Kirchen sind Gemein­­­­güter! Manifest für eine neue Verantwortungsgemeinschaft

MartinH, Sonntag, 15. September 2024, 15:48 (vor 729 Tagen)

Auf folgendes Manifest/Petition wurde ich kürzlich hingewiesen. Sehr gut argumentiert, wie ich finde - und einer weiten Verbreitung wert angesichts einer rasanten Entwicklung.
https://chng.it/BGYQNht9TP

Einspruch ...

alla_marcia, Montag, 16. September 2024, 12:02 (vor 728 Tagen) @ MartinH

Kirchen sind Allgemeingüter? Ah ja ... interessant. NEHMEN war in Kirchenaugen schon immer seliger denn GEBEN ...

Sagen wir es mal ganz platt: Solange die beiden christlichen Großkirchen weiterhin jährlich hunderte Millionen Euronen in den Allerwertesten geblasen bekommen (als Rekompensation für die pöhse Säkularisierung), solange der Staat weiterhin die Steuern für sie einzieht, solange sie weiterhin den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts in Anspruch nehmen (mit damit verbundenen Steuervorteilen, die mir als Unternehmer zum Beispiel verwehrt bleiben), solange sie aufgrund ihrer Trägerschaft für Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime immer noch ihr partikulares und tendenziöses Arbeitsrecht durchsetzen können - solange brauchen diese Kirchen keinen Cent von irgendwem zu bekommen.

Würde man die Kirchen allerdings in ganz normale eingetragene Vereine umwandeln (wie Dackelzüchter oder FKK-Freunde), könnte man durchaus darüber reden, eine wenige wirklich erhaltenswerte Kirchbauten mit geringen Mitteln finanziell zu unterstützen. Darunter fallen aber ausdrücklich keine Filialkirchlein, deren sonntäglicher Kirchenbesuch kaum noch zählbar ist. Sondern höchstens herausragende Bauten à la Notre Dame etc.

Insofern: Nein, diese Initiative ist allzu durchsichtig. Man möchte von seiten der Kirchen nichts abgeben, sondern die Finanzierung des eigenen Liturgietheaters noch mehr "auslagern". Pfui!

Einspruch abgelehnt

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 16. September 2024, 13:06 (vor 728 Tagen) @ alla_marcia

Gut gebrüllt, aber doch daneben.

Wenn man genauer liest und persönliche Traumata hintanstellt, geht es genau um denjenigen Erhalt an kirchlicher (Bau-)Kunst, der dann gefährdet ist, wenn die Gläubigen schon weg und das Liturgietheater abgesetzt worden ist.

Einspruch abgelehnt

alla_marcia, Montag, 16. September 2024, 13:15 (vor 728 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von alla_marcia, Montag, 16. September 2024, 13:20

Gut gebrüllt, aber doch daneben.

Wenn man genauer liest und persönliche Traumata hintanstellt, geht es genau um denjenigen Erhalt an kirchlicher (Bau-)Kunst, der dann gefährdet ist, wenn die Gläubigen schon weg und das Liturgietheater abgesetzt worden ist.

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Du glaubst also wirklich, die beiden Großkirchen könnten den Erhalt dieser großen Denkmalkirchen nicht mehr selber stemmen, gesetzt den Fall, sie hätten alle kostenfressenden Filialkirchlein bereits geschlossen?

Sollte das so sein, ginge die deutsche Christenheit endgültig der völligen Verarmung entgegen. Diesen Eindruck habe ich aufgrund diverser Erfahrungen allerdings so gar nicht.

Wer hat hier also eine Wahrnehmungsverzerrung?

Hülfe es nicht bereits, man würde die Besoldung deutscher Pfarrernden auf das Niveau Frankreichs heruntersetzen und Pfarrende entbeamten?

PS: Welche Kirchbauten werden denn nun als unterstützenswert klassifiziert? Jede alte Kirche kann damit ja nicht gemeint sein. Nichts gegen Neogotik und Neoromanik aus der Gründerzeit (beide Stile liebe ich!), aber man kann nicht alles erhalten.

Einspruch abgelehnt

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Montag, 16. September 2024, 15:01 (vor 728 Tagen) @ alla_marcia

Deine "diversen Erfahrungen" sind Wahrnehmungsverzerrung, exakt.

