RIEGER ORGEL 1957
Orgeldiehl
, Waiblingen, Montag, 17. November 2014, 20:24 (vor 4306 Tagen)
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 18. November 2014, 08:41
Gestern wurde die RIEGER - Orgel der Stuttgarter Kirche St. Elisabeth nach mehrmonatiger Überarbeitung, Erneuerung oder wie das auch zu benennen ist, wieder geweiht. Ausführende Werkstatt LENTER. OSV Prof. Dr. Lohmann. Es wurde eine Festschrift aufgelegt die die Geschichte der Orgel und ihrer Vorgängerin beleuchtet. Das Instrument ist, wie es Prof. Lohmann schreibt, "EIN SINGULÄRES GESCHICHTLICHES DENKMAL".
Bilder siehe auch unter www.orgeldiehl.de
Dort findet sich auch die Bezugsquelle der Festschrift. ![[image]](images/uploaded/20141117192320546a4b289d4b1.jpg)
--
OrgelDiehl
RIEGER ORGEL 1957
hintersatz, Montag, 17. November 2014, 20:40 (vor 4306 Tagen) @ Orgeldiehl
Bilder siehe auch unter www.orgeldiehl.de.
The requested file does not exist.
(sagt mein ipaq¿)
RIEGER ORGEL 1957
friedemannw
, Gießen, Montag, 17. November 2014, 20:51 (vor 4306 Tagen) @ hintersatz
Bilder siehe auch unter www.orgeldiehl.de.
The requested file does not exist.
(sagt mein ipaq¿)
einfach den "." nach "de" in der Adressleiste entfernen :)
RIEGER ORGEL 1957
fluteceleste
, Dienstag, 18. November 2014, 11:43 (vor 4305 Tagen) @ Orgeldiehl
...auf der Seite von Orgelbau Lenter gibt es weitere Einblicke samt Dispo. Die Umdisponierungen sind natürlich besonders interessant. Alte Dispo gibts hier. Die Konzertflöte, das Cor Anglais, Salicional und Schwebung als romantische Zutaten bilden mit einem Teil des alten italienischen Werks das neue -praktischerweise frei ankoppelbare- SW. Daneben wurden die Mixturchöre zT reduziert (HW) und auch tiefergestellt (BW: 1/3'->1 1/3').
Die schrägen Aliquoten (Non, Septim, Undezime(?)) sind alle weg - zweifellos der Versuch, die Orgel alltagstauglicher zu machen. Ob man das in 10 Jahren auch noch so machen würde?
Der Spieltisch ist jedenfalls mit seinen abgewinkelten Registerzügen sehr exotisch. Da sehe ich aber keine wesentlichen Veränderungen?
Die Festschrift werde ich mir jedenfalls besorgen...
Retro-60er Grüsse, Stefan
![[image]](images/uploaded/20141118101922546b1d2a1e65b.jpg)
Schwellwerk mit alter Oboe(und/oder Coranglais?)
![[image]](images/uploaded/20141118103919546b21d70899f.jpg)
RIEGER ORGEL 1957
Friedrich
, Dienstag, 18. November 2014, 11:57 (vor 4305 Tagen) @ fluteceleste
... Die Umdisponierungen sind natürlich besonders interessant. Alte Dispo gibts hier. …
Die schrägen Aliquoten (Non, Septim, Undezime(?)) sind alle weg - zweifellos der Versuch, die Orgel alltagstauglicher zu machen. Ob man das in 10 Jahren auch noch so machen würde?
Das muss man nicht mal heute so machen.
Ich habe die Dinger ja noch nie gehört, vielleicht hatte Lenter gute Gründe, sie rauszunehmen und hoffentlich in einem Karton hübsch verpackt in der Orgel zu lagern. Aber es wäre doch gut, wenn eine gute Orgel dieser Zeit mit allen ihren Besonderheiten erhalten bliebe.
Kann gut sein, dass man sich in zehn Jahren wünscht, sie genauso zu hören, wie einer der wichtigsten Nachkriegsorgelbauer überhaupt sie sich vorgestellt hat.
Viele Grüße
Friedrich
RIEGER ORGEL 1957
untersatz32, Dienstag, 18. November 2014, 12:39 (vor 4305 Tagen) @ Friedrich
Hmmm, so ganz radikal hätte ich die Aliquotdingers auch nicht rausgeschmissen; vielleicht eine zarte Septime oder auch None dringelassen...
Jedenfalls liest sich die Dispo sehr farbig und - auch mit den Neuerungen - sehr vielseitig.
