(OT): Klavier oder Imitation?
Brauch mal wieder einen Rat:
Die Gemeinde plant die Anschaffung eines E-Pianos und einer Verstärkeranlage für die Kirche, die die vorhandenen Lautsprecher (die von der Sprechanlage) als Hochtöner mitnutzt, dazu zwei gute Boxen und einen Subwoofer.
Oder sollen wir lieber auf "herkömmliche" Tonerzeugung setzen mit einem guten Klavier oder einem gebrauchten Flügel und die (alte) Sprechanlage belassen?
Die Kirche hat rund 350 Sitzplätze und eine gute Akkustik, die eine Anlage nicht unbedingt braucht.
Ich bin da hin- und hergerissen...
(OT): Klavier oder Imitation?
Schwierig. Echtes Klavier klingt besser, e-piano ist viel praktischer, transportabler und vielseitiger einsetzbar (Unterricht, Kleingruppen, andere Räume). Andererseits - aus eigener Erfahrung: Flügel in der Kirche ist schon cool...
Grüsse Thomas
--
Thomas Haubrich
(OT): Klavier oder Imitation?
Brauch mal wieder einen Rat:
Die Gemeinde plant die Anschaffung eines E-Pianos und einer Verstärkeranlage für die Kirche, die die vorhandenen Lautsprecher (die von der Sprechanlage) als Hochtöner mitnutzt, dazu zwei gute Boxen und einen Subwoofer.
Oder sollen wir lieber auf "herkömmliche" Tonerzeugung setzen mit einem guten Klavier oder einem gebrauchten Flügel und die (alte) Sprechanlage belassen?
Die Kirche hat rund 350 Sitzplätze und eine gute Akkustik, die eine Anlage nicht unbedingt braucht.
Ich bin da hin- und hergerissen...
Die Nutzung der Sprechanlagen-Lautsprecher dürfte vermutlich schiefgehen: Wenn die Sprachübertragungsanlage ihren Namen verdient, ist sie auf die im Sprachbereich liegenden Frequenzen optimiert und aus den dann zu vermutenden Lautsprechern kriegst Du keine Musik...
Abgesehen davon sind die Vorteile des E-Pianos (Üben mit Kopfhörer, Umstellung auf historische Stimmungen, Transponierschaltung) für diesen Einsatzzweck vermutlich nicht entscheidend. Der Preis ein guten Gerätes dürfte zusammen mit der Verstärkeranlage nicht wesentlich von einem brauchbaren gebrauchten Flügel abweichen, zumal es gerade bei den sehr langen Flügeln (270cm+) echte Schnäppchen gibt, da die zuhause kaum jemand mehr aufstellen kann..
Und letztlich bleibt ein Flügel eben ein Flügel.... Sowohl musikalisch in meinen Augen höherwertiger, als auch im Kirchenbetrieb robuster: Das E-Piano wird tendenziell häufiger bewegt werden "schiebt das mal eben da hinter die Seitenbänke, das stört mich hier" und ist eigentlich nicht dafür gebaut, viel transportiert zu werden. De rFlügel wird schon ob Größe und Gewicht weniger bewegt werden und verträgt es im Zweifelsfalle besser...
meint, freundlich grüßend,
Oliver
(OT): Klavier oder Imitation?
Abgesehen davon sind die Vorteile des E-Pianos (Üben mit Kopfhörer, Umstellung auf historische Stimmungen, Transponierschaltung) für diesen Einsatzzweck vermutlich nicht entscheidend. Der Preis ein guten Gerätes dürfte zusammen mit der Verstärkeranlage nicht wesentlich von einem brauchbaren gebrauchten Flügel abweichen, zumal es gerade bei den sehr langen Flügeln (270cm+) echte Schnäppchen gibt, da die zuhause kaum jemand mehr aufstellen kann..
Es gibt noch viel mehr Vorteile. Wenn man ein E-Piano mit guten Hammond-Sounds hat, kann man auch den ein oder anderen Gospel-Gottesdienst begleiten. Auch mal ein Cembalo zu haben, kann vorteilhaft sein. Und per MIDI kann man auch andere Sounderzeuge anschließen (z.B. PC mit Kontakt und den Vienna Concert Grand oder auch der fabulösen Vienna Symphonic Library).
