Marktkirche Hannover - wie läuft's?

doppelfloete_h @, Hannover, Dienstag, 15. März 2011, 11:12 (vor 5650 Tagen) @ Friedrich

Smidt spielt auf den CDs auch gern auf den weiten 8'-Einzelstimmen, darunter z. B. ein wirklich berückendes Cor de Nuit. Das frühere Brustwerk scheint ein Spezereienkistchen für feine Flötenklänge geworden zu sein.

...das ist wahr! Mit dem Cor de Nuit kann man sich schon eine ganze Weile beschäftigen... :) Insgesamt macht der "Einzelgebrauch" der vielen 8- und 4-Fuß-Stimmen besonders viel Freude.


Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Orgel klanglich ganz klassisch ist und damit der Werktrennung in der Architektur sehr schön entspricht. Neusinfonisch will da nichts sein. Der Klang verweist -- der Aufnahme nach zu urteilen -- immer noch klar auf Beckerath, den Lehrmeister des Goll-Chefs Beat Grenacher.

Richtig, der klassische "nord-/mitteldeutsche" Kern ist unverkennbar! Gleichzeitig hat die Orgel deutlich an "sinfonischer" Qualität gewonnen. Diese Mischung hat ihren besonderen Reiz, ich erinnere mich immer noch an das fantastische Konzert von Vincent Warnier im letzten Oktober. Bei Franck (h-Moll) und Widor (1. Satz Sinfonie V) fehlte es der Orgel eigentlich an nichts, Bach (BWV 548) klang brillant UND gravitätisch, Duruflé (op.2, op.7) geradezu ideal.


Ich hoffe, ich komme bald mal hin und kann selber hören -- auch die beiden anderen Orgeln der Marktkirche, die ganz offensichtlich nicht übel klingen (auch wieder der Smidt-CD nach zu urteilen).

Gruß,
Friedrich


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