Das ewige Lied...

P.Kampf, Montag, 14. März 2011, 21:48 (vor 5653 Tagen)

...hat mal wieder einen neuen Vers in einer großen dt. Tageszeitung gefunden.


Wer sich wohl hinter "Experten" noch so verbirgt?

Das ewige Lied...

Unda Maris ⌂, nahe Hamburg, Dienstag, 15. März 2011, 10:54 (vor 5652 Tagen) @ P.Kampf

"Das Bo" würde über den Kommentar von D. F. singen: Dumm aber schlau

Das ewige Lied...

robot, Dienstag, 15. März 2011, 19:22 (vor 5652 Tagen) @ P.Kampf

Ich erinnere mich an die 70er Jahre, als es "in" war, dass eine Band den Gottesdienst gestaltete. Ja, zu diesem kamen mehr Jugendliche in die Kirche. Aber nicht wegen Gott, sondern um diese Gruppe zu sehen. Und plötzlich war die Band wichtiger als der Gottesdienst. Aber dieses "Mehr" an Gottesdienstbesuchern war auch schnell wieder weg.
Ich wage zu behaupten, dass im Endeffekt durch diese "neue" Musik die Kirche nicht mehr Gläubige bekam.
Und nicht anders wird es mit dieser neuen Popmusik werden. Nehme ich mal an.
Ich jedenfalls wünschte mir, dass zumindest in meiner Gemeinde die Organisten die Lieder auch so spielen, dass man mitsingen kann. Dass die Orgel die Begleitung des Gesangs ist und nicht umgekehrt.
Und dann am Schluss, ja dann soll der Organist zeigen, was in der Orgel und im Organisten steckt. Bevorzugt echt gute Orgelmusik.

Das ewige Lied...

hardy, Dienstag, 15. März 2011, 22:01 (vor 5652 Tagen) @ robot

Mit gutem, qualitätvollen "NGL" haben wir (ev. Kirchengemeinde in Westfalen) sehr gute Erfahrungen gemacht. Komponisten/Dichter wie Manfred Siebald, Lukas di Nunzio, Gerhard Schnitter, Albert Frey u. a. haben tiefgründige Texte und gut singbare (nicht primitive) Melodien abgeliefert. In nahezu jedem Gottesdienst werden solche Lieder gesungen, aber auch traditionellere aus dem EG (ev. Gesangbuch). Letztere begleite ich mit unserer Schuke-Orgel, die anderen leitet ein Ansingteam mit ein paar Instrumentalisten (Klavier, Gitarre, E-Baß, gelegentlich Schlagzeug). Dort spiele ich häufig auch das (Digital-)Klavier. Diese Mischung kommt bei den Leuten sehr gut an, auch Jugendliche fühlen sich wohl (allerdings sind es keine "Wohlfühl-Gottesdienste" :)).Und wie du, robot, schon sagst, beim Vor- und Nachspiel gibt es gute, allerdings nicht so sehr alltägliche Orgelliteratur (habe z. B. vor gut 2 Jahren unser Mitglied A. Willscher "entdeckt"). Gerne auch etwas Barock oder, soweit es das Instrument zuläßt, Romantik, auch mal jazzhaltiges... Seit sukzessiver Einführung dieser Elemente samt praxis- (u. bibel!-) orientierter Predigt, gleichzeitigem Kindergottesdienst und nicht zuletzt angenehmen Temperaturen (ca 18-19 Grad) verdreifachte sich die Besucheranzahl nahezu.
Grüße von Hardy

Das ewige Lied...

robot, Mittwoch, 16. März 2011, 13:28 (vor 5651 Tagen) @ hardy

Mit gutem, qualitätvollen "NGL" haben wir (ev. Kirchengemeinde in Westfalen) sehr gute Erfahrungen gemacht. Komponisten/Dichter wie Manfred Siebald, Lukas di Nunzio, Gerhard Schnitter, Albert Frey u. a. haben tiefgründige Texte und gut singbare (nicht primitive) Melodien abgeliefert. In nahezu jedem Gottesdienst werden solche Lieder gesungen, aber auch traditionellere aus dem EG (ev. Gesangbuch). Letztere begleite ich mit unserer Schuke-Orgel, die anderen leitet ein Ansingteam mit ein paar Instrumentalisten (Klavier, Gitarre, E-Baß, gelegentlich Schlagzeug). Dort spiele ich häufig auch das (Digital-)Klavier. Diese Mischung kommt bei den Leuten sehr gut an, auch Jugendliche fühlen sich wohl (allerdings sind es keine "Wohlfühl-Gottesdienste" :)).Und wie du, robot, schon sagst, beim Vor- und Nachspiel gibt es gute, allerdings nicht so sehr alltägliche Orgelliteratur (habe z. B. vor gut 2 Jahren unser Mitglied A. Willscher "entdeckt"). Gerne auch etwas Barock oder, soweit es das Instrument zuläßt, Romantik, auch mal jazzhaltiges... Seit sukzessiver Einführung dieser Elemente samt praxis- (u. bibel!-) orientierter Predigt, gleichzeitigem Kindergottesdienst und nicht zuletzt angenehmen Temperaturen (ca 18-19 Grad) verdreifachte sich die Besucheranzahl nahezu.
Grüße von Hardy