Und güstiger ist es auch noch. Mehr als 1.800 € braucht man nicht ausgeben.
Für nochmal 1.000 € bekommt man eine Top Lautsprecheranlage.
Und letztlich bleibt ein Flügel eben ein Flügel.... Sowohl musikalisch in meinen Augen höherwertiger, als auch im Kirchenbetrieb robuster: Das E-Piano wird tendenziell häufiger bewegt werden "schiebt das mal eben da hinter die Seitenbänke, das stört mich hier" und ist eigentlich nicht dafür gebaut, viel transportiert zu werden. De rFlügel wird schon ob Größe und Gewicht weniger bewegt werden und verträgt es im Zweifelsfalle besser...
Bitte, was? Wer hat dir denn den Quatsch erzählt? Wenn man es richtig transportiert
(Tasten und Bedienoberfläche zu einem hin), dann gibt es höchstens Kratzer im Gehäuse. Und wenn man es oft bewegen muss, kann auch ein Stage-Case nützlich sein.
Gerade wenn sich im Kirchenraum Stufen befinden, ist es eine Qual, einen Flügel zu bewegen. Je nach Kirche stört ein Flügel mehr, als dass er nützt.
meint, freundlich grüßend,
Oliver
Gruß,
Pascal
(OT): Klavier oder Imitation?
Meine Erfahrungen mit einem Stagepiano und vergleichbarer Ausrüstung sind klanglich eher suboptimal. Es klingt einfach mäßig. Die Vorteile: Du kannst auf andere Sounds zurückgreifen, wenn das gewünscht ist. Und die Kirche ich via Lautsprecher gleichmäßig beschallt. In einem großen Raum verliert sich möglicherweise ein normales Klavier. Ansonsten würde ich zu der nicht-elektronischen Lösung tendieren.
Grüße
Axel
(OT): Klavier oder Imitation?
Ein anderer Vorteil der elektronischen Lösung: Wenn man Solisten (instrumental, vokal) einsetzt, die elektronisch verstärkt werden müssen, kann man alles zusammen vernünftig abmixen.
(OT): Klavier oder Imitation?
Meine Erfahrungen mit einem Stagepiano und vergleichbarer Ausrüstung sind klanglich eher suboptimal. Es klingt einfach mäßig.
Die Aussage ist auch Unsinnig. Man muss halt vorher Testberichte lesen und das richtige kaufen, und nicht das, was vielleicht in der Werbung war.
Desweiteren muss man natürlich auch eine vernünftige Lautsprecheranlage haben.
(OT): Klavier oder Imitation?
Von Gimmicks wie "Cembalo"-Funktionen bei E-Pianos halte ich nicht viel. Das klingt gerade noch erträglich, wenn man direkt davorsitzt ... aber schon ab einem Meter Abstand kräuseln sich einem die Fußnägel.
(OT): Klavier oder Imitation?
Ich darf darauf hinweisen, dass es sich hier um meine ganz persönliche Erfahrung mit einer solchen Gerätekonstellation handelt. Möglich, dass es besser geht, wir haben es nicht geschafft.
Wie kommst Du dazu, das als Unsinn zu bezeichnen? Warst Du dabei? Entschuldige bitte, aber wir waren uns zu 4 Berufsmusikern einig, dass wir beim nächsten Mal ein richtiges Klavier nehmen. Und selbstverständlich haben wir alle Blumenkohlohren.
Pikierter Gruß
Axel
(OT): Klavier oder Imitation?
Ich darf darauf hinweisen, dass es sich hier um meine ganz persönliche Erfahrung mit einer solchen Gerätekonstellation handelt. Möglich, dass es besser geht, wir haben es nicht geschafft.
Wie kommst Du dazu, das als Unsinn zu bezeichnen? Warst Du dabei? Entschuldige bitte, aber wir waren uns zu 4 Berufsmusikern einig, dass wir beim nächsten Mal ein richtiges Klavier nehmen. Und selbstverständlich haben wir alle Blumenkohlohren.
Pikierter Gruß
Axel
http://www.orgelforum.info/orgelforum/index.php?mode=entry&id=10066
(OT): Klavier oder Imitation?
