Interessantes Konzept in Kiel

kirnberger, Dienstag, 04. November 2014, 12:42 (vor 4387 Tagen)

Es war wirklich sehr schön:
Habe am Sonntag in St. Heinrich in Kiel ein Konzert spielen dürfen.
Hintergrund: In den 1960ern beginnt der (meines Wissens nach) aus dem Ermland vertriebene (Dom-)Organist Bruno Bludau zusammen mit dem (eher unrühmlichen) Preetzer Orgelbauer Eberhard Tolle eine eifrige Pfeifensammelaktion quer durch Norddeutschland, die in einem gigantischen Registerpatchwork auf Kegelladen endete. Jeder Winkel der Empore war zugebaut - der Löwe liegt beim Lamm (Terzian und Labialklarinette versus Concertflöte und Quietschzimbel. Furchtbar und doch immer irgendwie reizvoll.
Jetzt hat Fa. Paschen das Werk reorganisiert und gründlich ausgedünnt. Roland Monczynski hat eine sehr übersichtliche Ladenanordnung gezeichnet, alles ist zugänglich, die Kegelladen gut erreichbar, dazu ein gut überlegter und schlicht gestalteter elektrischer Spieltisch. Christoph Saures Intonation trifft auf den Punkt, bringt zusammen, was augenscheinlich nicht immer zusammengehört.
Und der Organist kann aus dem Vollen schöpfen.
Als bekennender Gaidaianer wäre ich wahrscheinlich deutlich weiter gegangen,
habe aber die vorhandene Beschränkung auch wohltuend zur Kenntnis genommen.
Man muss es nicht so machen, aber hier passt es.

Worüber ich rede:
Die Disposition findet sich hier: http://www.orgel-st-heinrich.de/disposition.html
Im Prinzip besteht die Orgel aus HW, SW und einem kleinen Bombardwerk auf III + Pedal, die bereits in sich schlüssig und gut nutzbar sind.
Jetzt kommen 4 Sektionen dazu (SW-Klangkronen, Soloregister, Cornettanteile und Zungen), die mehreren Klaviaturen zugeordnet werden können bzw. dann anschließend mit durchkoppeln. Sehr nett und das Ganze zu einem respektablen Preis.
Kompliment!

Kirnberger


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