Eine neue alte Orgel für die Stadtkirche Laubach

jrbecker @, Dienstag, 22. März 2011, 00:14 (vor 5645 Tagen)
bearbeitet von jrbecker, Dienstag, 22. März 2011, 00:23

Das kleine Stätchen Laubach liegt am Rande des Vogelberges in Oberhessen, in ca. 30 km Entfernung von Gießen. Unter Musikbegeisterten (naja, nicht unter allen davon...) ist es bekannt durch sein Drehorgelfestival, in das aber auch die Orgel der Stadtkirche mit einigen Konzerten eingebunden ist. (Auch SKB war dort schon einmal zu Gast.)

Weitgehend von der Öffentlichkeit unbeachtet ist im letzten Jahr die Restaurierung der Beck/Wagner-Orgel der ev. Stadtkirche durchgeführt worden. Die Orgelgeschichte ist bei Bösken ausführlich (mit vollständiger Wiedergabe des Vertrags) dargestellt, auch Ekkhard Trinkaus geht in seinem Artikel über Johann Andreas Heinemann (der als Geselle von Johann Michael Wagner in Laubach mitarbeitete) in Ars Organi 1/2000, S. 28ff. darauf genauer ein.

Auch in einem späteren Heft von AO war die Orgel Diskussionsgegenstand eines Leserbriefes, ich habe allerdings die Ausgabennummer nicht zur Hand und müsste die Jahrgänge durchblättern.

Es war - selbst für mich, der hin und wieder in Laubach kirchenmusikalischer Gast ist - sehr schwierig, in den vergangenen zehn Jahren zu verfolgen, was hier eigentlich passierte. Ich will versuchen, die Geschichte ganz kurz zu umreißen, denn interessant ist sie allemal:

Die Orgel - 1747 - 1749 mit II/21 erbaut - wurde mehrfach umgebaut, vor allem im ausgehenden 19. Jahrhundert einer Romantisierung im II. Manual unterzogen, in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts dagegen einer Barockisierung, die das Werk aber in Details noch barocker machte, als es jemals war (das übliche Problem dieser Zeit). In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts - damals gab es in Laubach noch das berühmte Kolleg und einen Knabenchor, die Laubacher Kantorei, die sehr enge Verbindungen zu den Kruzianern unterhielt und wohl als eine Art "Bruderchor" dieses Chores angesehen werden kann - wurde die Orgel den damals sehr hohen kirchenmusikalischen Ansprüchen angepasst: Sie wurde um ein 3. Manual ergänzt, der Spieltisch wurde elektrisch und rückte auf die Seitenempore mit Blick zum Werk. Dies sollte wohl der größtmöglichen akustischen Kontrolle dienen, wie auch der gleichzeitigen Blickkontrolle zum Chor und seinem Leiter, der vor der Orgel auf der Empore postiert war.

Wie bei so vielen Orgeln war die Technik des Instruments nach über 40 Jahren intensiver Nutzung verbraucht. Eine Reparatur, besser noch eine Erneuerung war unumgänglich. Und wenn man ehrlich war: Das Instrument entsprach in der zuletzt vorhandenen Form wahrhaft nicht den heutigen Ansprüchen an eine anspruchsvolle Kirchenmusik! Das hier etwas getan werden musste, lag auf der Hand.

Aber was? Es gab noch einen nicht unbedeutenden historischen Bestand, allem voran Gehäuse, Windladen und auch einige Register. - Ich will nun hier keine Diskussion anfachen, ob mit diesem Material eine originalgetreue Rekonstruktion der zweimanualigen Orgel von 1749 möglich gewesen wäre. Ich weiß es nicht - und es interessiert mich auch ehrlich gesagt nicht.

Die Laubacher verantwortlichen jedenfalls haben sich dafür entschieden, das nicht zu tun. Sie haben aber das historische Material sorgfältig aufarbeiten lassen und zum Ausgangspunkt einer - nach meinerseitigem kurzen kennenlernen meine ich, das behaupten zu können - sehr gut gelungenen neuen Orgel genommen, die den historischen Bestand achtet und sorgfältig ergänzt. Herausgekommen ist ein dreimaualiges Instrument, das es sicher so in der Barockzeit in Laubach nicht gegeben hätte, das jedoch der Kirche und der Umgebung in der es steht würdig ist und diese ziert.

So oder so war die Ansicht vor der Restaurierung (natürlich ist das nicht das Seiten- sondern das Hauptschiff!!!). Die Farbfassung stammt ebenfalls von 1961. Und das hier ist nach der Restaurierung im Jahr 2010 daraus geworden. ("So sah die Orgel aus, als ich konfirmiert wurde", empfing mich der Küster stolz, als ich letzte Woche in die Kirche trat.)

