Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Cor de Basset, Dienstag, 23. Oktober 2012, 10:37 (vor 5124 Tagen)
bearbeitet von Cor de Basset, Dienstag, 23. Oktober 2012, 10:46
Zurzeit scheinen mehrere Labels und Interpreten intensiv daran zu arbeiten, Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger zu produzieren. Neben der Naxos-Reihe, die wohl 16 Folgen umfassen wird, hat der Franzose Jean-Baptiste Dupont seine erste Folge bei Hortus herausgebracht.
Von David Goode aus England ist die erste Folge (mit drei CDs) schon vor einigen Jahren erschienen, die zweite Folge wurde für 2009 angekündigt, ist aber offensichtlich noch nicht im Handel.
Auch der Italiener Roberto Marini spielt derzeit für Fugatto sämtliche Reger-Orgelwerke ein; die ersten vier Folgen sollen ab diesem Jahr erhältlich sein.
Ich bin mir nicht sicher, ob Christoph Bossert beabsichtigt, sämtliche Reger-Orgelwerke einzuspielen; es existieren inzwischen mehrere CDs von ihm bei verschiedenen Labels, deren Umfang aber noch weit von einer Gesamteinspielung entfernt ist.
Es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis man auf die Idee kommt, die vergriffenen LP-Einspielungen eines Großteils der Regerschen Orgelwerke mit Fernando Germani auf CD neu aufzulegen (sofern dies nicht schon geschehen ist):
Max Reger: Orgelwerke
Fernando Germani, Orgel von San Pietro a Majella in Neapel
Zwischen 1967 und 1968 aufgenommen
FONIT CETRA (Archivio Rai) LAR 40 (6 LPs)
LP 1
Introduktion und Passacaglia d-moll - Ave Maria (12 Stücke opus 80) - Variationen und Fuge über “Heil dir im Siegerkranz” - Fantasie und Fuge d-moll opus 135b - Benedictus (12 Stücke opus 59) (rec. 18.VI.1967)
LP 2
2. Sonate opus 60 (rec. 18.VI.1967) - Fantasie und Fugue über BACH opus 46 - Choralvorspiele opus 67: “Jesu Leiden, Pein und Tod”, “Jesus meine Zuversicht”, “Was Gott tut, das ist wohlgetan”, “Nun komm, der Heiden Heiland”, “Jesu, meine Freude”, “Vater unser im Himmelreich” (rec. 25.VI.1967)
LP 3
Choralfantasie “Wie schön leucht’ uns der Morgenstern” opus 40, 1 (rec. 25.VI.1967) - Pastorale (12 Stücke opus 59) - Capriccio, Basso ostinato, Intermezzo, Präludium, Fuge (9 Stücke opus 129) - Fantasie über “Ein feste Burg ist unser Gott” opus 27 (rec. 12.XI.1967)
LP 4
Variationen und Fuge über ein Originalthema opus 73 (rec. 12.XI.1967) - Choralfantasie “Straf mich nicht in deinem Zorn” opus 40, 2 - Choralvorspiele opus 67: “Allein Gott in der Höh sei Ehr”, “Aus tiefer Not schrei ich zu dir”, “Christus, der ist mein Leben” (rec. 19.XI.1967)
LP 5
Choralvorspiele opus 67: “Herzlich tut mich verlangen”, “O Welt, ich muss dich lassen”, “Schmücke dich, o liebe Seele” - Scherzo (12 Stücke opus 65) - Choralfantasie “Halleluja! Gott zu loben, bleibe meine Seelenfreud” opus 52, 3 (rec. 19.XI.1967) - Toccata, Fugue (12 Stücke opus 59) - Choralfantasie “Wachet auf ruft uns die Stimme” opus 52, 2 (rec. 3.III.1968)
LP 6
Introduktion und Passacaglia f-moll (Monologe opus 63) - Intermezzo D-dur (12 Stücke opus 80) - Rhapsodie (12 Stücke opus 65) - Symphonische Fantasie und Fuge opus 57 (rec. 3.III.1968)
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Dienstag, 23. Oktober 2012, 10:57 (vor 5124 Tagen) @ Cor de Basset
Zurzeit scheinen mehrere Labels und Interpreten intensiv daran zu arbeiten, Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger zu produzieren. Neben der Naxos-Reihe, die wohl 16 Folgen umfassen wird, ...
Ja, die Reihe wächst. Sehr interessant und löblich finde ich den "Schwenk zurück" zu historischen Instrumenten, mit denen die Reihe auch begonnen wurde...
hat der Franzose Jean-Baptiste Dupont seine erste Folge bei Hortus herausgebracht.
...und die Folge 2 scheint schon im Presswerk zu sein...
Auch der Italiener Roberto Marini spielt derzeit für Fugatto sämtliche Reger-Orgelwerke ein; die ersten vier Folgen sollen ab diesem Jahr erhältlich sein.
Hat jemand mal Marini gehört und kann etwas zu seinem Interpretationsansatz sagen? Jedenfalls sucht er sehr interessante Instrumente raus...
Ich bin mir nicht sicher, ob Christoph Bossert beabsichtigt, sämtliche Reger-Orgelwerke einzuspielen; es existieren inzwischen mehrere CDs von ihm bei verschiedenen Labels, deren Umfang aber noch weit von einer Gesamteinspielung entfernt ist.
Nach einem Konzert erwähnte er mir gegenüber, dass er den Plan bzw. Traum, doch noch eine Gesamteinspielung vorzulegen, noch nicht aufgegeben habe. Ich hoffe sehr für ihn, dass er seinen Traum erfüllen kann. Seine Reger-Einspielungen gehören mit zu den interesantesten, die ich je gehört habe.
Auch Martin Schmeding äußerte sich in diversen Interviews, dass er Reger komplett einspielen will.
Es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis man auf die Idee kommt, die vergriffenen LP-Einspielungen eines Großteils der Regerschen Orgelwerke mit Fernando Germani auf CD neu aufzulegen (sofern dies nicht schon geschehen ist):
Max Reger: Orgelwerke
Fernando Germani, Orgel von San Pietro a Majella in Neapel
Zwischen 1967 und 1968 aufgenommen
FONIT CETRA (Archivio Rai) LAR 40 (6 LPs)
Ja, diese Aufnahmen wären aus historischer Sicht sicher interessant, ebenso wie Werner Jacobs vergleichbare große Querschnittbox.
