Laukhuff schließt
Lucanidae, Mittwoch, 09. Juni 2021, 15:52 (vor 1924 Tagen)
Der weltgrößte Hersteller von Orgelteilen schließt nach 198 Jahren.
WEIKERSHEIM Die Firma Aug. Laukhuff GmbH & Co. KG wurde 1823 gegründet und ist seit 1878 mit dem Firmengebäude in der August-Laukhuff-Straße in Weikersheim Teil des Stadtbildes.
2021 wird hier nun nicht nur für die Stadt Weikersheim, sondern für den Orgelbau weltweit Geschichte geschrieben.
Das Traditionsunternehmen schließt sein Firmentor.
Lange war klar, dass der Orgelbau, wie viele andere Kunst- und Musikhandwerke, keinen leichten Stand hat. Schon 2014 musste Laukhuff ein Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchmachen. Seitdem war das Unternehmen im steten Umstrukturierungs- und Optimierungsprozess. – Es wurden Pläne für ein neues Gebäude erstellt, Gespräche mit der Stadt gesucht und die Zukunft geplant.
Die hierfür zusätzlich entstandenen Kosten trug die Familie, um Arbeitsplätze und Zukunft der Firma zu sichern.
Das Jahr 2020 mit der COVID-19 Pandemie hat jedoch niemand voraussehen können. Kirchen und Konzerthäuser blieben verschlossen, ganze Länder waren im Lockdown und damit die Orgelbauer weltweit.
Durch die Kombination von Umstrukturierungen der letzten Jahre, sowie den Umsatzeinbrüchen in den Jahren 2020 und 2021 waren alle finanziellen Puffer aufgebraucht.
Am 23. März 2021 trat das Unternehmen in das Schutzschirmverfahren ein und neben Sanierungsplänen wurde auch die Suche nach Investoren gestartet.
Nur mit einem Sanierungsplan und einem passenden Investor wäre eine Zukunft des mittelständigen Handwerksbetriebs möglich gewesen.
Das Schutzschirmverfahren wird am 30. Juni 2021 enden, und damit auch die Ära der Aug. Laukhuff GmbH & Co. KG, da allen Bemühungen zum Trotz kein Investor gefunden werden konnte.
In der Orgelbaubranche wurde Laukhuff oft als Institution gesehen. Laukhuff war immer da, stand immer bei Problemen mit Lösungen zur Seite – diese Lücke wird bleiben und kaum mehr auszugleichen sein.
Dem Orgelbau als UNESCO Weltkulturerbe, und der Königin der Instrumente geht ein langjähriger Freund und Partner verloren. Die Firmenpfeife, die den Arbeitsbeginn, die Pausen und das Tagesende über Jahrzehnte gut hörbar im Taubertal angekündigt hat wird am 30. Juni 2021 das letzte Mal das Arbeitsende besiegeln.
Laukhuff schließt
Orlos
, Mittwoch, 09. Juni 2021, 15:58 (vor 1924 Tagen) @ Lucanidae
Puh, gut, dass wir den neuen Spieltisch bei anderer Firma in Auftrag gegeben haben. Was macht man mit einem halbfertigen Spieltisch...
Laukhuff schließt
MichaelS
, Dülmen, Mittwoch, 09. Juni 2021, 16:39 (vor 1924 Tagen) @ Lucanidae
In der Orgelbaubranche wurde Laukhuff oft als Institution gesehen. Laukhuff war immer da, stand immer bei Problemen mit Lösungen zur Seite – diese Lücke wird bleiben und kaum mehr auszugleichen sein.
Naja, ich hab da so meine eigenen Erfahrungen mit Laukhuff machen dürfen. Mit einer Schwellersteuerung, die auch mit Standleitung nach Weikersheim nicht vernünftig eingestellt werden konnte. Auch erinnere mich an eine Orgel mit Bus-System, da machte sich irgendwann Ratlosigkeit breit ob der Störungen, die häufig auftraten.
Auch sind so manche Dinge einfach aus der Zeit gefallen. Ein "SK-60" mit maximal 60 zu steuernden Schaltern ist in Zeiten von Querkoppeln, Octavkoppeln, Auxiliaires usw. einfach etwas knapp bemessen. Der "SK-200" hat oft ein Budget-Problem. Zwischendurch hört man Dinge wie von 56 Tonmagneten fünf kaputt, von fünf als Ersatz gelieferten wieder zwei defekt. Naja, so haben sich Orgelbauer von Laukhuff abgewandt. Denn an Corona liegt es garantiert nicht. Sonst müssten ja die vielen Orgelbauer auch in finanziellen Nöten stecken, wenn der große Zulieferer nur deswegen pleite ginge.
Laukhuff schließt
oHo, Donnerstag, 10. Juni 2021, 10:02 (vor 1923 Tagen) @ MichaelS
In diese Kerbe schlägt auch der Kommentar von Harald Hans zur Coronabedingtheit der Insolvenz auf der Seite der Meldung des SWR:
"Harald Hans von der IG Metall sieht das anders. Die Probleme seien hausgemacht. Es seien organisatorische und wirtschaftliche Probleme. In den letzten zehn Jahren hätte es drei Geschäftsführungen gegeben, aber keine hätte eine Wende erreichen können oder Geld in die Hand genommen, um die Produktion zu modernisieren und somit geschäftsfähig zu bleiben."
Der Eindruck der Hausgemachtheit bestätigt sich übrigens auch aus meiner persönlichen Erfahrung.
berichtet, nachdenklich grüßend,
Oliver
Laukhuff schließt
stein
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 11:53 (vor 1923 Tagen) @ oHo
In diese Kerbe schlägt auch der Kommentar von Harald Hans zur Coronabedingtheit der Insolvenz auf der Seite der Meldung des SWR:
"Harald Hans von der IG Metall sieht das anders. Die Probleme seien hausgemacht. Es seien organisatorische und wirtschaftliche Probleme. In den letzten zehn Jahren hätte es drei Geschäftsführungen gegeben, aber keine hätte eine Wende erreichen können oder Geld in die Hand genommen, um die Produktion zu modernisieren und somit geschäftsfähig zu bleiben."
Der Eindruck der Hausgemachtheit bestätigt sich übrigens auch aus meiner persönlichen Erfahrung.
berichtet, nachdenklich grüßend,
Oliver
Vermutlich multifaktoriell. Die Situation im Orgelbau ist alles andere als rosig.