Fünf Register fehlen offensichtlich noch, die Züge sind arretiert: Fleut Travers 8', Flauto amabile 8', Harmonica 8', Violonbass 16' und Trompetenbass 8'. Aber auch ohne diese Register ist es schon ein stattliches Instrument. Sie ist - auch gekoppelt - angenehm zu spielen und "liegt gut in der Hand". Ich finde es gut, dass man eine Doppelregistratur gebaut hat und in einer separaten Säule neben dem Spieltisch eine Setzeranlage mit 4.000 Kombinationen integriert hat.

Klanglich ist die Orgel sehr vielfältig geworden. Die Prinzipale sind kräftig, aber doch singend intoniert, sie füllen den Raum, aber - vor allem die Mixtur und Cymbal - schreien nicht. Letztere verleihen dem Klang im Raum ein glitzerndes, festliches Strahlen. Die Flöten und Streicher sind sehr charakteristisch intoniert, auch bis zu den 2'-Lagen, die doch deutlich unterschiedliche Züge tragen. Die Trompete fügt sich gut in das Gesamtbild ein, die Posaune ist sonor, aber nicht den Klang übertönend.

Alles in Allem: Es lohnt sich auf jedne Fall, nach Laubach zu fahren und sich dieses Instrument einmal anzuschauen und zu hören. Vor allem, wenn man mitnimmt, welche Register noch historischer Bestand sind und dies in der Regstrierung beachtet.

Ich muss noch einmal sagen: Ich hatte nur wenig Zeit, die Orgel kennenzulernen und so ist es zunächst ein erster Eindruck, den ich hier schildern kann. Ich werde sicher in Kürze noch einmal hinfahren und mir das Instrument ganz genau anschauen.

Ich wollte euch nur ein wenig neugierig machen...

LG
Jörg

P.S.: Ich habe mit einer einfachen Videokamera Musikbeispiele aufgenommen. Sie sind als nicht öffentliche Videos bei youtube eingestellt. Das bedeutet: Ihr findet sie nicht, wenn ihr sie sucht. Aber ich kann - wenn jemand Interesse hat - verraten, wo sie stehen. Ich werde diese Videos nicht öffentlich machen, denn sie sind unvorbereitet entstanden und haben einige Unstimmigkeiten, sie entsprechen nicht meinen Anforderungen für eine Veröffentlichung. Auch ist der Kamera-Standort nicht optimal gewählt, was aber einen besonderen Grund hat... Ich habe mich trotzdem dazu entschieden, dies hier zu erwähnen, weil ich denke, dass sie einen klangichen Eindruck der Orgel wiedergeben. Nun, wer echtes Interesse hat, maile mich an. Ich behalte mir allerdings die Entscheidung darüber vor, den Link herauszugeben, wofür ich um Verständnis bitte.

"Der Bösken", war: Eine neue alte Orgel

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Dienstag, 22. März 2011, 08:12 (vor 5644 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von Fabian Brackhane, Dienstag, 22. März 2011, 08:16

Die Orgelgeschichte ist bei Bösken ausführlich (mit vollständiger Wiedergabe des Vertrags) dargestellt

Wo er hier gerade erwähnt wird: Wie zuverlässig ist "der Bösken" im Allgemeinen? Ich stolperte neulich bei ihm über Angaben zu einer Orgel, die nachweislich grundfalsch sind. Soll heißen: Historie korrekt, jüngste Vergangenheit hingegen nicht, und zwar nicht einmal annähernd.

Ist das ein Einzelfall, oder muss man Böskens Angaben grundsätzlich eher kriisch sehen?

Gruß
Fabian


edit: Dass ein solches Mammutwerk wie das von Bösken nicht fehlerfrei sein kann, ist klar. Die Frage zielt eher in die Richtung "nachlässig gearbeitet oder einfacher Lapsus?".

--
www.orgelauskunft.de

"Der Bösken", war: Eine neue alte Orgel

jrbecker @, Dienstag, 22. März 2011, 09:10 (vor 5644 Tagen) @ Fabian Brackhane

Die Orgelgeschichte ist bei Bösken ausführlich (mit vollständiger Wiedergabe des Vertrags) dargestellt


Wo er hier gerade erwähnt wird: Wie zuverlässig ist "der Bösken" im Allgemeinen? Ich stolperte neulich bei ihm über Angaben zu einer Orgel, die nachweislich grundfalsch sind. Soll heißen: Historie korrekt, jüngste Vergangenheit hingegen nicht, und zwar nicht einmal annähernd.

