Die Renaissance der Septime

Orlos, Samstag, 20. Oktober 2012, 10:41 (vor 5130 Tagen)

In St. Johann Baptist in Refrath ist die Orgel umgebaut worden. Man sieht auf der Internet-Seite beide Dispositionen im Vergleich. Anstelle des Gemshornes kam die Flûte harm. ins HW (mit was begleitet man nun die leisen SW-Register?) und anstelle des Prinzipal 2' (der nun in der Mixtur steckt) eine Septime 1 1/7'. Das nenne ich doch 'mal MUTIG. Da werden landauf/landab die außergewöhnlichen Aliquoten mangels praktischer Verwendbarkeit AUSgebaut und in Refrath baut man eine in eine 25-Register-Orgel ein. Putzig.
Im SW gibt es nun keine 4'-Flöte mehr, hoffentlich klingt das Cornet composé auch mit einer Fugara 4'.
Nachdem nun auch eine Klarine 4' im SW steht, hätte man sich doch eine 16'-Koppel gewünscht.
Auch die Winddrücke wurden ordentlich erhöht.
Das Einweihungskonzert bestreitet Otto Maria Krämer am 28.10.2012, vielleicht kann uns jemand berichten.

Die Renaissance der Septime

ChristopheKnabe ⌂ @, Bergisch Gladbach, Samstag, 20. Oktober 2012, 11:10 (vor 5130 Tagen) @ Orlos

Wenn ich die Tage Zeit finde, werde ich über das Konzept der Orgel berichten.

Gruß, Christophe

Die Renaissance der Septime

Reinhold Schafroth, Samstag, 20. Oktober 2012, 11:29 (vor 5130 Tagen) @ Orlos

Was ich an der alten Disposition weniger gut fand:

Kein 16‘ im Manual
Der (enge) freie Prinzipal 2‘ im Hauptwerk (neben der Mixtur)
Der starke Dolkan 2‘ im Schwellwerk
Die überflüssige Quinte 1 1/3‘ im Schwellwerk (neben der Zimbel)

Gut war:
Die möglichen Kombinationen von Holzprinzipal 8‘ / Viola da Gamba 8‘ / Geigenprinzipal 4‘

Was ich an der neuen Disposition weniger gut finde:

Kein 16‘ im Manual
Die Harmonieflöte 8‘ im Hauptwerk als einzige labiale Alternative zu Prinzipal 8‘
Fugara 4‘ (Streicher) als einzige Labialstimme 4‘ im Schwellwerk
Vox Angelica 8‘ als Bezeichnung (streichend? flötig?)
Klarine 4‘ (statt eines 16‘-Rohrwerks)
Nachthorn 2‘ (Bezug nur zu Gedackt 8‘ ?), beide Manuale nur weite 2‘
Warum „Tenoroktave“ (mittel? weit?)
Zwischen Holzprinzipal 8‘ und Zimbel 1‘ nichts prinzipaliges dazwischen.

Gut finde ich an der neuen Disposition:

Mixtur auf 2‘ (neben Waldflöte 2‘)

Die Renaissance der Septime

Aeolinchen, Samstag, 20. Oktober 2012, 12:12 (vor 5130 Tagen) @ Orlos

In St. Johann Baptist in Refrath ist die Orgel umgebaut worden. Man sieht auf der Internet-Seite beide Dispositionen im Vergleich. Anstelle des Gemshornes kam die Flûte harm. ins HW (mit was begleitet man nun die leisen SW-Register?) und anstelle des Prinzipal 2' (der nun in der Mixtur steckt) eine Septime 1 1/7'. Das nenne ich doch 'mal MUTIG.

Mutig ist das. Aber durchdacht? Eine einzelne Septime bringt wenig, wenn man sie nicht mit einer Quint und/oder Terz kombinieren kann.

Da werden landauf/landab die außergewöhnlichen Aliquoten mangels praktischer Verwendbarkeit AUSgebaut und in Refrath baut man eine in eine 25-Register-Orgel ein. Putzig.

Inzwischen sind die außergewöhnlichen Aliquoten fast überall verschwunden oder zumindest verstummt.
Dass man jetzt wieder damit anfängt, sie zu disponieren, wundert mich eigentlich nicht. In der Zeit, als die Doppelflöten und Clarinetten fast ausgerottet waren, tauchten sie in den neuen Orgeln plötzlich wieder auf.

Im SW gibt es nun keine 4'-Flöte mehr, hoffentlich klingt das Cornet composé auch mit einer Fugara 4'.

