Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
Hallo liebe Orgelfreunde,
nun ist es offiziell: Nach jahrelanger Planung wird diese Woche ein großer Orgelneubau nach Sachsen vergeben.
Eule erhält den Zuschlag für den Bau eines 86-Register-Instruments in der Konstantin-Basilika Trier. Die neue Hauptorgel soll 3,1 Millionen Euro kosten und wird anscheinend (vgl. die Grafik) in drei separaten Gehäusen vor der Rückwand der Basilika am Dachstuhl aufgehängt (obwohl ja gerade diese Wand, wie auch die rechte Seite des Gebäudes, erst im 19. Jahrhundert wiedererrichtet worden war).
Man darf gespannt sein! Die Orgelstadt Trier wird auf jeden Fall bereichert werden.
Viele Grüße,
Martin
Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
... in drei separaten Gehäusen vor der Rückwand der Basilika am Dachstuhl aufgehängt (obwohl ja gerade diese Wand, wie auch die rechte Seite des Gebäudes, erst im 19. Jahrhundert wiedererrichtet worden war).
Hallo,
ich verstehe deinen Zusatz in Klammern nicht so ganz.
Einen günstigen Platz für die Orgel zu finden ist in einer solch riesigen Basilika mit durchbrochenen Wandflächen sicher auch nicht leichter als in einer gotischen Kathedrale.
Da müssen schon einige Fensterflächen "geopfert" werden. Aber die gibt es hier ja zu Hauf.
Gruß,
Subkoppel II - I
Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
... in drei separaten Gehäusen vor der Rückwand der Basilika am Dachstuhl aufgehängt (obwohl ja gerade diese Wand, wie auch die rechte Seite des Gebäudes, erst im 19. Jahrhundert wiedererrichtet worden war).
Hallo,
ich verstehe deinen Zusatz in Klammern nicht so ganz.
Einen günstigen Platz für die Orgel zu finden ist in einer solch riesigen Basilika mit durchbrochenen Wandflächen sicher auch nicht leichter als in einer gotischen Kathedrale.
Da müssen schon einige Fensterflächen "geopfert" werden. Aber die gibt es hier ja zu Hauf.Gruß,
Subkoppel II - I
Hallo,
mein Kommentar bezog sich darauf, dass diese Wand wie auch die rechte Seitenwand eben nicht mehr aus der Römerzeit erhalten sind, sondern im 19. Jahrhundert rekonstruiert worden war, weil man sie zwischenzeitlich für den Bau des kurfürstlichen Palais abgebrochen hatte.
Insofern ist das Argument wie z.B. in Köln oder Regensburg "einen mittelalterlichen Dom bohrt man nicht an" hier meines Erachtens nicht einschlägig... und somit grundsätzlich fraglich, ob der Zusatzaufwand durch die Aufhängung hier gerechtfertigt ist.
Unter dem zukünftigen Orgelstandort befindet sich auch das Taufbecken der Basilika, was wohl jedenfalls erhalten werden sollte.
Man beachte die gigantischen Proportionen: Der Innenraum ist 30 m hoch, daher fügen sich die drei 32'-Gehäuse in der Höhe gut ein...
Die Akustik der Basilika ist jedenfalls trotz kathedralmäßigem Nachhall sehr transparent.
Details zur alten, im Krieg zerstörten Ibach-Weigle-Hauptorgel, die auf einer Empore stand, finden sich hier.
Gruß,
Martin
Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
Insofern ist das Argument wie z.B. in Köln oder Regensburg "einen mittelalterlichen Dom bohrt man nicht an" hier meines Erachtens nicht einschlägig... und somit grundsätzlich fraglich, ob der Zusatzaufwand durch die Aufhängung hier gerechtfertigt ist.
Man beachte die gigantischen Proportionen: Der Innenraum ist 30 m hoch, daher fügen sich die drei 32'-Gehäuse in der Höhe gut ein...
Die Frage ist, ob eine Deckenaufhängung hier wirklich ein Zusatzaufwand ist.
Eine Stahlträgerkonstruktion am und im Wandmauerwerk zu befestigen ist bei den Fensternieschen sicher auch nicht einfacher, wenn man auf Standsäulen verzichten will.
Auf diesem Bild sind die gigantischen Proportionen auch von Außen zu erkennen.
Gruß,
Subkoppel II -I
Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
Wenn die 3,1 Mio. € tatsächlich für die Orgel bestimmt sind und nicht zu großen Teilen für Vorbereitungsarbeiten drauf gehen, kann man nur sagen Glückwunsch - stolzer Preis! Das gepaart mit sächsichen Billiglöhnen führt dann sogar mal im Orgelbau zu anständigen Gewinnspannen...
OT: Wieso eigentlich Konstantin-"Basilika"?
"in der Konstantin-Basilika Trier"
Architektonisch gesehen ist das eine Saalkirche, keine Basilika.
Und den Status einer Basilica minor hat diese Kirche nach meiner Erinnerung auch nicht.
Wieso dann "Basilika"?
fragt sich grüßend
Oliver
OT: Wieso eigentlich Konstantin-"Basilika"?
Hallo,
basileus = griech. König
Eine Basilika ist daher ursprünglich nur eine Residenzhalle für einen Herrscher. Und dazu diente das Gebäude in Trier, als das (west-)römische Reich zeitweise von dort regiert wurde.
Gruß, Clemens Schäfer
(Meine Klassenfahrt zur mittleren Reife führte nach Trier...)
--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
OT: Wieso eigentlich Konstantin-"Basilika"?
