgeln, bei denen das so gehandhabt wurde, zuweilen auch im Rückpositiv.


Aber einer Quintadena aus dieser Zeit traue ich dann, bei entsprechender Intonation, doch etwas mehr zu ;-)

Quintatön als Basis

Orlos, Samstag, 17. November 2012, 23:48 (vor 5099 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ja, sicher. Aber "unsere" stammt aus dem Jahr 1952, das war noch nicht "Hardcore-neobarock". Ich kenne auch Walcker-Orgeln aus den frühen 1950er Jahren, die noch richtig schöne satte Grundstimmen haben. Die berüchtigten Spuck- und Schrei-Orgien (naja, "Orgie" ist jetzt nicht der richtige Begriff für Instrumente, die gerade nicht emotional sein wollten!) kamen oft erst später.

Quintatön als Basis

Martin78 @, Sonntag, 18. November 2012, 06:38 (vor 5099 Tagen) @ Orlos

Bei uns in Eltville haben wir in der Schwalbennestorgel auch nur eine Quintade 8' als Basis, das funktioniert aber erstaunlich gut, weil es keine dünne, "saure" Quintade ist (in den 70er Jahren wurde die Quintade als Streicher eingestuft!), sondern ziemlich dick und recht tragfähig ist. Sie gibt die Basis und ist trotzdem schön als typisches Soloregister zu gebrauchen. So kenne ich aber auch Quintaden aus der Zeit der Jahrhundertwende, also romantische. Und in Frankreich ist der Quintaton nur ein enger Bordun oder die in Deutschland manchmal zu penetrante Quint-Färbung.
Also wie immer: es kommt darauf an, wie es gemacht ist, der Name allein sagt wenig aus.

Hallo,

volle Zustimmung zu deinem Beitrag.
Es ist ja nicht so, als ob in Barockorgeln (auch von König) nicht auch Gedackte verschiedener Weitenmenensuren gebaut worden sind.
Z.B. ist in Beilstein ("Klein-Ottobeuren") die Hollpfeif im Echowerk deutlich enger als die im HW, die man schon fast für ein romantisches Soloregister halten könnte und ein wunderbares Register ist.
Gleiches gilt für die bekannte Orgel in Steinfeld, bei der das Gedackt des Echo deutlich enger als die wiederum unterschiedlichen Hollpfeifen in HW und RP ist.
Also wurden im Barock auch schon Register und ähnlichen / identischen Registerbezeichnungen gebaut, aber intonatorisch unterschiedlich behandelt.

Das, was in Blankenheim aber 1964 in dieser Erweiterung gebaut worden ist, ist eine magere, sauere Quintade à la Neobarock, nichts was sich mischt, und daher m.E. als Manualbasis weniger geeignet.

Viele Grüße
Martin

Quintatön als Basis

Axel ⌂ @, Mechernich, Sonntag, 18. November 2012, 16:13 (vor 5098 Tagen) @ Martin78

http://orgelforum.info/orgelforum/images/uploaded/2012111812530350a8da2fd50bc.jpg[image]

Blankenheim ist sicher ein Sonderfall. Man hatte eine einmanualige Brüstungsorgel, im Kern barock, natürlich im 19. Jh. überbaut. Was macht man damit? Heute wäre das schnell beantwortet, aber damals hatte man so gut wie keine Erfahrung mit Restaurierungen, vor allem mit spezifisch rheinischen Instrumenten. Zudem wollte man ein zweites Manual haben. Das hat man dann eben "barock" disponiert, oder das, was man für barock gehalten hat. Immerhin eine der wenigen funktionsfähigen alten Orgeln zu der Zeit. Hubert Schoonbroodt spielte prompt eine LP darauf ein.

Grüße
Axel

Eine Schukin aus Essen in Wien

Contrebasson 32' @, Sonntag, 18. November 2012, 16:22 (vor 5098 Tagen) @ prinzipalschlumpf
bearbeitet von Contrebasson 32', Sonntag, 18. November 2012, 16:28

Liebes Forum,

durch Zufall bin ich darauf gestoßen, dass es sogar eine Schukin aus Essen nach Wien geschafft hat und heuer eingeweiht wurde.

Die Orgel stand ursprünglich in der ev. Neuen Pauluskirche, Essen, und wurde nach einer Überholung nach Wien transportiert und dort in einer kath. Kirche aufgestellt, die bisher nur eine kleine Kirchenorgel der Firma Nowak mit bspw. sechs Pedalstimmen aus zwei Pfeifenreihen hatte. Die Bilder der alten Orgel, die sich in der Projektbeschreibung finden, sehen mehr als katastrophal aus.

Unter diesem Link finden sich weitere Informationen.

Mit besten Grüßen
Contrebasson 32'

Eine Schukin aus Essen in Wien

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Sonntag, 18. November 2012, 16:52 (vor 5098 Tagen) @ Contrebasson 32'

Die alte Orgel mag zwar durchaus desolat gewesen sein, aber die Projektbeschreibung ("Fachmann") hat auch so ihre unfreiwillig komischen Passagen ;)


