Silver Brass und Torsten Laux in St. Franziskus-Xaverius

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Montag, 05. November 2012, 11:26 (vor 5110 Tagen)

Hallo Forum,

angekündigt für das Konzert am 04.11.2012 in St. Franziskus-Xaveruis, D-Mörsenbroich, war die Uraufführung eines Magnificats von Torsten Laux. Und als Ausführende waren vorgesehen “Silver Brass” mit Christoph Gängel und Maximilian Gängel (Trompete), René Klement und Romel Stoika (Posaune) sowie Carola Beukenbusch (Tuba). Dazu der Komponist an der Orgel und Boris Becker, Percussion. Neben dem Magnificat gab es dann Programm nach Ansage.

Eben dieses Magnificat stand am Anfang des Konzerts. Laux hatte eine dreiseitige Beschreibung austeilen lassen, in der viel von Kirchentonarten (mixolydisch, äolisch, ionisch) die Rede ist, ferner vom IX. Psalmton, von Groove, Bridge, Jazz-Waltz. Da die einzelnen Textzeilen vorgetragen wurden (auf deutsch), war man jederzeit im Bilde, was gerade musikalisch betrachtet wurde. Die Bläser hatten anspruchsvolle Intervallsprünge zu meistern, hakelige Melodien, heftige Akkorde. Zusammenspiel und Intonation gerieten fein. Das war ausführlich einstudiert. zwischendurch dann leichtere Gangarten: Folkloristische Töne, jazzig-Walzerartiges; alles mäßig modern: Man hörte gerne und interessiert zu. Aber es braucht doch gewiß eine zweite oder mehrere weitere Aufführungen, ehe man das Ganze irgendwie durchschaut, auch wenn das Anfangsmotiv am Ende wiederkehrt. Die über 80 Hörer applaudierten sofort.

Nun spielte Laux BWV 582, Passacaglia und Fuge c-moll. Im mf beginnend ließ er die Variationen in verschiedenen Klangfarben vorüberziehen, steigerte vor der Fuge und ging diese dann mit Verve und Entschlossenheit an. Eine schöne Darbietung.

Inzwischen waren die Bläser von der Orgelempore vor den Altar gewechselt. Von dort gab es jetzt eine barocke Tanzweise von Daniel Speer.

Das nun folgende Potpourri aus den 44. Stücken “L’Organiste” von César Franck, zusammengebastelt und arrangiert für fünf Bläser und Orgel erwies sich als gut gemacht und sehr hörenswert. So kann man die kleinen Stücke wirkungsvoll einem Publikum außerhalb der Liturgie servieren. Das war eine gute, nachahmenswerte Idee.

Was dann folgte, war dagegen ärgerlich: Laux spielte mit dem Schlagzeuger Boris Becker die g-moll Fantasie BWV 542 (und im weiteren Verlauf des Konzerts auch die zugehörige Fuge). Spätestens seit Jacques Loussier wissen wir, wie viel Swing in der Bach’schen Musik steckt. Was hier allerdings geschah, erinnerte mich an einen Beinamen, der dem Namensvetter des Percussionisten zumindest zeitweise anhaftete: BumBum-Becker. Es wurde draufgekloppt bis zum geht nicht mehr. TamTam und Geklingel. Und Laux paßte sich an: Da gab es Stakkati, wo man sonst keine hört. Krampfhaft auf modern gemacht. Mir hat es nicht gefallen - und ich war nicht der einzige.

Wieder schön klar und rein intoniert von Purcell Sinfonie und Allegro aus der “Feenkönigin”. Jetzt folgte die Fuge g-moll, bezüglich derer nichts hinzuzufügen ist.

Weiters spielten die Bläser eine barocke Sonate à 7, die auch mit fünf Bläsern schön kompakt klang. Den Namen des Komponisten habe ich leider nicht verstanden, Am Schluß dann “Ein feste Burg ist unser Gott”, für Bläser und Orgel von Vaclav Nelhybel. Ein sehr interessantes Stück, beginnend mit einer Bläserfuge, bei der das Thema rhythmisch korrekt, melodiemäßig aber leicht verfremdet ist. Erst im weiteren Verlauf finden dann alle in den Originalchoral. Aber der Weg dorthin ist verschlungen und spannend. Sehr hörenswert.

Heftiger Schlußbeifall (Zwischenbeifall hatte es immer gegeben). Eine Zugabe (Manfredini?).

Gruß Clemens Schäfer

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(Arthur Rubinstein)

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