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Cor de Basset, Dienstag, 23. Oktober 2012, 11:02 (vor 5124 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Cor de Basset, Dienstag, 23. Oktober 2012, 11:07
Es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis man auf die Idee kommt, die vergriffenen LP-Einspielungen eines Großteils der Regerschen Orgelwerke mit Fernando Germani auf CD neu aufzulegen (sofern dies nicht schon geschehen ist):
Max Reger: Orgelwerke
Fernando Germani, Orgel von San Pietro a Majella in Neapel
Zwischen 1967 und 1968 aufgenommen
FONIT CETRA (Archivio Rai) LAR 40 (6 LPs)
Ja, diese Aufnahmen wären aus historischer Sicht sicher interessant, ebenso wie Werner Jacobs vergleichbare große Querschnittbox.
Als repräsentativer Querschnitt würden dann auch die (meines Wissens aber nicht vollständigen) Reger-Orgelwerke-Einspielungen für Da Camera Magna aus den 70er Jahren zählen, die sich Heinz Lohmann und Wolfgang Rübsam geteilt hatten.
Da ja in einen anderen Thread ausgiebig über Ben van Oosten diskutiert worden ist, und in diesem Zusammenhang auch der Name Max Reger fiel, hier ein Video von 1989, in dem Ben van Oosten an der Evangelisch Lutherse Kerk in Den Haag Regers Introduktion und Passacaglia d-Moll spielt.
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
stein
, Dienstag, 23. Oktober 2012, 11:44 (vor 5124 Tagen) @ Cor de Basset
Der Motette Verlag hatte mit seinen ersten drei CDs sehr gut angefangen. Ich mag die Regersche Musik sehr, finde aber die Orgeln aus dieser Zeit in Deutschland suboptimal. Auf französischen Instrumenten der Epoche kenne ich bisweilen nur krampfhaftes. Die Engländer gehen mit dieser Musik weitaus geschickter um.
![[image]](images/uploaded/2012102311404850868240d525f.jpg)
Man kann sich aus der Fülle der Angebote bei den unterschiedlichsten Verlagen, sicherlich schon seine Lieblingsgesamteinspielung zusammenstellen.
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Dienstag, 23. Oktober 2012, 12:28 (vor 5124 Tagen) @ Cor de Basset
Es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis man auf die Idee kommt, die vergriffenen LP-Einspielungen eines Großteils der Regerschen Orgelwerke mit Fernando Germani auf CD neu aufzulegen (sofern dies nicht schon geschehen ist):
Max Reger: Orgelwerke
Fernando Germani, Orgel von San Pietro a Majella in Neapel
Zwischen 1967 und 1968 aufgenommen
FONIT CETRA (Archivio Rai) LAR 40 (6 LPs)
Ja, diese Aufnahmen wären aus historischer Sicht sicher interessant, ebenso wie Werner Jacobs vergleichbare große Querschnittbox.
Als repräsentativer Querschnitt würden dann auch die (meines Wissens aber nicht vollständigen) Reger-Orgelwerke-Einspielungen für Da Camera Magna aus den 70er Jahren zählen, die sich Heinz Lohmann und Wolfgang Rübsam geteilt hatten.
Das war, glaube ich, sogar eine Gesamteinspielung, wobei allerdings noch Wolfgang Dallmann und Martin Weyer mitgewirkt haben.
Kurt Rapf hat auch (den kompletten?) Reger für das legendäre Label MPS eingespielt.
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
untersatz32
, Amriswil, Dienstag, 23. Oktober 2012, 12:53 (vor 5124 Tagen) @ Cor de Basset
Die ERSTE Folge von Dupont (bei HORTUS) ist sehr, sehr lecker! M.E. super gespielt und gut aufgenommen!
Grüsse Thomas
--
Thomas Haubrich
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
link1907, Dienstag, 23. Oktober 2012, 18:15 (vor 5124 Tagen) @ untersatz32
Hallo,
Oehms Classics plant in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk eine Gesamteinspielung mit Bernhard Buttmann ( Nachfolger von Werner Jacob an St.Sebald ).
Die ersten Aufnahmen sind wohl schon gemacht.
Näheres auf den Seiten von Oehms Classics.
Gruß,
Wolfgang S.
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 10:37 (vor 5123 Tagen) @ link1907
bearbeitet von Karsten, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 10:41
Hallo!
Das Aufnahmeprojekt mit Buttmann war mir nicht bekannt. Hier scheint man sich relativ wenig um "historische" Instrumente zu kümmern. Die Lokalität hat vorrang: "Dabei ist es unsere Idee, die Werke an Orten einzuspielen, an denen Reger lebte und wirkte.", so der Label-Gründer Oehms.
Konkret benannt wurde in der Mitteilung nur die neue Reger-Gedächtnis-Orgel in Weiden, St.Michael. Oehms hat dort bereits eine Reger-CD mit Harald Feller produziert.
Als weitere Aufnahmeorte sind Wiesbaden und München benannt. Ob die Oberlinger-Orgel der Marktkirche eingesetzt wurde?
Man sieht schon: Allein auf Grund der verschiedenen Konzepte werden sich die Editionen wunderbar ergänzen...
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
stein
, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 10:57 (vor 5123 Tagen) @ Karsten
Als weitere Aufnahmeorte sind Wiesbaden und München benannt. Ob die Oberlinger-Orgel der Marktkirche eingesetzt wurde?
Hier finden sich fossiliare Einschlüsse der alten Walcker Orgel, somit dürfte dieser Ort schon einmal als angeweiht gelten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 11:09 (vor 5123 Tagen) @ stein
bearbeitet von Karsten, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 11:23
Ja, aber nur eben auch nur "angeweiht".
