Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Freitag, 31. Oktober 2014, 18:29 (vor 4391 Tagen)

Guten Abend alle zusammen,
In lübeck steht ja zur Zeit die große Kemperin in frage. Darauf will ich aber nicht hinaus... Welche Disposition hatte eigentlich ihre romantische Vorgängerin, auf der z.b. Lichtwark und Jimmertal sich hören ließen, und die, durch Jimmerthal initiiert, um 1850 durch Schuster erbaut wurde? Die Disposition von der Tunder - Orgel ist ja in der aktuellen Organ zu finden, ebenso die Totentanz- Dispo. Aber, welche Dispo hatte explizit die große Vorgängerin der jetzigen Kemperin, die romantische Orgel? Habt ihr die für mich? Ihr würdet mir sehr helfen...
Einen schönen abend wünscht
Johannes

--
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

jrbecker @, Freitag, 31. Oktober 2014, 18:58 (vor 4391 Tagen) @ JRorgel
bearbeitet von jrbecker, Freitag, 31. Oktober 2014, 19:05

Guten Abend alle zusammen,
In lübeck steht ja zur Zeit die große Kemperin in frage. Darauf will ich aber nicht hinaus... Welche Disposition hatte eigentlich ihre romantische Vorgängerin, auf der z.b. Lichtwark und Jimmertal sich hören ließen, und die, durch Jimmerthal initiiert, um 1850 durch Schuster erbaut wurde? Die Disposition von der Tunder - Orgel ist ja in der aktuellen Organ zu finden, ebenso die Totentanz- Dispo. Aber, welche Dispo hatte explizit die große Vorgängerin der jetzigen Kemperin, die romantische Orgel? Habt ihr die für mich? Ihr würdet mir sehr helfen...
Einen schönen abend wünscht
Johannes


Auf welche Quelle werde ich da wohl verweisen...

Hier findet man beides: Oben die Hering-Dispo, darunter der Zustand nach Schusters Arbeiten.

LG
Jörg

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

untersatz32, Freitag, 31. Oktober 2014, 20:13 (vor 4391 Tagen) @ jrbecker

Hammer! Doppelflötenbass 16!

Und die Hering von Buxtehude liest sich auch nicht übel!!!

Grüsse Thomas

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

abstrakte @, Freitag, 31. Oktober 2014, 21:24 (vor 4391 Tagen) @ jrbecker

Guten Abend alle zusammen,
In lübeck steht ja zur Zeit die große Kemperin in frage. Darauf will ich aber nicht hinaus... Welche Disposition hatte eigentlich ihre romantische Vorgängerin, auf der z.b. Lichtwark und Jimmertal sich hören ließen, und die, durch Jimmerthal initiiert, um 1850 durch Schuster erbaut wurde? Die Disposition von der Tunder - Orgel ist ja in der aktuellen Organ zu finden, ebenso die Totentanz- Dispo. Aber, welche Dispo hatte explizit die große Vorgängerin der jetzigen Kemperin, die romantische Orgel? Habt ihr die für mich? Ihr würdet mir sehr helfen...
Einen schönen abend wünscht
Johannes

Auf welche Quelle werde ich da wohl verweisen...

Hier findet man beides: Oben die Hering-Dispo, darunter der Zustand nach Schusters Arbeiten.

Dazu noch eine Anmerkung: die Orgel von 1853 wurde nicht von Schuster, sondern von J. F. Schulze aus Paulinzella erbaut. Und es handelt sich dabei auch meines Wissens nach nicht - wie in der Orgeldatabase geschrieben - um einen Umbau, sondern um einen kompletten Neubau unter Verwendung des alten Prospektes, der dabei aber wohl auch teilweise verändert worden ist.

Viele Grüße,
Abstrakte

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Freitag, 31. Oktober 2014, 22:39 (vor 4391 Tagen) @ abstrakte
bearbeitet von Friedrich, Freitag, 31. Oktober 2014, 23:18

Dazu noch eine Anmerkung: die Orgel von 1853 wurde nicht von Schuster, sondern von J. F. Schulze aus Paulinzella erbaut. Und es handelt sich dabei auch meines Wissens nach nicht - wie in der Orgeldatabase geschrieben - um einen Umbau, sondern um einen kompletten Neubau unter Verwendung des alten Prospektes, der dabei aber wohl auch teilweise verändert worden ist.

Nicht nur das – es war die größte und wichtigste Orgel von Vater (Johann Friedrich) und Sohn (Edmund) Schulze und muss eine der bedeutendsten Orgeln im damaligen Deutschland gewesen sein. Da ist es nicht nur schade, dass sie vernichtet wurde, sondern auch, dass heute so wenig über sie bekannt ist – erst habe ich mich über den »Schuster« aufgeregt, aber dann musste ich mir sagen, dass diese Orgelprominente ja nun leider fast ganz vergessen ist.
Edmund Schulze hat dieses seinerzeit legendäre Instrument dann nur noch mit seiner Orgel in Doncaster übertroffen, die den britischen Orgelbau nachhaltig beeinflussen sollte.

Der Prospekt wurde als Schauseite benutzt, aber nicht wieder klingend gemacht; er wurde nach einem Entwurf von Julius Milde etwas umgestaltet, das Stellwagen-Brustpositiv kam weg und wurde zur Fassade der Lettner-Orgel von Theodor Vogt. Schulzes Prinzipale waren, wenn ich mich recht erinnere, in der großen Oktave alle aus Holz; er hat nach Töpfer mensuriert und muss eine sehr eigentümliche, ungewöhnlich kräftige Art der Intonation angewandt haben. Die Werke waren frei hinter der Fassade verteilt (nach Faksimile bei Walter):
Forte-Pedal unten außen C-Cis-geteilt, dazwischen das zweite Manual chromatisch auf zwei Laden;
darüber in der Mitte der Spielschrank auf Sturz, der Spieler blickte nach Norden, hinter den Klaviaturen die Barkermaschine;
hinter ihm, also im Gehäuse links das dritte, leiseste Manual, vor ihm, also rechts, das Piano-Pedal; über ihm über die ganze Breite das Hauptwerk auf zweimal zwei C-Cis-geteilten Laden, die eine in M-, die andere in A-Teilung; etwas höher ganz außen noch zwei Pedalladen in C-Cis-Teilung auf Sturz; ganz oben rechts der Schwellkasten mit Dachjalousien. In Holzgittergehäusen unter dem Lichtgaden an den Wänden des ersten Jochs vor der Orgel waren noch einige Pedalregister untergebracht (ich glaube, Violon 16’ und noch irgendwas).

Es gibt ein ausgezeichnetes Buch über die Schulze-Orgel, ihre Organisten und das, was sie gespielt haben: This heaving ocean of tones von Joachim Walter (Göteborg 2000). Walter hat dazu eine CD im Schweriner Dom aufgenommen, auf der er die entsprechende Literatur spielt und an der Ladegast-Orgel nachzuempfinden versucht, was in Lübeck möglich gewesen sein muss, z. B. besondere Crescendo- und Diminuendo-Wirkungen, orchestrale Registrierungen usw.

Lesen, anhören – es lohnt sich sehr!

Viele Grüße
Friedrich

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Wolfgang Gourgé @, Freitag, 31. Oktober 2014, 23:31 (vor 4391 Tagen) @ Friedrich

Dazu noch eine Anmerkung: die Orgel von 1853 wurde nicht von Schuster, sondern von J. F. Schulze aus Paulinzella erbaut. Und es handelt sich dabei auch meines Wissens nach nicht - wie in der Orgeldatabase geschrieben - um einen Umbau, sondern um einen kompletten Neubau unter Verwendung des alten Prospektes, der dabei aber wohl auch teilweise verändert worden ist.


Nicht nur das – es war die größte und wichtigste Orgel von Vater (Johann Friedrich) und Sohn (Edmund) Schulze und muss eine der bedeutendsten Orgeln im damaligen Deutschland gewesen sein. Da ist es nicht nur schade, dass sie vernichtet wurde, sondern auch, dass heute so wenig über sie bekannt ist – erst habe ich mich über den »Schuster« aufgeregt, aber dann musste ich mir sagen, dass diese Orgelprominente ja nun leider fast ganz vergessen ist.
Edmund Schulze hat dieses seinerzeit legendäre Instrument dann nur noch mit seiner Orgel in Doncaster übertroffen, die den britischen Orgelbau nachhaltig beeinflussen sollte.