Das Fehlen einer Flöte 4' ist nicht nur wegen des Cornet bedauerlich. Auch zum Begleiten ist manchmal ein Flötenklang 8' + 4' ganz schön nützlich.

Die Renaissance der Septime

P.Kampf, Samstag, 20. Oktober 2012, 14:03 (vor 5130 Tagen) @ Aeolinchen

Im SW gibt es nun keine 4'-Flöte mehr, hoffentlich klingt das Cornet composé auch mit einer Fugara 4'.


Das Fehlen einer Flöte 4' ist nicht nur wegen des Cornet bedauerlich. Auch zum Begleiten ist manchmal ein Flötenklang 8' + 4' ganz schön nützlich.

Ich finde die Fugara da gar nicht so doof, gerade zum Begleiten kleinerer bis mittlerer Gemeinden. Sie wird sich sicher gut in den Prinzipalchor mischen (im Gegensatz zu Waldflöte und Nachthorn) und auch in der Höhe klar zeichnen, aber nicht so erschlagen wie z.B. ein 2'- oder 4'-Prinzipal im Hauptwerk oder gar eine Mixtur.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Samstag, 20. Oktober 2012, 14:36 (vor 5130 Tagen) @ Aeolinchen

Inzwischen sind die außergewöhnlichen Aliquoten fast überall verschwunden oder zumindest verstummt.
Dass man jetzt wieder damit anfängt, sie zu disponieren, wundert mich eigentlich nicht. In der Zeit, als die Doppelflöten und Clarinetten fast ausgerottet waren, tauchten sie in den neuen Orgeln plötzlich wieder auf.

Wo sind solche Septimen von der Zerstörung übrig geblieben? Nach meiner Erinnerung besitzt die Kemper-Orgel in der Pallottinerkirche in Vallendar eine. Wenn mich nicht die Erinnerung zu sehr täuscht, findet sich dort auch eine None.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

IvesDKerne @, Samstag, 20. Oktober 2012, 16:17 (vor 5130 Tagen) @ Hausorgler

In der Augustinerkirche in Würzburg wurde im Pedal eine dreifache "Bassaliquote" mit 2 2/7' hinzugebaut.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

KarlM, Samstag, 20. Oktober 2012, 16:21 (vor 5130 Tagen) @ IvesDKerne

Hallo

auch hier findet sich eine septime in einer neuen Orgel,
allerdings ist hier die Registerzahl deutlich höher.....

Grüße
Karl M.

http://www.orgelbau-muehleisen.de/de/15/Kath.-Pfarrkirche-St.-Nikolaus.html?wid=98

Die Renaissance der Septime

Aeolinchen, Samstag, 20. Oktober 2012, 21:01 (vor 5130 Tagen) @ P.Kampf

Das Fehlen einer Flöte 4' ist nicht nur wegen des Cornet bedauerlich. Auch zum Begleiten ist manchmal ein Flötenklang 8' + 4' ganz schön nützlich.


Ich finde die Fugara da gar nicht so doof

Ich finde die Fugara auch überhaupt nicht doof. Nur halte ich als zweiten 4' neben der Fugara eine Flöte für nützlicher als einen Clairon.

Aber wer weiß, vielleicht hat das Schwellwerk bisher so leise und dumpf geklungen, dass der Clairon wirklich nötig war.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

jrbecker @, Samstag, 20. Oktober 2012, 22:28 (vor 5130 Tagen) @ Hausorgler

Bei der Renovierung dieser Hammer-Orgel aus dem Jahr 1965 sind alle Aliquoten erhalten geblieben, worüber ich mich sehr gefreut habe. Der Organist kann damit ganz hervorragend umgehen und hat auf den Erhalt der orgelbewegten Klang-Architektur dieser Orgel großen Wert gelegt. (Ich habe sie nach der Renovierung noch nicht wieder gespielt, aber sie war vorher schon ein äußerst interessantes Instrument!)

Was es da alles gibt:
- Nonenkornett II-III im Unterwerk (war ursprünglich IV auf 5 1/3', aber der 16'-Klang war doch sehr "dick", auch war der 5 1/3' Chor als Quintade gebaut...), das Nonenkornett beinhaltet(e) auch eine Septime.
- Im OW eine separate weite None 8/9' und eine weitere None 8/9', die als Oberton zum Scharff intoniert ist.

Und natürlich, hier gibt es auch noch die Septime im Brustwerk und die None im Kronwerk.

LG
Jörg

Die Renaissance der Septime

P.Kampf, Samstag, 20. Oktober 2012, 22:59 (vor 5130 Tagen) @ Aeolinchen

Das Fehlen einer Flöte 4' ist nicht nur wegen des Cornet bedauerlich. Auch zum Begleiten ist manchmal ein Flötenklang 8' + 4' ganz schön nützlich.