Ich muss bekennen, ich habe lange Jahre nichts mehr mit Orgel zu tun haben wollen. Aber vor ungefähr einem Jahr bin ich in St.Gallen in ein Orgelkonzert gegangen und da wurde "neue" Orgelmusik gegeben und ich war hin und weg.
Und über dieses Programm kam ich dann auch auf A. Willscher und bin seitdem begeistert.
Mein Favorit: Toccata alla Rumba.
Aber damit würden die Leute (die meisten hier) noch schneller aus der Kirche drängen.

Wenn das bei euch mit neuer Musik gut ankommt, dann beglückwünsche ich euch. Ich kann mir das hier schwer vorstellen.

Das ewige Lied...

hardy, Mittwoch, 16. März 2011, 17:07 (vor 5651 Tagen) @ robot

Ja eben, solche Musik wie von Andreas Willscher oder ähnliches mögen die Leute (jedenfalls hier) und vielleicht bekommen sie dadurch Zugang zur Orgelmusik wie Du. Oder wenn ich (manch einer mag die Nase rümpfen, aber bei uns geht das auch im Gottesdienst) einen Joplin-Ragtime auf der Orgel spiele, was übrigens sehr gut klingt und paßt ...

Das ewige Lied...

chp, Mittwoch, 16. März 2011, 17:34 (vor 5651 Tagen) @ robot

Hallo,

Ich muss bekennen, ich habe lange Jahre nichts mehr mit Orgel zu tun haben wollen. Aber vor ungefähr einem Jahr bin ich in St.Gallen in ein Orgelkonzert gegangen und da wurde "neue" Orgelmusik gegeben und ich war hin und weg.
Und über dieses Programm kam ich dann auch auf A. Willscher und bin seitdem begeistert.
Mein Favorit: Toccata alla Rumba.
Aber damit würden die Leute (die meisten hier) noch schneller aus der Kirche drängen.

Wenn das bei euch mit neuer Musik gut ankommt, dann beglückwünsche ich euch. Ich kann mir das hier schwer vorstellen.

Andreas Willscher (soweit ich Stücke von ihm spielen kann) kommt bei uns sehr gut an und die kleinen französischen Sorties, die er herausgibt, auch, selbst oder gerade wenn diese manchmal so ein bisschen nach Jahrmarkt klingen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Das ewige Lied...

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Mittwoch, 16. März 2011, 10:02 (vor 5651 Tagen) @ robot

Ich erinnere mich an die 70er Jahre, als es "in" war, dass eine Band den Gottesdienst gestaltete. Ja, zu diesem kamen mehr Jugendliche in die Kirche. Aber nicht wegen Gott, sondern um diese Gruppe zu sehen. Und plötzlich war die Band wichtiger als der Gottesdienst.
Ich jedenfalls wünschte mir, dass zumindest in meiner Gemeinde die Organisten die Lieder auch so spielen, dass man mitsingen kann. Dass die Orgel die Begleitung des Gesangs ist und nicht umgekehrt.
Und dann am Schluss, ja dann soll der Organist zeigen, was in der Orgel und im Organisten steckt. Bevorzugt echt gute Orgelmusik.

Aus diesem Beitrag könnte man ohne weiteres zwei weitere Themenfelder eröffnen, die mich schon längerer Zeit beschäftigen:

1. Die geschilderten 70er sind mir auch noch bestens in Erinnerung (vielleicht gehören wir sogar zum selben Jahrgang, robot?). Daß damals Bands im Gottesdienst auftraten, finde ich auch aus heutiger Perspektive ok. Dann gabs aber eines Tages keine Bands mehr in der Kirche, weswegen man auf die schlaue Idee kam, die Lieder, die die Bands bisher spielten, auf die Orgel zu übertragen. Das ist m. E. fast durchweg schiefgegangen. Die Orgel verfügt halt nicht über die Ausdrucksmöglichkeiten einer Band - und umgekehrt. Besonders krasses Beispiel ist "Ich lobe meinen Gott der aus der Tiefe mich holt". Wenn ich Dienst schiebe, wird dieses Lied gar nicht mehr angesetzt, weil man dann längere grundsätzliche Ausführungen meinerseits dazu fürchtet (auch gern bei "Von guten Mächten"). Es nützt auch nichts, wenn der Verfasser des Vorworts zum münsteraner Anhang schreibt, dieses Lied müsse man dann halt mit kräftigen Solozungen begleiten; es funktioniert nicht! Man sollte die Gelegenheit eines neuen "Gotteslobs" nutzen, die bandspezifischen Lieder erstzlos zu streichen.