Der Prospekt wurde als Schauseite benutzt, aber nicht wieder klingend gemacht; er wurde nach einem Entwurf von Julius Milde etwas umgestaltet, das Stellwagen-Brustpositiv kam weg und wurde zur Fassade der Lettner-Orgel von Theodor Vogt. Schulzes Prinzipale waren, wenn ich mich recht erinnere, in der großen Oktave alle aus Holz; er hat nach Töpfer mensuriert und muss eine sehr eigentümliche, ungewöhnlich kräftige Art der Intonation angewandt haben. Die Werke waren frei hinter der Fassade verteilt (nach Faksimile bei Walter):
Forte-Pedal unten außen C-Cis-geteilt, dazwischen das zweite Manual chromatisch auf zwei Laden;
darüber in der Mitte der Spielschrank auf Sturz, der Spieler blickte nach Norden, hinter den Klaviaturen die Barkermaschine;
hinter ihm, also im Gehäuse links das dritte, leiseste Manual, vor ihm, also rechts das Piano-Pedal; über ihm über die ganze Breite das Hauptwerk auf zweimal zwei C-Cis-geteilten Laden, die eine in M-, die andere in A-Teilung; etwas höher ganz außen noch zwei Pedalladen in C-Cis-Teilung auf Sturz; ganz oben rechts der Schwellkasten mit Dachjalousien. In Holzgittergehäusen unter dem Lichtgaden an den Wänden des ersten Jochs vor der Orgel waren noch einige Pedalregister untergebracht (ich glaube, Violon 16’ und noch irgendwas).

Es gibt ein ausgezeichnetes Buch über die Schulze-Orgel, ihre Organisten und das, was sie gespielt haben: This heaving ocean of tones von Joachim Walter (Göteborg 2000). Walter hat dazu eine CD an der im Schweriner Dom aufgenommen, auf der er die entsprechende Literatur spielt und an der Ladegast-Orgel nachzuempfinden versucht, was in Lübeck möglich gewesen sein muss, z. B. besondere Crescendo- und Diminuendo-Wirkungen, orchestrale Registrierungen usw.

Lesen, anhören – es lohnt sich sehr!

Viele Grüße
Friedrich

...Johannes Unger ging beim Symposion in Lübeck in seinem Vortrag auf die Schulze-Orgel ein und zeigte auch einige Fotos - siehe mein damaliges Posting.

Gruß,
Wolfgang

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

stein @, Samstag, 01. November 2014, 09:26 (vor 4391 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Schön wenn man den alten Prospekt rekonstruieren würde!
Würde andere Schandtaten auch verhindern.

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Samstag, 01. November 2014, 12:46 (vor 4390 Tagen) @ JRorgel
bearbeitet von Friedrich, Samstag, 01. November 2014, 13:47

Guten Abend alle zusammen,
In lübeck steht ja zur Zeit die große Kemperin in frage. Darauf will ich aber nicht hinaus... Welche Disposition hatte eigentlich ihre romantische Vorgängerin, auf der z.b. Lichtwark und Jimmertal sich hören ließen, und die, durch Jimmerthal initiiert, um 1850 durch Schuster erbaut wurde? Die Disposition von der Tunder - Orgel ist ja in der aktuellen Organ zu finden, ebenso die Totentanz- Dispo. Aber, welche Dispo hatte explizit die große Vorgängerin der jetzigen Kemperin, die romantische Orgel? Habt ihr die für mich? Ihr würdet mir sehr helfen …

Ich musste es tun. Auch wenn der Hund platzt.

Viele Grüße
Friedrich

Lübeck, Marienkirche
Neubau von Johann Friedrich und Edmund Schulze aus Paulinzella, 1853/54
Angaben nach Walter, This heaving ocean of tones, Göteborg 2000, S. 49–62

Erstes Manual
weite Mensuren, Winddruck 83 mm WS
1. Untersatz 32’ ab c, Holz
2. Principal 16’ C–H Holz, ab c’ Zinn
3. Bordun 16’ C–h Holz, ab c’ Zinn
4. Viola major 16’ C–H aus Principal 16’, bis h Holz, ab c’ Zinn
5. Principal 8’ C–H Holz, ab c Zinn
6. Gedact 8’ C–H Holz, ab c Zinn
7. Hohlflöte 8’ C–H aus Gedact 8’, ab c Holz, Labien an der breiten Seite
8. Gemshorn 8’ Zinn
9. Viola di Gamba C–H aus Principal 8’, ab c Zinn
10. Quinte 5 1/3’ C–H Holz, gedackt, weiteste Mensur
11. Octave 4’, Zinn
12. Spitzflöte 4’, Zinn
13. Violino 4’, Zinn, zart intoniert
14. Nassat 2 2/3’
15. Rauschquinte II 2 2/3’ Quinte gedeckt + Superoktave
16. Cornett IV 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 3/5’, weiteste Mensur
17. Mixtur V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 2/3’ + 1/2’
fis: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
18. Cimbel III engere Mensur
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
h: 4’ + 2 2/3’ + 2’
19. Tuba 16’ Zink, C–H halbe Länge, einschlagende Zungen
20. Trompete 8’ Zinn, ab gis’’ labial
21. Clarino 4’ Zinn, ab c’’ labial

2 x 2 C-Cis-geteilte Laden nebeneinander.
Südlade: 1–5, 9, 14–17
Nordlade: 6–8, 10–13, 15–17


Zweites Manual
mittlere Mensuren, Winddruck 83 mm WS
1. Principal 16’ Holz, C–H aus Bordun 16’
2. Bordun 16’ Holz, ab c’ Zinn
3. Principal 8’ C–H Holz
4. Gedact 8’ C–H Holz
5. Portunalflöte 8’ Holz, C–H gedeckt, gewölbte Außenlabien
6. Spitzflöte 8’ Zinn
7. Salicional 8’ C–H aus Principal 8’, ab c Zinn
8. Octave 4’ Zinn
9. Rohrflöte 4’ Zinn
10. Gemshorn 4’ Zinn
11. Quinte und Octave 2 2/3’ II beide Reihen offen
12. Mixtur V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 2/3’ + 1/2’
g: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
13. Scharf III 2’ engere Mensur
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
c’: 4’ + 2 2/3’ + 2’
14. Physharmonica 16’ Zink, einschlagende Zungen
15. Trompete 8’ C–H Zink, ab c Zinn, ab gis’’ labial


Drittes Manual
enge Mensuren, Winddruck 68 mm WS
1. Lieblich Gedact 16’ C–h’ Holz, ab c’’ Zinn
2. Geigen Principal 8’ C–H Holz, ab c Zinn
3. Lieblich Gedact 8’ C–h Holz, ab c’ Zinn
4. Jubalflöte 8’ Holz, weite Mensur, zwei Labien
5. Flauto traverso 8’ C–gis aus Lieblich Gedact 8’, ab a Zinn, ab a’ überblasend
6. Terpodion 8’ C–H aus Geigen Principal 8’, ab c Zinn
7. Geigen Principal 4’ Zinn
8. Zartflöte 4’ Holz, C–H aus Flageolet 4’
9. Flageolet 4’ C–Gis gedeckt, ab A offen, a a überblasend; gebohrte, runde Pfeifen aus Buche
10. Spitzquinte 2 2/3’ Zinn
11. Waldflöte 2’ Zinn, konisch
12. Progressio harmonica III–V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
c: 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’
g’’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
13. Aeoline 8’ Zink, einschlagende Zunge, Windschweller (?)
14. Oboe 8’ Zinn, enge Becher, einschlagend, Windschweller (?)


Viertes Manual
mittlere Mensuren, 78 mm WS
1. Tibia major 16’ C–h’ Holz, ab c’’ Zinn; eng, gedeckt, hohe Aufschnitte
2. Principal 8’ C–H Holz, ab c Zinn
3. Fugara 8’ C–H aus Principal 8’
4. Flauto dolce 8’ C–H aus Flaut amabile, ab c Holz, offen
5. Flaut amabile 8’ C–h Holz, ab c’ Zinn, gedeckt, sehr leise
6. Viola d’amour 4’ 50 % Zinn, zart
7. Octave 4’ Zinn
8. Progressio harmonica III–VI 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
Fis: 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
c’’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’
h’’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
9. Clarinette 8’ zylindrische Becher, aufschlagend


Forte Pedal
weite Mensuren, starke Intonation, Winddruck 88 mm WS
1. Groß-Principal 32’ Holz, weite Mensur
2. Basso majore 16’ Holz, weiteste Mensur
3. Principalbaß 16’ Holz, enger als 2.
4. Violon 16’ eng, scharfe Intonation
5. Major-Quinte 10 2/3’ Holz, gedackt, weite Mensur
6. Basso minore 8’ Holz, weites Principal, wie 2.
7. Violoncello 8’ Holz, stark und streichend, wie 4.
8. Terz + Quinte 6 2/5’ + 5 1/3’, Holz, gedeckt, weite Mensur
9. Octave 4’ Zinn, starke Intonation
10. Cornett V 4’ (gedeckt) + 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 4/5’
11. Contra Posaune 32’ Zink, halbe Länge, einschlagende Zungen
12. Posaune 16’ Zink, wie 11. (aber volle Länge?)
13. Trompete 8’ Zinn, aufschlagend, weite Mensur, sehr kräftig
14. Schalmei 4’ Zinn, aufschlagend, enger als 13.