Ist das ein Einzelfall, oder muss man Böskens Angaben grundsätzlich eher kriisch sehen?

Gruß
Fabian


edit: Dass ein solches Mammutwerk wie das von Bösken nicht fehlerfrei sein kann, ist klar. Die Frage zielt eher in die Richtung "nachlässig gearbeitet oder einfacher Lapsus?".


Hallo Fabian,

oje, du reißt eine Wunde auf...

Böskens Arbeit ist zunächst einmal von unschätzbarem Wert. Die Menge an Informationen, die er zusammengetragen hat, ist unermesslich. Gerade auch in der Sichtung, Aufzeichnung und Bereitstellung der historischen Dokumente liegt eine "Heidenarbeit", zumal, wenn man bedenkt, dass in den 60er und 70er Jahren es die Hilfsmittel der heutigen Zeit (insbes. PC, digitale Fotografie, etc.) noch nicht gab. Auch Hermann Fischer, der die Arbeit sozusagen geerbt und fortgesetzt hat, ist hier unbedingt zu erwähnen, ebenso wie Böskens Witwe, beide haben den Abschluss des Werks erst möglich gemacht.

Trotzdem muss man aus heutiger Sicht sagen, dass Bösken manchmal nicht weit genug gegangen ist. Woran das liegt, vermag ich nicht zu sagen. Ein Teil ist sicher darauf zurückzuführen, dass die Quellen damals noch nicht zugänglich waren. Denn auch in den Pfarrarchiven schlummern "Informationschätze", die auch erst heute nach und nach zu Tage kommen. Wie hätte Bösken diese Infos vor 30, 40 Jahren finden sollen? (Ich selbst habe z. B. erst vor zwei Jahren aus unserer Pfarrchronik ein Orgelfoto aus den 1820er Jahren (!) zu Tage gefördert, von dem selbst die Pfarrerin und auch "alte" KV-Mitglieder nicht wusste, dass das da drin ist.)

Ein anderer Teil ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die damals vorhandenen Kenntnisse über die Geschichte des Orgelbaus und über die Bauarten und Vorgehensweise einiger Werkstätten gerade im 17. und 18. Jahrhundert noch nicht so umfangreich wie heute waren und es deshalb auch zu Fehlinterpretationen oder fehlerhaften Vermutungen kam. Auch hier kommt erst nach und nach Licht in das Dunkel, ein Beispiel hierfür ist die Werkstatt Köhler/We(e)gmann in Frankfurt, zu der ja H. Fischer in den letzten Acta einen interessanten Beitrag geschrieben hat (der allerdings bezüglich eines Instrumentes auch zu einer fehlerhaften Aussage kommt, darüber werde ich aber noch mit Herrn Fischer sprechen und ihm die mir vorliegenden Informationen zukommen lassen.)

Auf keinen Fall aber werde ich Herrn Bösken aus diesen Erkenntnissen "einen Strick drehen". Was Bösken mit der Aufzeichnung der seinerzeitigen Sachstände getan hat ist eine Detailarbeit, die für die Orgelgeschichte eines großen Landstriches eine Menge an Quellen und Informationen bereitstellt, von der ich nicht wüsste, wo man sie sonst herbekommen sollte, wenn es "den Bösken" nicht gäbe.

Wenn du schreibst:
"Soll heißen: Historie korrekt, jüngste Vergangenheit hingegen nicht, und zwar nicht einmal annähernd."
dann ist das natürlich klar, denn Böskens Arbeit der Datenaufnahme endet wenn ich es richtig verstanden habe - je nach Landstrich - irgendwann Mitte der 70er Jahre. (Meine Orgel von 1977 ist im Bösken z. B. noch erwähnt.) Alles was danach passiert ist, kann keine Berücksichtigung mehr gefunden haben.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass Bösken einen Planungsstand darstellt, der dann anders umgesetzt worden ist. Und über die in den 80ern gebauten Instrumente oder die in dieser Zeit durchgeführten Arbeiten fehlt natürlich auch die Info.

Das gesamte Werk kritisch zu sehen würde ich für übertrieben erachten. Im Einzelfall jedoch die Sachstände hinsichtlich der weiteren Entwicklung bis heute zu hinterfragen ist auf jeden Fall ratsam. Und wenn du konkrete Dinge hast, dann wäre es vielleicht eine gute Idee, diese einmal zusammenzutragen. Die Idee hatte ich auch schon einmal. Vor allem wäre ein "Fortschreiben" des Bösken aufgrund neuer orgelhistorischer Erkenntnisse eine spannende, aber auch große Aufgabe. Alleine wäre ich ihr nicht gewachsen, aber warum sollte sich nicht ein Team finden, das so etwas angeht?