Grüsse
TH
RIEGER ORGEL 1957
hama-music
, Dienstag, 18. November 2014, 14:13 (vor 4305 Tagen) @ untersatz32
Auf der Homepage der Kirchengemeinde kann man nachlesen, dass die ursprüngliche Disposition von 1957 in den Jahren 1969 und 1989 verändert wurde und bereits damals u.a. die Septime und None entfernt wurden bzw. andere Register (Zungen und Schwebung) hinzukamen.
Lenter hat also nur neu "sortiert".
Herzliche Grüße!
RIEGER ORGEL 1957
Oktavkoppler
, Dienstag, 18. November 2014, 14:53 (vor 4305 Tagen) @ hama-music
bearbeitet von Oktavkoppler, Dienstag, 18. November 2014, 16:39
Diese Orgel ist, wie oben erwähnt, schon mehrfach gereinigt, renoviert und auch intoniert worden. U.A. von Rieger, Albiez und Plum/Wilbrand. Wer hier das Klangbild von 1957 sucht, wird es nur noch rudimentär finden.
In der Gesamtschau der Stuttgarter Orgeln nimmt sie die herausragende Stellung ein, als einzige 'Großorgel' dieser Zeit überhaupt noch zu existieren.
Ok
RIEGER ORGEL 1957
untersatz32, Dienstag, 18. November 2014, 14:54 (vor 4305 Tagen) @ Oktavkoppler
Du warst schneller ;-)
RIEGER ORGEL 1957
untersatz32, Dienstag, 18. November 2014, 14:54 (vor 4305 Tagen) @ hama-music
Ahhhhh! Danke! Das erhellt es etwas!
Da waren wohl schon "einige" dran (Albiez, Plum etc)
Gruss TH
RIEGER ORGEL 1957
fluteceleste
, Dienstag, 18. November 2014, 16:02 (vor 4305 Tagen) @ hama-music
danke für den hinweis! immer wieder schön, wenn eine homepage so detailliert ist. da hätt ich mal besser gegoogelt..:-)
RIEGER ORGEL 1957
ThomasMP
, Dienstag, 18. November 2014, 11:44 (vor 4305 Tagen) @ Orgeldiehl
bearbeitet von ThomasMP, Dienstag, 18. November 2014, 17:33
Hallo,
hat jemand das Konzert von Prof. Lohmann besucht und kann darüber und über den Klangeindruck der doch italienisch inspirierten Disposition berichten...?
Viele Güße
Orgelweihe in St. Elisabeth
B80C
, Mittwoch, 19. November 2014, 00:23 (vor 4305 Tagen) @ ThomasMP
Hier mal das Programm:
- M. Reger: Fantasie u. Fuge über "Halleluja! Gott zu loben"
- Johann Jakob Froberger: Fantasia sopra Ut, Re, Mi, Fa, Sol, La
- Günter Raphael: Passacaglia über einen finnischen Choral "Der gesegnete Tag bricht an mit seinem Licht"
- Franz Tunder: Choralfantasie "In dich hab ich gehoffet, Herr"
- J.S. Bach: "Komm, Gott Schöpfer, Heilger Geist" BWV 667
- M. Duruflé: Prelude, Adagio et Choral sur "Veni Creator"
Der Reger allein war schon ein grandioser Einstieg, sehr erhebend! Die Orgel hat durch das umgebaute Schwellwerk unheimlich an romantischer Farbe gewonnen und die Registrierungen waren immer passend, aber doch auch erfrischend neu (relativ am Anfang der Fuge z.B. hatte Hr. Lohmann einen 1' anstelle der Zunge registriert). Mit der neuen Trompete 8' im HW, die die 1969 bloß nach innen versetzte Horizontaltrompete ersetzt hat, gewinnt das Tutti deutlich dazu. Und auch die Horizontalen 16' und 4' scheint man etwas zurückgenommen zu haben, sie passen lautstärkemäßig viel besser zum Rest der Orgel.
In der Froberger-Fantasie kamen dann ein wenig die italienischen Farben zum Vorschein (soweit ich da beurteilen kann). Neuentdeckung des Abends war jedoch die Passacaglia des mir völlig unbekannten Günter Raphael: Ein wunderbar farbiges Werk, in dem gerade die kurzbecherigen Zungen im BW und RP sowie das, was im Laufe der Jahre von den Aliquoten noch übrig geblieben ist, wunderbar zur Geltung kamen. Hat gewiss an die 15 Minuten gedauert, aber war zu keiner Sekunde langweilig.