Nr. 1–4 [aha, A. d. T.] in eigenen Gehäusen an den Seitenwänden vor dem alten Gehäuse*

Piano Pedal
Winddruck 83 mm WS
1. Doppelflötenbaß 16’ Holz, gedeckt, weite Mensur, zwei Labien
2. Subbaß 16’ Holz, gedeckt, weite Mensur
3. Gedactbaß 8’ Holz
4. Violoncello 8’ Holz, enger und zarter als Violoncello im Forte Pedal
5. Fagotto 16’ konische Zinkbecher, einschlagend, zart


Manuale: C–f’’’
Pedal: C–d’

4 Bälge zum Forte-Pedal und zur Barkermaschine, 8 weitere Bälge zu den übrigen Laden
Ausgleichsbälge zum I., III. und IV. Manual [das II. Manual lag direkt über den Hauptbälgen, A. d. T.]
Evacuant; Kalkantenglocke

Sperrventile: Manual II; Manual III; HW, Südlade; HW, Nordlade + IV. Manual; Forte Pedal (Fußhebel)

Barkermaschine zum I. Manual
Koppeln: II/I, III/I, I/P (durchkoppelnd)

Jalousieschweller zum IV. Manual (Dach und Nordseite des Schwellkastens)
»Expression«: Balgmaschine mit Drosselvorrichtung, die den Jalousieschweller betätigt

Cimbelstern (aus der alten Orgel?)

* Siehe das Foto aus Wolfgangs Bericht, auf dem man wohl den 32’ sieht:

[image]
Ausgelagerte Pedalpfeifen hinter einer Holzverkleidung neben den Musik-Balkonen

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Samstag, 01. November 2014, 12:52 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Friedrich, Samstag, 01. November 2014, 13:32

Interessante Einzelheiten über die gemischten Stimmen:

– Der HW-Cornett ist offenbar französisch konzipiert, also sehr weit, nur ohne 8’-Reihe und wohl nicht aufgebänkt.
– Die Mixturen repetieren überlappend, nicht nur innerhalb der Werke (I. und II. Manual), sondern auch zwischen den Manualen I und II sowie III und IV, sodass sich ein stufenloser Prinzipalklang ergibt.
– Der Pedal-Cornett ist ein Solocornett in 4’-Lage.
– Alle Prinzipalmixturen basieren auf einer durchlaufenden 2’-Reihe.

Lübeck, Marienkirche, Neubau von Johann Friedrich und Edmund Schulze aus Paulinzella, 1853/54
Angaben nach Walter, This heaving ocean of tones, Göteborg 2000, S. 49–62
…
16. Cornett IV 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 3/5’, weiteste Mensur
17. Mixtur V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 2/3’ + 1/2’
fis: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
18. Cimbel III engere Mensur
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
h: 4’ + 2 2/3’ + 2’

Zweites Manual
mittlere Mensuren, Winddruck 83 mm WS
…
12. Mixtur V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 2/3’ + 1/2’
g: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
13. Scharf III 2’ engere Mensur
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
c’: 4’ + 2 2/3’ + 2’

Drittes Manual
enge Mensuren, Winddruck 68 mm WS
…
12. Progressio harmonica III–V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
c: 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’
g’’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
…

Viertes Manual
…
8. Progressio harmonica III–VI 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
Fis: 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
c’’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’
h’’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
…
Forte Pedal
weite Mensuren, starke Intonation, Winddruck 88 mm WS
…
10. Cornett V 4’ (gedeckt) + 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 4/5’

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Samstag, 01. November 2014, 14:00 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich

Lübeck, Marienkirche
Neubau von Johann Friedrich und Edmund Schulze aus Paulinzella, 1853/54
Spätere Veränderungen
Angaben nach Walter, This heaving ocean of tones, Göteborg 2000, S. 49–62

> Erstes Manual

Bordun 32’

1908 von Kemper durch Starton-Gambe 8’ ersetzt.

14. Nassat 2 2/3’

wurde Superoctave 2’ (Angabe nach Lichtwark, 1925).

19. Tuba 16’ Zink, C–H halbe Länge, einschlagende Zungen

bekam schon bald nach der Fertigstellung ab c aufschlagende Zungen von Schulze.

20. Trompete 8’ Zinn, ab gis’’ labial
21. Clarino 4’ Zinn, ab c’’ labial

wurden 1857 von Schulze mit neuen Pfeifen ersetzt, intoniert von Edmund Schulze, angeblich nach dem Vorbild Cavaillé-Coll.
1910 wurde die Trompete von Kemper abermals durch eine modernere Trompete ersetzt.


> Zweites Manual

1. Principal 16’ Holz, C–H aus Bordun 16’

1909 von Kemper durch Seraphon 8’ ersetzt.

7. Salicional 8’ C–H aus Principal 8’, ab c Zinn

wurde 1929 von Kemper durch Quintatön 8’ ersetzt.

15. Trompete 8’ C–H Zink, ab c Zinn, ab gis’’ labial

wurde 1895 von Kemper durch eine neue Trompete ersetzt.


> Drittes Manual

12. Progressio harmonica III–V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
c: 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’
g’’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’

Vor 1938 wurden die tiefsten beiden Chöre (5 1/3’ und 8’) entfernt und die 4’-Reihe zumindest teilweise mit Papier stummgesteckt.

13. Aeoline 8’

wurde vor 1938 durch eine aufschlagende (Drehdeckel-) Oboe 8’ ersetzt
(es gab also nun zwei Oboen, eine ein-, die andere aufschlagend).


> Viertes Manual
bekam 1876 von Sauer eine Voix céleste II 8’ ab c dazu.

5. Flaut amabile 8’

wurde nach 1925 durch Aeoline 8’ (labial) ersetzt.


> Forte Pedal

12. Posaune 16’ Zink, wie 11. (aber volle Länge?)

wurde 1876 von Sauer durch eine aufschlagende Posaune ersetzt.


Walter Kraft plante 1942 einen Neubau mit 111 Registern auf sechs Manualen und zwei Pedalwerken; Kemper bekam am 7. März 1942 den Zuschlag. Am 28. März 1942 verbrannte die alte Orgel während eines Luftangriffs.

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Samstag, 01. November 2014, 14:04 (vor 4390 Tagen) @ stein

Schön wenn man den alten Prospekt rekonstruieren würde!
Würde andere Schandtaten auch verhindern.

Durch eine weitere Schandtat?
Nee, nee – keine Feigheit vor dem Feind!

Findet
Friedrich

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Kleinorgelspieler, Samstag, 01. November 2014, 16:01 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich

Walter Kraft plante 1942 einen Neubau mit 111 Registern auf sechs Manualen und zwei Pedalwerken; Kemper bekam am 7. März 1942 den Zuschlag. Am 28. März 1942 verbrannte die alte Orgel während eines Luftangriffs.

Gibt es zu diesem 111-Register-Werk eine Vertrags-Disposition?

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Samstag, 01. November 2014, 17:38 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich

Guten Abend alle zusammen,
In lübeck steht ja zur Zeit die große Kemperin in frage. Darauf will ich aber nicht hinaus... Welche Disposition hatte eigentlich ihre romantische Vorgängerin, auf der z.b. Lichtwark und Jimmertal sich hören ließen, und die, durch Jimmerthal initiiert, um 1850 durch Schuster erbaut wurde? Die Disposition von der Tunder - Orgel ist ja in der aktuellen Organ zu finden, ebenso die Totentanz- Dispo. Aber, welche Dispo hatte explizit die große Vorgängerin der jetzigen Kemperin, die romantische Orgel? Habt ihr die für mich? Ihr würdet mir sehr helfen …


Ich musste es tun. Auch wenn der Hund platzt.