2. Was in der Orgel und im Organisten steckt? Ja, würde ich gern zeigen, hab ich bisher auch immer, mich aber jetzt entschlossen, künftig - nicht nur in der Fastenzeit - auf das Nachspiel zu verzichten. Beim letzten Postludium, das gar nicht mal so leise registriert war, herrschte in der Kirche ein derartiger Lärm, daß ich "mein eigenes Wort" nicht mehr verstanden habe. Es ist in letzter Zeit - jedenfalls bei uns - sehr Mode geworden, nach dem Gottesdienst die Kirche - auch beim schönstem Wetter - als Ort geselligen Plausches zu nutzen, und wenn man sich da verstehen will, muß man halt gegen die Orgel anschreien. Dafür ist mir die Musik zu schade. Ich hab das so unserem hauptamtlichen Kirchenmusiker vor etwa drei Wochen mitgeteilt, aber keine Reation darauf erhalten. Wie sieht´s da bei euch aus?

Das ewige Lied...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Mittwoch, 16. März 2011, 11:54 (vor 5651 Tagen) @ Rochus Schmitz


2. Was in der Orgel und im Organisten steckt? Ja, würde ich gern zeigen, hab ich bisher auch immer, mich aber jetzt entschlossen, künftig - nicht nur in der Fastenzeit - auf das Nachspiel zu verzichten. Beim letzten Postludium, das gar nicht mal so leise registriert war, herrschte in der Kirche ein derartiger Lärm, daß ich "mein eigenes Wort" nicht mehr verstanden habe. Es ist in letzter Zeit - jedenfalls bei uns - sehr Mode geworden, nach dem Gottesdienst die Kirche - auch beim schönstem Wetter - als Ort geselligen Plausches zu nutzen, und wenn man sich da verstehen will, muß man halt gegen die Orgel anschreien. Dafür ist mir die Musik zu schade. Ich hab das so unserem hauptamtlichen Kirchenmusiker vor etwa drei Wochen mitgeteilt, aber keine Reation darauf erhalten. Wie sieht´s da bei euch aus?

Bei mir ist es so, dass das Nachspiel Bestandteil des Gottesdienstes ist. Die Gemeinde (ev.) bleibt solange sitzen, bis ich fertig bin. Manchmal kommt sogar Applaus...das muss nicht sein, aber freuen tue ich mich doch.

Das ewige Lied...

hardy, Mittwoch, 16. März 2011, 17:11 (vor 5651 Tagen) @ Tabernakelwanze

Ist das in kath. Kirchen immer so, daß die Leute herauslaufen beim Nachspiel? Im ev. Bereich gibt es das leider auch, aber nicht so oft hierzulande. Der Organist macht sich ja auch Arbeit.... während der Predigt geht ja auch keiner raus.

Das ewige Lied...

chp, Mittwoch, 16. März 2011, 17:29 (vor 5651 Tagen) @ hardy

Hallo,

Ist das in kath. Kirchen immer so, daß die Leute herauslaufen beim Nachspiel? Im ev. Bereich gibt es das leider auch, aber nicht so oft hierzulande. Der Organist macht sich ja auch Arbeit.... während der Predigt geht ja auch keiner raus.

der kath. Gottesdienst endet liturgisch mit dem "Gehet hin in Frieden" ("Ite misa est"). Man bleibt meist noch bis Pastor und Ministranten hinausgezogen sind. Das Nachspiel bzw. ein Großteil davon findet somit liturgisch außerhalb des Gottesdienstes statt.

Vorteil: Man kann auch längere Stücke spielen, es bleiben nur die interessierten Leute zum Zuhören da und es gibt kein Gemecker, dass das Nachspiel zu lange war.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Das ewige Lied...

AndreasM @, Völklingen, Mittwoch, 16. März 2011, 19:35 (vor 5651 Tagen) @ chp

Hallo,

in meiner Gemeinde (katholisch) ist es in der Tat so, dass der Zelebrant das Orgelstück, das am Ende gespielt wird ansagt und die Gemeinde sitzen bleibt und zuhört und nur einige wenige gehen wirklich früher hinaus. Auch der Zelebrant sitzt und hört zu. Dies hat bei uns seit etlichen Jahren Tradition, mein Vorgänger hat das schon so gehandhabt, und die Gemeinde nimmt es dankbar an. Manchmal fragen mich sogar die Leute verwundert, was los sei, wenn das Schlusstück mal zu kurz oder ganz ausfällt.