Vom Tunder ist mir wenig in Erinnerung geblieben, der Bach war jedoch wieder sehr souverän gespielt und klar registriert. Das Stück war auch als Vorbereitung auf Duruflé gedacht, der dann noch einmal die unglaubliche Vielseitigkeit und Dynamik der überholten Orgel demonstrierte. In den Reden zu Konzertbeginn wurde erwähnt, dass erst die Sanierung die Aufführung solcher Werke ermöglicht hat. Und das stimmt, zusammen mit der Akustik von St. Elisabeth entsteht nun ein einzigartiges Hörerlebnis. Ich habe jede Sekunde des Konzerts genossen, die Anreise nach Stuttgart hat sich definitiv gelohnt!! Das Konzert war übrigens gut besucht, wenngleich einige Zuhörer mittendrin abgehauen sind. Die Zugabe habe ich leider nicht mehr mitbekommen, da die Bahn auf abendliche Konzerttermine keine Rücksicht nehmen kann.
Äußerst positiv überrascht war ich übrigens von der Wertschätzung, die die Riegerschen Arbeiten aus dem Jahre 1957 erfahren haben. Der Spieltisch wurde nur sehr behutsam überarbeitet, die neuen Koppeln zum elektrischen SW wurden allesamt neben den großen schwarzen Koppeltastern über dem IV. Manual ergänzt. Die Registerzüge sind soweit unverändert und auch der Setzer wurde zurückhaltend integriert. Es gibt ein kleines Display über den Manualen, die restlichen Taster sind wie gehabt links und rechts der Klaviaturen angeordnet. Es ist einfach ein schönes Gefühl, dass das das Werk von vor über 50 Jahren auch in der heutigen Zeit noch Bestand hat. Hier hat man das Glück, dass eine bedeutende Orgel der 50er Jahre mit relativ geringen Anpassungen überlebt hat und nun für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht wurde. Und ich habe den Eindruck, dass die Gemeinde dies zu schätzen weiß und sich deshalb auch besonders engagiert hat!
Orgelweihe in St. Elisabeth
untersatz32, Mittwoch, 19. November 2014, 09:33 (vor 4304 Tagen) @ B80C
Danke für den interessanten und fundierten Bericht vom Ort des Geschehens :-)
Orgelweihe in St. Elisabeth
Friedrich
, Mittwoch, 19. November 2014, 10:03 (vor 4304 Tagen) @ untersatz32
Danke für den interessanten und fundierten Bericht vom Ort des Geschehens :-)
Ich schließe mich gerne an. Danke!
Viele Grüße
Friedrich
Orgelweihe in St. Elisabeth
ThomasMP
, Mittwoch, 19. November 2014, 11:42 (vor 4304 Tagen) @ B80C
Hallo,
auch von mir recht herzlichen Dank für die interessanten Ausführungen.
Orgelweihe in St. Elisabeth
Christoph
, Mittwoch, 19. November 2014, 18:49 (vor 4304 Tagen) @ ThomasMP
Weiß denn jemand, ob der Sternchensetzer überlebt hat?
Sternchensetzer
Dorforganist, Mittwoch, 19. November 2014, 18:53 (vor 4304 Tagen) @ Christoph
Und kann mir jemand erklären, wie dieser funktioniert(e)?
Das Internet gibt da nix her, und ich weiß nur, daß Sandtner auch eine Zeit lang so etwas Ähnliches - also quasi einen mechanischen Setzer - baute.
Sternchensetzer
Karsten
, Mittwoch, 19. November 2014, 19:06 (vor 4304 Tagen) @ Dorforganist
Und kann mir jemand erklären, wie dieser funktioniert(e)?
Das Internet gibt da nix her, und ich weiß nur, daß Sandtner auch eine Zeit lang so etwas Ähnliches - also quasi einen mechanischen Setzer - baute.
Ich kann auf die Schnelle nur einen Literaturverweis liefern:
- Adelung: Einführung in den Orgelbau (2. Auflage, S.163)
Mit Skizze.
Gruß
Karsten
Sternchensetzer
ThoFi, Mittwoch, 19. November 2014, 19:10 (vor 4304 Tagen) @ Karsten
Ich kann mich erinnern, dass der von Heuss war (St. Cäcilia, Germering, 1984, Jann - dort habe ich meine ersten "Münchner" Verbrechen begangen).
Thomas
Sternchensetzer
friedemannw
, Gießen, Mittwoch, 19. November 2014, 19:41 (vor 4304 Tagen) @ ThoFi
Sternchensetzer wurde von Casavant-Frères entwickelt und dann von Rieger weiterentwickelt. Die Orgel im Kölner Prieserseminar (1962, II/22) war eine der ersten Orgeln, die Rieger mit Sternchensetzer ausstattete.