Viele Grüße
Friedrich

Lübeck, Marienkirche
Neubau von Johann Friedrich und Edmund Schulze aus Paulinzella, 1853/54
Angaben nach Walter, This heaving ocean of tones, Göteborg 2000, S. 49–62

Erstes Manual
weite Mensuren, Winddruck 83 mm WS
1. Untersatz 32’ ab c, Holz
2. Principal 16’ C–H Holz, ab c’ Zinn
3. Bordun 16’ C–h Holz, ab c’ Zinn
4. Viola major 16’ C–H aus Principal 16’, bis h Holz, ab c’ Zinn
5. Principal 8’ C–H Holz, ab c Zinn
6. Gedact 8’ C–H Holz, ab c Zinn
7. Hohlflöte 8’ C–H aus Gedact 8’, ab c Holz, Labien an der breiten Seite
8. Gemshorn 8’ Zinn
9. Viola di Gamba C–H aus Principal 8’, ab c Zinn
10. Quinte 5 1/3’ C–H Holz, gedackt, weiteste Mensur
11. Octave 4’, Zinn
12. Spitzflöte 4’, Zinn
13. Violino 4’, Zinn, zart intoniert
14. Nassat 2 2/3’
15. Rauschquinte II 2 2/3’ Quinte gedeckt + Superoktave
16. Cornett IV 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 3/5’, weiteste Mensur
17. Mixtur V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 2/3’ + 1/2’
fis: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
18. Cimbel III engere Mensur
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
h: 4’ + 2 2/3’ + 2’
19. Tuba 16’ Zink, C–H halbe Länge, einschlagende Zungen
20. Trompete 8’ Zinn, ab gis’’ labial
21. Clarino 4’ Zinn, ab c’’ labial

2 x 2 C-Cis-geteilte Laden nebeneinander.
Südlade: 1–5, 9, 14–17
Nordlade: 6–8, 10–13, 15–17


Zweites Manual
mittlere Mensuren, Winddruck 83 mm WS
1. Principal 16’ Holz, C–H aus Bordun 16’
2. Bordun 16’ Holz, ab c’ Zinn
3. Principal 8’ C–H Holz
4. Gedact 8’ C–H Holz
5. Portunalflöte 8’ Holz, C–H gedeckt, gewölbte Außenlabien
6. Spitzflöte 8’ Zinn
7. Salicional 8’ C–H aus Principal 8’, ab c Zinn
8. Octave 4’ Zinn
9. Rohrflöte 4’ Zinn
10. Gemshorn 4’ Zinn
11. Quinte und Octave 2 2/3’ II beide Reihen offen
12. Mixtur V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 2/3’ + 1/2’
g: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
13. Scharf III 2’ engere Mensur
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
c’: 4’ + 2 2/3’ + 2’
14. Physharmonica 16’ Zink, einschlagende Zungen
15. Trompete 8’ C–H Zink, ab c Zinn, ab gis’’ labial


Drittes Manual
enge Mensuren, Winddruck 68 mm WS
1. Lieblich Gedact 16’ C–h’ Holz, ab c’’ Zinn
2. Geigen Principal 8’ C–H Holz, ab c Zinn
3. Lieblich Gedact 8’ C–h Holz, ab c’ Zinn
4. Jubalflöte 8’ Holz, weite Mensur, zwei Labien
5. Flauto traverso 8’ C–gis aus Lieblich Gedact 8’, ab a Zinn, ab a’ überblasend
6. Terpodion 8’ C–H aus Geigen Principal 8’, ab c Zinn
7. Geigen Principal 4’ Zinn
8. Zartflöte 4’ Holz, C–H aus Flageolet 4’
9. Flageolet 4’ C–Gis gedeckt, ab A offen, a a überblasend; gebohrte, runde Pfeifen aus Buche
10. Spitzquinte 2 2/3’ Zinn
11. Waldflöte 2’ Zinn, konisch
12. Progressio harmonica III–V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
c: 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’
g’’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
13. Aeoline 8’ Zink, einschlagende Zunge, Windschweller (?)
14. Oboe 8’ Zinn, enge Becher, einschlagend, Windschweller (?)


Viertes Manual
mittlere Mensuren, 78 mm WS
1. Tibia major 16’ C–h’ Holz, ab c’’ Zinn; eng, gedeckt, hohe Aufschnitte
2. Principal 8’ C–H Holz, ab c Zinn
3. Fugara 8’ C–H aus Principal 8’
4. Flauto dolce 8’ C–H aus Flaut amabile, ab c Holz, offen
5. Flaut amabile 8’ C–h Holz, ab c’ Zinn, gedeckt, sehr leise
6. Viola d’amour 4’ 50 % Zinn, zart
7. Octave 4’ Zinn
8. Progressio harmonica III–VI 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
Fis: 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
fis’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
c’’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’
h’’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’
9. Clarinette 8’ zylindrische Becher, aufschlagend


Forte Pedal
weite Mensuren, starke Intonation, Winddruck 88 mm WS
1. Groß-Principal 32’ Holz, weite Mensur
2. Basso majore 16’ Holz, weiteste Mensur
3. Principalbaß 16’ Holz, enger als 2.
4. Violon 16’ eng, scharfe Intonation
5. Major-Quinte 10 2/3’ Holz, gedackt, weite Mensur
6. Basso minore 8’ Holz, weites Principal, wie 2.
7. Violoncello 8’ Holz, stark und streichend, wie 4.
8. Terz + Quinte 6 2/5’ + 5 1/3’, Holz, gedeckt, weite Mensur
9. Octave 4’ Zinn, starke Intonation
10. Cornett V 4’ (gedeckt) + 2’ + 1 1/3’ + 1’ + 4/5’
11. Contra Posaune 32’ Zink, halbe Länge, einschlagende Zungen
12. Posaune 16’ Zink, wie 11. (aber volle Länge?)
13. Trompete 8’ Zinn, aufschlagend, weite Mensur, sehr kräftig
14. Schalmei 4’ Zinn, aufschlagend, enger als 13.

Nr. 1–4 [aha, A. d. T.] in eigenen Gehäusen an den Seitenwänden vor dem alten Gehäuse*

Piano Pedal
Winddruck 83 mm WS
1. Doppelflötenbaß 16’ Holz, gedeckt, weite Mensur, zwei Labien
2. Subbaß 16’ Holz, gedeckt, weite Mensur
3. Gedactbaß 8’ Holz
4. Violoncello 8’ Holz, enger und zarter als Violoncello im Forte Pedal
5. Fagotto 16’ konische Zinkbecher, einschlagend, zart


Manuale: C–f’’’
Pedal: C–d’

4 Bälge zum Forte-Pedal und zur Barkermaschine, 8 weitere Bälge zu den übrigen Laden
Ausgleichsbälge zum I., III. und IV. Manual [das II. Manual lag direkt über den Hauptbälgen, A. d. T.]
Evacuant; Kalkantenglocke

Sperrventile: Manual II; Manual III; HW, Südlade; HW, Nordlade + IV. Manual; Forte Pedal (Fußhebel)

Barkermaschine zum I. Manual
Koppeln: II/I, III/I, I/P (durchkoppelnd)

Jalousieschweller zum IV. Manual (Dach und Nordseite des Schwellkastens)
»Expression«: Balgmaschine mit Drosselvorrichtung, die den Jalousieschweller betätigt

Cimbelstern (aus der alten Orgel?)

* Siehe das Foto aus Wolfgangs Bericht, auf dem man wohl den 32’ sieht:

[image]
Ausgelagerte Pedalpfeifen hinter einer Holzverkleidung neben den Musik-Balkonen

Klasse, einfach nur klasse! Das kommt ins archiv! Aber, wieso hatte die 32'-Posaune nur halbe becherlänge, der Platz hätte ja gereicht vermutlich...und wieso Zink-Becher?

Fragt Johannes

--
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Samstag, 01. November 2014, 17:45 (vor 4390 Tagen) @ Kleinorgelspieler

Walter Kraft plante 1942 einen Neubau mit 111 Registern auf sechs Manualen und zwei Pedalwerken; Kemper bekam am 7. März 1942 den Zuschlag. Am 28. März 1942 verbrannte die alte Orgel während eines Luftangriffs.


Gibt es zu diesem 111-Register-Werk eine Vertrags-Disposition?


Die würde mich auch mal interessieren ;--)

--
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Samstag, 01. November 2014, 17:46 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich

Lübeck, Marienkirche
Neubau von Johann Friedrich und Edmund Schulze aus Paulinzella, 1853/54
Spätere Veränderungen
Angaben nach Walter, This heaving ocean of tones, Göteborg 2000, S. 49–62

> Erstes Manual

Bordun 32’

1908 von Kemper durch Starton-Gambe 8’ ersetzt.

14. Nassat 2 2/3’

wurde Superoctave 2’ (Angabe nach Lichtwark, 1925).

19. Tuba 16’ Zink, C–H halbe Länge, einschlagende Zungen

bekam schon bald nach der Fertigstellung ab c aufschlagende Zungen von Schulze.