Viele Grüße
Andreas

Das ewige Lied...

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Donnerstag, 17. März 2011, 10:27 (vor 5650 Tagen) @ AndreasM

in meiner Gemeinde (katholisch) ist es in der Tat so, dass der Zelebrant das Orgelstück, das am Ende gespielt wird ansagt und die Gemeinde sitzen bleibt und zuhört und nur einige wenige gehen wirklich früher hinaus. Auch der Zelebrant sitzt und hört zu. Dies hat bei uns seit etlichen Jahren Tradition, mein Vorgänger hat das schon so gehandhabt, und die Gemeinde nimmt es dankbar an.

Traumhafte Verhältnisse, aber da mußt natürlich immer präpariert sein!

Das ewige Lied...

AndreasM @, Völklingen, Donnerstag, 17. März 2011, 21:53 (vor 5650 Tagen) @ Rochus Schmitz

ja, aber das macht man dann natürlich auch gerne.

Das ewige Lied

perotin @, Rhein-Neckar-Raum, Mittwoch, 16. März 2011, 20:58 (vor 5651 Tagen) @ chp

Vorteil: Man kann auch längere Stücke spielen, es bleiben nur die interessierten Leute zum Zuhören da und es gibt kein Gemecker, dass das Nachspiel zu lange war.

Unschön ist es halt nur, wenn die "weniger interessierten" sich in der Kirche unterhalten müssen... Deshalb mein Vorschlag für die nächste Liturgiereform: Der orientierungslose Mensch von heute braucht klare Anweisungen; das etwas unpräzise "Gehet hin in Frieden" wird ad libitum ersetzt durch:

"Gehet hin oder bleibet drin, aber seid gefälligst leise."

perotin

Das ewige Lied

chp, Mittwoch, 16. März 2011, 22:31 (vor 5651 Tagen) @ perotin

Hallo,

Unschön ist es halt nur, wenn die "weniger interessierten" sich in der Kirche unterhalten müssen... Deshalb mein Vorschlag für die nächste Liturgiereform: Der orientierungslose Mensch von heute braucht klare Anweisungen; das etwas unpräzise "Gehet hin in Frieden" wird ad libitum ersetzt durch:

"Gehet hin oder bleibet drin, aber seid gefälligst leise."

:-)
Bei uns ist es so, dass die Leute sich vor der Kirche, die sich in einem modernen Gemeindezentrum befindet, zu ihrem Plausch versammeln. Nur wenn es regnet, versammeln sie sich halt im Vorraum...

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Das ewige Lied...

robot, Mittwoch, 16. März 2011, 13:21 (vor 5651 Tagen) @ Rochus Schmitz


Aus diesem Beitrag könnte man ohne weiteres zwei weitere Themenfelder eröffnen, die mich schon längerer Zeit beschäftigen:

1. Die geschilderten 70er sind mir auch noch bestens in Erinnerung (vielleicht gehören wir sogar zum selben Jahrgang, robot?).

Also ich bin Jahrgang '62.

Daß damals Bands im Gottesdienst auftraten, finde ich auch aus heutiger Perspektive ok. Dann gabs aber eines Tages keine Bands mehr in der Kirche, weswegen man auf die schlaue Idee kam, die Lieder, die die Bands bisher spielten, auf die Orgel zu übertragen. Das ist m. E. fast durchweg schiefgegangen. Die Orgel verfügt halt nicht über die Ausdrucksmöglichkeiten einer Band - und umgekehrt. Besonders krasses Beispiel ist "Ich lobe meinen Gott der aus der Tiefe mich holt". Wenn ich Dienst schiebe, wird dieses Lied gar nicht mehr angesetzt, weil man dann längere grundsätzliche Ausführungen meinerseits dazu fürchtet (auch gern bei "Von guten Mächten"). Es nützt auch nichts, wenn der Verfasser des Vorworts zum münsteraner Anhang schreibt, dieses Lied müsse man dann halt mit kräftigen Solozungen begleiten; es funktioniert nicht! Man sollte die Gelegenheit eines neuen "Gotteslobs" nutzen, die bandspezifischen Lieder erstzlos zu streichen.