"Authentisch" klingen solche technischen Neubauten mit einigem historischen Material höchstens bis zum mf-f-Bereich. Sobald höher liegende Register, Zungen oder gar Mixturen gezogen werden, ist es aus. Das fiel mir schon bei den Aufnahmen an der Rieger-Orgel in Fulda auf (zahlreiche Sauer-Grundstimmen), oder an Aufnahmen der Orgel in Schwäbisch Hall (ebenfalls Walcker-Register).
Wie gesagt, die Projekte werden sich sicher gut ergänzen...
Gruß
Karsten
Domorgel Fulda - war Ges.einsp. der Orgelwerke von Max Reger
Martin78
, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 11:30 (vor 5123 Tagen) @ Karsten
Ja, aber nur eben auch nur "angeweiht".
"Authentisch" klingen solche technischen Neubauten mit einigem historischen Material höchstens bis zum mf-f-Bereich. Sobald höher liegende Register, Zungen oder gar Mixturen gezogen werden, ist es aus. Das fiel mir schon bei den Aufnahmen an der Rieger-Orgel in Fulda auf (zahlreiche Sauer-Grundstimmen) (...)
1996 ist die Domorgel dort ja von Rieger neugebaut worden. War die alte Sauer-Orgel bis dahin schon mehrfach umgebaut, deswegen nicht mehr renovierungsfähig oder warum wollte / konnte man die Sauerin nicht wiedererstehen lassen?
Viele Grüße
Martin
Domorgel Fulda - war Ges.einsp. der Orgelwerke von Max Reger
JSBach
, Aachen, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 11:56 (vor 5123 Tagen) @ Martin78
laut die-orgelseite.de:
"1933-1938 Umbau und Erweiterung um neobarocke Register und ein Bombardewerk durch Gebr. Späth (D, Ennetach), dabei Anschluss der Chororgel und Errichtung eines 5-manualigen Generalspieltischs im Chor"
und danach noch dieser Eintrag, der die Zahl der Register evtl auch noch vermindert hat:
"1979-1976 Reparatur (wegen Wurmbefall der Holzpfeifen) und Restaurierung größtenteils auf den Sauerschen Zustand durch Kreienbrink (D, Osnabrück) und Giesecke (D, Göttingen)"
nach Späth blieben noch 35 Register von Sauer erhalten, davon sind 24 in die Riegerorgel übernommen worden
Domorgel Fulda - war Ges.einsp. der Orgelwerke von Max Reger
Friedrich
, Donnerstag, 25. Oktober 2012, 10:42 (vor 5122 Tagen) @ Martin78
1996 ist die Domorgel dort ja von Rieger neugebaut worden. War die alte Sauer-Orgel bis dahin schon mehrfach umgebaut, deswegen nicht mehr renovierungsfähig oder warum wollte / konnte man die Sauerin nicht wiedererstehen lassen?
Diese Frage wird die Orgel wohl begleiten, so lange sie steht. Sie wurde auch schon vor dem jetzigen Umbau gestellt, oft in ziemlich scharfem Ton. Hans-Jürgen Kaiser hat 1998 für Orgel International ein ausführliches Porträt der Orgel geschrieben (wer abonniert hatte: Heft 3, Seite 26 bis 32), in dem ein apologetischer Ton noch kräftig nachhallt. Dazu auf S. 26 bis 28:
Das 1877 von der Firma Sauer erstellte Instrument, damals noch mit 52 Registern (von denen nicht alle von Sauer waren), berücksichtigte kaum mehr das historischen Gehäuse. Zwar wurde das Rückpositiv beigbehalten und mit einem schwellbaren Werk ausgestattet, aber beim Hauptgehäuse wurden Decken, Seitenfüllungen und Rückwand entfernt, um Platz für eine im wesentlichen vom barocken Prospekt unabhängige Aufstellung zu finden. Auf neuen Lagern wurde im Gehäuse, geteilt auf zwei Ebenen, das Hauptwerk untergebracht. Dahinter wurde außerhalb des Gehäuses ein weiteres Werk aufgestellt, das man am besten als Hinterwerk bezeichnet (die auch benutzte Bezeichnung Obermanual oder Oberwerk bezieht sich auf die Manualverteilung), das ebenfalls auf zwei Ebenen geteilt war. Dieses Instrument wurde in der Folgezeit durch zahlreiche Umbauten und Erweiterungen sukzessive verändert, das Konzept der Sauer-Orgel aufgegeben. Zitiert sei aus dem Anschreiben von Orgelbaumeister Gerhard Spallek zu seinem Untersuchungsbericht vom 20. 1. 1995: »Die Besichtigung vom 12. und 13. Jaunar zeigte mir sehr deutlich, dass in Verbindung mit dem geplanten Orgelneubau auf gar keinen Fall von der Zerstörung einer wertvollen Sauer-Orgel gesprochen werden kann. Diese Zerstörung hat viel früher stattgefunden … Es darf wiederholt werden, dass die Aufgabe der Orgel aus vielerlei Gründen, nicht zuletzt aus ökonomischen, denn der ständig anfallende Aufwand für notwendige Verbesserungen und Reparaturen wird weit über dem Durchschnitt liegen, gerechtfertigt ist.«
Der Umbau 1933–38
Bereits das von Prof. Ahrens erstellte Abnahmegutachten aus dem Jahr 1939 ist überschrieben: »Gutachten über die Abnahme der neu erbauten Domorgel in Fulda«. In den Jahren 1933–38 war das Instrument durch die Firma Späth elektrifiziert und deutlich erweitert worden, es sind 68 Register im Gutachten von Prof. Ahrens aufgelistet. Die mechanische Traktur war also entfernt und das von Firma Sauer recht eigenwillig konzipierte schwellbare Rückpositiv entfernt worden. Dessen Gehäuse wurde bei dieser Gelegenheit abgesägt, um Platz für den von dieser Zeit an freistehenden, elektrischen Spieltisch zu gewinnen. Schon dieser Umbau erfolgte in mehreren Phasen, weshalb Joseph Ahrens neben viel Lob für die Firma Späth auch deutliche Mängel feststellte: »Die geräuschvolle Ansprache des Pedals ist auf die durch den Umbau bedingte große Zahl der Pedalladen (7) zurückzuführen. Der elektropneumatische Spieltisch der Hauptorgel (4 Manuale und Pedal, vom IV. Manual ist auch die Chororgel zu spielen) wurde bereits 1934 von der Firma Späth geliefert. Er hat wohl unter der ausgedehnten Bauzeit der Orgel am meisten gelitten. Die bei der Abnahme und während des Einweihungskonzerts auftretenden Mängel dürften z. T. auch auf die noch nicht ganz gelöste Frage des elektrischen Antriebs zurückzuführen sein.«
Auftragsvergabe und weitere Entscheidungen
Die relativ umfangreichen Umbaumaßnahmen in den 70er Jahren wurden ebenfalls in mehreren Abschnitten ausgeführt und sollten die Spielbarkeit des Instruments gewährleisten. Es wurden aber auch weiteren Register hinzugefügt, die Orgel wurde mehrfach umdisponiert und – vielleicht aus heutiger Sicht am schwerwiegendsten – es wurden die damals noch original vorhandenen, wenn auch elektrifizierten Sauer-Windladen entfernt und durch neue Mahagoni-Laden ersetzt. Die einzige erhaltene Sauer-Windlade blieb die des ehemaligen Rückpositivs.