20. Trompete 8’ Zinn, ab gis’’ labial
21. Clarino 4’ Zinn, ab c’’ labial

wurden 1857 von Schulze mit neuen Pfeifen ersetzt, intoniert von Edmund Schulze, angeblich nach dem Vorbild Cavaillé-Coll.
1910 wurde die Trompete von Kemper abermals durch eine modernere Trompete ersetzt.


> Zweites Manual

1. Principal 16’ Holz, C–H aus Bordun 16’

1909 von Kemper durch Seraphon 8’ ersetzt.

7. Salicional 8’ C–H aus Principal 8’, ab c Zinn

wurde 1929 von Kemper durch Quintatön 8’ ersetzt.

15. Trompete 8’ C–H Zink, ab c Zinn, ab gis’’ labial

wurde 1895 von Kemper durch eine neue Trompete ersetzt.


> Drittes Manual

12. Progressio harmonica III–V 2’
C: 2’ + 1 1/3’ + 1’
c: 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g: 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’ + 1’
g’: 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’ + 1 1/3’
g’’: 8’ + 5 1/3’ + 4’ + 2 2/3’ + 2’

Vor 1938 wurden die tiefsten beiden Chöre (5 1/3’ und 8’) entfernt und die 4’-Reihe zumindest teilweise mit Papier stummgesteckt.

13. Aeoline 8’

wurde vor 1938 durch eine aufschlagende (Drehdeckel-) Oboe 8’ ersetzt
(es gab also nun zwei Oboen, eine ein-, die andere aufschlagend).


> Viertes Manual
bekam 1876 von Sauer eine Voix céleste II 8’ ab c dazu.

5. Flaut amabile 8’

wurde nach 1925 durch Aeoline 8’ (labial) ersetzt.


> Forte Pedal

12. Posaune 16’ Zink, wie 11. (aber volle Länge?)

wurde 1876 von Sauer durch eine aufschlagende Posaune ersetzt.


Walter Kraft plante 1942 einen Neubau mit 111 Registern auf sechs Manualen und zwei Pedalwerken; Kemper bekam am 7. März 1942 den Zuschlag. Am 28. März 1942 verbrannte die alte Orgel während eines Luftangriffs.

Einschlagend = durchschlagend, richtig?

--
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Karsten @, Samstag, 01. November 2014, 18:48 (vor 4390 Tagen) @ JRorgel

Der Entwurf ist in Walters Diplom-Arbeit (unveröffentlicht) abgedruckt und im Lübecker Archiv zu finden.

Gruß
Karsten

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Samstag, 01. November 2014, 19:10 (vor 4390 Tagen) @ JRorgel

Klasse, einfach nur klasse! Das kommt ins archiv!

Gerne! Vergnügen!
Da gehört’s hin, die muss man einfach kennen.

Aber, wieso hatte die 32'-Posaune nur halbe becherlänge, der Platz hätte ja gereicht vermutlich...und wieso Zink-Becher?

Ich glaube, Zink war einfach “the latest shit”. Mit der Bauhöhe war es auch so eine Sache. Wenn Du Dir den alten Prospekt anschaust, musst Du Dir vorstellen, dass das gesamte Obergeschoss – vom Kranzgesims an – mit dem I. und IV. Manual besetzt war. Ganz unten waren die Bälge, darüber außen das Forte-Pedal und in der Mitte das II. Manual. Der Spieltisch war hinter der oberen Hälfte des zentralen Erkerchens, das mit dem Prospektumbau unter Julius Mildes Leitung dazukam.

Das Forte-Pedal entsprach also den nach außen ansteigenden Prospektfeldern unten außen, hinter denen auch früher der Großteil des Pedals gestanden hatte. Da hat man aber eine Bauhöhe, die höchstens 16-Fuß-Körper zulässt; zumal zwischen Großpedal und Kranzgesims ja auch noch das III. Manual (links) und das Piano-Pedal (rechts) Platz haben mussten. Sogar alle 16’-Labialregister mit voller Höhe waren ausgelagert (und C und D des gotischen 16’-Prinzipals standen bekanntlich vor dem Gehäuse, abgeführt an die Seitenwände des Schiffs). Schulze hat also nicht die Bauhöhe des oberen Prospekts für das Pedal ausgenutzt; diesen Raum hat er seinem 21-Register-Hauptwerk und dem Schwellkasten reserviert. Er hatte schon damals erkannt, dass das verhältnismäßig flache Gehäuse (es heißt, es sei etwa zwei Meter tief gewesen) für den Klang günstig war, und wollte nicht tiefer bauen.

Die Bauweise als einschlagende (ja, das bedeutet dasselbe wie »durchschlagend«) Posaune sollte das altbekannte Rattern vermeiden helfen und eine rasche Ansprache erlauben. Möglicherweise ließ sich damit auch ein guter Klang bei halber Becherlänge erreichen. Ich habe so ein Tier noch nie gehört, deswegen kann ich’s nicht sagen. (Oder war der Bombardon in Riga auch einschlagend?)

Viele Grüße
Friedrich

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

hardy @, Samstag, 01. November 2014, 22:57 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich

Hallo , in Markneukirchen steht heute noch (restauriert) eine Schulze-Orgel mit 32'-Posaune wie in Lübeck, also durschlagend und mit halber Becherlänge. Allerdings ist dieses Register wohl von Fa. Wegscheider rekonstruiert worden, was ich an sich schon hervorragend finde. Ich habe da zwar schon gespielt, jedoch war die Posaune 32' ziemlich verstimmt und der Organist sagte, er benutze sie nur bei besonderen Anlässen. Das würde ich allerdings nicht, sondern öfter :-) An den Klang vor Ort kann ich mich kaum erinnern, jedoch gibt es von der Orgel mindestens eine CD, auf der man die Posaune 32 gut hören kann. Ich finde den Ton und die Ansprache im Ganzen weicher als bei einer aufschlagenden Zunge. Sehr angenehm eigentlich, etwas wie eine Tuba im Blasorchester).
Dieses Thema könnte mir einen eigenen Thread wert sein!
Gruß, Hardy

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

link1907 @, Samstag, 01. November 2014, 23:01 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich

In Markneukirchen im Vogtland steht die größte, noch fast vollständig erhaltene Schulze-Orgel in Deutschland, II+P/32.
Sie hat eine 16´ und 32´ Posaune. Beide durchschlagend.
Die 16´ Posaune ist original, die 32´ Posaune wurde von Kristian Wegscheider rekonstruiert. Hat auch halbe Becherlänge.

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

hardy @, Samstag, 01. November 2014, 23:02 (vor 4390 Tagen) @ hardy

Also die Ansprache der durchschl. Posaune ist schon direkt, habe sie da eben als weich bezeichnet, aber das ist mehr der Klang :)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

hardy @, Samstag, 01. November 2014, 23:03 (vor 4390 Tagen) @ link1907

da haben wir uns wunderbar überschnitten :-)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Samstag, 01. November 2014, 23:05 (vor 4390 Tagen) @ hardy

Winzer, Schulze-Schüler in Wismar, baute auch einschlagende Zungen.
In Schönberg gibt es sie noch in 16'.

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

link1907 @, Sonntag, 02. November 2014, 00:00 (vor 4390 Tagen) @ hardy

ja,
ich hab aus dem Booklet der CD von Markneukirchen "abgeschrieben" und siehe da, einer war schneller...

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Solcena ⌂ @, Sonntag, 02. November 2014, 01:24 (vor 4390 Tagen) @ hardy

Wozu um alles in der Welt braucht man eigentlich Subkoppeln? :-))

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Florian-L @, Sonntag, 02. November 2014, 08:38 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Florian-L, Sonntag, 02. November 2014, 09:01

Die Bauweise als einschlagende (ja, das bedeutet dasselbe wie »durchschlagend«) Posaune sollte das altbekannte Rattern vermeiden helfen und eine rasche Ansprache erlauben. Möglicherweise ließ sich damit auch ein guter Klang bei halber Becherlänge erreichen. Ich habe so ein Tier noch nie gehört, deswegen kann ich’s nicht sagen. (Oder war der Bombardon in Riga auch einschlagend?)

Hier eine Aufnahme der Ladegast-Orgel im Schweriner Dom, wo eine durchschlagende Posaune 32' vorhanden ist, die bei den letzten Akkorden zu hören ist. Ob mit voller oder halber Länge, ist mir nicht bekannt, aber dieses Tier schnurrt durchaus beeindruckend.

Sehr hörenswert auch diese Aufnahme, wo die durchschlagenden Zungenregister ausgiebig zum Einsatz kommen.
Ab etwa 4:00 meint man, einen brodelnden Hexenkessel zu hören.