Welche Orgel hast du konkret? Gerne kannst du mir auch einmal mailen... joerg.r.becker(§)gmx.de
(§) natürlich ersetzen...

LG
Jörg

"Der Bösken", war: Eine neue alte Orgel

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Dienstag, 22. März 2011, 09:27 (vor 5644 Tagen) @ jrbecker

Wenn du schreibst:
"Soll heißen: Historie korrekt, jüngste Vergangenheit hingegen nicht, und zwar nicht einmal annähernd."
dann ist das natürlich klar, denn Böskens Arbeit der Datenaufnahme endet wenn ich es richtig verstanden habe - je nach Landstrich - irgendwann Mitte der 70er Jahre. (Meine Orgel von 1977 ist im Bösken z. B. noch erwähnt.) Alles was danach passiert ist, kann keine Berücksichtigung mehr gefunden haben.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass Bösken einen Planungsstand darstellt, der dann anders umgesetzt worden ist.

Exakt dasselbe Gefühl beschlich mich auch. Den - angeblichen - Zustand bei Datenerhebung kann es in diesem konkreten Fall nie und nimmer gegeben haben, das ist schon allein aus platztechnischen Gründen völlig unmöglich. Bösken gibt für das betreffende Instrument einen Neubau 1960/61 an, der die alte Orgel um mehr als das Dreifache an Größe übertroffen hätte, wäre er denn realisiert worden.

Welche Orgel hast du konkret?

Um die Ogel der (privaten) Gottliebenkapelle in Worms. Sauer 1890, I/3, ich hatte über dieses Örgelchen neulich schonmal gepostet. Laut Bösken hat Oberlinger diese 1961 durch eine 11-registrige Orgel ersetzt. De facto existiert sie aber bis heute, wenn auch mit fürchterlich verstümmeltem Pfeifenwerk, was ich aber icht wage, eben dieser Firma zur Last zu legen, so ein Gemetzel kann kein seriöser Orgelbauer angerichtet haben.

Fabian

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"Der Bösken", war: Eine neue alte Orgel

jrbecker @, Dienstag, 22. März 2011, 09:38 (vor 5644 Tagen) @ Fabian Brackhane


Um die Ogel der (privaten) Gottliebenkapelle in Worms. Sauer 1890, I/3, ich hatte über dieses Örgelchen neulich schonmal gepostet. Laut Bösken hat Oberlinger diese 1961 durch eine 11-registrige Orgel ersetzt. De facto existiert sie aber bis heute, wenn auch mit fürchterlich verstümmeltem Pfeifenwerk, was ich aber icht wage, eben dieser Firma zur Last zu legen, so ein Gemetzel kann kein seriöser Orgelbauer angerichtet haben.

Fabian


Spannend...

Die Datenbank Weisel nennt zu diesem Instrument - als Ortsangabe steht da übrigens "Herrnsheim" drin, stimmt das? - tatsächlich das Sauer-Instrument von 1890 mit I/3 als "ehemalige Orgel". Nach der Datenbank Weisel steht hier eine Oberlingerin mit II/9 aus dem Jahr - 1961!

Auch die Datenbank Weisel (gerade zufällig auch in einem anderen Thread Thema) ist nicht immer zu 100% aussagekräftig. (So krasse Differenzen wie hier habe ich aber auch da noch nicht gefunden!) Aber dass Jahr und Firma übereinstimmen, deutet schon einmal darauf hin, dass da zumindest irgendwelche Aktivitäten waren. Wenn ich Hans-Dieter Weisel richtig verstanden habe, stützt er seine Informationen in erster Linie auf seine umfangreichen Korrespondenzen mit und Werklisten der Orgelbauer. Es wäre interessant herauszufinden, wo dieser Eintrag herkommt...

LG
Jörg

"Der Bösken", war: Eine neue alte Orgel

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Dienstag, 22. März 2011, 09:54 (vor 5644 Tagen) @ jrbecker

Die Datenbank Weisel nennt zu diesem Instrument - als Ortsangabe steht da übrigens "Herrnsheim" drin, stimmt das?

Stimmt, Worms-Herrnsheim. :-)

- tatsächlich das Sauer-Instrument von 1890 mit I/3 als "ehemalige Orgel". Nach der Datenbank Weisel steht hier eine Oberlingerin mit II/9 aus dem Jahr - 1961!

Dann scheint Weisel den Bösken zur Hand genommen zu haben. Ob nun 9 oder 11 Register (mit dem Zählen hatt' ich es noch nie): Für den Raum und besonders den Aufstellungsort sind schon 3 Register grenzwertig.