Das Instrument hatte schließlich 76 Register, die von ganz unterschiedlichen Orgelbauern stammten und teils aus anderen Orgeln übernommen waren. DIe innere Ordnung war bereits seit den Umbauten durch Späth aufgegeben. Die Windanlage war mehr als problematisch. Die Pedalregistre standen größtenteils im Untergehäuse mit extrem schlechter An- und Absprache. In Verbindung mit den Querstehenden Windladen des Schwell- und des Bombardwerks mit chromatischer Teilung, links und recht oben am rückwärtigen Teil der Orgel angebaut, war schließlich ein sehr diffuser ,uneinheitlicher Klang entstanden, bei dem nur Einzelstimmen noch an Sauer erinnerten […] Georg Jann schrieb über seine Besichtigung des Instruments am 20. März 1991: »Nun habe ich die Orgel besichtigt und muss feststellen, dass im Dom zu Fulda eine Orgel steht, die zwar noch Pfiefen von 1876 besitzt, aber den Klang von W. Sauer konnte ich nicht mehr finden.«
Fazit: ca. zwei Dutzend umgearbeitete Sauer-Register (ein Drittel der Gesamtzahl), neue Innenanlage, neues Windwerk, neue Trakturen, neue Windladen. Eine Sauer-Rekonstruktion wäre also zu einem großen Teil hypothetisch gewesen. Und man hätte im Dom zukünftig mit Umfängen bis f''' klarkommen müssen – das hieße zum Beispiel: Sauer ja, Reger nein. Zum Klang kann ich nur sagen, dass auf den mir bekannten CD-Aufnahmen nicht viel Sauer zu hören ist – aber das kann man sicher besser beurteilen, wenn man die Orgel im Dom hört.
Für die Kreienbrinks waren die beiden großen Orgeln in Fulda Ende der Sechzigerjahre noch Prestige-Instrumente, besonders die in der Stadtpfarrkirche mit ihren damals fünf Manualen; die Namen der originalen Erbauer (mit Ausnahme von Sauer) waren den meisten damals Hekuba. Damit ist es ja nun vorbei.
Gruß,
Friedrich
Domorgel Fulda - war Ges.einsp. der Orgelwerke von Max Reger
Orlos, Donnerstag, 25. Oktober 2012, 12:11 (vor 5122 Tagen) @ Friedrich
Ich kenne die Orgel nur vom Spielen und von CDs, von unten habe ich sie noch nie gehört. Am Spieltisch hatte ich einen sehr guten Eindruck von diesem Instrument, aber ich könnte nicht sagen, welche Register von Sauer sein sollen. Alles ist sehr harmonisch aufeinander abgestimmt, es gibt einen geschlossenen Gesamteindruck. Sie würde aber auch als völlig neue Rieger-Orgel nicht anders klingen, denke ich.
Domorgel Fulda - war Ges.einsp. der Orgelwerke von Max Reger
FriedemannW, Lindau, Donnerstag, 25. Oktober 2012, 12:42 (vor 5122 Tagen) @ Orlos
Die meisten Sauer-Register finden sich im SW, es wurden 3 Zungen übernommen (Clairon 4' Ped., Bombarde 16' SW, durchschlagende Clarinett 8' OW).
Domorgel Fulda - war Ges.einsp. der Orgelwerke von Max Reger
stein
, Donnerstag, 25. Oktober 2012, 13:08 (vor 5122 Tagen) @ FriedemannW
Von meiner Fuldarer Zeit habe ich ein tolles Rieger Instrument in Erinnerung. Konnte man durchaus mit den guten Instrumenten in Düsseldorf und Kleve vergleichen.
Sehr schöne Einzelstimmen, alles glatt und sauber. Klang sehr neuwertig.
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Cor de Basset, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 14:44 (vor 5123 Tagen) @ Karsten
Zusammenfassend sind also aktuell folgende Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger entweder bereits in Arbeit oder geplant:
Naxos - verschiedene Organisten (16 CDs)
Jean-Baptiste Dupont (Hortus)
Roberto Marini (Fugatto)
Bernhard Buttmann (Oehms Classics)
David Goode (Herald)
Christoph Bossert
Martin Schmeding
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Freitag, 26. Oktober 2012, 11:46 (vor 5121 Tagen) @ Cor de Basset
Zusammenfassend sind also aktuell folgende Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger entweder bereits in Arbeit oder geplant:
Naxos - verschiedene Organisten (16 CDs)
Jean-Baptiste Dupont (Hortus)
Roberto Marini (Fugatto)
Bernhard Buttmann (Oehms Classics)
David Goode (Herald)
Man könnte der Vollständigkeithalber noch die von ifo begonnene Reiher erwähnen:
Max Reger: Das Orgelwerk, Vol. 1
- Fantasie und Fuge, op.135b
- 9 Stücke für Orgel, op.129
- Sonate Nr.2, d-moll, op.60
Wolfgang Zerer, Sauer-Orgel (1997) in St. Sophien, Hamburg (Barmbek)
ifo 00048, 2001
da hat sich aber seit nun 10 Jahren nichts mehr getan. Das Projekt scheint demnach (wie bei Herald) auf Eis gelegt worden zu sein.