Ich kritisiere nicht, dass man damals versuchte Bands in den Gottesdienst zu integrieren.
Mir kommt es nur darauf an, dass der Gottesdienst das Wichtigste ist, nicht die Orgel, die Band, der Chor. Diese sollen ihn gestalten, sollen das Volk im Gesang unterstützen, der Gesang soll die Kirchenbesucher in ihrer Feier des Dienstes unterstützen.
Mir hat es damals auch sehr gut gefallen, etwas neues, anderes war da. Aus heutiger Sicht sehe ich die Sache differenzierter und muss bekennen, dass damals die Eucharistie auch für mich plötzlich nicht das Zentrale mehr war.
Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich ausdrücke.

2. Was in der Orgel und im Organisten steckt? Ja, würde ich gern zeigen, hab ich bisher auch immer, mich aber jetzt entschlossen, künftig - nicht nur in der Fastenzeit - auf das Nachspiel zu verzichten. Beim letzten Postludium, das gar nicht mal so leise registriert war, herrschte in der Kirche ein derartiger Lärm, daß ich "mein eigenes Wort" nicht mehr verstanden habe. Es ist in letzter Zeit - jedenfalls bei uns - sehr Mode geworden, nach dem Gottesdienst die Kirche - auch beim schönstem Wetter - als Ort geselligen Plausches zu nutzen, und wenn man sich da verstehen will, muß man halt gegen die Orgel anschreien. Dafür ist mir die Musik zu schade. Ich hab das so unserem hauptamtlichen Kirchenmusiker vor etwa drei Wochen mitgeteilt, aber keine Reation darauf erhalten. Wie sieht´s da bei euch aus?

Wir sind inzwischen eine größere Seelsorgeeinheit. Ein Pfarrer hat inzwischen 5 ehemalige Pfarreien unter sich. Unterstützung hat er aber durch 3 pensionierte Pfarrer. Aber wie lange?
Bei uns bleibt aber nach dem Segen praktisch niemand in der Kirche wegen der Musik und die anderen wollen so schnell wie möglich hinaus, um zu rauchen. Es wird sich aber nicht unterhalten, habe ich noch nicht beobachtet, ist mir noch nicht aufgefallen.
Vielleicht sollte man für Interessierte ab und zu ein kleines Orgelkonzert geben? Nach dem Gottesdienst? Oder einfach mal die Orgeln (in den verschiedenen Kirchen) erklären, vorführen, die Eigenheiten zeigen?
Ich weiß es nicht.

Mich persönlich stört es etwas, dass unter dem Jahr die Kirchen leerer und leerer werden, der Altersdurchschnitt der Besucher von Jahr zu Jahr steigt, Gottesdienst überwiegend für und mit den "Alten" stattfindet. Chor, Musikkapelle sieht und hört man das ganze Jahr nicht in der Kirche.
Aber wehe es naht Weihnachten, dann plötzlich ist in der Christmette der Chor und die Kapelle da, und es wird gezeigt wie gut man doch ist und welche nicht eingängigen Lieder man zu Gehör bringen möchte.
Mir wäre es lieber, an Weihnachten könnte man als Volk, als Gottesdienstbesucher die Weihnachtslieder singen, mit diesen Weihnachtsliedern auch Weihnachten feiern. Die Innerlichkeit, die Freude, das Vertraute wäre für mich viel wichtiger als Kunstgenuss. Der sollte in den Weihnachtskonzerten stattfinden.

Aber um zum Thema zurück zu kommen. Es gehört natürlich schon ein guter Organist dazu, dass man auch mal sitzen bleibt und sich dem Genuss der Orgel hingibt.
Ich werde nie vergessen wie ich mal in einer Kirche in Hamburg (Nähe FüAk, Name weiß ich leider nicht mehr) nach dem Sonntagsgottesdienst die Toccata von Widor hörte. Toll gespielt, mir rannen Tränen vor Freude über das Gesicht. Und das, obwohl während der Messe die Orgel nicht im Mittelpunkt stand, sondern der Gesang. Wie gesagt, werde ich nie vergessen.
Aber wie oft gibt es das, wer kann das, welche Gemeinde ist dazu auserkoren?

Und jetzt Popmusik, Popsongs. Wenn sie die Eucharistiefeier unterstützen - ja, einfach um mit dem Zeitgeist zu gehen - nein.

Das ewige Lied...

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Mittwoch, 16. März 2011, 13:53 (vor 5651 Tagen) @ robot

Also ich bin Jahrgang '62.

OK, ich ´64!

Bei uns bleibt aber nach dem Segen praktisch niemand in der Kirche wegen der Musik und die anderen wollen so schnell wie möglich hinaus, um zu rauchen. Es wird sich aber nicht unterhalten, habe ich noch nicht beobachtet, ist mir noch nicht aufgefallen.

Ist doch traumhaft.

Aber um zum Thema zurück zu kommen. Es gehört natürlich schon ein guter Organist dazu, dass man auch mal sitzen bleibt und sich dem Genuss der Orgel hingibt.