Covid war für Maskenhersteller sicherlich zuträglich, viele andere Bereiche mussten leiden.
Wenn man dann nicht sehr geschickt seinen Betrieb führt, kommt man schnell ins Straucheln.
Laukhuff schließt
Orlos
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 14:45 (vor 1923 Tagen) @ stein
Vermutlich multifaktoriell. Die Situation im Orgelbau ist alles andere als rosig.
Nach meiner Kenntnis haben zumindest hier in Mitteldeutschland die Orgelbauer sehr gut zu tun; es ist ausgesprochen schwierig, jemanden für ein kleineres Projekt zu bekommen.
Laukhuff schließt
MichaelS
, Dülmen, Freitag, 11. Juni 2021, 10:08 (vor 1922 Tagen) @ Orlos
Vermutlich multifaktoriell. Die Situation im Orgelbau ist alles andere als rosig.
Nach meiner Kenntnis haben zumindest hier in Mitteldeutschland die Orgelbauer sehr gut zu tun; es ist ausgesprochen schwierig, jemanden für ein kleineres Projekt zu bekommen.
Das habe ich gestern wieder bestätigt bekommen. Die Orgelbauer haben sehr gut zu tun. Teilweise auch gerade durch Corona, weil so manche Ausreinigung und Überholung vorgezogen wurde seitens der Kirche, wenn jetzt sowieso die Kirchen gerade weniger Betrieb haben und solange der Corona-Knick in den Kirchensteuern noch nicht in den Gemeinden angekommen ist.
Also daran kann es definitiv nicht liegen.
Allerdings hat mir der Orgelbauer, mit dem ich gestern an der Orgel zu tun hatte, auch bestätigt, dass außer dem Gebläsemotor an dieser Orgel nichts von Laukhuff kam/kommt.
Vorbei sind eben die Zeiten, in denen Orgelbauer mehr Neubau-Aufträge haben als sie bewältigen können und dann eben im großen Stil vormontiert und vorintoniert beim Zulieferer bestellen. Heute tut man sich zusammen, heute wünscht der Auftraggeber Individualität statt Stangenware.
Im Übrigen sind ja auch jene Orgelbauer, die solche Baukasten-Orgeln bei Laukhuff bestellt haben vom Markt verschwunden.
Wo früher bei großen und mehrteiligen Neubauprojekten noch vermerkt wurde, dass Heuss oder Laukhuff den Zentral- bzw. Generalspieltisch geliefert haben baut heute Klais mal eben den Generalspieltisch für´s Freiburger Münster, obwohl die dort sonst nicht mit orgelbaulicher Leistung vertreten sind und auch nicht vor der Haustüre residieren.
Laukhuff schließt
friedemannw
, Gießen, Samstag, 12. Juni 2021, 18:27 (vor 1920 Tagen) @ MichaelS
Vermutlich multifaktoriell. Die Situation im Orgelbau ist alles andere als rosig.
Nach meiner Kenntnis haben zumindest hier in Mitteldeutschland die Orgelbauer sehr gut zu tun; es ist ausgesprochen schwierig, jemanden für ein kleineres Projekt zu bekommen.
Das habe ich gestern wieder bestätigt bekommen. Die Orgelbauer haben sehr gut zu tun. Teilweise auch gerade durch Corona, weil so manche Ausreinigung und Überholung vorgezogen wurde seitens der Kirche, wenn jetzt sowieso die Kirchen gerade weniger Betrieb haben und solange der Corona-Knick in den Kirchensteuern noch nicht in den Gemeinden angekommen ist.
NOCH haben Sie gut zu tun. Die Kirchen kürzen die Fördermittel wegen der ausbleibenden Gelder; das wird der Orgelbau in den nächsten Jahren zu spüren bekommen. Sagte mir so auch der Inhaber eines mitteldeutschen Orgelbaubetriebes.
Allerdings hat mir der Orgelbauer, mit dem ich gestern an der Orgel zu tun hatte, auch bestätigt, dass außer dem Gebläsemotor an dieser Orgel nichts von Laukhuff kam/kommt.
Vorbei sind eben die Zeiten, in denen Orgelbauer mehr Neubau-Aufträge haben als sie bewältigen können und dann eben im großen Stil vormontiert und vorintoniert beim Zulieferer bestellen. Heute tut man sich zusammen, heute wünscht der Auftraggeber Individualität statt Stangenware.
Individualität hat ihren Preis. Für Katalog-Teile gibt es Vorgaben und raffinierte Vorrichtungen zur effektiven Herstellung der Teile. Für individuelle Teile läuft es wie bei jeder Firma auf kostenspieligere Einzelfertigung hinaus.
Und das machen die Firmen dann doch lieber selber. Außer das, was ihre Möglichkeiten übersteigt, z.B. große Prospektpfeifen etc.
Im Übrigen sind ja auch jene Orgelbauer, die solche Baukasten-Orgeln bei Laukhuff bestellt haben vom Markt verschwunden.
Wo früher bei großen und mehrteiligen Neubauprojekten noch vermerkt wurde, dass Heuss oder Laukhuff den Zentral- bzw. Generalspieltisch geliefert haben baut heute Klais mal eben den Generalspieltisch für´s Freiburger Münster, obwohl die dort sonst nicht mit orgelbaulicher Leistung vertreten sind und auch nicht vor der Haustüre residieren.
Sicher, dass der Spieltisch direkt aus dem Hause Klais stammt? Es werden oft große Geheimnisse über die Herkunft von Orgelteilen gemacht. JEDER Orgelbauer bestellt(e) irgendwas bei ALW oder bei anderen Zulieferern. Aber nur die Wenigsten stehen auch dazu. Das sorgt nicht für gute Werbung für ein Unternehmen.
Man kann doch dazu stehen: Wir haben das Teil bei diesem Spezialisten gekauft, weil wir die hohe Qualität schätzen. Ist doch in mittlerweile fast jeder Branche so. Da konnte ALW keine Werbung für sich machen. Man schaue sich z.B. die Firma Shires Organ Pipes in England an: vertreten in den "sozialen" Netzwerken, immer aktuelle Fotos der Produktion, oft namhafte Kunden, die zu den hochwertigem Zulieferpfeifen stehen. DAS ist es. SO läuft es.