Gruß, Florian

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Sonntag, 02. November 2014, 09:20 (vor 4390 Tagen) @ Florian-L

Die Bauweise als einschlagende (ja, das bedeutet dasselbe wie »durchschlagend«) Posaune sollte das altbekannte Rattern vermeiden helfen und eine rasche Ansprache erlauben. Möglicherweise ließ sich damit auch ein guter Klang bei halber Becherlänge erreichen. Ich habe so ein Tier noch nie gehört, deswegen kann ich’s nicht sagen. (Oder war der Bombardon in Riga auch einschlagend?)


Hier eine Aufnahme der Ladegast-Orgel im Schweriner Dom, wo eine durchschlagende Posaune 32' vorhanden ist, die bei den letzten Akkorden zu hören ist. Ob mit voller oder halber Länge, ist mir nicht bekannt, aber dieses Tier schnurrt durchaus beeindruckend.

Sehr hörenswert auch diese Aufnahme, wo die durchschlagenden Zungenregister ausgiebig zum Einsatz kommen.
Ab etwa 4:00 meint man, einen brodelnden Hexenkessel zu hören.

Gruß, Florian

Ja, ich habe eine Aufnahme von der Orgel gehört, Bossis scherzo in g-Moll. Die große Posaune ist überaus beeindruckend und gar nicht schwach...ich hatte bisher immer gedacht, durchschlagende Zungen sind immer leise, wegen physharmonica und lingualer Aeoline und so :--)

--
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Sonntag, 02. November 2014, 09:23 (vor 4390 Tagen) @ Friedrich

Klasse, einfach nur klasse! Das kommt ins archiv!


Gerne! Vergnügen!
Da gehört’s hin, die muss man einfach kennen.

Aber, wieso hatte die 32'-Posaune nur halbe becherlänge, der Platz hätte ja gereicht vermutlich...und wieso Zink-Becher?


Ich glaube, Zink war einfach “the latest shit”. Mit der Bauhöhe war es auch so eine Sache. Wenn Du Dir den alten Prospekt anschaust, musst Du Dir vorstellen, dass das gesamte Obergeschoss – vom Kranzgesims an – mit dem I. und IV. Manual besetzt war. Ganz unten waren die Bälge, darüber außen das Forte-Pedal und in der Mitte das II. Manual. Der Spieltisch war hinter der oberen Hälfte des zentralen Erkerchens, das mit dem Prospektumbau unter Julius Mildes Leitung dazukam.

Das Forte-Pedal entsprach also den nach außen ansteigenden Prospektfeldern unten außen, hinter denen auch früher der Großteil des Pedals gestanden hatte. Da hat man aber eine Bauhöhe, die höchstens 16-Fuß-Körper zulässt; zumal zwischen Großpedal und Kranzgesims ja auch noch das III. Manual (links) und das Piano-Pedal (rechts) Platz haben mussten. Sogar alle 16’-Labialregister mit voller Höhe waren ausgelagert (und C und D des gotischen 16’-Prinzipals standen bekanntlich vor dem Gehäuse, abgeführt an die Seitenwände des Schiffs). Schulze hat also nicht die Bauhöhe des oberen Prospekts für das Pedal ausgenutzt; diesen Raum hat er seinem 21-Register-Hauptwerk und dem Schwellkasten reserviert. Er hatte schon damals erkannt, dass das verhältnismäßig flache Gehäuse (es heißt, es sei etwa zwei Meter tief gewesen) für den Klang günstig war, und wollte nicht tiefer bauen.

Die Bauweise als einschlagende (ja, das bedeutet dasselbe wie »durchschlagend«) Posaune sollte das altbekannte Rattern vermeiden helfen und eine rasche Ansprache erlauben. Möglicherweise ließ sich damit auch ein guter Klang bei halber Becherlänge erreichen. Ich habe so ein Tier noch nie gehört, deswegen kann ich’s nicht sagen. (Oder war der Bombardon in Riga auch einschlagend?)

Viele Grüße
Friedrich

Ach du, wenn man das so betrachtet, durchaus schlüssig, und Zink war ja damals erst für den orgelbau entdeckt worden... Gibt es eigentlich noch Photos vom schulze - Spieltisch? Von der Anordnung her muss der ja ähnlich gewesen sein wie der der röver-Orgel im Magdeburger Dom, im mittelturm hinter den pfeifen...ein Foto würde mich sehr interessieren!
LG Johannes

--
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Sonntag, 02. November 2014, 11:58 (vor 4389 Tagen) @ JRorgel

...ein Foto würde mich sehr interessieren!
LG Johannes

Voilà.
(Leider nur iPod-Qualität.)
[image]
Licht kommt von links, wo ein Westfenster ist. Der Organist schaut nach rechts unten in die Kirche.

Der Name »Jimmerthal« ist schon so schön, dass Thomas Mann sich einen ganz anderen ausdenken musste – »Pfühl« (»Es merkt es keiner!«) ist aber auch nicht schlecht.

Viele Grüße
Friedrich

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Sonntag, 02. November 2014, 12:09 (vor 4389 Tagen) @ Florian-L

Sehr hörenswert auch …

… dieser Ausschnitt aus Joachim Walters Motette-CD mit Repertoire, das Hermann Jimmerthal in Lübeck gespielt hat.

Viele Grüße
Friedrich

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Sonntag, 02. November 2014, 16:09 (vor 4389 Tagen) @ Friedrich

...ein Foto würde mich sehr interessieren!
LG Johannes


Voilà.
(Leider nur iPod-Qualität.)
[image]
Licht kommt von links, wo ein Westfenster ist. Der Organist schaut nach rechts unten in die Kirche.

Der Name »Jimmerthal« ist schon so schön, dass Thomas Mann sich einen ganz anderen ausdenken musste – »Pfühl« (»Es merkt es keiner!«) ist aber auch nicht schlecht.

Viele Grüße
Friedrich

Super! Klasse, höchste Freude bei mir! Spielt Pfühl nicht in den Buddenbrooks?
Spieltisch schön übersichtlich!

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"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Sonntag, 02. November 2014, 16:12 (vor 4389 Tagen) @ Friedrich

Sehr hörenswert auch …


… dieser Ausschnitt aus Joachim Walters Motette-CD mit Repertoire, das Hermann Jimmerthal in Lübeck gespielt hat.

Viele Grüße
Friedrich

Wow! Ubd dass jetzt noch in der riesigen Akustik dort... Ich würde mir ja wünschen, dass die Schulze-Orgel rekonstruiert wird...

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"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Sonntag, 02. November 2014, 16:35 (vor 4389 Tagen) @ JRorgel

... Ich würde mir ja wünschen, dass die Schulze-Orgel rekonstruiert wird...

Das dachte ich mir auch mal, aber wenn einer wie Wegscheider (auf dem Lübecker Symposium) davon abrät, hat das schon Gewicht – wer sonst kennte sich so gut mit Schulze aus?

Was mich interessieren würde, wären sozusagen Teilaspekte der Schulze-Orgel. Z. B. die großen Prinzipalchöre mit Töpfer-Mensuren und kräftig-brillanter Intonation, die mächtige Pedalbesetzung mit 32’-Cornet, die luxuriöse Manual-16’-Ausstattung im Hauptwerk … Eine Rekonstruktion wäre letztlich ein Museumsprojekt, das wäre meiner Ansicht nach nichts für diesen Ort. Abgesehen davon, dass ich dem Nachbau des gotischen Prospekts (der, wie gesagt, mit der Schulze-Orgel nichts zu tun hatte) nichts abgewinnen kann.

Viele Grüße
Friedrich

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Frank Berger @, Wassenberg, Sonntag, 02. November 2014, 18:07 (vor 4389 Tagen) @ JRorgel

Das Foto findet sich auch in einem Joachim-Walter-Artikel in Acta Organologica 28, S. 299 - 312, mit Dispo 1851-1854 und Registrierungsanweisungen von Jimmerthal.
Wer die Acta 28 hat, möge nachlesen....
Grüße
Frank

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Nachthorn, Sonntag, 02. November 2014, 18:50 (vor 4389 Tagen) @ JRorgel

Übersichtlich und ordentlich ist der Spieltisch sicherlich.
Als Organist selbst registrieren wollte ich dort aber nicht müssen. Da sind meine Arme zu kurz.

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

friedemannw @, Gießen, Sonntag, 02. November 2014, 19:23 (vor 4389 Tagen) @ Florian-L

Alle 32'-Posaunen in den Ladegast-Großinstrumenten sind durchschlagend. In Leipzig wurde sie rekonstruiert, in Merseburg (und sicherlich auch in Schwerin) ist sie original. In Merseburg und Leipzig wurde jeweils halbe Becherlänge gebaut. Und alle drei machen ordentlich Rabatz - aber es ist niemals brutal, eher ein angenehm voller Ton. In Leipzig steht der 32' ja fast direkt hinter dem Prospekt, da ist er richtig gut zu hören!