Ich finde die Fugara da gar nicht so doof


Ich finde die Fugara auch überhaupt nicht doof.

Ups, das wollte ich auch gar nicht unterstellen, da kam wohl meine westfälische Ausdrucksweise durch ;-)

Gießen, war: wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

fluteceleste @, München, Sonntag, 21. Oktober 2012, 09:14 (vor 5130 Tagen) @ jrbecker

Und natürlich, hier gibt es auch noch die Septime im Brustwerk und die None im Kronwerk.

LG
Jörg

Diese Orgel war auch letztes Jahr im Fernsehgottesdienst zu hören. Ich fand den Klang eigentlich sehr zufriedenstellend, was natürlich von der Aufnahmetechnik abhängt, aber wohl hauptsächlich an der schwungvollen Intrade und der mir sehr sympathischen Begleitung zur "Güldnen Sonne" gelegen haben könnte ;-)..

Die Renaissance der Septime

jrbecker @, Sonntag, 21. Oktober 2012, 11:33 (vor 5129 Tagen) @ P.Kampf

Das Fehlen einer Flöte 4' ist nicht nur wegen des Cornet bedauerlich. Auch zum Begleiten ist manchmal ein Flötenklang 8' + 4' ganz schön nützlich.


Ich finde die Fugara da gar nicht so doof


Ich finde die Fugara auch überhaupt nicht doof.


Ups, das wollte ich auch gar nicht unterstellen, da kam wohl meine westfälische Ausdrucksweise durch ;-)

... und ich dachte immer, Doof sei nur das Principal...

:-)

Gießen, war: wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

jrbecker @, Sonntag, 21. Oktober 2012, 11:46 (vor 5129 Tagen) @ fluteceleste

Und natürlich, hier gibt es auch noch die Septime im Brustwerk und die None im Kronwerk.

LG
Jörg


Diese Orgel war auch letztes Jahr im Fernsehgottesdienst zu hören. Ich fand den Klang eigentlich sehr zufriedenstellend, was natürlich von der Aufnahmetechnik abhängt, aber wohl hauptsächlich an der schwungvollen Intrade und der mir sehr sympathischen Begleitung zur "Güldnen Sonne" gelegen haben könnte ;-)..

Ja, ich wies ja seinerzeit schon hier auf diesen Fernsehgottesdienst hin, damals waren die ja ein wenig in der Kritik, und nicht nur ich fand, dass diese sich - auch durch die hochwertige musikalische Gestaltung - etwas von den anderen seinerzeit gesendeten Gottesdiensten abhob. (Der Organist im Fernsehgottesdienst war übrigens der Kollege der kath. Bonifatiuskirche, Ralf Stiewe, das ist der mit der "Perle der Empore"...)

Ich habe die Orgel am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Workshop-Konzertes spielen können. Der Klang ist tatsächlich gar nicht schlecht! Als Spieler etwas ungewohnt ist es, das Hauptwerk im Rücken zu haben, aber dadurch ist das natürlich bei der Gemeinde sehr präsent. Es ist vielleicht aber auch gerade deshalb nicht zu stark intoniert. Auch das Pedal gibt schon Fundament, wenngleich der Raum natürlich noch einen weiteren 16' vertragen könnte... Die Orgel hat momentan ganz andere Probleme, sie ist trakturmäßig einfach ausgespielt und bedarf auf dieser Seite dringend einer Überholung.

LG
Jörg

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

Gonzaga @, Sonntag, 21. Oktober 2012, 16:03 (vor 5129 Tagen) @ Hausorgler

Die älteste erhaltene Septime, die ich kenne, steht in der Orgel der Pfarrkirche Altfraunhofen bei Landshut. Dieses pneumatische Instrument wurde 1914 (!) von Leopold Nenninger und Albert Moser (München) mit folgender Disposition errichtet:

Manual I (C-g'''): Bordun 16', Prinzipal 8', Soloflöte 8', Dulciana 8', Gamba 8', Oktave 4', Mixtur 4-fach 2'
Manual II (C-g'''): Hornprinzipal 8', Gedeckt 8', Aeoline 8', Voix cölest 8', Orchesterflöte 4', Piccolo 2', Terzflöte 1 3/5', Septime 1 1/7', Trompete 8' (Tremolo)
Pedal (C-f'): Violon 16', Subbass 16', Stillgedeckt 16', Oktavbass 8', Posaune 16'
Koppeln: II-I, I-P, II-P, Super II-I, Sub II-I

Ich habe vor ungefähr 25 Jahren auf dieser Orgel gespielt. Sie war damals in einem ausgezeichneten Zustand. Ich erinnere mich an eine sehr präzise funktionierende Pneumatik und auch klanglich war ich von diesem Instrument sehr angetan.
Vielleicht kennt auch FranzS. diese Orgel und kann davon berichten.