Laukhuff schließt
RinaL, Samstag, 12. Juni 2021, 19:03 (vor 1920 Tagen) @ friedemannw
Sicher, dass der Spieltisch direkt aus dem Hause Klais stammt? Es werden oft große Geheimnisse über die Herkunft von Orgelteilen gemacht. JEDER Orgelbauer bestellt(e) irgendwas bei ALW oder bei anderen Zulieferern. Aber nur die Wenigsten stehen auch dazu. Das sorgt nicht für gute Werbung für ein Unternehmen.
Ich bin mir ziemlich sicher,dass Klais den Spieltisch "nur" eingebaut hat.
Kam leider nicht mehr in den Genuss der ausführlichen Vorführung durch Jörg J. Schwab für den Söldener Kirchenchor (dessen Chorleiter er mal gewesen ist).
Grüße von der Ostsee...
--
Musik wäscht den Dreck des Lebens von der Seele
Laukhuff schließt
Cornopean
, Samstag, 12. Juni 2021, 19:29 (vor 1920 Tagen) @ friedemannw
Wo früher bei großen und mehrteiligen Neubauprojekten noch vermerkt wurde, dass Heuss oder Laukhuff den Zentral- bzw. Generalspieltisch geliefert haben baut heute Klais mal eben den Generalspieltisch für´s Freiburger Münster, obwohl die dort sonst nicht mit orgelbaulicher Leistung vertreten sind und auch nicht vor der Haustüre residieren.
Sicher, dass der Spieltisch direkt aus dem Hause Klais stammt? Es werden oft große Geheimnisse über die Herkunft von Orgelteilen gemacht. JEDER Orgelbauer bestellt(e) irgendwas bei ALW oder bei anderen Zulieferern. Aber nur die Wenigsten stehen auch dazu. Das sorgt nicht für gute Werbung für ein Unternehmen.
Man kann doch dazu stehen: Wir haben das Teil bei diesem Spezialisten gekauft, weil wir die hohe Qualität schätzen. Ist doch in mittlerweile fast jeder Branche so. Da konnte ALW keine Werbung für sich machen. Man schaue sich z.B. die Firma Shires Organ Pipes in England an: vertreten in den "sozialen" Netzwerken, immer aktuelle Fotos der Produktion, oft namhafte Kunden, die zu den hochwertigem Zulieferpfeifen stehen. DAS ist es. SO läuft es.
Das ist gar kein Geheimnis: Der Freiburger Spieltisch wurde von Anfang an in klar kommunizierter Kooperation zwischen Klais und Laukhuff gebaut, das ist auch schon immer so auf der Homepage der Münsterorgeln vermerkt: https://www.muensterorgelkonzerte.de/muensterorgeln/hauptspieltisch/.
Dabei hat Klais 2013 die Planungen und Konzeption des Spieltischs übernommen, sämtliche Technik und Programmierung ist von Laukhuff. Bei zahlreichen Besichtigungen von Sachverständigen und Organisten anderer großer Orgelanlagen wurde das auch immer bei den Vorführungen so vermittelt, es war auch mehr als einmal der Grund dafür, dass ein neuer Orgelspieltisch anderswo mit der Laukhuff-Technik ausgestattet werden sollte.
Ich selbst habe mit den Technikern von Laukhuff sehr eng zusammengearbeitet - die Zusammenarbeit war stets auf exzellentem Niveau. Hinter der Technik und den Produkten aus "dem Katalog" stehen hervorragende Menschen, die ihre Arbeit Tag für Tag im Dienste an der Orgel verrichtet haben. Aus diesem Grund bedauere ich die Schließung ganz besonders. Es geht nicht nur ein breit aufgestelltes und für den Orgelbau wichtiges Unternehmen verloren, ich denke hier besonders an die Menschen, die jetzt neue Arbeit suchen müssen und aus alten Verwurzelungen und Verbindungen herausmüssen. Diesen besonderen Menschen wünsche ich alles erdenklich Gute und ich denke, das sollten wir bei allen Diskussionen besonders im Hinterkopf haben.
Laukhuff schließt
Orlos
, Mittwoch, 09. Juni 2021, 17:58 (vor 1923 Tagen) @ Lucanidae
Ich bin gespannt, von welchen Firmen die Orgelbauer nun die Teile besorgen, die man für den Orgelbau braucht (Schwellersteuerung, Tonmagnete, Ösen etc.).
Auch stellt sich die Frage, wie Orgelbauer bei kürzlich erstellten Instrumenten nun die Garantie übernehmen wollen, wenn es den Zulieferer nicht mehr gibt.
Laukhuff schließt
Große Pfeife
, Mittwoch, 09. Juni 2021, 18:18 (vor 1923 Tagen) @ Orlos
Jaaa, das wird spannend. Einiges wird sicher aus China kommen, billigst. Dann gibt es ja organparts, eine Menge anderer Zulieferer auch.
Kimber-Allen ist für mich etwa so weit weg wie München... Die versenden auch nach D.
Und Heuss wird sicher einiges abfangen, Eisenschmid... Alles was wirklich gefragt ist und gut bezahlt wird, lässt sich gerne verkaufen.
Schade trotzdem. Hatte mir gerade den Katalog besorgt...
Laukhuff schließt
stentoraeoline, Sonntag, 13. Juni 2021, 00:21 (vor 1920 Tagen) @ Große Pfeife
Meines Wissens fertigt auch Fa. Baumgartner erstklassige Spieltische, Klaviaturen sowie alle Arten von Mechanik- oder Pneumatikteilen. Es gibt sicher noch andere Zulieferer, die hier im Lande sind und gute Produkte anbieten.
Laukhuff schließt
stentoraeoline, Mittwoch, 16. Juni 2021, 13:03 (vor 1917 Tagen) @ Große Pfeife
Meines Wissens fertigt auch Fa. Baumgartner erstklassige Spieltische, Klaviaturen sowie alle Arten von Mechanik- oder Pneumatikteilen. Es gibt sicher noch andere Zulieferer, die hier im Lande sind und gute Produkte anbieten.
Laukhuff schließt
JSBach
, Mittwoch, 16. Juni 2021, 13:12 (vor 1917 Tagen) @ stentoraeoline
Ist das jetzt Werbung, Bot oder nur doof?