"in der Konstantin-Basilika Trier"
Architektonisch gesehen ist das eine Saalkirche, keine Basilika.
Und den Status einer Basilica minor hat diese Kirche nach meiner Erinnerung auch nicht.Wieso dann "Basilika"?
fragt sich grüßend
Oliver
Einspruch stattgeben.
Vom architektonischen Aspekt hast du natürlich vollkommen recht.
Ich hätte auch schreiben können:
Heutige Kirche der evangelischen Kirchengemeinde Trier, ehemalige Palastaula des Kaiser Konstantin, aka Konstantin-Basilika.
Das war mir blos zu lang :-)
Wie es zu der Bezeichnung "Basilika" kam, ist in der Tat eine interessante Frage...
Gruß,
Martin
OT: Wieso eigentlich Konstantin-"Basilika"?
"in der Konstantin-Basilika Trier"
Architektonisch gesehen ist das eine Saalkirche, keine Basilika.
Und den Status einer Basilica minor hat diese Kirche nach meiner Erinnerung auch nicht.Wieso dann "Basilika"?
Hallo!
Basilika ist hier im antiken, vorchristlichen Sinne gebraucht, als "großer, zu Gerichtssitzungen und Handelsgeschäften (z. B. Markthalle) bestimmter Prachtgebäude bzw. hier als Palastaula" (so Wikipedia).
Die Konstantin-Basilika war ursprünglich die Audienzhalle der römischen Kaiser, die im 4. Jahrhundert in Trier residierten (der Namensgeber Konstantin ist also der römische Kaiser, kein chrstlicher Heiliger).
http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinbasilika
Gruß
Karsten
OT: Wieso eigentlich Konstantin-"Basilika"?
Wie es zu der Bezeichnung "Basilika" kam, ist in der Tat eine interessante Frage...
... und schon kompetent beantwortet. Danke, Herr Schäfer! :-)
OT: Wieso eigentlich Konstantin-"Basilika"?
Architektonisch gesehen ist das eine Saalkirche, keine Basilika.
Und den Status einer Basilica minor hat diese Kirche nach meiner Erinnerung auch nicht.Wieso dann "Basilika"?
Hier stehts noch mal etwas genauer.
Gruß,
Subkoppel II - I
Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
Man beachte die gigantischen Proportionen: Der Innenraum ist 30 m hoch, daher fügen sich die drei 32'-Gehäuse in der Höhe gut ein...
Ja, der umbaute Raum ist tatsächlich gigantisch (insbesondere, wenn man noch das Alter des Gebäudes in Betracht zieht). Ich habe mich schon immer gewundert, wie sich denn das 'Schuke-Örgelchen' in diesem riesigen Raum behaupten kann.
Viele Grüße,
- Karl-Josef
Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
Ja, der umbaute Raum ist tatsächlich gigantisch (insbesondere, wenn man noch das Alter des Gebäudes in Betracht zieht).
Naja, das Attribut "der größte Einzelraum, der aus der Antike erhalten geblieben ist" (Wikipedia) ist auch so ne Sache... es standen ja über eine lange Zeit nur noch zwei Wände, die in eine burgartige Palastanlage integriert worden waren. Den Raum ließ man ja erst im 19. Jahrhundert wieder auferstehen. Mit einem fantastischen Resultat!
Ich habe mich schon immer gewundert, wie sich denn das 'Schuke-Örgelchen' in diesem riesigen Raum behaupten kann.
Erstaunlich gut, eine sehr schöne Orgel, die auch sicher weiterhin von Herrn Bambauer adäquat eingesetzt werden wird. Nur drei Achtfüßer in den Manualen (Prinzipal, Rohrflöte und Gedackt), aber sehr charaktervoll und unterschiedlich intoniert.
Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
Naja, das Attribut "der größte Einzelraum, der aus der Antike erhalten geblieben ist" (Wikipedia) ist auch so ne Sache... es standen ja über eine lange Zeit nur noch zwei Wände, die in eine burgartige Palastanlage integriert worden waren. Den Raum ließ man ja erst im 19. Jahrhundert wieder auferstehen. Mit einem fantastischen Resultat!
Auch wenn ein Teil der Mauern neu ist, die Größe stimmt doch mit dem Ursprungsbau überein?
Erstaunlich gut, eine sehr schöne Orgel, die auch sicher weiterhin von Herrn Bambauer adäquat eingesetzt werden wird. Nur drei Achtfüßer in den Manualen (Prinzipal, Rohrflöte und Gedackt), aber sehr charaktervoll und unterschiedlich intoniert.
Die Horizontaltrompeten waren keine 'Notlösung' des Orgelbauers? Bei der alten Orgel meiner Heimatgemeinde (relativ wenige Register für einen großen Raum und dann ebenfalls noch 'versteckt' an der Seite plaziert) hatte ich den Eindruck, dass der Orgelbauer schlicht und einfach damit versucht hat, den 'akustisch übermächtigen' Raum doch noch etwas klanglich 'in den Griff zu bekommen'.
Viele Grüße,
- Karl-Josef
Eine neue Orgel für die Konstantin-Basilika Trier
Habe neulich gelesen, daß Eule gerne mehr Lohn bezahlen würde, es aber nicht könne. Bei den doch recht exquisiten Aufträgen, die sie bekommen haben, kann man daher nur annehmen, daß sie recht (preis)günstig bauen - vielleicht hätten sie sonst diese Aufträge auch nicht erhalten. Trotzdem, leider bleibt das dann oft am Personal hängen....