Einverstanden. Trotzdem würde ich erstmal unterstellen, daß sich auch ein schlechter Organist soviel Mühe gibt, daß es schlicht unverschämt ist, ihm ins Spiel zu quatschen.

Das ewige Lied...

Karsten, Mittwoch, 16. März 2011, 14:00 (vor 5651 Tagen) @ Rochus Schmitz

Aber um zum Thema zurück zu kommen. Es gehört natürlich schon ein guter Organist dazu, dass man auch mal sitzen bleibt und sich dem Genuss der Orgel hingibt.


Einverstanden. Trotzdem würde ich erstmal unterstellen, daß sich auch ein schlechter Organist soviel Mühe gibt, daß es schlicht unverschämt ist, ihm ins Spiel zu quatschen.

Hallo!

Was "Respektlosigkeit gegenüber Organisten" angeht, kann hier sicher mancher so manche (traurige) Anekdote erzählen.

Aus dem Verhalten der Gottesdienstbesucher nach em Ende des Gottesdienstes kann man viele Rückschlüsse ziehen, wie sehr Kirchenmusik geschätzt bzw. respektiert wird. Ich unterstelle mal, dass das Verhalten in vielen Fällen kein böse Absicht ist - man weiß es halt einfach nicht besser.

Traurig kurios ist es dann, wenn es zu Situationen kommt, wenn an Feiertagen Mitglieder des Chores dem Organisten während des Nachspiels (!) auf die Schulter klopfen und Frohe Feiertage wünschen oder sonst einen Kommentar loslassen.

Gruß
Karsten

Das ewige Lied...

Martin78 @, Mittwoch, 16. März 2011, 14:51 (vor 5651 Tagen) @ Karsten

Traurig kurios ist es dann, wenn es zu Situationen kommt, wenn an Feiertagen Mitglieder des Chores dem Organisten während des Nachspiels (!) auf die Schulter klopfen und Frohe Feiertage wünschen oder sonst einen Kommentar loslassen.

O ja, davon kann ich ein (meinetwegen auch Neues Geistliches) Lied singen. Darauf musste ich auch schon mehrfach den Chor hinweisen.

Die meinen es ja wirklich nicht böse. Aber am freistehenden "Chorleiter-Spieltisch" scheint man einen soweit multitasking-fähigen Eindruck zu machen, dass dann einfach vergessen wird, dass nicht die Orgel spielt, sondern es tatsächlich einen gibt, der sich konzentrieren muss :-)

Viele Grüße,
Martin

Das ewige Lied...

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Mittwoch, 16. März 2011, 15:37 (vor 5651 Tagen) @ Karsten


Traurig kurios ist es dann, wenn es zu Situationen kommt, wenn an Feiertagen Mitglieder des Chores dem Organisten während des Nachspiels (!) auf die Schulter klopfen und Frohe Feiertage wünschen oder sonst einen Kommentar loslassen.

"O Tod! ich kenn´s" - Würzburg, Martin-Luther-Kirche, Hochzeit irgendwann Anfang der 90er. Da streckte mir ein Gottesdienstteilnehmer während des Nachspiels die Hand hin und wollte sich verabschieden!

Das ewige Lied...

chp, Mittwoch, 16. März 2011, 22:44 (vor 5651 Tagen) @ Rochus Schmitz

Hallo,

"O Tod! ich kenn´s" - Würzburg, Martin-Luther-Kirche, Hochzeit irgendwann Anfang der 90er. Da streckte mir ein Gottesdienstteilnehmer während des Nachspiels die Hand hin und wollte sich verabschieden!

ist mir auch schon passiert, wobei meine Hand sogar ergriffen und geschüttelt wurde. So eine nette Frau, die in einer geschützten Werkstatt arbeitet, verabschiedet sich eigentlich immer persönlich von mir, greift aber nur manchmal in längere Nachspiele ein. Die Orgel steht bei uns neben dem Haupteingang der Kirche, da kommt es auch ständig vor, dass die Leute beim Verlassen der Kirche mir Handtasche oder Ellenbogen ins Kreuz rammen, Kinder versuchen, aufs Pedal zu krabbeln usw. Andererseits hat mir auch schon jemand ein Osterei oder einen Schokonikolaus auf die Orgelbank gelegt. Ich sehe das alles positiv, zeigt es ja auch, dass ich als Orgler in die Gemeinde integriert bin.

Zum Glück spiele ich (Ehrenamtler) keine Konzerte, da kann mich auch keiner während des Konzerts mit dem Programmzettel in der Hand fragen, wo im Programm wir gerade sind... (kein Flachs, ist bei uns wirklich vorgekommen)

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Das ewige Lied...