Einspruch abgelehnt

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 16. September 2024, 15:34 (vor 728 Tagen) @ alla_marcia

Gut gebrüllt, aber doch daneben.

Wenn man genauer liest und persönliche Traumata hintanstellt, geht es genau um denjenigen Erhalt an kirchlicher (Bau-)Kunst, der dann gefährdet ist, wenn die Gläubigen schon weg und das Liturgietheater abgesetzt worden ist.


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Du glaubst also wirklich, die beiden Großkirchen könnten den Erhalt dieser großen Denkmalkirchen nicht mehr selber stemmen, gesetzt den Fall, sie hätten alle kostenfressenden Filialkirchlein bereits geschlossen?

Hier (Ev.- luth. Kirchenkreis Mecklenburg) ist schon alles geschlossen (was heißt das? Ich meine: Kirchen ohne regelmäßigen oder sagr ganz ohne Gottesdienst), unsere Pfarrer:innen verwalten inzwischen Einheiten mit bis zu zweistellig Kirchengebäuden.

Sollte das so sein, ginge die deutsche Christenheit endgültig der völligen Verarmung entgegen. Diesen Eindruck habe ich aufgrund diverser Erfahrungen allerdings so gar nicht.

Die könnte katholisch sein und aus gegenwärtig noch besser situierten Gegenden stammen. Dazu weiß ich nichts, aber zum Hiesigen weiß ich genug.

Wer hat hier also eine Wahrnehmungsverzerrung?

Also ich nicht.

Hülfe es nicht bereits, man würde die Besoldung deutscher Pfarrernden auf das Niveau Frankreichs heruntersetzen und Pfarrende entbeamten?

Jein. Die Gehälter - auch meines - sind schon eine Stange Geld. Aber wir haben ja auch immer weniger Pfarrer:innen. Und umgerechnet in Bauerhaltung ist ein 10-Jahres-Gehalt auch nicht so viel, wenn das Dach durch ist.

PS: Welche Kirchbauten werden denn nun als unterstützenswert klassifiziert? Jede alte Kirche kann damit ja nicht gemeint sein. Nichts gegen Neogotik und Neoromanik aus der Gründerzeit (beide Stile liebe ich!), aber man kann nicht alles erhalten.

Das stimmt, und diese Frage treibt ja auch eine Menge Personen um.

Einspruch abgelehnt

alla_marcia, Montag, 16. September 2024, 20:03 (vor 728 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf


Die könnte katholisch sein und aus gegenwärtig noch besser situierten Gegenden stammen. Dazu weiß ich nichts, aber zum Hiesigen weiß ich genug.

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Ich finde diese Bettelei von wegen Stiftungs-Trallala schon einigermaßen grotesk. Der katholischen Kirche in den großen Städten des Rheinlandes gehören neben ihren Kirchgebäuden ganze Straßenzüge in besten Lagen. Wer einen solchen Immobilienbesitz sein eigen nennt, der inzwischen als Mietwohnungen deutlich mehr einspielt als die ortsüblichen Vergleichsmieten (Wie war das noch mit "Ubi caritas"...?), der sollte sich was schämen, hier auch noch andere Menschen zur Kasse zu bitten. Ein Freund von mir wohnt in einem solchen 10-Parteienhaus, Eigentümerin die katholische Kirche. Damals gab es wirklich noch sowas wie Sozialmieten. Wer heute da neu als normaler Mieter einzieht, wird richtig zur Kasse gebeten.

In Mecklenburg wird das komplett anders aussehen, das will ich nicht in Abrede stellen. Aber in anderen, mehrheitlich katholischen Gegenden von seiten der Kirche von "Bedürftigkeit" zu sprechen ... ich lache dann später.

Einspruch abgelehnt

Wolfgang Gourgé @, Dienstag, 17. September 2024, 00:23 (vor 728 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Gut gebrüllt, aber doch daneben.

Wenn man genauer liest und persönliche Traumata hintanstellt, geht es genau um denjenigen Erhalt an kirchlicher (Bau-)Kunst, der dann gefährdet ist, wenn die Gläubigen schon weg und das Liturgietheater abgesetzt worden ist.

...richtig. In den Niederlanden kann man das schon besichtigen - vielleicht können wir auch dss ein- oder andere von dort lernen.

Einspruch ...