Laukhuff schließt
Bauernflöte 2', Mittwoch, 09. Juni 2021, 18:45 (vor 1923 Tagen) @ Orlos
Auch Klavierbauer wie Seiler und Blüthner müssen sich nach einem neuen Lieferanten für ihre Klaviaturen umsehen…
Laukhuff schließt
Dulzian
, Mittwoch, 09. Juni 2021, 19:25 (vor 1923 Tagen) @ Bauernflöte 2'
bearbeitet von Dulzian, Mittwoch, 09. Juni 2021, 19:30
Auch Klavierbauer wie Seiler und Blüthner müssen sich nach einem neuen Lieferanten für ihre Klaviaturen umsehen…
Oder nach dem alten Lieferanten? Wurde nicht die Pianoklaviatursparte von Heuss vor nicht allzu langer Zeit an Laukhuff abgegeben? Ich hatte einen Mitarbeiter von Heuss so verstanden, als es um die Fertigung von Orgelmanualen ging. Und im Treppenflur vom Firmengebäude Heuss hängen oder hingen zumindest Pianotastaturen von vielen Pianoherstellern von Rang und Namen.
An größeren Teilen habe ich von Laukhuff lediglich ein Kirchenorgelpedal nach BDO Norm gekauft, und die Qualität war wirklich erstklassig. Ich finde es sehr schade um diese Traditionsfirma, und die Rundmail "Laukhuff schließt", die mich auch erreichte (und die Lucanidae im Eingangspost kopiert hat ohne Quellenangabe) liest sich schon sehr wehmütig.
Laukhuff schließt
Willy Sauerlich, Mittwoch, 09. Juni 2021, 21:19 (vor 1923 Tagen) @ Dulzian
Ich weiß nicht, wie wir Orgelbauer ohne Laukhuff auskommen sollen, aber ab dem nächsten 1. werden wir es alle definitv probieren müssen.
Und nein, Corona war nicht schuld, 1,5 Mio Verlust in 2018, 1,5 Mio Verlust in 2019, 0,4 Mio Verlust in 2020. Manche oder viele Orgelbauer fühlten sich von Laukhuff einfach schlecht behandelt, manchmal vielleicht auch über den Tisch gezogen und zu oft hat die Qualität einfach nicht gepasst. Dass manche Artikel etwas aus der Zeit gefallen waren, stimmt schon auch, dürfte aber kaum das Grundproblem gewesen sein. Vermutlich wird in den nächsten Monaten noch das eine oder andere auf den Tisch kommen, aber Stand jetzt ist es eben vorbei.
Wir Orgelbauer werden damit umzugehen lernen, der eine besser, der andere schlechter. Bitter ist es nur für die Kollegen, die teilweise deutlich 5-stellige Anzahlungen verloren haben.
Liebe Grüße
Laukhuff schließt
stein
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 11:03 (vor 1923 Tagen) @ Willy Sauerlich
Ich weiß nicht, wie wir Orgelbauer ohne Laukhuff auskommen sollen, aber ab dem nächsten 1. werden wir es alle definitv probieren müssen.
Und nein, Corona war nicht schuld, 1,5 Mio Verlust in 2018, 1,5 Mio Verlust in 2019, 0,4 Mio Verlust in 2020. Manche oder viele Orgelbauer fühlten sich von Laukhuff einfach schlecht behandelt, manchmal vielleicht auch über den Tisch gezogen und zu oft hat die Qualität einfach nicht gepasst. Dass manche Artikel etwas aus der Zeit gefallen waren, stimmt schon auch, dürfte aber kaum das Grundproblem gewesen sein. Vermutlich wird in den nächsten Monaten noch das eine oder andere auf den Tisch kommen, aber Stand jetzt ist es eben vorbei.
Wir Orgelbauer werden damit umzugehen lernen, der eine besser, der andere schlechter. Bitter ist es nur für die Kollegen, die teilweise deutlich 5-stellige Anzahlungen verloren haben.
Liebe Grüße
Vermutlich wird man wieder einen Ruck in Richtung traditionellen Orgelbau machen müssen. Der ist ja seit mindestens gut 30 Jahren immer rapider in die Elektrotechnik abgedriftet.
Man kann in jedem Drama auch eine positive Herausforderung sehen.
Muss ich unbedingt 200 Register hinter dem Altar, unter die Treppe, unsichtbar in Triforien oä verstauen, oder nicht doch sichtbar, kleiner und präsenter.
Mit dieser Wende wird es für viele Instrumente der letzten Jahre schwierig auf Dauer zu überleben. Die Rahmenbedingungen in den Kirchen sind schon beschränkt genug. Vermutlich haben wir in 20 Jahren etliche individuelle technische Probleme, die so einfach und kostengüstig nicht mehr zu erledigen sind. Da basteln Laien vermutlich an ihren älteren Schwestern herum und halten sie wenigstens am Singen.
Laukhuff schließt
Heiko
, Freitag, 11. Juni 2021, 11:19 (vor 1922 Tagen) @ stein
Wahre Worte! Ich bin zwar nicht pessimistisch, was die grundsätzliche Reparaturmöglichkeiten dieses ganzen Elektronikgebimmels betrifft - an anderer Stelle habe ich mal den Vergleich zur automobilen Oldtimerszene gezogen, wo die Traditionalisten vor 20 Jahren angesichts des Einzugs von elektronischen Steuerelementen den Untergang des Abendlandes prophezeit haben und die heutigen Freaks einfach zu Laptop und Lötkolben greifen.
Ich befürchte jedoch angesichts der prognostizierbaren Situation in unseren Kirchen (sinkende Einnahmen, deutlich weniger Mitglieder, Wandel des Musikgeschmacks), dass manche Elektronik von heute in Zukunft einfach nicht ersetzt wird und die Instrumente dann brach liegen.
Grüße
Laukhuff schließt
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Freitag, 11. Juni 2021, 18:08 (vor 1921 Tagen) @ Heiko
Wahre Worte! Ich bin zwar nicht pessimistisch, was die grundsätzliche Reparaturmöglichkeiten dieses ganzen Elektronikgebimmels betrifft - an anderer Stelle habe ich mal den Vergleich zur automobilen Oldtimerszene gezogen, wo die Traditionalisten vor 20 Jahren angesichts des Einzugs von elektronischen Steuerelementen den Untergang des Abendlandes prophezeit haben und die heutigen Freaks einfach zu Laptop und Lötkolben greifen.