Christoph Bossert
Martin Schmeding
Da könnte man auch noch einige Organisten mehr nennen, die sich sofort an die Orgel setzen würden, wenn die Finanzierung etc. für eine Gesamtaufnahme stehen würde.
Was mir auffällt: kaum eines der begonnenen Projekte nutzt konsequent historische Instrumente.
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
stein
, Freitag, 26. Oktober 2012, 12:12 (vor 5121 Tagen) @ Karsten
Was mir auffällt: kaum eines der begonnenen Projekte nutzt konsequent historische Instrumente.
Rumwalzen ist heute nicht mehr In. Zu kompliziert würde sich das Ausregistrieren mit 4 oder mehr Registranten gestalten.
Die moderneren Instrumente haben die Schwächen der deutsch rom. Orgeln meist ausgebügelt. (Pneumatische, lange Trakturwege, wimmernde Mixturen, instabilen Wind, schwache Zungen etc.
Dann nimmt man doch lieber Instrumente wie Fulda Dudelange usw. und verweist energisch auf die historische Substanz.
Ich finde es nachvollziebar.
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Freitag, 26. Oktober 2012, 12:26 (vor 5121 Tagen) @ stein
Was mir auffällt: kaum eines der begonnenen Projekte nutzt konsequent historische Instrumente.
Rumwalzen ist heute nicht mehr In.
Wobei das Walzen gerade (bzw. nur) bei historischen Orgeln mit ihren grundtönigen Dispositionsaufbau ja nur Sinn macht. Ebenso wie die Kombinationstritte und Ladenaufteilungen bei den französischen Instrumenten.
Zu kompliziert würde sich das Ausregistrieren mit 4 oder mehr Registranten gestalten.
Sicher ein großer Mehraufwand, der aber ein herausragendes künstlerisches Ergebnis liefert und dadurch durchaus gerechtfertigt scheint. Ich verweise da immer wieder gerne auf Christoph Bosserts Einspielungen.
Die moderneren Instrumente haben die Schwächen der deutsch rom. Orgeln meist ausgebügelt. (Pneumatische, lange Trakturwege, wimmernde Mixturen, instabilen Wind, schwache Zungen etc.
...ebenso wie ihre Stärken! gerade die typischen Klangcharakterisiken der deutsch-romantischen Orgel bleiben auf der Strecke. Die angesprochenen negativen Punkte lassen sich durch eine gute Restaurierung beheben. "Schwache"(?) Zungen sehe ich nicht als negativ an, eher als Klangcharakteristik. Oder sind Cavaillé-Coll-Zungen etwa "zu laut"?
Dann nimmt man doch lieber Instrumente wie Fulda Dudelange usw. und verweist energisch auf die historische Substanz.
Ja, leider. Aber wie Friedrich schrieb: nach "Sauer" klingt in Fulda herzlich wenig...
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Florgel
, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 11:42 (vor 5123 Tagen) @ Karsten
Hallo!
Das Aufnahmeprojekt mit Buttmann war mir nicht bekannt. Hier scheint man sich relativ wenig um "historische" Instrumente zu kümmern. Die Lokalität hat vorrang: "Dabei ist es unsere Idee, die Werke an Orten einzuspielen, an denen Reger lebte und wirkte.", so der Label-Gründer Oehms.
Konkret benannt wurde in der Mitteilung nur die neue Reger-Gedächtnis-Orgel in Weiden, St.Michael. Oehms hat dort bereits eine Reger-CD mit Harald Feller produziert.
Als weitere Aufnahmeorte sind Wiesbaden und München benannt. Ob die Oberlinger-Orgel der Marktkirche eingesetzt wurde?
Man sieht schon: Allein auf Grund der verschiedenen Konzepte werden sich die Editionen wunderbar ergänzen...
Gruß
Karsten
Das wird sicher interessant. Von der Reger-"Gedächtnis"-Orgel gibts auch noch eine CD mit dem heimischen KMD Hanns-Friedrich Kaiser ua. mit einer Orgelsolofassung von Psalm 100- sehr schön!
Besonders im p und mf-Bereich hat das Instrument da Überzeugendes anzubieten.
Noch interessanter fände ich ja eine Aufnahme an der Orgel in der ehem. Klosterkirche St. Augustin. Der Klosterkomplex samt Orgel ist zwar erst nach Regers Tod entstanden, aber die Weise (III/42) muss sich sicher nicht vor der "Gedächtnis"-Orgel verstecken.
Aber aufgrund der jetzigen Verhältnisse (Kloster aufgelöst,- Verwaltungsräume d. Klinikums) bleiben professionelle Aufnahmen wohl ein Wunschtraum.
Schade! Nicht umsonst hat hier ua. Edgar Krapp konzertiert.
Grüße aus der Oberpfalz!
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Sonntag, 31. März 2013, 19:00 (vor 4965 Tagen) @ link1907
Hallo,
Oehms Classics plant in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk eine Gesamteinspielung mit Bernhard Buttmann ( Nachfolger von Werner Jacob an St.Sebald ).
Die ersten Aufnahmen sind wohl schon gemacht.
Näheres auf den Seiten von Oehms Classics.
Gruß,
Wolfgang S.
Hallo!
Und es wird auch dort bei Oehms konkret (offensichtlich nicht als Aprilscherz gedacht):
http://www.gramola.at/de/shop/produkte/orgelmusik/oehms/bernhard+buttmann/max+reger/106...
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
C.B., Mittwoch, 24. Oktober 2012, 09:20 (vor 5123 Tagen) @ Cor de Basset
Hallo zusammen,
herzliche Einladung auf den offiziellen Youtube-Account des CD-Labels Naxos. Dort gibt es ein PR-Video zur Folge 13 der Reger-Reihe unter folgendem Link:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=wkxCHwaY9mI
Aufgenommen wurde die CD im August 2012 an der Steinmeyer-Orgel (1911) der Christuskirche in Mannheim und soll im kommenden Sommer 2013 erscheinen.