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Sonntag, 02. November 2014, 20:22 (vor 4389 Tagen) @ Friedrich

... Ich würde mir ja wünschen, dass die Schulze-Orgel rekonstruiert wird...


Das dachte ich mir auch mal, aber wenn einer wie Wegscheider (auf dem Lübecker Symposium) davon abrät, hat das schon Gewicht – wer sonst kennte sich so gut mit Schulze aus?

Was mich interessieren würde, wären sozusagen Teilaspekte der Schulze-Orgel. Z. B. die großen Prinzipalchöre mit Töpfer-Mensuren und kräftig-brillanter Intonation, die mächtige Pedalbesetzung mit 32’-Cornet, die luxuriöse Manual-16’-Ausstattung im Hauptwerk … Eine Rekonstruktion wäre letztlich ein Museumsprojekt, das wäre meiner Ansicht nach nichts für diesen Ort. Abgesehen davon, dass ich dem Nachbau des gotischen Prospekts (der, wie gesagt, mit der Schulze-Orgel nichts zu tun hatte) nichts abgewinnen kann.

Viele Grüße
Friedrich

Naja, einer Rekonstruktion des gotischen Monsters kann ich auch nicht viel abgewinnen...

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JRorgel @, Sonntag, 02. November 2014, 20:23 (vor 4389 Tagen) @ Nachthorn

Übersichtlich und ordentlich ist der Spieltisch sicherlich.
Als Organist selbst registrieren wollte ich dort aber nicht müssen. Da sind meine Arme zu kurz.

Sind sie das nicht an großen barocken Orgeln wie Hamburg, jacobi auch....?

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"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

total OT, aber trotzdem gut - war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Wolfgang Gourgé @, Sonntag, 02. November 2014, 23:02 (vor 4389 Tagen) @ Florian-L

Die Bauweise als einschlagende (ja, das bedeutet dasselbe wie »durchschlagend«) Posaune sollte das altbekannte Rattern vermeiden helfen und eine rasche Ansprache erlauben. Möglicherweise ließ sich damit auch ein guter Klang bei halber Becherlänge erreichen. Ich habe so ein Tier noch nie gehört, deswegen kann ich’s nicht sagen. (Oder war der Bombardon in Riga auch einschlagend?)


Hier eine Aufnahme der Ladegast-Orgel im Schweriner Dom, wo eine durchschlagende Posaune 32' vorhanden ist, die bei den letzten Akkorden zu hören ist. Ob mit voller oder halber Länge, ist mir nicht bekannt, aber dieses Tier schnurrt durchaus beeindruckend.


....dieses Stück entfaltet - wie so viele andere - doch erst in der Form der "kommentierten Interpretation" seinen vollen Reiz: "....a weri neiss Toccata.......hüüüüüüüüüüüüü.......hüüüüüüüüüühüüüü-jaaaahüüüüüüüüüüüüü......hüüüüüü...... hüüüdüüüühüüüüüdüüüüühüüüjaaaaa.....a neiss piess, a weri neiss piess.....hie wos organist not weri far from here, eglise sänt ogüstan....nier se madeläne tschörtsch.....hie was weri long sär, äs long äs Widor hier..."....

scnr,
Wolfgang....

total OT, aber trotzdem gut - war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

D. Hausmann, Sonntag, 02. November 2014, 23:04 (vor 4389 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

lach.....
ä verrrriiii guuuuuuud inglisch Missda Gurschääää

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Wolfgang Gourgé @, Sonntag, 02. November 2014, 23:06 (vor 4389 Tagen) @ JRorgel

Übersichtlich und ordentlich ist der Spieltisch sicherlich.
Als Organist selbst registrieren wollte ich dort aber nicht müssen. Da sind meine Arme zu kurz.


Sind sie das nicht an großen barocken Orgeln wie Hamburg, jacobi auch....?

.....es mag sein, daß Kemper deshalb beim Wiederaufbau der Jacobi-Orgel auf der neuen Westempore Anfang der 1960er Jahre den neuen Spieltisch mit nach innen geneigten Registerstaffeleien baute, die Manubrien mit denberühmten geschnitzten Köpfen (wobei es schon eine seltsame Idee war, z.B. Hans Henny Jahnn ins Gesicht fassen zu müssen, wenn man das betreffende Register ziehen wollte - und sonderlich praktisch ja auch nicht, Gesichter sind ja nicht primäre zum Greifen gedacht....). Die Folge war übrigens eine ziemlich vermurkst angelegte Registermechanik im Inneren.

Gruß,
Wolfgang

total OT, aber trotzdem gut - war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

abstrakte @, Montag, 03. November 2014, 00:19 (vor 4389 Tagen) @ D. Hausmann

lach.....
ä verrrriiii guuuuuuud inglisch Missda Gurschääää

Aufhören, das ist Körperverletzung =D =D =D

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JRorgel @, Montag, 03. November 2014, 09:23 (vor 4389 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Übersichtlich und ordentlich ist der Spieltisch sicherlich.
Als Organist selbst registrieren wollte ich dort aber nicht müssen. Da sind meine Arme zu kurz.


Sind sie das nicht an großen barocken Orgeln wie Hamburg, jacobi auch....?


.....es mag sein, daß Kemper deshalb beim Wiederaufbau der Jacobi-Orgel auf der neuen Westempore Anfang der 1960er Jahre den neuen Spieltisch mit nach innen geneigten Registerstaffeleien baute, die Manubrien mit denberühmten geschnitzten Köpfen (wobei es schon eine seltsame Idee war, z.B. Hans Henny Jahnn ins Gesicht fassen zu müssen, wenn man das betreffende Register ziehen wollte - und sonderlich praktisch ja auch nicht, Gesichter sind ja nicht primäre zum Greifen gedacht....). Die Folge war übrigens eine ziemlich vermurkst angelegte Registermechanik im Inneren.

Gruß,
Wolfgang

Das wusste ich noch gar nicht... Aber dem Orgelbauer ins Gesicht greifen, das ist auch nicht fein ;--)

--
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren." (Charles-Marie Widor)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

stein @, Montag, 03. November 2014, 09:59 (vor 4389 Tagen) @ JRorgel

Das wusste ich noch gar nicht... Aber dem Orgelbauer ins Gesicht greifen, das ist auch nicht fein ;--)

Immerhin noch besser als Fusstritt.

total OT, aber trotzdem gut - war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

JSBach @, Montag, 03. November 2014, 10:04 (vor 4389 Tagen) @ abstrakte

ich wusste sofort, welches Video gemeint war ;)

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Dorforganist, Montag, 03. November 2014, 11:26 (vor 4389 Tagen) @ JRorgel

... Aber dem Orgelbauer ins Gesicht greifen, das ist auch nicht fein ;--)

Doch die wußten sich zu wehren: bei einem Besuch (ist schon Jahrzehnte her) verriet mir die Organistin, daß es ziemlich lästig sei, beim Registrieren immer deren spitze Nasen in die Hand gebohrt zu kriegen.

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

jrbecker @, Montag, 03. November 2014, 12:31 (vor 4388 Tagen) @ JRorgel

Übersichtlich und ordentlich ist der Spieltisch sicherlich.
Als Organist selbst registrieren wollte ich dort aber nicht müssen. Da sind meine Arme zu kurz.


Sind sie das nicht an großen barocken Orgeln wie Hamburg, jacobi auch....?


.....es mag sein, daß Kemper deshalb beim Wiederaufbau der Jacobi-Orgel auf der neuen Westempore Anfang der 1960er Jahre den neuen Spieltisch mit nach innen geneigten Registerstaffeleien baute, die Manubrien mit denberühmten geschnitzten Köpfen (wobei es schon eine seltsame Idee war, z.B. Hans Henny Jahnn ins Gesicht fassen zu müssen, wenn man das betreffende Register ziehen wollte - und sonderlich praktisch ja auch nicht, Gesichter sind ja nicht primäre zum Greifen gedacht....). Die Folge war übrigens eine ziemlich vermurkst angelegte Registermechanik im Inneren.

Gruß,
Wolfgang


Das wusste ich noch gar nicht... Aber dem Orgelbauer ins Gesicht greifen, das ist auch nicht fein ;--)

Was wusstest du noch nicht - das mit den geschnitzten Manbubrien? Fotos gibt es auf dieser Seite, mal nach unten scrollen. Bei dieser Rundung kann man sich sicher die vertrackte Mechanik vorstellen...