Sternchensetzer
B80C
, Mittwoch, 19. November 2014, 23:28 (vor 4304 Tagen) @ friedemannw
Für ausführliche Erklärungen fehlt mir leider die Zeit, aber ein paar Bilder kann ich liefern. Zunächst der Sternchensetzer der Rieger-Orgel vor dem Umbau (Cs-Seite):
![[image]](images/uploaded/20141119213226546d0c6ad97e8.jpg)
Wenn man genauer hinsieht, erkennt man die Schaltung für die Zungeneinzelabsteller (dazu dreht man den Registerzug):
![[image]](images/uploaded/20141119213305546d0c9123419.jpg)
Und hier noch ein Modell eines vollmechanischen Sternchensetzers (ganz links muss man sich dann noch die Züge am Spieltisch vorstellen):
![[image]](images/uploaded/20141119213358546d0cc6c8b62.jpg)
In St. Elisabeth hat man die komplette Mechanik des Sternchensetzers ausgebaut und durch elektrische Registerzugschalter ersetzt. Ob er irgendwo eingelagert wurde, kann ich nicht sagen. Nicht ganz alltäglich war hier die Betätigung durch pneumatische Keilbälge, die man mit den je fünf Tastern A-E links (abrufen) und rechts (setzen) der Klaviaturen oder entsprechenden Fußtritten (nur Abruf) aktivierte (was das Windsystem allerdings ins Wanken brachte). Mich würde hier auch interessieren, wie der neue Setzer im Fußbereich integriert wurde. Vor dem Umbau sah es dort so aus:
![[image]](images/uploaded/20141119222341546d186d2040c.jpg)
Sternchensetzer
gk
, Donnerstag, 20. November 2014, 00:47 (vor 4304 Tagen) @ friedemannw
Oh ja, die kenne ich gut, in Kindertagen oft dran geübt :-) Daran erinnere ich mich noch gerne :-)Meine erste und immer noch prägende Orgelerfahrung!
RIEGER ORGEL 1957 - Subkoppel SW und Cor anglais
untersatz32, Donnerstag, 20. November 2014, 12:20 (vor 4303 Tagen) @ Orgeldiehl
Eine Ergänzung:
LAUT Internetseite Lenter ist die Subkoppel der SW-Sektion ausgebaut (gut!) und das Cor anglais 16' im SW soll 2015 dazukommen.
Ergänzende Grüsse
Thomas
RIEGER ORGEL 1957 - Subkoppel SW und Cor anglais
Florian-L
, Freitag, 21. November 2014, 16:53 (vor 4302 Tagen) @ untersatz32
LAUT Internetseite Lenter ist die Subkoppel der SW-Sektion ausgebaut...
Wie ist denn das gelöst worden? Mit den 12 tiefsten Pfeifen eines Bourdon 16'?
Gruß, Florian
RIEGER ORGEL 1957 - Subkoppel SW und Cor anglais
Solcena
, Freitag, 21. November 2014, 17:15 (vor 4302 Tagen) @ Florian-L
Wie ist denn das gelöst worden? Mit den 12 tiefsten Pfeifen eines Bourdon 16'?
Hier zieht die Subkoppel zum zweiten Manual für die tiefste Oktave die Subbass-Pfeifen dazu. Vielleicht lassen sich bei der Stuttgarter Orgel die tiefsten Pfeifen des HW-Pommer oder eines Pedalregisters ansteuern.
RIEGER ORGEL 1957 - Subkoppel SW und Cor anglais
B80C
, Sonntag, 23. November 2014, 21:01 (vor 4300 Tagen) @ Solcena
Ich verstehe die Festschrift so, dass sich die ausgebaute Subkoppel nur auf die Flauto coperto 8' bezieht. In der Disposition steht wörtlich: "aus vorderer Lade in den Schwellkasten versetzt, mit Ergänzung C-H 16' für Subkoppel"
Für einen kompletten Ausbau bis CC der ganzen SW-Lade dürfte der Platz nicht reichen, aber zumindest die Flauto coperto wird wohl in 16'-Lage eigene Pfeifen haben. Ansteuerung ist ja dank Elektrik kein Problem. Vorher stand sie übrigens vor dem Schweller abgeführt an der Seitenwand zwischen IW und HW:
![[image]](images/uploaded/2014112320001054723cca21617.jpg)
RIEGER ORGEL 1957 - Subkoppel SW und Cor anglais
mark5, Freitag, 05. Juni 2015, 18:57 (vor 4106 Tagen) @ B80C
Wenn auch verspätet:
Das hintere Schwellwerk besitzt (neu) einen eigenen 16´ von C - H, elektrisch, Taschenladen. Die Pfeifen sind an die Seitenwände der Schwellkästen angebaut und sprechen nach innen.