Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz

kjz1, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 18:30 (vor 4393 Tagen)
bearbeitet von kjz1, Samstag, 01. November 2014, 18:08

Hallo!

Heute ist der erste Vorbericht in der Regionalpresse zur Orgelweihe am Sonntag erschienen. Da der Paywall wieder zuschlägt, hier vielleicht 2 kurze Zitate:

Schon 1962, als die vorherige große Orgel in der Basilika eingeweiht wurde, hat Höhnen als junger Mann an dem Instrument gesessen, und auch in den vergangenen Jahren hat er die Gottesdienste an der kleinen Orgel begleitet. Mit dem neuen Instrument aber ist ganz andere Musik möglich: „Das hier ist viel inspirierender“, sagt der Organist, auch Konzerte sind nun endlich möglich. Außerdem ist das Instrument in St. Kastor ein Unikat in der Region, betont Höhnen: „Sie hat einen ganz anderen Charakter. Es ist eine romantische, symphonische Orgel, wie sie eher in französischen Kathedralen stehen.“ Orgelsinfonien könne man an dieser ganz anders spielen als an den barocken Orgeln, die in der Region üblich sind.

Zumindestens hier in der Region ist es tatsächlich ein Novum. Die Neubauten der letzten Jehrzehnte waren nämlich praktisch alle der Spezies 'neo-barock' zuzuordnen. Wobei der oben genannte bei etlichen dieser Neubauten als OSV tätig war. Insofern für diese Region tatsächlich so etwas wie eine 'Wende'. Besser spät als nie und deshalb um so erstaunlicher.

Die neue Orgel in der Basilika St. Kastor wird an diesem Sonntag, 2. November, eingeweiht. Die Weihe beginnt um 17 Uhr, bei freiem Eintritt sind alle Interessierten eingeladen. Domorganist Josef Still wird an diesem Abend spielen. Zunächst wird das gigantische Instrument vorgestellt: Still wird den vielfältigen Klang der Orgel zeigen, und Orgelbaumeister Stephan Mayer die verschiedenen Stimmen erläutern. Im Anschluss wird Still einige Stücke spielen.

Auch nach meinen Informationen soll es so eine Mischung aus Andacht, Orgeldemonstration und Konzert werden.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Und noch eine Randbemerkung für die historisch interessierten (das habe ich auch eher zufällig herausgefunden): die Basilika ist quasi auch die 'Mutterkirche' des Bistums Limburg. Hier wurde der erste Limburger Bischof geweiht und auch die päpstliche Errichtungsurkunde verlesen. Und aus lokaler Sicht stellt die Basilika so etwas wie die 'inoffizielle Kon-Kathedrale' von Trier dar (wie vielleicht auch die Basilika St. Johann in Saarbrücken). ;-)

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz

kjz1, Freitag, 31. Oktober 2014, 18:31 (vor 4391 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Freitag, 31. Oktober 2014, 21:03

Hallo!

Im neuen Pfarrbrief gibt es natürlich auch 2 Artikel zur neuen Orgel, wobei ich aber eine Aussage auch korrigieren muss. Meines Wissens nach war die jetzige Chororgel ein Neubau von Mayer, da wurde nichts wiederverwertet und das Gehäuse ist auch neu. Die Chororgel wurde nur (passgenau) unter die defekte Späth-Orgel geschoben, hatte mit dieser aber ansonsten nichts zu tun (auch wenn sich selbst fremde Organisten manchmal vom Bild täuschen liessen).

Und auch noch ein Bericht (Werbung?) aus der Saarbrücker Zeitung.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 1, Orgelweihe

kjz1, Montag, 03. November 2014, 15:06 (vor 4388 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Anschliessend möchte ich über die Orgelweihe am 2. 11. berichten. In der Kutzfassung: entspricht der Klang der Orgel dem wuchtigen Gehäuse? Ja, das tut er. Neben der 'Wuchtbrumme' von Förster & Nicolaus in der benachbarten Kirche St. Florin dürfte es sich um die mit einigem Abstand lauteste Orgel in der Region handeln.

Das Gehäuse ist auch deshalb so wuchtig, da der Platz in der Höhe und Tiefe begrenzt war. Also hat man in die Breite (9 m) gebaut. Die relativ geringe Gehäusetiefe verbunden mit dem Freipfeifenprospekt und der quasi hängenden Anordnung hat auch noch einen anderene Effekt: die Orgel klingt relativ direkt in und im Raum. Man kann also bei Konzerten beruhigt einen Platz etwas weiter entfernt von der Orgel wählen.