Ich befürchte jedoch angesichts der prognostizierbaren Situation in unseren Kirchen (sinkende Einnahmen, deutlich weniger Mitglieder, Wandel des Musikgeschmacks), dass manche Elektronik von heute in Zukunft einfach nicht ersetzt wird und die Instrumente dann brach liegen.Grüße
Und hier wiiiieder mal meine kleine Entspannungsansage, die sich allerdings nicht auf Touchsceens oder so bezieht... nicht, weil es nicht sein könnte, sondern weil es sie noch nicht lang genug gibt:
Hier in Rostock arbeitet ein ganzer Schrank Leiterplatten von Heuss mit über 100 angeschlossenen Schleifenzugmotoren (nicht Magneten) seit 1983! Null Reparatur bis jetzt.
Auch mein Roland Cube-40 Verstärker, den ich als Schüler 1980 gekauft habe, ist noch immer im Einsatz! Allerdings mit sehr leisen Nebengeräuschen, die ich früher nicht kannte. Vermutlich die eintrocknenden Kondensatoren?
Also, Optimismus noch nicht völlig wegwerfen, bitte. Auch wenn wir natülich sehr viele gegenteilige Stories erzählen können....
Laukhuff schließt
Florian-L
, Freitag, 11. Juni 2021, 19:38 (vor 1921 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von Florian-L, Freitag, 11. Juni 2021, 19:49
Und hier wiiiieder mal meine kleine Entspannungsansage, die sich allerdings nicht auf Touchsceens oder so bezieht... nicht, weil es nicht sein könnte, sondern weil es sie noch nicht lang genug gibt:
Hier in Rostock arbeitet ein ganzer Schrank Leiterplatten von Heuss mit über 100 angeschlossenen Schleifenzugmotoren (nicht Magneten) seit 1983! Null Reparatur bis jetzt.
Auch mein Roland Cube-40 Verstärker, den ich als Schüler 1980 gekauft habe, ist noch immer im Einsatz! Allerdings mit sehr leisen Nebengeräuschen, die ich früher nicht kannte. Vermutlich die eintrocknenden Kondensatoren?Also, Optimismus noch nicht völlig wegwerfen, bitte. Auch wenn wir natülich sehr viele gegenteilige Stories erzählen können....
Ja damals! Das war halt noch echte Wertarbeit! ;-)
Immer wieder erstaunlich:
https://www.youtube.com/watch?v=LuVcJAGR4eI
Laukhuff schließt
Kleinorgelspieler, Freitag, 11. Juni 2021, 20:02 (vor 1921 Tagen) @ Heiko
Manche mechanischen Pfeifenorgeln werden auch schon nach 20 Jahren wieder umgebaut...
Laukhuff schließt
fluteceleste
, Samstag, 12. Juni 2021, 19:57 (vor 1920 Tagen) @ Kleinorgelspieler
Manche mechanischen Pfeifenorgeln werden auch schon nach 20 Jahren wieder umgebaut...
natürlich, weil der Setzer nachgerüstet werden muss..![[image]](images/uploaded/2021061217571560c4f57b77c77.gif)
Laukhuff schließt
Heiko
, Samstag, 12. Juni 2021, 23:52 (vor 1920 Tagen) @ fluteceleste
Nix da, alles modernes Gelump und sowieso Teufelswerk ;-)
Laukhuff schließt
Celesta, Donnerstag, 10. Juni 2021, 16:15 (vor 1923 Tagen) @ Bauernflöte 2'
Außerdem müssen die Orgelbauer erstmal einen Lieferanten für Windmaschinen finden, die auch der Qualität des "Ventus" entsprechen.
Laukhuff schließt
Ophicleide, Donnerstag, 10. Juni 2021, 16:33 (vor 1923 Tagen) @ Celesta
Laukhuff schließt
Willy Sauerlich, Donnerstag, 10. Juni 2021, 16:44 (vor 1922 Tagen) @ Ophicleide
Meidinger fertigt schon lange keine Gebläse mehr. Aber es gibt einen ungarischen Hersteller, dessen Gebläse sehr gut sein sollen. Werden wir nun probieren, bin gespannt, wie die ganze Abwicklung läuft.
Laukhuff schließt
Ophicleide, Donnerstag, 10. Juni 2021, 17:09 (vor 1922 Tagen) @ Willy Sauerlich
wie die Meidiger-Firmengeschichte zeigt werden diese wohl schon seit 2001 nicht mehr produziert. Statt dessen gibt es jetzt Biogasventilatoren. Na dann....
Gruß
Ophicleide
Laukhuff schließt
Clemens Schäfer
, Düsseldorf, Donnerstag, 10. Juni 2021, 17:40 (vor 1922 Tagen) @ Ophicleide
Biogasventilatoren.
Betrieb einer Orgel mit Biogas:
Die Menschen fielen von der Bank, dieweil es so nach Schwefel stank (Wilhelm Busch).
Theoretische Frage: Hat schon mal jemand versucht, eine (Orgel-)Pfeife mit einem anderem Gasgemisch als Luft zum Klingen zu bringen?
Apropos ventus: Um die Gäubiger aus der Masse mit einer möglichst hohen Quote zu befriedigen, wird der Konkursverwalter das Firmenvermögen bestens zu verwerten suchen. Dabei wird so mancher Mitbewerber zugreifen.
Gruß Clemens Schäfer
--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
Laukhuff schließt
Florian-L
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 17:43 (vor 1922 Tagen) @ Clemens Schäfer
bearbeitet von Florian-L, Donnerstag, 10. Juni 2021, 17:51
Theoretische Frage: Hat schon mal jemand versucht, eine (Orgel-)Pfeife mit einem anderem Gasgemisch als Luft zum Klingen zu bringen?
Ja:
https://www.youtube.com/watch?v=BmpZFDSnN6w
Klingt mehr als eine kleine Sext höher.
Gruß, Florian
Laukhuff schließt
stein
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 20:35 (vor 1922 Tagen) @ Clemens Schäfer
Theoretische Frage: Hat schon mal jemand versucht, eine (Orgel-)Pfeife mit einem anderem Gasgemisch als Luft zum Klingen zu bringen?
Mit Lachgas oder Helium müsste man aus einem Prinzipal 16 eine Flute harm. 8 machen können. Beim Menschen funktioniert es. Oder vielleicht nur bei der Voix humaine.
