St. Marien Rheydt
Bernd_Walther_Brandt, 48683 Ahaus, Mittwoch, 16. März 2011, 20:38 (vor 5648 Tagen)
Liebe Mitleser,
man verzeihe mir die ehrliche Meinung, aber für mich ist die neue Orgel in St. Marien Rheydt ein architektonischer Griff ins Klo. Was ist denn dies für ein Gehäuse welches zu allen Seiten offen ist? Systemlos angeordnete Prospektpfeifen, mal hier eine, mal da eine! Der Betrachter meint man hätte es hier mit einem im Aufbau befindlichen Instrument zu tun, dabei ist die Orgel äusserlich fertig! Sicher, die Disposition liest sich interessant, aber vermag sie an diesem Standort soweit hinten den Raum angemessen zu füllen? Man darf gespannt sein was der Intonateur der Firma Weimbs dort bewerkstelligt und ob wenigstens der Klang schön wird!
St. Marien Rheydt
Tabernakelwanze
, Niederrhein, Donnerstag, 17. März 2011, 06:50 (vor 5648 Tagen) @ Bernd_Walther_Brandt
Näheres sieht man hier: http://www.weimbs.de/Ak_Rheydt.html
Zugegeben, es sieht etwas dürftig aus....besonders die kleinen Pfeifchen rechts und links, wirken wie provisorisch abgestellt.
St. Marien Rheydt
Friedrich
, Donnerstag, 17. März 2011, 09:16 (vor 5648 Tagen) @ Tabernakelwanze
bearbeitet von Friedrich, Donnerstag, 17. März 2011, 10:57
Wir hatten das Thema hier ja schon mal.
Auch wenn die Architektur in Rheydt sehr offen gehalten ist, würde ich erstmal abwarten, wie das Ganze bei vollgestelltem Orgelkasten aussieht, wenn also zur Vorne-Hinten-Perspektive ein ausgeprägtes Helldunkel kommt. Dann wird sich vieles optisch ordnen.
Z. B. dürfte der doppelte Bogen, an dem entlang die Labien der großen Pfeifen verlaufen, deutlicher sichtbar werden, und die kleinen Pfeifen zu beiden Seiten könnten ihren Sinn bekommen, nämlich Maßstäblichkeit herzustellen im Gegenüber zu den eher monumentalen Pfeifenfeldern. (Mancher hat sich schon gefragt, was die "kleinen" Pfeifenfelder im Supper-Prospekt des Ulmer Münsters sollen: Genau dasselbe. Wenn man sie sich wegdenkt, kommt eine gewisse monumentale Öde auf.)
Mir fällt auf, dass die ganze Anordnung -- in unfertigem Zustand -- wenig dynamisch wirkt, eher blockig-statisch, trotz der aufgebrochenen Labienlinie. Die Pfeifen wirken wie vereinzelte harte Akzente, Flächen und Fluss sind offenbar nicht gewollt. Das wiederum betont den Kastencharakter des Gehäuses. Offenbar wollte man das so.
Gruß,
Friedrich
St. Marien Rheydt
orgeltom
, Freitag, 18. März 2011, 13:24 (vor 5647 Tagen) @ Bernd_Walther_Brandt
Hallo,
man verzeihe mir dann bitte auch meine ehrliche Meinung. :-)
Ich finde es ist eine Frechheit zu Behaupten das dieser Entwurf ein Griff ins Klo ist.
Wenn mal ein Entwurf nicht so ist wie der ambitionierte Laie sich eine Orgel vorstellt ist gleich das Gemeckere groß.
Und wenn es "klassische" Entwürfe sind dann kommen die nächsten und poltern gleich los dass jede Orgel gleich aussieht.
Bis so ein Entwurf steht werden kontroverse Diskusionen geführt, wenn man die Hintergründe nicht kennt sollte man sich vielleicht mit Kritik etwas zügeln.
Mit den besten Grüßen
Orgeltom
--
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St. Marien Rheydt
Karsten, Freitag, 18. März 2011, 14:08 (vor 5647 Tagen) @ orgeltom
Hallo!
Wenn ich da mal ein bisschen moderierend eingreifen darf:
man verzeihe mir dann bitte auch meine ehrliche Meinung. :-)
Ich finde es ist eine Frechheit zu Behaupten das dieser Entwurf ein Griff ins Klo ist.
[...]
Bis so ein Entwurf steht werden kontroverse Diskusionen geführt, wenn man die Hintergründe nicht kennt sollte man sich vielleicht mit Kritik etwas zügeln.
Herr Brandt hat seine Äußerungen ganz klar als seine persönliche Meinung dargestellt, diese ist ihm erstmal unbenommen und die darf er hier auch äußern. Er hat auch - was löblich ist - einige Gründe für seine Meinung genannt. Eine Frechheit sehe ich darin nicht.
Über Geschmack lässt sich trefflich (nicht) streiten - also los, aber bitte mit Begründungen und Agrumenten :)
Gruß
Karsten
St. Marien Rheydt
Bernd_Walther_Brandt, 48683 Ahaus, Freitag, 18. März 2011, 16:35 (vor 5647 Tagen) @ Karsten
Nun, ich sehe mehrere Gründe. Der erste ist, sollten wirklich alle dieser Prospektpfeifen sprechend gebaut sein dürfte es ziemlich schwierig sein diese in ein einheitliches Klangbild zu integrieren. Man stelle sich nur einen Prinzipal vor, der als Hauptregister einer Orgel auf einmal aus jeder Ecke tönt. Unten wo es kälter ist herrscht eine andere Stimmung als im Oberen Bereich des Gehäuses. Da wird es immer wackeln. Ein offenens Gehäuse kann zudem nicht den Klang ideal bündeln und wirft ihn zu allen Richtungen raus. Bei diesem schwierigen Raum der lang gezogen ist und die eigentliche Kirche erst hinter dem Querschiff beginnt dürfte dann nicht mehr viel ankommen als wenn man ihn geradeaus durch ein geschlossenes Gehäuse gebündelt hört.
Woher wissen Sie denn dass ich ein ambitionierter Laie bin? Sie scheinen mich gut zu kennen...
St. Marien Rheydt
Martin78
, Freitag, 18. März 2011, 17:35 (vor 5647 Tagen) @ Bernd_Walther_Brandt
Nun, ich sehe mehrere Gründe. Der erste ist, sollten wirklich alle dieser Prospektpfeifen sprechend gebaut sein dürfte es ziemlich schwierig sein diese in ein einheitliches Klangbild zu integrieren. Man stelle sich nur einen Prinzipal vor, der als Hauptregister einer Orgel auf einmal aus jeder Ecke tönt. Unten wo es kälter ist herrscht eine andere Stimmung als im Oberen Bereich des Gehäuses. Da wird es immer wackeln. Ein offenens Gehäuse kann zudem nicht den Klang ideal bündeln und wirft ihn zu allen Richtungen raus. Bei diesem schwierigen Raum der lang gezogen ist und die eigentliche Kirche erst hinter dem Querschiff beginnt dürfte dann nicht mehr viel ankommen als wenn man ihn geradeaus durch ein geschlossenes Gehäuse gebündelt hört.
Weimbs kann intonieren. Mal sehen / hören, was rauskommt.