Auch die Datenbank Weisel (gerade zufällig auch in einem anderen Thread Thema) ist nicht immer zu 100% aussagekräftig. (So krasse Differenzen wie hier habe ich aber auch da noch nicht gefunden!) Aber dass Jahr und Firma übereinstimmen, deutet schon einmal darauf hin, dass da zumindest irgendwelche Aktivitäten waren.

Meine Nachfrage bei Oberlinger war bis jetzt leider wenig ergiebig. Aber die haben natürlich auch anderes zu tun, als ihr Archiv für ihrgendwelche Privatpersonen umzukrempeln.

Fabian

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"Der Bösken", war: Eine neue alte Orgel

jrbecker @, Dienstag, 22. März 2011, 13:55 (vor 5644 Tagen) @ Fabian Brackhane


Dann scheint Weisel den Bösken zur Hand genommen zu haben.

Nein, hat er nicht. Wie ich vermutete hat er eine andere Quelle, ich zitiere mal seine eben eingegangene Antwort:

"Die Information über die Oberlinger habe ich aus einen Auszug des Werksverzeichnis von Oberlinger Stand 06/1995"

Wenn es eine Info aus einem Werkverzeichnist ist, muss es sich doch um eine tatsächlich gebaute Orgel handeln. Seltsam das Ganze...

LG
Jörg

"Der Bösken", war: Eine neue alte Orgel

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Dienstag, 22. März 2011, 14:11 (vor 5644 Tagen) @ jrbecker

Wenn es eine Info aus einem Werkverzeichnist ist, muss es sich doch um eine tatsächlich gebaute Orgel handeln. Seltsam das Ganze...

Möglicherweise gar nicht mal so sehr, mir kommt da nämlich gerade ein Gedanke: Die Kapelle wurde seit ihrer Erbauung bis in die 60er (vll. auch noch in den 70ern) von der örtlichen evangelischen Gemeinde genutzt, in Ermangelung eines eigenen Gotteshauses am Ort. Irgendwann so in dem fraglichen Jahrzehnt wurde dann aber dort ein großes Gemeindehaus gebaut. Es könnte ja durchaus sein, dass sich dort eben diese mysteriöse Orgel befindet, die aber bei Oberlinger aus irgendwelchen Gründen noch unter "Gottliebenkapelle" läuft. Ich überprüfe es bei Gelegenheit mal.

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"Der Bösken", war: Eine neue alte Orgel

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Montag, 09. Mai 2011, 11:06 (vor 5596 Tagen) @ Fabian Brackhane

Wenn es eine Info aus einem Werkverzeichnist ist, muss es sich doch um eine tatsächlich gebaute Orgel handeln. Seltsam das Ganze...


Möglicherweise gar nicht mal so sehr, mir kommt da nämlich gerade ein Gedanke: Die Kapelle wurde seit ihrer Erbauung bis in die 60er (vll. auch noch in den 70ern) von der örtlichen evangelischen Gemeinde genutzt, in Ermangelung eines eigenen Gotteshauses am Ort. Irgendwann so in dem fraglichen Jahrzehnt wurde dann aber dort ein großes Gemeindehaus gebaut. Es könnte ja durchaus sein, dass sich dort eben diese mysteriöse Orgel befindet, die aber bei Oberlinger aus irgendwelchen Gründen noch unter "Gottliebenkapelle" läuft. Ich überprüfe es bei Gelegenheit mal.

So, es hat etwas länger gedauert, aber jetzt ist es amtlich: mein Verdacht hat sich bestätigt. Die bei Bösken und Weisel unter "Gottliebenkapelle" laufende Oberlingerin steht wie vermutet nebenan im evangelischen Gemeindesaal. Da beide Örtlichkeiten quasi "Wand an "Wand" liegen und die Kapelle eben zeitweilig auch als Gottesdienststätte genutzt wurde, scheint es mir nicht allzu weit hergeholt zu sein zu vermuten, dass Oberlinger die Bezeichnung "Gottliebenkapelle" einfach als Synonym auch für den danebenliegenden Paulussaal verwendet hat. Ich werde aber bei Gelegenheit mal dort vorbeischauen und einen Blick ins Firmenarchiv werfen.

Ansonsten ist die Recherche zu dem Ögelchen übrigens sehr frustrierend: Alle infrage kommenden Archive wurden entweder vernichtet oder zwischenzeitlich "aufgeräumt". Zur Entstehungsgeschichte wird sich wohl nichts mehr finden lassen. Wenn sich wenigstens noch herausbekommen ließe, wer irgendwann in den neobarocken Jahrzehnten mit der Blechschere an der Orgel gewütet hat...

Fabian

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