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Montag, 16. September 2024, 15:01 (vor 728 Tagen) @ alla_marcia

Schonmal überlegt, Texte für BILD zu schreiben? Den populistischen Empörungsjargon beherrschst du jedenfalls perfekt.

Einspruch ...

alla_marcia, Montag, 16. September 2024, 19:54 (vor 728 Tagen) @ Poupoulcorouse

Schonmal überlegt, Texte für BILD zu schreiben? Den populistischen Empörungsjargon beherrschst du jedenfalls perfekt.

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Du springst aber auch über jedes Stöckchen. Na ja, immerhin hast Du statt auf "BILD" nicht auf den "Stürmer" rekurriert.

Einspruch ...

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Montag, 16. September 2024, 20:18 (vor 728 Tagen) @ alla_marcia

Ach wo, ich wollte dir nur eine möglicherweise einträgliche neue Berufsperspektive aufzeigen. Der Bedarf nach sowas steigt momentan ja ständig weiter an.

Einspruch ...

JSBach @, Montag, 16. September 2024, 21:06 (vor 728 Tagen) @ Poupoulcorouse

die Bild sattelt doch mittlerweile auf KI um, um den Schund zu schreiben

Einspruch ...

Willscher, Montag, 16. September 2024, 15:08 (vor 728 Tagen) @ alla_marcia

Wohl länger keine Gottesdienste in Filialkirchen besucht.....

Einspruch ...

alla_marcia, Montag, 16. September 2024, 19:55 (vor 728 Tagen) @ Willscher

Wohl länger keine Gottesdienste in Filialkirchen besucht.....

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Die Sonntags-GoDis, die ich damals jahrelang als Vertretender bespielte, kamen mit Mühe auf über 50. Vom Alter der Besuchenden ganz zu schweigen ...

Ihr scheint auf Inseln der Seligen zu wohnen ...

Einspruch ...

hintersatz ⌂ @, Dienstag, 17. September 2024, 01:45 (vor 728 Tagen) @ alla_marcia

Da gibt's für jetzt für den Organisten so eine neue VR-Brille, da sieht man sich am Spieltisch plötzlich umringt von Schola, Kirchenchor, Trachtenkapelle und Männergesangverein. Volltönenden Gemeindegesang natürlich inkludiert.
Ich hab' die schon, die ist wirklich gut.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

Einspruch ...

Residual, Donnerstag, 03. Oktober 2024, 01:32 (vor 712 Tagen) @ hintersatz

Vor einigen Wochen wieder einen Kollegen gehört und kennengelernt, der wie viele Organisten froh ist, auf seiner Empore hoch über dem gemeinen Kirchenvolk samt Klerus zu schweben, die beim Spielen doch nur stören. Bereits im Studium hat er Ängste vor Chorproben entwickelt, die ihm auch kein Professor bis zum Examen nehmen konnte. Immerhin hat er keine Kirchengemeinde mit seinen Hemmungen belästigt, sondern sich nur als Friedhofs- und Aushilfsorganist betätigt....und als Hausmann, dessen berufstätige Ehefrau das alles finanzierte. Seinem guten Orgelspiel nach kann man darin nur eine Verschwendung von Talenten und Steuergeldern sehen, die ihm sein Kirchenmusikstudium ermöglichten. Dass solches früher selbstverständliche Praxis bei vielen angehenden Kirchenmusikerinnen war, macht die Sache nicht besser.

Einspruch ...

MartinH, Montag, 16. September 2024, 21:04 (vor 728 Tagen) @ alla_marcia

Du tust ja gerade so, als stecke da "die Kirche" dahinter. Das kann ich nicht sehen, auch nicht "per Beauftragung". Theologie studiert haben darf man wohl trotzdem. Und wenn da dem Dorfpfarrer bis zur Rente das Gehalt gestrichen wird, kann man vielleicht das halbe Dach der Dorfkirche bis zum nächsten Sturm eindecken. Und dann? Es war schon immer so, dass die meist kleinen Gemeinden trotz großer Mühe nur einen Bruchteil finanziell beitragen können, einiges aber ideell und erst recht "tatkräftig". Für alles Weitere gab und musste es geben und gibt es immer noch den Denkmalschutz und anderweitige staatl. Förderung für diese eben auch ortsbildprägenden und "geschichtsgetränkten" Gebäude. Und eine Stiftung ist eine freiwillige und langfristige Sache. Wenn sich da Leute engagieren wollen, ist das doch schön.

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