Laukhuff schließt
Florian-L
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 20:49 (vor 1922 Tagen) @ stein
Mit Lachgas oder Helium müsste man aus einem Prinzipal 16 eine Flute harm. 8 machen können.
Mit Lachgas klingt er tiefer.
Laukhuff schließt
stein
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 21:00 (vor 1922 Tagen) @ Florian-L
Mit Lachgas oder Helium müsste man aus einem Prinzipal 16 eine Flute harm. 8 machen können.
Mit Lachgas klingt er tiefer.
Nein, höher.
Laukhuff schließt
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Donnerstag, 10. Juni 2021, 17:54 (vor 1922 Tagen) @ Ophicleide
bearbeitet von Karl-Bernhardin Kropf, Donnerstag, 10. Juni 2021, 18:15
wie die Meidiger-Firmengeschichte zeigt werden diese wohl schon seit 2001 nicht mehr produziert. Statt dessen gibt es jetzt Biogasventilatoren. Na dann....
Gruß
Ophicleide
Der Hersteller unseres Gebläses fertigt inzwischen (EDIT: naja, 115 Jahre später) überwiegend etwas größer:
![[image]](images/uploaded/2021061015391860c23226f1bf5.jpg)
aber die kleineren sehen noch vertraut aus:
![[image]](https://cdn.openpr.de/pressemitteilung/4/7/2/472c6ea3.500x375.jpg)
(Fa. Pollrich, Mönchengladbach, gaaanz früher mal Leipzig)
Im Ausland geht es auch ohne Laukhuff-Gebläse, man greift z. B. zu Stevenson, Watkins & Watson oder Zephyr
Ein nettes Werbeblatt für den "Orgoblo" findet sich hier.
Laukhuff schließt
abstrakte
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 18:30 (vor 1922 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
aber die kleineren sehen noch vertraut aus:
(Fa. Pollrich, Mönchengladbach, gaaanz früher mal Leipzig)
Wenn ich mir den Rotor so ansehe, ist das aber eher das Modell für die Tuba á la Modell "Schiffshorn" auf Hochdruck ;-)
Laukhuff schließt
3rd_astronaut, Donnerstag, 10. Juni 2021, 19:58 (vor 1922 Tagen) @ abstrakte
Wenn ich mir den Rotor so ansehe, ist das aber eher das Modell für die Tuba á la Modell "Schiffshorn" auf Hochdruck ;-)
ich bin kein turbomaschinen-mensch, aber wenn es so ist: vom größten fernwerk der welt zum größten hochdruckwerk der welt ist doch auch mal nicht schlecht ;-)
Laukhuff schließt
Celesta, Donnerstag, 10. Juni 2021, 19:00 (vor 1922 Tagen) @ Willy Sauerlich
Hier gibt's ja wirklich alles
http://organparts.info/de/66-langsamlaufende-orgelgeb-3-ph
Laukhuff schließt
Bauernflöte 2', Donnerstag, 10. Juni 2021, 19:11 (vor 1922 Tagen) @ Celesta
Hier gibt's ja wirklich alles
http://organparts.info/de/66-langsamlaufende-orgelgeb-3-ph
... und man wittert wohl ein höhere Nachfrage. Wenn man sich im Shop umschaut, erscheint dieser Hinweis:
Liebe Kunden!
Wir möchten Sie darüber informieren, dass unsere Preise ab dem 1. Juli 2021 modifiziert werden (voraussichtlich um 8-10%). Die Bestellungen, die bis dann eintreffen, werden noch mit den alten Preisen erfüllt.
Die Preise der Orgelmotoren bleiben unverändert!
Wir danken für Ihr Verständnis.
Laukhuff schließt
abstrakte
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 19:57 (vor 1922 Tagen) @ Bauernflöte 2'
Hier gibt's ja wirklich alles
http://organparts.info/de/66-langsamlaufende-orgelgeb-3-ph
... und man wittert wohl ein höhere Nachfrage. Wenn man sich im Shop umschaut, erscheint dieser Hinweis:
Vermutlich liegt das wohl eher an den momentanen Rohstoffpreisen. Alles, wofür man Stahl und Holz braucht, ist derzeit kein Vergnügen.
Laukhuff schließt
stein
, Donnerstag, 10. Juni 2021, 20:26 (vor 1922 Tagen) @ Willy Sauerlich
Meidinger fertigt schon lange keine Gebläse mehr. Aber es gibt einen ungarischen Hersteller, dessen Gebläse sehr gut sein sollen. Werden wir nun probieren, bin gespannt, wie die ganze Abwicklung läuft.
Den Ungarn haben wir in der Chororgel in Poligny. Der tut seine Arbeit und ist mir bisher nicht unangenehm aufgefallen.
Laukhuff schließt
Uli Skriwan
, Zwischen Inn und Salzach, Donnerstag, 10. Juni 2021, 22:32 (vor 1922 Tagen) @ Celesta
Hat denn jemand hier Erfahrung mit der italienischen Firma Valter Daminato?
Rieger verbaut diese Gebläse wohl schon länger. Im Netz fand ich dazu aber leider keine hilfreichen Seiten...
Viele Grüße, Uli
Laukhuff schließt
kjz1, Donnerstag, 10. Juni 2021, 09:39 (vor 1923 Tagen) @ Orlos
Evtl. noch schwieriger dürfte es bei der Software-Steuerung werden. Bei der Steuerung unserer Orgel gab es schon 2014 Probleme, weil anscheinend der entsprechende Programmierer damals schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat. Und bis sich ein anderer Programmierer dann in den Programmcode eingearbeitet hat. Mechanische Teile können da einfacher 'nachgebaut' werden.
Laukhuff schließt
oHo, Donnerstag, 10. Juni 2021, 09:52 (vor 1923 Tagen) @ kjz1
Evtl. noch schwieriger dürfte es bei der Software-Steuerung werden. Bei der Steuerung unserer Orgel gab es schon 2014 Probleme, weil anscheinend der entsprechende Programmierer damals schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat. Und bis sich ein anderer Programmierer dann in den Programmcode eingearbeitet hat. Mechanische Teile können da einfacher 'nachgebaut' werden.