Viele Grüße,
C.B.
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Cor de Basset, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 13:16 (vor 5123 Tagen) @ C.B.
Zwei weitere Einspielungen einer kanadischen Organistin sollten nicht unerwähnt bleiben: Isabelle Demers, die seit kurzem als Assistant Professor für Orgel an der Baylor University in Texas unterrichtet, ist eine der wenigen Ausnahmen unter den nordamerikanischen und kanadischen Organisten, deren Repertoireschwerpunkt Max Reger ist (dessen Orgelwerke sie - wie auch ihr übriges Repertoire - zum größten Teil auswendig beherrscht). Die folgenden beiden Aufnahmen werden sehr wahrscheinlich nicht ihre letzten Reger-CDs sein:
The New and The Old- l'ancien et le nouveau (enthält unter anderem die Variationen und Fuge opus 73)
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
link1907, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 15:53 (vor 5123 Tagen) @ Cor de Basset
Schülerin von Rosalinde Haas?
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Cor de Basset, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 16:43 (vor 5123 Tagen) @ link1907
Schülerin von Rosalinde Haas?
Sicherlich nicht... sie studierte bei Paul Jacobs an der Juilliard School in New York (Masters und Doctoral Degrees) und war übrigens Co-Produzentin von dessen Naxos-Aufnahme des "Livre du Saint-Sacrement" von Messiaen. Die Tempi bei ihren Reger-Aufnahmen sind durchweg recht zügig (ihr Spiel insgesamt dennoch wesentlich sauberer und akkurater als bei Rosalinde Haas). Ist es vielleicht das Attribut, was in ihren Pressematerialien lautmalerisch mit "diminutive dynamo" und "vehement virtuosity" beschrieben wird?...
Rosalinde Haas
Cor de Basset, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 16:55 (vor 5123 Tagen) @ Cor de Basset
bearbeitet von Cor de Basset, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 17:00
Schülerin von Rosalinde Haas?
Sicherlich nicht... sie studierte bei Paul Jacobs an der Juilliard School in New York (Masters und Doctoral Degrees) und war übrigens Co-Produzentin von dessen Naxos-Aufnahme des "Livre du Saint-Sacrement" von Messiaen. Die Tempi bei ihren Reger-Aufnahmen sind durchweg recht zügig (ihr Spiel insgesamt dennoch wesentlich sauberer und akkurater als bei Rosalinde Haas). Ist es vielleicht das Attribut, was in ihren Pressematerialien lautmalerisch mit "diminutive dynamo" und "vehement virtuosity" beschrieben wird?...
Rosalinde Haas dürfte ja in erster Linie wegen ihrer Reger-Gesamteinspielung bekannt sein - 2001/2002 hatte sie aber auch eine interessante Einspielung auf 2 CDs von Orgelwerken Max Baumanns aus der Basilika Vierzehnheiligen vorgelegt. Darunter sind mehrere Stücke von Baumann (Psalmi für Orgel Opus 67,2 & Drei Stücke für Orgel Opus 67,6), die Jean Guillou in den 60er Jahren oft in Konzerten aufgeführt (und auch für mehrere Rundfunksender eingespielt) hat. Guillou war lange mit Baumann befreundet, der ihm auch mindestens eines seiner Orgelwerke gewidmet hatte. Guillou sagte mir aber vor kurzem, dass man heute diese Musik eigentlich nicht mehr spielt...
Rosalinde Haas
Reinhard Kluth
, Tübingen, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 19:16 (vor 5123 Tagen) @ Cor de Basset
.....und warum spielt man diese Musik "eigentlich" nicht mehr?
fragt sich völlig fassungslos Reinhard Kluth
Rosalinde Haas
stein
, Mittwoch, 24. Oktober 2012, 22:59 (vor 5123 Tagen) @ Cor de Basset
Rosalinde Haas dürfte ja in erster Linie wegen ihrer Reger-Gesamteinspielung bekannt sein - 2001/2002 hatte sie aber auch eine interessante Einspielung auf 2 CDs von Orgelwerken Max Baumanns aus der Basilika Vierzehnheiligen vorgelegt. Darunter sind mehrere Stücke von Baumann (Psalmi für Orgel Opus 67,2 & Drei Stücke für Orgel Opus 67,6), die Jean Guillou in den 60er Jahren oft in Konzerten aufgeführt (und auch für mehrere Rundfunksender eingespielt) hat. Guillou war lange mit Baumann befreundet, der ihm auch mindestens eines seiner Orgelwerke gewidmet hatte. Guillou sagte mir aber vor kurzem, dass man heute diese Musik eigentlich nicht mehr spielt...
Habe die Baumann CDs bei JPC für einen Ramschpreis ergattert. Hatte es seiner Zeit auch hier gepostet. Sehr schöne eingängige Musik, tolle Orgel, mit viel Power interpretiert.
Rosalinde Haas
Karsten, Donnerstag, 25. Oktober 2012, 08:47 (vor 5122 Tagen) @ Cor de Basset
Schülerin von Rosalinde Haas?
Sicherlich nicht... sie studierte bei Paul Jacobs an der Juilliard School in New York (Masters und Doctoral Degrees) und war übrigens Co-Produzentin von dessen Naxos-Aufnahme des "Livre du Saint-Sacrement" von Messiaen. Die Tempi bei ihren Reger-Aufnahmen sind durchweg recht zügig (ihr Spiel insgesamt dennoch wesentlich sauberer und akkurater als bei Rosalinde Haas). Ist es vielleicht das Attribut, was in ihren Pressematerialien lautmalerisch mit "diminutive dynamo" und "vehement virtuosity" beschrieben wird?...
Rosalinde Haas dürfte ja in erster Linie wegen ihrer Reger-Gesamteinspielung bekannt sein - 2001/2002 hatte sie aber auch eine interessante Einspielung auf 2 CDs von Orgelwerken Max Baumanns aus der Basilika Vierzehnheiligen vorgelegt.