Schöne Grüße in die Runde

Gonzaga

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

fluteceleste @, München, Sonntag, 21. Oktober 2012, 19:03 (vor 5129 Tagen) @ Gonzaga

..dazu fällt mir gleich ein "Schwesterinstrument" ein, das heute noch in der Abbey Church of the Holy Trinity in New Norcia/Australien bewundert werden kann. Es wurde 1922 von Albert Moser gebaut, auf der Münchner Weltausstellung gezeigt, und dann nach Australien verbracht. Das komplett in Schwellkästen stehende Werk hat im 2. Manual Septime und None. Ein Prachtstück ..

I. Manual: Bourdon 16', Open Diapason 8', Soloflute 8', Dulciana 8', Unda Maris 8' (2 ranks), Octave 4', Mixture 3 ranks, Trumpet 8', Tremolo.
II. Manual: Rohrflute 16', Viola da Gamba 8', Violon d'Orchestre 8', Vox Coelestis 8', Concertflute 8', Lieblich Gedackt 8', Gemshorn 4', Echoflute 4', Nasard 2 2/3', Piccolo 2', Third 1 3/5', Seventh 1 1/7', Ninth 8/9', Harmonia Aetherea 5 ranks, Cymbal 3 ranks (1 1/3'), English Horn 16', Clarionet 8', Vox Humana 8', Clarion 4', Tremolo.
Pedal: Major Bass 16', Echo Bass 16', Sub Bass 16', Bass Flute 8', Violincello 8', Stopped Bass 8', Bombardon 16'.
[image]

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

IvesDKerne @, Montag, 22. Oktober 2012, 22:41 (vor 5128 Tagen) @ fluteceleste

In dervBreil Orgel in St. Mariae Geburt in Essen-Kupferdreh-Dilldorf gibt es eine None 8/9'.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

FranzS. @, Dienstag, 23. Oktober 2012, 14:55 (vor 5127 Tagen) @ Gonzaga

Die älteste erhaltene Septime, die ich kenne, steht in der Orgel der Pfarrkirche Altfraunhofen bei Landshut. Dieses pneumatische Instrument wurde 1914 (!) von Leopold Nenninger und Albert Moser (München) mit folgender Disposition errichtet:

Manual I (C-g'''): Bordun 16', Prinzipal 8', Soloflöte 8', Dulciana 8', Gamba 8', Oktave 4', Mixtur 4-fach 2'
Manual II (C-g'''): Hornprinzipal 8', Gedeckt 8', Aeoline 8', Voix cölest 8', Orchesterflöte 4', Piccolo 2', Terzflöte 1 3/5', Septime 1 1/7', Trompete 8' (Tremolo)
Pedal (C-f'): Violon 16', Subbass 16', Stillgedeckt 16', Oktavbass 8', Posaune 16'
Koppeln: II-I, I-P, II-P, Super II-I, Sub II-I

Ich habe vor ungefähr 25 Jahren auf dieser Orgel gespielt. Sie war damals in einem ausgezeichneten Zustand. Ich erinnere mich an eine sehr präzise funktionierende Pneumatik und auch klanglich war ich von diesem Instrument sehr angetan.
Vielleicht kennt auch FranzS. diese Orgel und kann davon berichten.

Schöne Grüße in die Runde

Gonzaga

Hallo,
die Orgel kenne ich schon und sie befindet sich immer noch in einem ausgezeichneten Zustand. Die Septime ist als Streicher gebaut und sehr zart, die Quintflöte 2 2/3 im Schwellwerk darf ich noch ergänzen.

Viele Grüße
Franz

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

hardy, Dienstag, 23. Oktober 2012, 19:57 (vor 5127 Tagen) @ FranzS.

Die Gegen-Renaissance... in der hiesigen Propsteikirchenorgel (Feith) wurden bei der Überarbeitung 2005 die Septime im Septimenkornett 4fach (Hauptwerk) entfernt, ebenso existiert das Register Terzsepta 2-3f. im SW als solches leider nicht mehr...

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

Abstrakte, Dienstag, 23. Oktober 2012, 20:01 (vor 5127 Tagen) @ hardy

Hallo hardy,

Verrätst Du uns auch noch, wo hier in Deinem Falle ist ;-) ?

Grüße,
Abstrakte

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

hardy, Dienstag, 23. Oktober 2012, 20:10 (vor 5127 Tagen) @ FranzS.

Die Goll-Orgel in Beckenried (Schweiz) von ca. 1910 hat in der Mixtur eine durchlaufende Septime 1 1/7.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

fluteceleste @, München, Sonntag, 04. November 2012, 10:56 (vor 5115 Tagen) @ Hausorgler

Inzwischen sind die außergewöhnlichen Aliquoten fast überall verschwunden oder zumindest verstummt.
Dass man jetzt wieder damit anfängt, sie zu disponieren, wundert mich eigentlich nicht. In der Zeit, als die Doppelflöten und Clarinetten fast ausgerottet waren, tauchten sie in den neuen Orgeln plötzlich wieder auf.


Wo sind solche Septimen von der Zerstörung übrig geblieben? Nach meiner Erinnerung besitzt die Kemper-Orgel in der Pallottinerkirche in Vallendar eine. Wenn mich nicht die Erinnerung zu sehr täuscht, findet sich dort auch eine None.

Weil ich gerade darüber stolperte: Bei der Renovierung der Hey-Orgel (1979, III/47) in St. Jakobus Hünfeld anno 2011 durch Gottwald wurden nicht nur Zimbeln (u.a. Terzzimbel 3f. 4/5' im SW...) und Scharffs behalten (auch wenn sie zT umbesetzt wurden), sondern auch Zimbelterz 2/5’, Zimbelsept 2/7’ und Zimbelnon 2/9’, die zusammen die "Göbelzimbel" ergeben.
Dispo hier.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

bluenote, Sonntag, 04. November 2012, 12:17 (vor 5115 Tagen) @ Hausorgler

Z.B. in der Markuskirche Hannover im Kronwerk. Die Orgel wurde zuletzt in den 90er Jahren von Rietsch überarbeitet, und die Dinger sind drin geblieben. Sehr zu ihrem Vorteil, denn ich fand, dass es einfach nur genial geklungen hat.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

3rd_astronaut, Sonntag, 04. November 2012, 14:42 (vor 5115 Tagen) @ fluteceleste

Weil ich gerade darüber stolperte: Bei der Renovierung der Hey-Orgel (1979, III/47) in St. Jakobus Hünfeld anno 2011 durch Gottwald wurden nicht nur Zimbeln (u.a. Terzzimbel 3f. 4/5' im SW...) und Scharffs behalten (auch wenn sie zT umbesetzt wurden), sondern auch Zimbelterz 2/5’, Zimbelsept 2/7’ und Zimbelnon 2/9’, die zusammen die "Göbelzimbel" ergeben.

Im Ernst Göbelzimbel? Also unter "göbeln" verstehe ich eine Vomitation, um es mal gewählt auszudrücken.

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

Tastenhalter @, Sonntag, 04. November 2012, 15:47 (vor 5115 Tagen) @ 3rd_astronaut

sondern auch Zimbelterz 2/5’, Zimbelsept 2/7’ und Zimbelnon 2/9’, die zusammen die "Göbelzimbel" ergeben.

Im Ernst Göbelzimbel? Also unter "göbeln" verstehe ich eine Vomitation, um es mal gewählt auszudrücken.>

Mitnichten! "Göbelzimbel" hat nichts mit "göbeln" zu tun (was immer Du darunter verstehst?), sondern ist benannt nach dem Orgelbauer Joseph Göbel (auch Goebel), der ein Liebhaber hochliegender Teiltöne und gemischter Stimmen war.

Siehe hier


Gruß Tastenhalter

wo gibt es (noch) Septimen oder Nonen?

Friedrich @, Sonntag, 04. November 2012, 17:48 (vor 5115 Tagen) @ bluenote
bearbeitet von Friedrich, Montag, 05. November 2012, 19:39

Z.B. in der Markuskirche Hannover im Kronwerk. Die Orgel wurde zuletzt in den 90er Jahren von Rietsch überarbeitet, und die Dinger sind drin geblieben. Sehr zu ihrem Vorteil, denn ich fand, dass es einfach nur genial geklungen hat.

Oh.

Ich nenne sie zärtlich meine Erstinfektionsorgel – dank der Großzügigkeit Werner Grießhammers habe ich an ihr viele glückliche Stunden verbracht. Vier Manuale, 57 Register damals … In den mächtigen Ziegelgewölben klangen diese Aliquoten wirklich fabelhaft. Dort habe ich mir auch meine Schwäche für Ott-Klänge geholt.

*seufz*

Gruß,
Friedrich

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