"Die eindeutig nicht von einem Fachmann entworfene Disposition ist für unseren
Kirchenraum nicht geeignet.
Der Klang baut auf Schärfe und Aggressivität auf. Zu wenige Register in 8’-Lage
und 4’-Lage („Normallage“) verhindern ein rundes Fundament im Klang sowie
Abwechslung der Klangfarben, somit muss man den Gemeindegesang mit
immer wieder den selben wenigen Möglichkeiten begleiten. Auch
abwechslungsreichen „bunten“ Vorspielen wirkt dies stark entgegen.
Zu viele hohe und scharfe Register machen den Klang schreiend und wenig
majestätisch und erhebend - der Vergleich mit dem Klang einer Zirkusorgel
wurde schon oft gezogen.
In den Manualen ist kein 16’-Register vorhanden. Dieses Register ist für einen
satten und tragenden Klang besonders bei feierlichen Präludien und Postludien
von höchster Wichtigkeit.
Der völlige Verzicht auf Zungenstimmen (Trompeten, Schalmeien etc.) bringt
große Einbußen in Registrierungsmöglichkeiten mit sich und macht den größten
Teil der Orgelliteratur (etwa allein 70% des Orgelwerkes von J.S.Bach)
unspielbar. Gerade der erhebende Klang von Trompeten oder der weiche,
rührende Klang eines Klarinetten-ähnlichen Registers wie der Cromorne
bereichern das liturgisch-musikalische Erlebnis unvergleichlich stark."


70% des Bachschen Orgelwerkes lässt sich ohne Zungenstimmen nicht darstellen.
Leute, ich habs doch schon immer gesagt!!! ;-)

Eine Schukin aus Essen in Wien

Manuel, Sonntag, 18. November 2012, 20:25 (vor 5098 Tagen) @ Poupoulcorouse

Die neue Orgel ist dann doch etwas größer als das Instrument, was man auf dem Bild sieht - und wenn die Gemeinde ganz viel Glück hat, ist sie bald auch spielbar.

Allerdings ist die Kirche am Schüttel akustisch eine Katastrophe, die Kassettendecke schluckt jeglichen Nachhall. Abgesehen davon wird das Instrument dort aber ganz gut aufgehoben sein.

Eine Schukin aus Essen in Wien

Florian-L, Montag, 19. November 2012, 07:47 (vor 5098 Tagen) @ Manuel

Die neue Orgel ist dann doch etwas größer als das Instrument, was man auf dem Bild sieht - und wenn die Gemeinde ganz viel Glück hat, ist sie bald auch spielbar.

Das heißt, die geplante Einweihung am 18. November musste abermals verschoben werden?

Gruß, Florian

--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Eine Schukin aus Essen in Wien

SlowOrg @, Maribor, Montag, 19. November 2012, 08:41 (vor 5097 Tagen) @ Florian-L

Die neue Orgel ist dann doch etwas größer als das Instrument, was man auf dem Bild sieht - und wenn die Gemeinde ganz viel Glück hat, ist sie bald auch spielbar.


Das heißt, die geplante Einweihung am 18. November musste abermals verschoben werden?

Gruß, Florian

Nach den ganzen Ankündigungen auf Facebook würde mich das sehr wundern - ich glaub's nicht. Siehe auch hier (und hier die aktuelle Disposition).

M

Eine Schukin aus Essen in Wien

Contrebasson 32' @, Montag, 19. November 2012, 10:02 (vor 5097 Tagen) @ Florian-L

Das heißt, die geplante Einweihung am 18. November musste abermals verschoben werden?

Gruß, Florian

Die Einweihung hat definitiv gestern stattgefunden!

ot: Heiteres, nomen est omen

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 19. November 2012, 12:49 (vor 5097 Tagen) @ Contrebasson 32'
bearbeitet von Hausorgler, Montag, 19. November 2012, 12:55

Ich mag ja ungeplante Situationsironien. Ist DAS der Initiator, Peter Frisée?
Nebenbei: Der Leiter des Knabenchores der Abtei Neresheim heißt Knebel. ;-)

ot: Heiteres, nomen est omen

SlowOrg @, Maribor, Montag, 19. November 2012, 13:26 (vor 5097 Tagen) @ Hausorgler

Ich mag ja ungeplante Situationsironien. Ist DAS der Initiator, Peter Frisée?

Nein, nicht ganz ...
Das ist er:

[image]

8-)

ot: Heiteres, nomen est omen

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 19. November 2012, 13:38 (vor 5097 Tagen) @ SlowOrg

Da bin ich aber schwer erleichtert. ;-)

ot: Heiteres, nomen est omen

JSBach @, Aachen, Montag, 19. November 2012, 14:30 (vor 5097 Tagen) @ SlowOrg

das ist doch die selbe Person, nach nem Frisörbesuch! ;)

Eine Schukin aus Essen in Wien

Manuel, Montag, 19. November 2012, 18:27 (vor 5097 Tagen) @ Florian-L

Nein, das wohl nicht - soweit ich weiß. Aber ursprünglich sollte die Orgel ja schon zum Fronleichnamsfest fertig sein, und letzten Monat (Oktober) waren gerade mal drei Register verfügbar.

Eine Schukin aus Essen in Wien

FranzS. @, Montag, 19. November 2012, 10:01 (vor 5097 Tagen) @ Manuel

Die neue Orgel ist dann doch etwas größer als das Instrument, was man auf dem Bild sieht - und wenn die Gemeinde ganz viel Glück hat, ist sie bald auch spielbar.

da kann man glaube ich nur herzliche Glückwünsche aussprechen. Diese Orgel hätte ich auch gerne und Franz Schmidt hätts auch g'falln!


Abgesehen davon wird das Instrument dort aber ganz gut aufgehoben sein.

Allerdings ist der äußerst gelungene Prospekt der Schuke-Orgel mit seinen klassischen Proportionen, fast schon zu geschmackvoll für diesen seltsamen Kirchenbau ;-)

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