Ebenfalls für MDG von ihr eingespielt: die drei Orgelsonaten von Hindemith.
Paul Hindemith (1895-1963)
Complete Sonatas Vol. 6
- Sonata for Trumpet 1939
- Sonata for Horn 1943
- 3 Organ Sonatas 1937-1941
Ensemble Villa Musica
Hannes Läubin, trumpet
Radovan Vlatkovic, horn
Kalle Randalu, piano
Rosalinde Haas, organ
CD: MDG 304 0697-2
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Cantor, Donnerstag, 25. Oktober 2012, 13:09 (vor 5122 Tagen) @ Cor de Basset
Hallo,
ihre Reger Interpretationen in ihrem Konzertprogramm im Kölner Dom haben mich weder von der Interpretation, noch von den Registrierungen überzeugt. Eine reine Reger-CD möchte ich von ihr nicht hören.
Gruß Cantor
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Donnerstag, 25. Oktober 2012, 13:23 (vor 5122 Tagen) @ Cantor
ihre Reger Interpretationen in ihrem Konzertprogramm im Kölner Dom haben mich weder von der Interpretation, noch von den Registrierungen überzeugt. Eine reine Reger-CD möchte ich von ihr nicht hören.
Was zeichnete denn Isabelle Demers Reger-Spiel in Köln (nicht) aus? Da würde ich gerne mehr erfahren.
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Cantor, Donnerstag, 25. Oktober 2012, 14:32 (vor 5122 Tagen) @ Karsten
Tempi, die Artikulation und die zu neobarocken Registrierungen. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Mir persönlich hat es nicht gefallen.
Gruß
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Axel
, Mechernich, Freitag, 26. Oktober 2012, 14:12 (vor 5121 Tagen) @ Cantor
Es war ein Set aus op. 67. Sehr schnell, exotische Registrierungen (das sog. "Museum" mit den Nachkriegsaliquoten gegen HD-Tuba z.B.) und permanentes Staccato. Ich hab das in der Hochschule andres gelernt. Überzeugend war das nicht, denn auch in dem überakustischen Raum ist ein staccato deutlich als solches zu hören. Eindeutig der Tiefpunkt des Konzerts.
Grüße
Axel
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Donnerstag, 01. November 2012, 21:06 (vor 5115 Tagen) @ Cor de Basset
Auch der Italiener Roberto Marini spielt derzeit für Fugatto sämtliche Reger-Orgelwerke ein; die ersten vier Folgen sollen ab diesem Jahr erhältlich sein.
Hallo!
Für alle die es interessiert: Auf youtube gibt es aus der Fugatto-Reihe die "Symphonische" als Mustertrack.
Meinungen dazu?
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
stein
, Donnerstag, 01. November 2012, 21:39 (vor 5115 Tagen) @ Karsten
Die Fantasie hat schon eine tolle Wirkung. Das Werk braucht einfach ein riesen Instrument. Die neobarocke Klingelei geht in der Masse der register unter, dient aber auch gut zur Linienführung.
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
FranzS.
, Donnerstag, 01. November 2012, 22:26 (vor 5115 Tagen) @ stein
Die Fantasie hat schon eine tolle Wirkung. Das Werk braucht einfach ein riesen Instrument. Die neobarocke Klingelei geht in der Masse der register unter, dient aber auch gut zur Linienführung.
na ja, immerhin ist die "Bruckner-Orgel" die größte spielbare Orgel Österreichs und warum ist sie das?
eben weils intoniert worn is!, blos dös ghört gmacht, sonst nix.... ;-)
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Florian-L, Freitag, 02. November 2012, 07:51 (vor 5114 Tagen) @ FranzS.
na ja, immerhin ist die "Bruckner-Orgel" die größte spielbare Orgel Österreichs und warum ist sie das?
eben weils intoniert worn is!, blos dös ghört gmacht, sonst nix.... ;-)
Nein, die im Wiener Konzerthaus ist noch größer.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
FranzS.
, Freitag, 02. November 2012, 09:11 (vor 5114 Tagen) @ Florian-L
na ja, immerhin ist die "Bruckner-Orgel" die größte spielbare Orgel Österreichs und warum ist sie das?
eben weils intoniert worn is!, blos dös ghört gmacht, sonst nix.... ;-)
Nein, die im Wiener Konzerthaus ist noch größer.Gruß, Florian
aber nur bis die Riesenorgel endlich "gerettet" ist... ;-)
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Friedrich
, Freitag, 02. November 2012, 09:33 (vor 5114 Tagen) @ FranzS.
na ja, immerhin ist die "Bruckner-Orgel" die größte spielbare Orgel Österreichs und warum ist sie das?
eben weils intoniert worn is!, blos dös ghört gmacht, sonst nix.... ;-)
Nein, die im Wiener Konzerthaus ist noch größer.
aber nur bis die Riesenorgel endlich "gerettet" ist... ;-)
Vielleicht könnte man sie am Stück in Kunstharz gießen. Dann leidet auch die Lichtführung kaum, und die Statik (zumindet oberhalb des Emporenfußbodens) wäre gesichert. Und über das bisschen Gilb dürfen sich dann in zwanzig, dreißig Jahren die Leut’ die Köpfe zerbrechen. Wäre nur gerecht: Die Nachkriegswiener haben das Ding hingestellt, und die heutigen haben den Ärger. Es reicht, dass jede Generation ihre eigene Orgelplage hat.
Gruß,
Friedrich
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
FranzS.
, Freitag, 02. November 2012, 09:59 (vor 5114 Tagen) @ Friedrich
Vielleicht könnte man sie am Stück in Kunstharz gießen.
Geniale Idee! und ganz im Sinne der Wiener Schule des fantastischen Realismus. Ernst Fuchs wäre begeistert ;-)
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Florian-L, Samstag, 03. November 2012, 08:07 (vor 5113 Tagen) @ FranzS.
aber nur bis die Riesenorgel endlich "gerettet" ist... ;-)
Nein, auch dann nicht, denn es gibt "nur" 108 Register, aus denen durch diverse Auszüge 125 gemacht werden.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Orgel im Wiener Konzertsaal
FranzS.
