Auditorium Maurice Ravel in Lyon
Dienstagabend wurde die Orgel des Auditorium Maurice Ravel in Lyon letztmalig der Öffentlichkeit vorgeführt.
Nächstes Jahr im April wird sie abgebaut, renoviert und in veränderter Form wieder am gleichen Ort installiert.
Mathias Lecomte und Claire Delamarche stellten die Orgel vor. Alles auf Familien mit Kindern sehr gut abgestimmt.
Ich kenne nur wenige Konzertsaalorgeln. Hier viel mir die starke Zungenpräsens im Pièce Héroïque von Franck auf. Von Grundstimmen war nichts auszumachen. Ich hatte den Eindruck er spielte alles nur mit Trompeten, Clairons und Bombarden.
Bei Bachs Es-Dur Fuge kamen alle 8' Grundstimmen zum Einsatz incl. 32', schön aber nicht raumfüllend. Im dritte Fugenthema kam das Plein Jeu néoclassique zum Einsatz, eine Klangfarbe die ich den der deutschen Orgeln der 60ger u 70ger vorziehe.
Michel Gaillard der Firma Aubertin wird die Arbeiten ausführen.
Zusammenfassend soll die Orgel mehr Power bekommen. Die Pfeifen die von Gonzales gekürzt wurden, werden angelängt. Chamaden werden hinzugeführt.
Zur Erinnerung, es handelt sich hier um die alte Trocadero Orgel, die durch die Initiative Cochereaus damals für einen symbolischen Preis nach Lyon kam.
Wer versucht dort in Lyon die alte Trocadero-Atmosphere zu schnuppern, wird mit einer geballten Ladung von Fantasie anreisen müssen.
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Auditorium Maurice Ravel in Lyon
[...] Zusammenfassend soll die Orgel mehr Power bekommen. Die Pfeifen die von Gonzales gekürzt wurden, werden angelängt. Chamaden werden hinzugeführt.
Zur Erinnerung, es handelt sich hier um die alte Trocadero Orgel, die durch die Initiative Cochereaus damals für einen symbolischen Preis nach Lyon kam.
Wer versucht dort in Lyon die alte Trocadero-Atmosphere zu schnuppern, wird mit einer geballten Ladung von Fantasie anreisen müssen.
Die "alte" Trocadéro-Orgel "starb" schon 1935, als der Trocadéro abgerissen wurde und das Palais de Chaillot erbaut wurde. Damals wurde die alte Orgel wieder eingebaut, allerdigns elektrifiziert und u.a. mit zahlreichen Aliquoten und neuen Mituren ergänzt.
Diese umgebaute Orgel kam dann nah Lyon.
Gruß
Karsten
Auditorium Maurice Ravel in Lyon
Michel Gaillard der Firma Aubertin wird die Arbeiten ausführen.
Zusammenfassend soll die Orgel mehr Power bekommen. Die Pfeifen die von Gonzales gekürzt wurden, werden angelängt. Chamaden werden hinzugeführt.
Wie ich schon in einem anderen Thread (Jena) erwähnte, - "aus Blech wieder (oder überhaut erstmal) Silber oder Gold machen" - oben genannter Michel Gaillard (von Aubertin) ist z.B. neben Thomas Gaida, jemand, der so etwas virtuos beherrscht:
ich kenne z.B. von beiden Genannten Fälle von alten furchtbaren 50er-Jahre "Rülps- oder Krächz-Krummhörnern" (NEIN! KEINE originalen herrlich-barock-norddeutschen Quack-Krummhörner), welche die Beiden in wunderbare vielseitige und brauchbare Solo- und Ensemblestimmen verwandelt haben, OHNE dass es jetzt gleich nach Cliquot-Cromorne oder Sauer-Klarinette klingen muss... Neobarock at it's best!!!
Sind übrigens auch beides gute Organisten/Improvisatoren - das spielt sicher auch eine Rolle.
Grüsse
Thomas
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Thomas Haubrich
Auditorium Maurice Ravel in Lyon
hoffentlich kriegt er das hier auch hin, nachdem Gonzalez seine Finger im Spiel hatte... was ich von dem bisher gehört hab....
Auditorium Maurice Ravel in Lyon
Michel Gaillard der Firma Aubertin wird die Arbeiten ausführen.
Zusammenfassend soll die Orgel mehr Power bekommen. Die Pfeifen die von Gonzales gekürzt wurden, werden angelängt. Chamaden werden hinzugeführt.
Wie ich schon in einem anderen Thread (Jena) erwähnte, - "aus Blech wieder (oder überhaut erstmal) Silber oder Gold machen" - oben genannter Michel Gaillard (von Aubertin) ist z.B. neben Thomas Gaida, jemand, der so etwas virtuos beherrscht:
ich kenne z.B. von beiden Genannten Fälle von alten furchtbaren 50er-Jahre "Rülps- oder Krächz-Krummhörnern" (NEIN! KEINE originalen herrlich-barock-norddeutschen Quack-Krummhörner), welche die Beiden in wunderbare vielseitige und brauchbare Solo- und Ensemblestimmen verwandelt haben, OHNE dass es jetzt gleich nach Cliquot-Cromorne oder Sauer-Klarinette klingen muss... Neobarock at it's best!!!Sind übrigens auch beides gute Organisten/Improvisatoren - das spielt sicher auch eine Rolle.
Grüsse
Thomas
Von Michel Gaillard gibt es in Paris leider auch ein Negativbeispiel: die umgebaute Orgel in St. Nicolas du Chardonnet. Ihre Intonation ist laut bis brutal, und die Mischfähigkeit etwa der Zungen und Mixturen ist alles andere als zufriedenstellend. Chamaden sind für diesen Raum ganz sicher nicht erforderlich, und die beiden entsprechenden Register sind am Spieltisch nahezu ohrenbetäubend. Nach meiner Kenntnis hatte sich Gaillard über den Denkmalschutz hinweggesetzt und das historische Gehäuse um einen halben Meter angehoben, um zusätzliche Höhe im Inneren für die neue 32'-Zunge zu gewinnen. Sein diesbezügliches Vorgehen war in Paris sehr umstritten. Erstaunlich für einen Umbau in der heutigen Zeit ist auch die neu installierte Anlage mit 10 freien Kombinationen: kein Setzerknopf zum Programmieren, nur die 10 Druckknöpfe unter dem ersten Manual (und elektrische Einführungstritte über dem Pedal, nebst Crescendo-Balanciertritt), stattdessen gibt es links und rechts neben den (elektrischen) Registerzügen in historisierender Bauweise zwei schubladenartig herauszufahrende Paneelen mit jeweils einigen hundert roten Kippschalterchen zum Voreinstellen der 10 Kombinationen, wie man sie auch von Duprés Hausorgel in Meudon kennt. 1927 hatte übrigens Louis Vierne nach einer der zahlreichen Umbauten dieser Orgel zur Einweihung gespielt, wie man hier sehen kann. Ein Rückpositiv war zu dieser Zeit nicht vorhanden.