Historische Windlade

conviciator, Freitag, 15. April 2011, 09:22 (vor 5620 Tagen)

Hallo,

kennt jemand zufällig dieses Ladensystem? Wer hat so gebaut (könnte so gebaut haben)?

Gruß,
conviciator

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Historische Windlade

Florian-L, Freitag, 15. April 2011, 10:01 (vor 5620 Tagen) @ conviciator

Hallo,

kennt jemand zufällig dieses Ladensystem? Wer hat so gebaut (könnte so gebaut haben)?

Das sieht nach einer mechanischen Hängeventillade aus. In welcher Region steht die Orgel?

Gruß, Florian

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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Historische Windlade

D. Hausmann @, Samstag, 16. April 2011, 07:10 (vor 5619 Tagen) @ conviciator

Interessant.....

Registerkanzellenlade und aufrecht stehende, sich über einen Hebel öffnende Langventile...
Baujahr?
Könnte sein, dass das eine Art Vorversion einer mechanischen Kegellade ist?

So etwas hab ich noch nie gesehen. Bin gespannt auf eine etwaige Lösung.

D.


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Historische Windlade

Florian-L, Samstag, 16. April 2011, 08:18 (vor 5619 Tagen) @ D. Hausmann
bearbeitet von Florian-L, Samstag, 16. April 2011, 08:30

Interessant.....

Registerkanzellenlade und aufrecht stehende, sich über einen Hebel öffnende Langventile...
Baujahr?
Könnte sein, dass das eine Art Vorversion einer mechanischen Kegellade ist?

In der Festschrift "100 Jahre Bund Deutscher Orgelbaumeister" von Hermann Fischer werden auf Seite 112 solche Konstruktionen beschrieben.

Hier wird eine Hängeventillade von Welte beschrieben und hier eine Orgel von Gebr. Keller, ebenfalls mit Hängeventilladen.

Besonders die Orgelbaudynastie Mauracher errichtete Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine beträchtliche Anzahl an Instrumenten mit diesem System (sowohl mechanisch als auch pneumatisch, siehe auch hier).

Gruß, Florian

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"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-

Historische Windlade

conviciator, Samstag, 16. April 2011, 10:19 (vor 5619 Tagen) @ Florian-L

Besagte Orgel stammt vermutlich aus dem südwestdeutschen Raum oder Elsaß/Lothringen, wohl aus der Zeit um 1860.

Historische Windlade

jrbecker @, Samstag, 16. April 2011, 11:34 (vor 5619 Tagen) @ Florian-L

Interessant.....

Registerkanzellenlade und aufrecht stehende, sich über einen Hebel öffnende Langventile...
Baujahr?
Könnte sein, dass das eine Art Vorversion einer mechanischen Kegellade ist?


In der Festschrift "100 Jahre Bund Deutscher Orgelbaumeister" von Hermann Fischer werden auf Seite 112 solche Konstruktionen beschrieben.

Hier wird eine Hängeventillade von Welte beschrieben und hier eine Orgel von Gebr. Keller, ebenfalls mit Hängeventilladen.

Besonders die Orgelbaudynastie Mauracher errichtete Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine beträchtliche Anzahl an Instrumenten mit diesem System (sowohl mechanisch als auch pneumatisch, siehe auch hier).

Gruß, Florian

Eine Hängeventillade, die Ladegast gebaut hat, muss im 1888 Töpfer mit Bild beschrieben sein. Auch andere Orgelbauer haben in den 1880er und 1890er Jahren Orgeln mit Hängeventilladen gebaut, auch kleinere Werkstätten wie z. B. Johann Georg Förster in Lich im Jahr 1880 und 1881.

LG
Jörg

Historische Windlade

Tastenhalter @, Samstag, 16. April 2011, 15:22 (vor 5619 Tagen) @ Florian-L

In der Festschrift "100 Jahre Bund Deutscher Orgelbaumeister" von Hermann Fischer werden auf Seite 112 solche Konstruktionen beschrieben.

Hier wird eine Hängeventillade von Welte beschrieben und hier eine Orgel von Gebr. Keller, ebenfalls mit Hängeventilladen.

Wenn ich die beiden Fotos und die Zeichnungen in den oben zitierten Quellen richtig interpretiere, handelt es sich in diesem Falle NICHT um eine Hängeventillade, sondern wie D.Hausmann treffend feststellt, um eine

Registerkanzellenlade und aufrecht stehende, sich über einen Hebel öffnende Langventile...


m. E. funktioniert das Ganze wie die Klappenventile beim Akkordeon oder die Klappen bei den Holzblasinstrumenten.

Da es sich um eine mechanische Einzeltonsteuerung handelt (jede Pfeife hat ihr eigenes Ventil), wäre es interessant zu erfahren, wie schwer- oder leichtgängig die Traktur und wie zuverlässig das System funktioniert und ob es nur vereinzelt gebaut wurde und warum es sich nicht durchgesetzt hat.

Gruß Tastenhalter

Historische Windlade

orgelsolo ⌂, Voitsberg, Sonntag, 17. April 2011, 21:48 (vor 5618 Tagen) @ Tastenhalter

Also ich hab Erfahrungen mit mechanischen Mauracher-Hängeventilladenorgeln.
Die Spielbarkeit ist recht unterschiedlich - bei einer Orgel war die Traktur selbst bei gekoppelten Manualen sehr leichtgängig.

Eine andre Mauracherorgel in meiner Nähe wurde vor einigen Jahren überholt und seither ist die Traktur extrem schwergängig, bei gekoppelten Manualen ist das Werk eigentlich unspielbar. Vielleicht wurden da zu starke Federn eingebaut ?

Jedenfalls ist die Firmal Mauracher nach 1900 wieder von der Hängeventillade abgekommen, und baute Kegelladen.
Die Hängeventilladen funktionieren meist recht gut, sind aber meiner Meinung nach mehr anfällig für Heuler wie Kegelladen.

Gruß, Martin

Historische Windlade

conviciator, Dienstag, 19. April 2011, 18:54 (vor 5616 Tagen) @ orgelsolo

Bei einer Recherche im Archiv tauchte ein Dokument der Firma Gebr. Späth, Päpstliche Hoflieferanten, aus dem Jahr 1955 auf. Darin steht: "Die Windladen sind sogenannte Röhrenladen, System Poppe, mechanisch."
Kennt jemand dieses besagte System bzw. erhaltene Instrumente dieses Orgelbauers?
Vielen Dank vorab!
conviciator

Historische Windlade

Florian-L, Mittwoch, 20. April 2011, 14:08 (vor 5615 Tagen) @ conviciator

Bei einer Recherche im Archiv tauchte ein Dokument der Firma Gebr. Späth, Päpstliche Hoflieferanten, aus dem Jahr 1955 auf. Darin steht: "Die Windladen sind sogenannte Röhrenladen, System Poppe, mechanisch."
Kennt jemand dieses besagte System bzw. erhaltene Instrumente dieses Orgelbauers?

Der Begriff "Röhrenlade" tritt immer wieder in Zusammenhang mit der Hängeventillade auf, siehe hier. Wie es zu dieser Bennenung kam, weiß ich nicht, jedenfalls stehen, wie bei der Kegellade, die Pfeifen auf Registerkanzellen, und jede Pfeife hat ihr eigenes Ventil.

Gruß, Florian

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