LG
Jörg

Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

AGRitter, Dienstag, 04. November 2014, 14:32 (vor 4387 Tagen) @ JRorgel

Ach du, wenn man das so betrachtet, durchaus schlüssig, und Zink war ja damals erst für den orgelbau entdeckt worden... Gibt es eigentlich noch Photos vom schulze - Spieltisch? Von der Anordnung her muss der ja ähnlich gewesen sein wie der der röver-Orgel im Magdeburger Dom, im mittelturm hinter den pfeifen...ein Foto würde mich sehr interessieren!
LG Johannes

Das war die Reubke Orgel. Auf meiner Webseite unter http://www.magdeburgerdommusik.de/orgeln_der_vergangenheit.html kannst du ein (leider kleines) Bild von der Röver Orgel sehen - der Link zu einem Größeren scheint flöten gegangen zu sein - da ist es klar, dass die Orgel einen freistehenden Spieltisch mit Blick nach Osten.

HG
Barry

total OT, aber trotzdem gut - war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

elsenp @, Freitag, 07. November 2014, 09:18 (vor 4385 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

....dieses Stück entfaltet - wie so viele andere - doch erst in der Form der "kommentierten Interpretation" seinen vollen Reiz: "....a weri neiss Toccata.......hüüüüüüüüüüüüü.......hüüüüüüüüüühüüüü-jaaaahüüüüüüüüüüüüü......hüüüüüü...... hüüüdüüüühüüüüüdüüüüühüüüjaaaaa.....a neiss piess, a weri neiss piess.....hie wos organist not weri far from here, eglise sänt ogüstan....nier se madeläne tschörtsch.....hie was weri long sär, äs long äs Widor hier..."....

scnr,
Wolfgang....

Auch hier ein paar entzückende Spielanweisungen vom Meister persönlich: "Tiss is ä ihh-Flätt!" "Ju häff tu duh e neiß Ritenuto hier - hä?- än sänn go on - hä?- ti-da-di-da...".

Wenn man weiß, wie Franzosen sich in der Regel eigentlich mit Händen und Füßen dagegen wehren, etwas anderes als Französisch zu sprechen, ist das schon beachtenswert. Und darüber hinaus ist er ein durchaus liebenswürdiger Mensch.

Peter

vermutlich OT: platzender Hund, war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

fluteceleste @, Mittwoch, 26. November 2014, 10:02 (vor 4366 Tagen) @ Friedrich

Ich musste es tun. Auch wenn der Hund platzt."

Das würde mich interessieren, wo dieses Zitat(?)herkommt :-))
wuff!

vermutlich OT: platzender Hund, war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Friedrich @, Mittwoch, 26. November 2014, 10:19 (vor 4366 Tagen) @ fluteceleste

Ich musste es tun. Auch wenn der Hund platzt."

Das würde mich interessieren, wo dieses Zitat(?)herkommt :-))
wuff!

Ist kein Zitat, sondern eine physiologische Eventualprognose. Im Abwägen der Güter »Hund platzt« oder »Forum braucht die Schulze-Dispo« obsiegte letzteres.

Hund platzte zum Glück trotzdem nicht.

Viele Grüße
Friedrich

vermutlich OT: platzender Hund, war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

MAT @, Mittwoch, 26. November 2014, 13:06 (vor 4365 Tagen) @ Friedrich

Eine "physiologische Eventualprognose" ...das ist ja der Wahnsinn, was ich hier alles lerne...

--
Gruß
MAT

vermutlich OT: platzender Hund, war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Dorforganist, Mittwoch, 26. November 2014, 14:35 (vor 4365 Tagen) @ MAT

Eine "physiologische Eventualprognose" ...das ist ja der Wahnsinn, was ich hier alles lerne...

...oder vielleicht auch nur Hurz

vermutlich OT: platzender Hund, war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 26. November 2014, 14:47 (vor 4365 Tagen) @ Dorforganist

Eine "physiologische Eventualprognose" ...das ist ja der Wahnsinn, was ich hier alles lerne...


...oder vielleicht auch nur Hurz

....neinnein, Prognosen sind immer schwierig - vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen (und dann auch noch eventualiter....). Ich halte mich lieber an die Postnose, die ist viel einfacher und wird üblicherweise mit der Wendung "...ich hab's ja gleich gewußt..." oder "...das hätte ich dir gleich sagen können..." eingeleitet. Erweitert zur Eventual-Postnose wäre man dann bei "...das hab' ich deshalb nicht gemacht, weil dann ja möglicherweise der Hund geplatzt wäre...".

Der Volksmund nennt das übrigens "Ausrede". Aber was kümmert mich die vox populi....

futuristische Grüsse,
Wolfgang...

Ganz sicher OT: Sonst platzt der Hund

Friedrich @, Mittwoch, 26. November 2014, 15:22 (vor 4365 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Eine "physiologische Eventualprognose" ...das ist ja der Wahnsinn, was ich hier alles lerne...


...oder vielleicht auch nur Hurz


....neinnein, Prognosen sind immer schwierig - vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen (und dann auch noch eventualiter....). Ich halte mich lieber an die Postnose …

Wolfgang.
Epignose.
Soviel Zeit muss sein.

Der Volksmund nennt das übrigens "Ausrede".

Da ist was dran.

Aber was kümmert mich die vox populi ...

Demoglosse?

Viele Grosse
Friedrich

sicher OT: platzender Hund, war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

Dorforganist, Mittwoch, 26. November 2014, 16:38 (vor 4365 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

....neinnein, Prognosen sind immer schwierig...

Genau - und deshalb gilt: "Ich mache keine Prognosen, und ich werde auch nie welche machen!"

sicher OT: platzender Hund, war: Lübeck St.Marienkirche - Vorgängerin der Kemperin?

orgelquaeler, Mittwoch, 26. November 2014, 17:35 (vor 4365 Tagen) @ Dorforganist

....neinnein, Prognosen sind immer schwierig...


Genau - und deshalb gilt: "Ich mache keine Prognosen, und ich werde auch nie welche machen!"

....so umgeht man die beim Nichteinreten der Prognose drohende kognitive Dissonanz

Ganz sicher OT: Sonst platzt der Hund

untersatz32, Mittwoch, 26. November 2014, 19:07 (vor 4365 Tagen) @ Friedrich

Die "Vox populi 8'" als Hochdrucktuba oder Chamade 8' harrt in der Porsche-Orgel in Nikolai Leipzig noch mit zwei leeren Registerzügen eines Spenders oder frommem Mäzenatentum...

Aber jetzt haut mich Friedrich sicher wieder, aufgrund der vom EU-Parlament lancierten Anti-Hochdruck-Kampagne...!

Duckundweg ;-)

Thomas

Ganz sicher OT: Sonst platzt der Hund

Karsten @, Mittwoch, 26. November 2014, 19:12 (vor 4365 Tagen) @ untersatz32
bearbeitet von Karsten, Mittwoch, 26. November 2014, 19:17

Die "Vox populi 8'" als Hochdrucktuba oder Chamade 8' harrt in der Porsche-Orgel in Nikolai Leipzig noch mit zwei leeren Registerzügen eines Spenders oder frommem Mäzenatentum...

Aber jetzt haut mich Friedrich sicher wieder, aufgrund der vom EU-Parlament lancierten Anti-Hochdruck-Kampagne...!

Ich befürchte, dass einer der Gründe, warum dieses "Vox populi"-Register noch nicht eingebaut wurde, der ist, dass der Einsatz dieses Registers beim anwesenden Kirchenvolk sehr schnell den Ruf nach einer (Schallschutz-)Mauer zwischen Empore und Kirchenschiff aufkommen lässt. Und niemand, ganz besonders der Denkmalschutz, hat die Absicht, dort eine Mauer zu bauen... (scnr)

Gruß
Karsten

Ganz sicher OT: Sonst platzt der Hund

kjz1, Mittwoch, 26. November 2014, 20:40 (vor 4365 Tagen) @ Friedrich

Demoglosse?

Dann aber nicht zu verwechseln mit Dermoglost 8'.

Ganz sicher OT: Sonst platzt der Hund

untersatz32, Donnerstag, 27. November 2014, 08:47 (vor 4365 Tagen) @ Karsten

, dass der Einsatz dieses Registers beim anwesenden Kirchenvolk sehr schnell den Ruf nach einer (Schallschutz-)Mauer zwischen Empore und Kirchenschiff aufkommen lässt. Und niemand, ganz besonders der Denkmalschutz, hat die Absicht, dort eine Mauer zu bauen... (scnr)

Gruß
Karsten

DER iss gut! Wirklich gut!!!

Mit Orgeksozialistischem Gruss
TH

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