Bei der "kritischen Masse", also Zahl der installierten Systeme, sehe ich da weniger ein Problem. Der/die Mitarbeiter, die das bisher gemacht haben, werden genug Aufträge bekommen - sei es unter dem Dach eines anderen Arbeitgebers, sei es als Selbständige...
meint, nachdenklich grüßend,
Oliver
Laukhuff schließt
MCVL
, Donnerstag, 17. Juni 2021, 22:45 (vor 1915 Tagen) @ oHo
Evtl. noch schwieriger dürfte es bei der Software-Steuerung werden. Bei der Steuerung unserer Orgel gab es schon 2014 Probleme, weil anscheinend der entsprechende Programmierer damals schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat. Und bis sich ein anderer Programmierer dann in den Programmcode eingearbeitet hat. Mechanische Teile können da einfacher 'nachgebaut' werden.
Bei der "kritischen Masse", also Zahl der installierten Systeme, sehe ich da weniger ein Problem. Der/die Mitarbeiter, die das bisher gemacht haben, werden genug Aufträge bekommen - sei es unter dem Dach eines anderen Arbeitgebers, sei es als Selbständige...
meint, nachdenklich grüßend,
Oliver
ich denke auch, dass dies kein Problem sein dürfte. Das bekommt wohl jeder Elektrotechniker, der firm ist in Verfahrenstechnik/Automation/Prozessleitsteuerung hin. Im Vergleich zu dem, was da an Steuerungen in der Industrie angewendet wird, ist ein Setzer - so krass es klingen mag - Kindergeburtstag.
Laukhuff schließt
hintersatz, Donnerstag, 17. Juni 2021, 23:24 (vor 1915 Tagen) @ MCVL
Was Roland/Rodgers nicht davon abhält, eine Setzersteuerungssoftware zu programmieren, die noch mehr vergisst, als der der Organist. Und das muss man erst einmal schaffen.
Laukhuff schließt
MCVL
, Donnerstag, 17. Juni 2021, 23:34 (vor 1915 Tagen) @ hintersatz
bearbeitet von MCVL, Freitag, 18. Juni 2021, 01:13
Ja. Und das finde ich sehr bedenklich und zeigt auch, was eigentlich für ein Potential an Arbeit für Fachleute in dieser Hinsicht vorhanden wäre.
Man muss sich mal vor Augen halten, was für Auswirkungen es haben kann, wenn beispielsweise ein Prozessleitsystem in der Lebensmittelindustrie etwas "vergisst"...
So was darf in anderen Branchen gar nicht vorkommen und das funktioniert dort unter weitaus härteren Bedingungen Tag für Tag.
P.S. Schreibfühler korrigiert
Laukhuff schließt
JSBach
, Freitag, 18. Juni 2021, 09:35 (vor 1915 Tagen) @ MCVL
Gute Programmierer werden überall gesucht und die Orgelbranche zählt vermutlich nicht unbedingt zu den besser zahlenden Arbeitgebern...
Laukhuff schließt
MCVL
, Freitag, 18. Juni 2021, 10:18 (vor 1915 Tagen) @ JSBach
Gute Programmierer werden überall gesucht und die Orgelbranche zählt vermutlich nicht unbedingt zu den besser zahlenden Arbeitgebern...
ja, genau darin sehe ich auch das grundsätzliche Problem. Und in die Richtung zielen ja auch Aussagen der aktuellen Geschäftsleitung von Laukhuff in einem SWR-Bericht.
Mit einem Orgelbauer-Stundensatz wirst du niemanden aus der Industrie dazu bringen, sich diesem Thema anzunehmen. Entweder müssen die Kunden dafür tiefer in die Tasche greifen oder sich mit dem zufrieden geben, was der Markt hergibt.
Machbar wäre jedenfalls in der Richtung vieles...
Laukhuff schließt
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Freitag, 18. Juni 2021, 12:30 (vor 1915 Tagen) @ MCVL
Gute Programmierer werden überall gesucht und die Orgelbranche zählt vermutlich nicht unbedingt zu den besser zahlenden Arbeitgebern...
ja, genau darin sehe ich auch das grundsätzliche Problem. Und in die Richtung zielen ja auch Aussagen der aktuellen Geschäftsleitung von Laukhuff in einem SWR-Bericht.
Mit einem Orgelbauer-Stundensatz wirst du niemanden aus der Industrie dazu bringen, sich diesem Thema anzunehmen. Entweder müssen die Kunden dafür tiefer in die Tasche greifen oder sich mit dem zufrieden geben, was der Markt hergibt.
Machbar wäre jedenfalls in der Richtung vieles...
Ich vermute, dass es zum Letzteren (teurer) gehen wird. Das würde aber der Qualität nicht schaden und die Entscheidung auch noch einmal schwerer machen.
Nicht zu vergessen sind übrigens jene unter den Programmierern, die eine gewisse Nähe zum Orgelthema haben und dadurch nicht gleich ausschließlich auf das Finanzielle sehen.
Laukhuff schließt
Contrebasson 32'
, Wien, Freitag, 18. Juni 2021, 15:32 (vor 1915 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Wenn man hier den Schwanengesang der letzten 4/5 Beiträge liest, könnte man glatt meinen, dass Sinua nicht existiert^^
Laukhuff schließt
3rd_astronaut, Freitag, 18. Juni 2021, 22:46 (vor 1914 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Nicht zu vergessen sind übrigens jene unter den Programmierern, die eine gewisse Nähe zum Orgelthema haben und dadurch nicht gleich ausschließlich auf das Finanzielle sehen.
ich weiß nicht, ob das nur hier regional so ist, aber mir scheint es, als ob ausgeprägter handwerklicher historismus bei den OSVs besser ankommt als technische solidität (mondholz, metallfreie orgelgehäuse, spezialhölzer aus übersee etc.). es ist also für einen auftrag förderlicher, sich in diese richtung irgendwie zu kaprizieren als eine ausgereifte setzersteuerung zu implementieren. es ist ja auch so, dass man als orgelbauer ohne probleme damit "durchkommt", sich einfach solchen einrichtungen total zu verweigern an durchaus großen werken, wenn man an anderer stelle "etwas zu bieten" hat. vielleicht möchte man die pfeifenorgel maximal weit weg von einer digitalorgel gerückt sehen, begriffe wie bussystem sind da wohl nicht förderlich.
auch das an sich normale & sinnvolle vorgehen, von spezialisten dazuzukaufen, scheint ja irgendwie verrufen zu sein im orgelbau (siehe Faden hier). es darf anscheinend nicht sein, dass eine orgel irgendwie (auch) als technisches gerät daherkommt. vielmehr muss das gesamtwerk der große wurf eines solitären kunsthandwerkers sein.