Die gesamte Veranstaltung dauerte 2 1/2(!) Stunden und war damit definitiv zu lang. Man hat da zu viel auf einmal gewollt (Orgelweihe, Orgeldemonstration, Konzert). Zumindestens das Konzert hätte man abtrennen sollen. So verliessen viele Besucher gegen Ende der Veranstaltung fast 'fluchtartig' die Kirche. Deshalb will ich meinen Bericht auch aufteilen.

Ansonsten war es 'ausverkauftes Haus' (also rappelvoll) und trotz Zusatzbestuhlung mussten etliche Besucher stehen. So einen Besuch verzeichnet die Kirche sonst nur zu Weihnachten bei der Christmette. Dies hatte aber natürlich noch einen anderen Effekt: die Besucher schluckten einen großen Teil des Nachhalls, den die Kirche (Steinfußboden, Eichenbänke) ansonsten besitzt.

Traditionell darf die neue Orgel erst nach der Orgelsegnung klingen. Viele Besucher wunderten sich dann auch, warum nicht schon zu Anfang die Hauptorgel erklang. Somit wurden die beiden am Anfang der Orgelsegnung Lieder ('Nun danket alle Gott' und 'Lobe den Herren') noch in Begleitung des Tuttis der Chororgel gesungen. Und hier zeigte sich dann ganz praktisch, warum eine Hauptorgel erforderlich ist. Bei voll besetzter Kirche und kräftigem Gemeindegesang 'säuft' die Chororgel gnadenlos akustisch ab. Da kann man nur vermuten, dass irgendwo noch eine Orgel mitspielt.

Interessant wäre es gewesen, wenn zumindestens bei der letzten Strophe von 'Lobe den Herren' (dieses Lied wurde während der Orgelsegnung gesungen) die Hauptorgel in die Gemeindebegleitung mit 'eingefallen' wäre, um den himmelweiten klanglichen Unterschied plastisch zu demonstrieren.

Ansonsten hielt der Pfarrer noch eine recht (zu) lange Predigt, wo er dann die Kurve von SMS zur Orgel nahm (also ein sehr weiter Bogen). Der Vorsitzende des Orgelbauvereins stellte noch einmal kurz die Baugeschichte vor. Im Grußwort des Oberbürgermeisters kam dann noch einmal humorvoll zur Sprache, dass diese Kirche ja eigentlich die 'heimliche Kon-Kathedrale von Trier' sei und somit auch einer angemessenen Orgel (neben der städtischen Kemperin in der Rhein-Mosel-Halle) bedürfe.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 2, Orgeldemonstration

kjz1, Montag, 03. November 2014, 15:28 (vor 4388 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Montag, 03. November 2014, 16:03

Hallo!

In einem weiteren Teil demonstrierte dann Domorganist Josef Still in Zusammenarbeit mit OBM Stephan Mayer verschiedene Klangfarben der Orgel.

Zunächst wurde der Klangumfang demonstriert. Das Flageolet 2' mit über 14.000 Hz düften nicht alle Besucher gehört haben. Der Untersatz 32' ist dann relativ mild intoniert. Kein Soloregister, sondern ein 'Füllregister', was den Gesamt-Klang nach unten hin abrundet.

Dann wurde die Prinzipalfamilie vorgestellt, insbesondere die Prospektpfeifen, die aus Pfeifen von Praestant 16' und Principal 8' rekrutiert werden. Hier ist der Klang natürlich sehr direkt in die Kirche, quasi wie ein Rückpositiv.

Dazu kommen dann noch die Mixturen, wobei die Harmonia aetheria im Solowerk auch terzhaltig ist.

Von den Flöten wurde die Traversflöte 4' (überblasend) und die Doppelflöte 8' aus dem Solo vorgestellt. Die Traversflöte (als 'Lieblingsregister' des Orgelbauers) erinnert stark an ihr Orchesterpendant, die Querflöte.

Sehr schön und mit viel Strich klang auch die Gamba zusammen mit der Vox coelestis als Streicherschwebung aus dem Schwellwerk.

Von den Zungen wurden gespielt: Oboe und Klarinette (durchschlagend). Auch hier wieder große Ähnlichkeit mit den entsprechenden Orchesterinstrumenten.

Auch die Schwellwirkung wurde vorgeführt. Allerdings hätte ich vermutet, dass die dämpfendfe Wirkung von 5 cm Eichenholz noch stärker wäre. Da die gesamte Orgel aber quasi freitragend montiert ist, scheint hier doch einiges vom Gehäuse mitzuschwingen.