P.Kampf, Mittwoch, 16. März 2011, 18:14 (vor 5651 Tagen) @ Karsten

Traurig kurios ist es dann, wenn es zu Situationen kommt, wenn an Feiertagen Mitglieder des Chores dem Organisten während des Nachspiels (!) auf die Schulter klopfen und Frohe Feiertage wünschen oder sonst einen Kommentar loslassen.


Ist mir auch schon passiert, aber pro Chor maximal einmal oder zweimal, da ich danach in der Probe für alle meinen Standpunkt dazu klarmache und den auch nicht zur Diskussion stelle. Ich bin sogar noch radikaler, denn ich erwarte, dass auf der Empore auch niemand redet, während ich spiele oder laut irgendwelche Stühle und Tische dabei rückt.
Das ist für mich eine Sache des gegenseitigen Respektes, denn ich telefoniere ja auch nicht, während der Chor singt. Bei Leute das nicht einsehen sage ich auch deutlich, dass jemand, der damit nicht einverstandne ist, gar nicht auf die Empore zu kommen braucht.

Das ewige Lied...

hardy, Mittwoch, 16. März 2011, 17:09 (vor 5651 Tagen) @ Rochus Schmitz

Bei uns bleiben die Leute immer sitzen, bis das Nachspiel vorbei ist. Allerdings wünsche ich mir oft, daß sie etwas mehr zuhören und weniger tuscheln dabei. Manchmal geht das auch, hängt auch von der Musik ab.

Das ewige Lied/Orgelnachspiel

willscher, Sonntag, 20. März 2011, 17:50 (vor 5647 Tagen) @ hardy

Bei uns bleiben die Leute immer sitzen, bis das Nachspiel vorbei ist. Allerdings wünsche ich mir oft, daß sie etwas mehr zuhören und weniger tuscheln dabei. Manchmal geht das auch, hängt auch von der Musik ab.


Egal, wo man ist, viele Leute haben keinen Respekt mehr vor Kirchenräumen, auch wenn sie regelmäßig den Gottesdienst besuchen. Der Hamburger Domorganist brach einmal ein schönes Bach-Nachspiel ab, weil er "vor lauter Geschnattere" seine Orgel nicht mehr hören konnte.
Vieles, wenn nicht alles, hat der Priester in der Hand. Da gibt es welche, die dann beim Orgelnachspiel demonstrativ einige Minuten (die können manchmal verdammt lang sein!) am Altar verweilen. Arme Gemeinde, denn dann traut sich kaum jemand raus. Es gibt aber im Erzbistum HH eine Dienstanweisung, wonach die Priester in "Amtskleidung" am Ende des Gottesdienstes die Kirchenbesucher (einzeln) verabschieden mögen. Das findet dann am Ausgang des Kirchenschiffs statt. Und somit ist eine unandächtige Geräuschkulisse unvermeidlich. Selig, wer als Organist gute Nerven hat und sich nicht ärgert, daß sein Orgelnachspiel im kollekziv-profanen Rap der Kirchenbesucher untergeht. Oder wer "sein Stammpublikum" hat, das ungerührt sitzen bleibt. Der Trumpf ist dann neben guter Musik auch die gut disponierte Orgel mit Power ohne Ende.
Ein kleiner Trick: Man sei sich doch nicht zu schade, auch mal Händels Halleluja, Gounods Ave Maria (das mit der von Bach geschaffenen Begleitung) oder das Intermezzo aus Cavalleria rusticana als Nachspiel zu gestalten. Muß ja nicht gerade jede Woche sein. Aber das sind die Bonus-Punkte für den nächsten Messiaen oder für Willschers Kreuzweg ;-))
Wobei man sich von mir seit fast 11 Jahren immer den Main Title aus Star Wars wünscht. Was ich bislang immer abgelehnt habe, jedenfalls den GD betreffend. In einem der letzten Kinder-Orgelkonzerte habe ich das dann gemacht.
Viele Grüße
Andreas

Das ewige Lied...

P.Kampf, Mittwoch, 16. März 2011, 17:58 (vor 5651 Tagen) @ Rochus Schmitz

Ich erinnere mich an die 70er Jahre, als es "in" war, dass eine Band den Gottesdienst gestaltete.

Manchmal bin ich ganz froh, das ich erst in den 80ern geboren wurde...

Besonders krasses Beispiel ist "Ich lobe meinen Gott der aus der Tiefe mich holt". Wenn ich Dienst schiebe, wird dieses Lied gar nicht mehr angesetzt, weil man dann längere grundsätzliche Ausführungen meinerseits dazu fürchtet (auch gern bei "Von guten Mächten"). Es nützt auch nichts, wenn der Verfasser des Vorworts zum münsteraner Anhang schreibt, dieses Lied müsse man dann halt mit kräftigen Solozungen begleiten; es funktioniert nicht! Man sollte die Gelegenheit eines neuen "Gotteslobs" nutzen, die bandspezifischen Lieder erstzlos zu streichen.