Ich darf darauf hinweisen, dass es sich hier um meine ganz persönliche Erfahrung mit einer solchen Gerätekonstellation handelt. Möglich, dass es besser geht, wir haben es nicht geschafft.
Wie kommst Du dazu, das als Unsinn zu bezeichnen? Warst Du dabei? Entschuldige bitte, aber wir waren uns zu 4 Berufsmusikern einig, dass wir beim nächsten Mal ein richtiges Klavier nehmen. Und selbstverständlich haben wir alle Blumenkohlohren.
Pikierter Gruß
Axel
Entschuldige vielmals, das habe ich falsch ausgedrückt. Mir ging es um den Argumentationsweg. Es kann schon sein, dass sich das E-Piano sich grottig angehört hat.
Aber ohne Nennung von Hersteller und Typ ist die Aussagekraft so wie:
"Meine Erfahrungen mit einem Kleinwagen sind eher suboptimal. Er fährt sich nur mäßig.
Kauf dir deshalb besser keinen." Bei solchen Sätzen sollte man auch das Fabrikat mit angeben. Nur weil sich ein Dacia bescheiden fährt, muss ein Audi A1 das doch auch nicht tun, oder?
Genau so bei E-Pianos. Nur weil sich dein Beispiel schlecht angehört hat, heißt dass nicht, dass sich alle schlecht anhören.
Mein Tipp an den Themenstarter: Einfach mal ins nächste Musikgeschäft fahren und aktuelle Stagepianos ausprobieren und sich selbst ein Bild machen.
Gruß,
Pascal
(OT): Klavier oder Imitation?
Ich staune über die Toleranz, die diesen Piano-Elektronien doch offensichtlich allgemein entgegen gebracht wird - im Gegensatz zu den Orgelelektronien, die noch immer hier und da als Teufelswerk angesehen werden - erst recht, wenn man bedenkt, dass es in der elektronischen Piano-Szene in den letzten Jahren keine nennenswerten Innovationen mehr gegeben hat - ganz im Gegensatz zu den Sakralorgeln, die sich doch klanglich ausgesprochen verbessert haben und, wenn man gewillt ist etwas Geld in die Hand zu nehmen, kaum noch vom Original zu unterscheiden sind.
Ich möchte in meiner Kirche kein Piano haben, erst recht dann nicht, wenn es dazu gedacht ist, NGL hoffähig zu machen. Dann lieber im Chor eine nette kleine Truhe.
Wo liegt der Unterschied zwischen einer Geige und einem Klavier? Das Klavier brennt länger.
--
Gruß vom Niederrhein
(OT): Klavier oder Imitation?
Ich staune über die Toleranz, die diesen Piano-Elektronien doch offensichtlich allgemein entgegen gebracht wird - im Gegensatz zu den Orgelelektronien, die noch immer hier und da als Teufelswerk angesehen werden - erst recht, wenn man bedenkt, dass es in der elektronischen Piano-Szene in den letzten Jahren keine nennenswerten Innovationen mehr gegeben hat - ganz im Gegensatz zu den Sakralorgeln, die sich doch klanglich ausgesprochen verbessert haben und, wenn man gewillt ist etwas Geld in die Hand zu nehmen, kaum noch vom Original zu unterscheiden sind.
Keine nennenswerten Innovationen? Und was ist bspw. mit dem V-Piano von Roland?
fragt sich grübelnd
Contrebasson 32'
(OT): Klavier oder Imitation?
In einem großen Raum verliert sich möglicherweise ein normales Klavier. Ansonsten würde ich zu der nicht-elektronischen Lösung tendieren.
Was heißt großer Raum?
Ich kenne mehrere große Kirchen, wo ein Flügel steht. Da verliert sich nix.
Am besten BEIDES.
(OT): Klavier oder Imitation?
Ja, was ist denn damit? Was gab es sonst noch neues in den letzten, sagen wir mal 5 Jahren?
Der Schwerpunkt meiner Bemerkung lag eher auf der offensichtlichen Akzeptanz, die ich hier in diesem Forum am wenigsten erwartet hätte.
--
Gruß vom Niederrhein
(OT): Klavier oder Imitation?