Aus dem Solowerk wurde dann die Tuba-Fanfare präsentiert. Zwar sind die Zungen nach englischer Bauart (hooded) gefertigt, der Begriff Tuba (im Sinne von Tuba mirabilis) verwirrt hier aber. Es handelt sich eben nicht um eine der doch eher grundtönigen englischen Tuben-Register. Fanfare trifft es besser. Im Klang eher eine aussergewöhnlich kräftige Trompete. Mindestens ein Drittel der Gesamtlautstärke der Orgel wird durch diese eine Hochdruckzunge generiert.

Zum Schluß hat es sich der Orgelbauer nicht nehmen lassen, auch eine Schnurrpfeiferei einzubauen: Luscinia Henrici Antonii. Und hat damit auch Humor bzw. Ironie bewiesen.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

kjz1, Montag, 03. November 2014, 16:00 (vor 4388 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Montag, 03. November 2014, 17:45

Hallo!

Für das Konzert hatte Domorganist Josef Still eher ein ungewöhnliches Programm gewählt. Normalerweise gibt es ja bei Orgelweihen immer so einige 'Unvermeidliche' (die Epidemische, Widor-Toccata, etc.). Josef Still wählte aber Stücke, die die meisten Konzertbesucher das erste Mal in ihrem Leben gehört haben dürften. Und auch ich gestehe: was er da spielte, findet nicht allzu oft den Weg in die Konzertprogramme, weshalb es mir auch an Vergleichsmöglichkeiten mangelt.

Max Reger: Halleluja-Fantasie, op. 52,3

J. S. Bach: Concerto a-moll nach Vivaldi, BWV 593

Karl Höller: Partita zu Allerseelen über den Choral 'O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen', op. 1

Eugene Gigout: Minuetto

Edward Elgar: Sonate G-Dur, op. 28

Der Reger wurde direkt nach der Orgelsegnung gespielt, die restlichen Stücke dann am Schluß. Insgesamt würde ich sagen, dass die romantischen Stücker (Reger, Elgar) der Orgel natürlich wesentlich besser 'entgegenkommen'. Bach geht auch, aber man muss dann sehr selektiv registrieren. Das hat ja auch schon Orgelwilli mit seiner Oberlingerin demonstriert. Der Gesamtklang der Orgel im Tutti ist eher 'breit, flächig und kräftig', auf Verschmelzung hin angelegt. Der Bassbereich ist ebenfalls nicht schwach, hat jedoch für meinen persönlichen Geschmack etwas zu viel 'Mulm'. Da würde ich mir zusätzlich eine klar zeichnende 32' Zunge wünschen.

Bei E. Gigout hätte ich mir auch eher den Grand Choeur dialogue gewünscht. Dies wäre eine Gelegenheit gewesen, Hauptorgel und Chororgel alternierend einzusetzen, um so die Unterschiede zu demonstrieren.

Auch hier wurde wieder in die Pausen der verschiedenen Sätze eines Stückes hineingeklatscht. Allerdings kann ich dies dem Publikum kaum verübeln, denn welcher Laie kennt schon die hier gespielten Stücke und weiss um die Satzfolge?

Zur Orgelweihe ist (nach hier alt gepflegtem Brauch) natürlich auch eine Festschrift erschienen:

Basilika St. Kastor - Die neue Mayer-Orgel
Orgelbauverein St. Kastor [Hrsg.]
Koblenz, 2014
99 S.
ISBN 978-3-9815018-2-7

Leider hat man wieder als Titelbild das farbverfälschte 'offizielle' Photo gewählt: nein, das Gehäuse ist nicht weiß, sondern in hell gebeizter Eiche (hellbraun) gehalten.

In der Festschrift wird auch auf die bisherigen Organisten/Kantoren (ab 1185 nachweisbar) und Orgeln (schon 1320 waren 2 Orgeln nachweisbar) eingegangen, wobei nähere Informationen ab der Stumm-Orgel von 1769 verfügbar sind.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

Flûte harmonique, Montag, 03. November 2014, 18:20 (vor 4388 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Flûte harmonique, Montag, 03. November 2014, 18:36

Hallo!

Für das Konzert hatte Domorganist Josef Still eher ein ungewöhnliches Programm gewählt. Normalerweise gibt es ja bei Orgelweihen immer so einige 'Unvermeidliche' (die Epidemische, Widor-Toccata, etc.). Josef Still wählte aber Stücke, die die meisten Konzertbesucher das erste Mal in ihrem Leben gehört haben dürften. Und auch ich gestehe: was er da spielte, findet nicht allzu oft den Weg in die Konzertprogramme, weshalb es mir auch an Vergleichsmöglichkeiten mangelt.