Also ich finde, dass viele dieser Sachen durchaus darstellbar sind, man muss sich nur mal von dem Gedanken des "Chorals" lösen. Ich durfte/musste diese Lieder bei meiner alten Stelle regelmäßig spielen und da habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn Raum und Leute einigermaßen mitspielen das durchaus möglich ist. Das oben angesprochene habe ich übrigens ohne starkes Soloregister begleitet, sondern nur mit einem großen Klangteppich und einer im Vorspiel klar dargestellten Tempovorstellung...das ging gut. Sollte es doch mal geschleppt haben, gabs etwas zeichnenderes Pedalspiel.

2. Was in der Orgel und im Organisten steckt? Ja, würde ich gern zeigen, hab ich bisher auch immer, mich aber jetzt entschlossen, künftig - nicht nur in der Fastenzeit - auf das Nachspiel zu verzichten. Beim letzten Postludium, das gar nicht mal so leise registriert war, herrschte in der Kirche ein derartiger Lärm, daß ich "mein eigenes Wort" nicht mehr verstanden habe. Es ist in letzter Zeit - jedenfalls bei uns - sehr Mode geworden, nach dem Gottesdienst die Kirche - auch beim schönstem Wetter - als Ort geselligen Plausches zu nutzen, und wenn man sich da verstehen will, muß man halt gegen die Orgel anschreien. Dafür ist mir die Musik zu schade. Ich hab das so unserem hauptamtlichen Kirchenmusiker vor etwa drei Wochen mitgeteilt, aber keine Reation darauf erhalten. Wie sieht´s da bei euch aus?

Also seit ich evangelisch spiele habe ich das Problem auch nicht mehr. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass wenn man von der Kanzel mal die Stücke ansagen lässt bzw. den Pfarrer die Gemeinde mal ermahnen lässt, dass es dann besser wird.
Dissonante Literatur oder Impro mit Mixtur hilft übrigens auch^^.

Mich würde übrigens interessieren, wer in Mauritz im Moment der hauptamtliche Kirchenmusiker ist, oder spielst du mittlerweile woanders?

Das ewige Lied...

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Donnerstag, 17. März 2011, 10:24 (vor 5650 Tagen) @ P.Kampf
bearbeitet von Rochus Schmitz, Donnerstag, 17. März 2011, 10:28

Mich würde übrigens interessieren, wer in Mauritz im Moment der hauptamtliche Kirchenmusiker ist, oder spielst du mittlerweile woanders?

Nein, der Hauptamtliche in Mauritz heißt nicht Max, sondern seit Jahren N. N.; vorstellbar wäre es, daß sich das im Zuge der Fusion von x Gemeinden zu "Neu-St. Mauritz" ändert. Was mich zur Aufgabe des Postludiums veranlaßt hat war, ein Sonntag in Herz Jesu. Der Hauptamtliche dort ist Michael Schmutte. -
Wo steckst Du jetzt eigentlich?

Das ewige Lied...

P.Kampf, Donnerstag, 17. März 2011, 11:22 (vor 5650 Tagen) @ Rochus Schmitz

Mich würde übrigens interessieren, wer in Mauritz im Moment der hauptamtliche Kirchenmusiker ist, oder spielst du mittlerweile woanders?


Nein, der Hauptamtliche in Mauritz heißt nicht Max, sondern seit Jahren N. N.; vorstellbar wäre es, daß sich das im Zuge der Fusion von x Gemeinden zu "Neu-St. Mauritz" ändert. Was mich zur Aufgabe des Postludiums veranlaßt hat war, ein Sonntag in Herz Jesu. Der Hauptamtliche dort ist Michael Schmutte. -
Wo steckst Du jetzt eigentlich?


Ich stecke mittlerweile in der evangelischen Lukasgemeinde, diverse Gründe haben mich dazu bewegt, meine alternde Grand-Dame in Erpho aufzugeben. Ist zwar mal was ganz anderes, aber auch spannend.

Das ewige Lied...

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Donnerstag, 17. März 2011, 13:39 (vor 5650 Tagen) @ P.Kampf

Ich stecke mittlerweile in der evangelischen Lukasgemeinde, diverse Gründe haben mich dazu bewegt, meine alternde Grand-Dame in Erpho aufzugeben. Ist zwar mal was ganz anderes, aber auch spannend.

Ja, vor allem hast da sicher mehr funktionierende Register als in Erpho!

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