, Samstag, 03. November 2012, 09:01 (vor 5113 Tagen) @ Florian-L
na ja, immerhin ist die "Bruckner-Orgel" die größte spielbare Orgel Österreichs und warum ist sie das?
eben weils intoniert worn is!, blos dös ghört gmacht, sonst nix.... ;-)
Nein, die im Wiener Konzerthaus ist noch größer.Gruß, Florian
ach du meinst diese hier. Ich war jetzt in Gedanken bei der neuen Rieger-Orgel im Goldenen Saal. Dann würde das ja bedeuten, dass die Riesenorgel NOCH NIE die größte Orgel Österreichs war. Wird diese gigantische Orgel im Konzerthaus auch gespielt, bzw. gibt es Aufnahmen? Ich frage, weil mir diese Orgel bis jetzt nicht bekannt war.
Grüße
Franz
Orgel im Wiener Konzertsaal
Florian-L, Samstag, 03. November 2012, 09:14 (vor 5113 Tagen) @ FranzS.
bearbeitet von Florian-L, Samstag, 03. November 2012, 10:27
na ja, immerhin ist die "Bruckner-Orgel" die größte spielbare Orgel Österreichs und warum ist sie das?
eben weils intoniert worn is!, blos dös ghört gmacht, sonst nix.... ;-)
Nein, die im Wiener Konzerthaus ist noch größer.Gruß, Florian
ach du meinst diese hier. Ich war jetzt in Gedanken bei der neuen Rieger-Orgel im Goldenen Saal. Dann würde das ja bedeuten, dass die Riesenorgel NOCH NIE die größte Orgel Österreichs war. Wird diese gigantische Orgel im Konzerthaus auch gespielt, bzw. gibt es Aufnahmen? Ich frage, weil mir diese Orgel bis jetzt nicht bekannt war.
Wenn man es genau nimmt und die Extensionen im Pedal der "Riesenorgel" nicht als eigene Register mitzählt, dann war dieses Instrument registermäßig nie die größte Orgel Österreichs.
Die Orgel im Wiener Konzerthaus wird zwar auch relativ wenig bespielt, aber es gibt zumindest einen Orgelzyklus.
Edit: Es fanden in der Vergangenheit einige Aufnahmen u. a. mit Peter Planyavsky (Brahms) und Bernhard Haas (Reger) statt; ich weiß nicht, ob sie noch verfügbar sind. Die Liszt-Platte stammt von Martin Haselböck, wie von Friedrich richtig angemerkt.
Hier sieht man Cameron Carpenter werken.
Gruß, Florian
--
"Nicht alles, was tönt, ist auch Musik."
-Joseph Marx-
Orgel im Wiener Konzertsaal
Friedrich
, Samstag, 03. November 2012, 10:06 (vor 5113 Tagen) @ FranzS.
ach du meinst diese hier. Ich war jetzt in Gedanken bei der neuen Rieger-Orgel im Goldenen Saal. Dann würde das ja bedeuten, dass die Riesenorgel NOCH NIE die größte Orgel Österreichs war. Wird diese gigantische Orgel im Konzerthaus auch gespielt, bzw. gibt es Aufnahmen? Ich frage, weil mir diese Orgel bis jetzt nicht bekannt war.
Die Haas-AUfnahme ist toll, weil auch exzellent aufgenommen (Audite-CD). Martin Haselböck hat dort 1986 beim Label Orfeo eine Liszt-Platte eingespielt (Ad nos, WKSZ, Les Morts, BACH), frisch nach der Restaurierung der Orgel. Kurz vorher hatte er einen Aufsatz darüber veröffentlicht, ich glaube, in der ÖMZ, mit dem Titel »Des Kaisers größte Orgel«.
Gruß,
Friedrich
Orgel im Wiener Konzertsaal
Contrebasson 32'
, Samstag, 03. November 2012, 10:25 (vor 5113 Tagen) @ FranzS.
Wird diese gigantische Orgel im Konzerthaus auch gespielt, bzw. gibt es Aufnahmen?
Natürlich wird die Orgel noch gespielt, zwar nicht sooo regelmäßig, aber sie wird gespielt. Sie wurde ja auch vor nicht allzu langer Zeit generalüberholt.
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Samstag, 03. November 2012, 13:45 (vor 5113 Tagen) @ stein
Die Fantasie hat schon eine tolle Wirkung. Das Werk braucht einfach ein riesen Instrument. Die neobarocke Klingelei geht in der Masse der register unter, dient aber auch gut zur Linienführung.
Die neobarocke Klingelei ist das eine.
Aber es ist interessant, wie Marini angesichts der erwähnten Masse an Registern Reger'sche pp (immer 8'+4') oder gar pppp realisiert...
Gruß
Karsten
Gesamteinspielungen der Orgelwerke von Max Reger
Karsten, Montag, 25. März 2013, 16:56 (vor 4971 Tagen) @ Cor de Basset
Hallo!
Neues von der Reger-Front:
Von David Goode aus England ist die erste Folge (mit drei CDs) schon vor einigen Jahren erschienen, die zweite Folge wurde für 2009 angekündigt, ist aber offensichtlich noch nicht im Handel.
Folge 2 der Reihe mit David Goode, eingespielt an der Klais-Orgel der Symphony Hall, Birmingham, soll im April in den Handel kommen:
http://www.goodeorganist.co.uk/Recordings/Reger_vol2.html
Die Reihe wird von Signum (nicht mehr Herald) fortgesetzt.
Programm:
CD 1
Introduction, Variations & Fugue on an Original Theme, Op. 73
Introduction, Passacaglia and Fugue in E minor, Op.127
CD 2
Five Easy Preludes and Fugues, Op. 56
No. 1 in E major
No. 2 in D minor
No. 3 in G major
No. 4 in C major
No. 5 in B minor
Two J.S. Bach Transciptions
Prelude and Fugue in G major (Book II, WTC)
Prelude and Fugue in C-sharp minor (Book II, WTC)
Gruß
Karsten