Max Reger: Halleluja-Fantasie, op. 52,3

J. S. Bach: Concerto a-moll nach Vivaldi, BWV 593

Karl Höller: Partita zu Allerseelen über den Choral 'O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen', op. 1

Eugene Gigout: Minuetto

Edward Elgar: Sonate G-Dur, op. 28

Bei E. Gigout hätte ich mir auch eher den Grand Choeur dialogue gewünscht. Dies wäre eine Gelegenheit gewesen, Hauptorgel und Chororgel alternierend einzusetzen, um so die Unterschiede zu demonstrieren.

Auch hier wurde wieder in die Pausen der verschiedenen Sätze eines Stückes hineingeklatscht. Allerdings kann ich dies dem Publikum kaum verübeln, denn welcher Laie kennt schon die hier gespielten Stücke und weiss um die Satzfolge?

Das ist doch ein kreatives und abwechslungsreiches Programm, das Josef Still gespielt hat! Regers Halleluja-Choralfantasie, Bach/Vivaldi BWV 593 und auch die erste Elgar-Sonate sind aber eigentlich Standard-Repertoirestücke, die häufiger in Konzerten zu hören sind. Schön, dass er auch Höllers "O wie selig" programmiert hatte. Das hört man tatsächlich selten, obwohl es lohnenswerte und sehr spannende Musik ist.

Die korrekte Schreibweise von Eugène Gigouts bekanntem Werk ist Grand Chœur Dialogué (mit accent aigu) - Gigout hat dieses Stück allerdings für eine einzige Orgel konzipiert, und das Klangbild der Chororgel in St. Kastor wäre hierfür im Dialog mit der Hauptorgel denkbar ungeeignet gewesen.

Hinsichtlich seltener zu hörendem Konzertrepertoire gibt es eine Neuigkeit (im Zusammenhang mit unserem früheren Thread zu Willan): Stephen Tharp spielt Healey Willans Introduction, Passacaglia and Fugue am 21. Dezember um 17 Uhr an der neuen Eule-Orgel der Konstantinbasilika in Trier, dazu Thierry Escaichs erstes Orgelkonzert (1995) und Widors Symphonie g-Moll op. 42, ebenfalls mit Orgel & Orchester.

Grüße,
Martin

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

kjz1, Montag, 03. November 2014, 20:00 (vor 4388 Tagen) @ Flûte harmonique

Das ist doch ein kreatives und abwechslungsreiches Programm, das Josef Still gespielt hat! Regers Halleluja-Choralfantasie, Bach/Vivaldi BWV 593 und auch die erste Elgar-Sonate sind aber eigentlich Standard-Repertoirestücke, die häufiger in Konzerten zu hören sind. Schön, dass er auch Höllers "O wie selig" programmiert hatte. Das hört man tatsächlich selten, obwohl es lohnenswerte und sehr spannende Musik ist.

Da muss ich zugeben, wohl immer in den falschen Konzerten gewesen zu sein... ;-) Hierzustadt wird von Reger ab und an mal die 'Wachet auf'-Choralfantasie gespielt, die beiden anderen Choralfantasien habe ich zwar auf Aufnahmen, aber noch nicht live gehört.

Dass das Programm virtuos und ambitioniert war, will ich auch absolut nicht bestreiten. Allerdings waren im Publikum viele Besucher, die ich kenne, die wohl zum ersten Mal in einem Orgelkonzert waren. Und da blickte ich z. Bsp. bei der Höller-Partita (obwohl natürlich thematisch genau zum Tag passend) doch in etwas irritierte Gesichter. Das Programm war nicht unbedingt 'leichte Kost'. Für ein Orgelkonzert auch völlig o.k., aber ob man bei einer Orgelweihe dann doch nicht auf andere Stücke zurückgreifen sollte? Den Beifall am Schluß würde ich auch eher als höflich denn als begeistert beschreiben.

Ein immer wieder genannter Zweck der Veranstaltung war es ja auch, zusätzliche Spenden für die Orgel einzuwerben. Und da gebe ich zu, 'gnadenloser Pragmatiker' zu sein. ;-) In so einem Fall würde ich sagen: o.k., der Zweck heiligt diesmal die Mittel, da sollte man dann halt auf populäre Klassiker der Orgelliteratur zurückgreifen. Um dann im nächsten Konzert das 'ambitionierte Programm' zu bringen.

Die korrekte Schreibweise von Eugène Gigouts bekanntem Werk ist Grand Chœur Dialogué (mit accent aigu) - Gigout hat dieses Stück allerdings für eine einzige Orgel konzipiert, und das Klangbild der Chororgel in St. Kastor wäre hierfür im Dialog mit der Hauptorgel denkbar ungeeignet gewesen.

Ja, ja, ich geb's ja zu, ich bin da immer etwas faul, die korrekten Sonderzeichen auf der Tastatur 'zusammenzubasteln'. