Ottobeuren

Contrebasson 32' @, Mittwoch, 08. August 2012, 08:41 (vor 5204 Tagen) @ Clemens Schäfer

Hallo,

hoffen wir, daß Stein hier richtig liegt. Ottobeuren hatte allerdings in Sachen Bruckner eine gewisse Tradition. Der aus dieser Gegend stammende Dirigent Eugen Jochum führte hier gerne geistliche Chorwerke auf; eine Einspielung der h-moll-Messe entstand u.a. hier. Da Jochum auch als Brucknerspezialist galt, durfte er hier halt auch dessen Symphonien spielen. Dieser Komponist ist freilich auch in besonderer Weise katholisch geprägt.

Auf ORGEL-KOnzerte zu verzichten, wäre allerdings sehr befremdlich. Schließlich war Ottobeuron kein Wirkungsort von Zwingli!

Gruß Clemens Schäfer

Hallo,

ich muss sagen, dass eine Beschneidung des kulturellen Angebots in der Abtei Ottobeuren, egal welcher Art, mehr als bedauerlich ist.
Ottobeuren ist nämlich für vielerlei Kulturangebote bekannt.

Da gibt es einerseits die die samstäglichen Orgelkonzerte, die im Durchschnitt 200-300 Besucher anlocken, auch Konzerte mit 500 Besuchern habe ich dort schon erlebt.
Dann gibt es die eher kammermusikalischen Konzerte im Kaisersaal (oftmals auch im Rahmen eigener Konzertreihen), die den Kaisersaal mit seiner tollen Akukstik auch jenseits eines Museumsbesuchs erlebbar machen.
Als dritter Pfeiler des dotigen Kulturlebens gibt es dann die Ottobeuroner Konzerte, die bei etwas höher liegenden Ticketpreisen, Veranstaltungen in Kooperation mit den südlichen Rundfunkorchestern sind (legendär die Konzerte unter Karajan oder Bernstein - von letzterem besitze ich die Einspielung der Schöpfung in Ottobeuren mit Kurt Moll). Für diese Konzerte reist seit Jahrend das Publikum extra aus den süddeutschen Großstädten an, um einen Augen- und Ohrenschmaus in der Basilika zu erleben. Die Basilika ist dann meistens trotz zusatzlicher Sitzplätze komplett ausgebucht.

Ich kenne das Kloster und seine Bewohner von einem längeren Aufenthalt sehr gut, und das Einstellen jeder dieser drei Konzertreihen würde einen Verlust darstellen. An den Konzerten im Kaisersaal und Basilika verdient die Abtei etwas, wohingegen der Erlös der Orgelkonzerte nach Abzug des Organistensalärs (nicht jedes Konzert wird von Adalbert Maier gespielt und hochkarätige Gastorganisten kosten nunmal Geld) komplett einem guten Zweck zukommt.
Adalbert Maier müsste inzwischen knapp 86 Jahre alt sein und so ist es für mich auch vorstellbar, dass er schlicht und ergreifend nach über 50 Jahren die Orgelkonzerte nicht mehr im alten Umfang organisieren oder durchführen kann.

Solange jedoch nicht klar ist, wo genau das kulturelle Angebot in Ottobeuren beschnitten werden soll und niemand weiß, bei wem genau die Verantwortung hierfür liegt bzw. aus welchem Grund dies geschieht, bleibt uns nichts anderes übrig, als abzuwarten.

Mit besten Grüßen
Contrebasson 32'


PS: Weiß eigentlich jemand etwas über die schon seit längerem geplante Restaurierung der Riepp-Orgeln?


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