GdO-Tagung Wien: fulminanter Abschluss
Eine interessante Tagung ging eindrucksvoll mit einem besonderen "Event" zu Ende: Drei Werke für Orchester und Orgel erklangen unter der Leitung von Peter Planyavsky in der St.-Gertrudkirche. Zuerst das Konzert für Cembalo, Orgelpositiv (gespielt an der relativ großen Rieger-Orgel) und Kammerorchester (mit Holzbläsern). Von Heiller hörten wir am Dienstag in St. Elisabeth ein recht "schräges" Werk, aber dieses Konzert war gut anzuhören mit prägnanten Melodien und am Ende einem klaren Rückgriff auf den Anfang. Das Cembalo hatte viel Bewegung beizusteuern.
Nur mit Streichern war das "Kremser Konzert" von Planyavsky besetzt, das zu einer Orgelweihe entstand. Von allen Stücken, die ich von ihm kenne, ist dieses das beim ersten Hören "greifbarste", schöne Melodien und Motive, abwechslungsreiche Effekte, klare Rhythmen (beim letzten Satz mit einem Hang zum Wienerischen). Die Orgel ist gefordert, aber nicht ständig im Vordergrund (Solist: Martin Novak). Das Stück könnte häufiger aufgeführt werden.
Das dritte Werk war ein Orgelkonzert (op. 100) von Bossi, nun mit Pauken und Blechbläsern (Hörnern), was eine dunkle Grundfarbe erzeugte. Die Rieger-Orgel kam gut mit, nur einmal war das Krummhorn etwas zu "barock". Im letzten Satz gibt es ein anspruchsvolles Solo (Solist: Elmo Cosentini).
Interessant, dass auch ziemlich kräftige Orgeln im Zusammenspiel mit einem Orchester immer etwas defensiv klingen; wahrscheinlich werden die Musiker von der Orgel "angestachelt", noch etwas mehr zu geben.
Ein besonderes Lob an dieser Stelle für den jungen Registranten, der bei der rein mechanisch traktierten Orgel gut gefordert war und alles perfekt erledigte.
Das Konzert machte hörbar, dass "universale" Orgeln aus den "goldenen Jahren" (Symposium) vielseitig einsetzbar sind, auch wenn sie nicht immer für alle Situationen die perfekten Klangfarben bieten können.
Schön, dass noch so viele Tagungsteilnehmer am Freitagabend beim Konzert dabei waren, ein würdiger Abschluss.