Ja, was ist denn damit? Was gab es sonst noch neues in den letzten, sagen wir mal 5 Jahren?
Der Schwerpunkt meiner Bemerkung lag eher auf der offensichtlichen Akzeptanz, die ich hier in diesem Forum am wenigsten erwartet hätte.
Also es gab Tastaturen mit Hammermechaniken, Abstrahlung der Lautsprecher in einen Resonanzboden, Multi-Sampling, die V-Pianos, extrem leichte Stagepianos mit gleichzeitig guter Tastaur usw.
Und zum zweiten: Die Entwicklung bei E-Pianos ist der von digitalen Kirchenorgeln voraus, da bei E-Pianos ein größerer Markt herrscht und dementsprechend mehr Konkurrenzdruck. Also mus man sich mit Innovationen aus der mMasse hervortuen.
Daher kann man bei E-Pianos schon längere Zeit kaum einen Unterschied zu echten Pianos hören.
(OT): Klavier oder Imitation?
Hallo Michael,
gute Erfahrungen habe ich mit diesem hier:
http://www.thomann.de/de/korg_sv1_88_2.htm (auch wenn hier die Version mit 73 Tasten abgebildet ist).
Das KORG SV1 88 hat den vollen Tastaturumfang eines Flügels und klingt (bis auf die Hammond-Sounds) sehr gut. Es hat sinnvollerweise keine eingebauten Lautsprecher, so dass eine ordentliche Abstrahlung unumgänglich ist.
Recht originell ist ein eingebauter Röhren-Vorverstärker mit einer Doppeltriode, die man lustigerweise durch ein kleines beleuchtetes Schaufensterchen auf der linken Seite sehen kann. Sie ist aber kein bloßer Verkaufs-Gag, sondern die 12AX7 bringt einen echten klanglichen Gewinn. Besonders beim Rhodes-Piano kann man den Eingang der Röhre ganz leicht übersteuern, so dass es noch nicht vordergründig zerrt, sondern nur ganz leicht schmaucht. Vielleicht darf ich in aller Bescheidenheit mal zwei Videos anfügen, wo ich Gelegenheit hatte, dieses Instrument beim Chefentwickler von MAGIX zu spielen, der mich für einen Video-Software-Workshop dabei filmte. Ich selbst besitze es leider nicht.
http://www.youtube.com/watch?v=zlK7FNIhSCY
http://www.youtube.com/watch?v=Q5lgWLGzN0U
Mit diesem Piano und zwei Aktivboxen hast Du auf jeden Fall etwas ordentliches.
Herzlich grüßt
Scotty.
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"Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)
(OT): Klavier oder Imitation?
Ich staune über die Toleranz, die diesen Piano-Elektronien doch offensichtlich allgemein entgegen gebracht wird - im Gegensatz zu den Orgelelektronien, die noch immer hier und da als Teufelswerk angesehen werden - erst recht, wenn man bedenkt, dass es in der elektronischen Piano-Szene in den letzten Jahren keine nennenswerten Innovationen mehr gegeben hat - ganz im Gegensatz zu den Sakralorgeln, die sich doch klanglich ausgesprochen verbessert haben und, wenn man gewillt ist etwas Geld in die Hand zu nehmen, kaum noch vom Original zu unterscheiden sind.
Keine nennenswerten Innovationen? Und was ist bspw. mit dem V-Piano von Roland?
Was das Anschlagsgefühl betrifft, soll das hier das Mittel der Wahl sein.
Gruß, Florian
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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
(OT): Klavier oder Imitation?
Was das Anschlagsgefühl betrifft, soll das hier das Mittel der Wahl sein.
Gruß, Florian
Dann steht man aber noch vor der Qual der Wahl, wie man den Sound generiert (per Expander oder Software-Lösung), da FLK nur Masterkeyboards anbietet. Dann doch lieber das von Scotty vorgeschlagene Stagepiano von Korg, das auch über eine sehr hochwertige Tastatur und über sehr gute Sounds verfügt (unabhängig vom Gimmick des Röhrenverstärkers). Letztendlich ist alles eine Frage von persönlichem Geschmack und Füllstand des Geldbeutels.
Gruß
Contrebasson 32'