Laukhuff schließt
Heinrich Poff, Sonntag, 20. Juni 2021, 14:51 (vor 1913 Tagen) @ MCVL
"Im Vergleich zu dem, was da an Steuerungen in der Industrie angewendet wird, ist ein Setzer - so krass es klingen mag - Kindergeburtstag."
Das stimmt! Wer es nicht glaubt, der sehe sich mal moderne Tonregieanlagen des Rundfunks an. Da werden schon seit ca. 35 Jahren solche Setzer-Prinzipien realisiert!
Guckt Euch mal hier um: https://lawo.com/
Jürgen Scriba – Laukhuff schließt
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Donnerstag, 10. Juni 2021, 23:07 (vor 1922 Tagen) @ Orlos
J. Scriba (orgelpunkt.com) schreibt auf Facebook:
Nach der Laukhuff-Insolvenz
Das Ende des Traditionsunternehmens trifft die Mitarbeiter hart. Als Interimsleiter (2014-2019) des Bereichs Spieltisch/Elektronik konnte ich mit einem tollen Team viele neue Ideen verwirklichen. Schade, dass sich vieles davon nun so plötzlich in Nichts auflöst.
Ich setze mich derzeit intensiv dafür ein, die Dokumentationen der zahlreichen Anlagen in einer Form zu erhalten, in der auch andere bei zukünftigen Reparaturen darauf zurückgreifen können.
Wenn in den nächsten Monaten und Jahren irgendwo die falsche LED leuchtet, kann die Antwort ja nicht schulterzuckend "Tausch die ganze Anlage aus." lauten.
In Kooperation mit anderen Zulieferern überlegen wir, welche Produkte sich retten lassen.
Das Espresssivo-Traktursystem mit magnetischen Tastensensoren ist von der Laukhuff-Insolvenz in keiner Weise betroffen. Schon seit 2020 gibt es keine Exklusivvertriebsrechte mehr. Mit den Firmen Eisenschmid und Heuss stehen erfahrene Technologiepartner bereit. Dank vorausschauender Fertigung vor Beginn der allgemeinen Chipkrise sind aktuell alle Komponenten lieferbar.
Laukhuff schließt
stein
, Mittwoch, 09. Juni 2021, 23:27 (vor 1923 Tagen) @ Lucanidae
Vermutlich wird Passau nicht so gebaut, wie ursprünglich gedacht.
Vier Pfeilerorgeln mit jeweils 12 bis 24 Register tun es auch.
Laukhuff schließt
MCVL
, Mittwoch, 16. Juni 2021, 00:03 (vor 1917 Tagen) @ Lucanidae
Tja. ich bin schon vor einigen Wochen als Schwarzmaler und Laukhuff-Feind in mehreren netten Privat-Nachrichten bezeichnet worden, weil ich meine Meinung zu dem Thema hier verlauten liess und meine Aussagen wurden als Quatsch bezeichnet, aber es ist so eingetroffen, wie ich es schon seit etlichen Jahren geahnt habe.
Die Firma hat in vielen Dingen am Markt vorbeiproduziert und es hat jetzt Bumse gemacht. Traurig, aber wahr.
Laukhuff schließt
Willy Sauerlich, Mittwoch, 16. Juni 2021, 12:36 (vor 1917 Tagen) @ MCVL
Ich hatte das eigenartige Vergnügen, mit einem der Geschäftsführer vor einigen Tagen zu sprechen. Und ich kann mir vorstellen, dass wir ihn in kurzer Zeit wiedersehen werden. Ob die Firma dann Laukhuff oder irgendwie anders heißen wird, sei mal dahingestellt. Und ob er bei uns Orgelbauern dann noch Erfolg haben wird, ist auch eine spannende Frage.
Laukhuff schließt
Lucanidae, Mittwoch, 16. Juni 2021, 13:42 (vor 1917 Tagen) @ Willy Sauerlich
Es gibt keine Bestrebungen der Geschäftsführer etwas weiterzuführen.
Laukhuff schließt
elsenp
, Mittwoch, 16. Juni 2021, 15:08 (vor 1917 Tagen) @ Lucanidae
Es gibt keine Bestrebungen der Geschäftsführer etwas weiterzuführen.
"Niemand hat die Absicht, einen Betrieb weiterzuführen..."
Laukhuff schließt
Lucanidae, Mittwoch, 16. Juni 2021, 15:40 (vor 1917 Tagen) @ elsenp
Es werden sich evtl der eine oder andere Mitarbeiter selbstständig machen.
Diese gilt es dann zu unterstützen, um die Produkte, die dann fortgeführt werden, zu erhalten.
Einen Betrieb wie es Laukhuff war wird es so nicht mehr geben - selbst Teile des Unternehmens können nicht so einfach fortgeführt oder wieder in gleicher Form eröffnet werden.
Laukhuff schließt
stein
, Mittwoch, 16. Juni 2021, 15:41 (vor 1917 Tagen) @ Lucanidae
Es werden sich evtl der eine oder andere Mitarbeiter selbstständig machen.
Diese gilt es dann zu unterstützen, um die Produkte, die dann fortgeführt werden, zu erhalten.Einen Betrieb wie es Laukhuff war wird es so nicht mehr geben - selbst Teile des Unternehmens können nicht so einfach fortgeführt oder wieder in gleicher Form eröffnet werden.
Ist eigentlich auch logisch, der würde wieder in Schwierigkeiten geraten.
Laukhuff schließt
thermopylus, Samstag, 19. Juni 2021, 18:36 (vor 1913 Tagen) @ Lucanidae
Und wer liefert jetzt in D die Kowalyshyn-Hebel?
Ich wollte mir meine 5-manualige Riesenorgel, die ich mir demnächst in meine Gründerzeitvilla montiere, damit ausstatten! :(
Laukhuff schließt
hintersatz, Samstag, 19. Juni 2021, 21:00 (vor 1913 Tagen) @ thermopylus
bearbeitet von hintersatz, Samstag, 19. Juni 2021, 21:29
Frag' doch ihn.
Die helfen dir bestimmt gerne weiter, falls du dich beim Schleierbrett verlaubsägt hast?
google. books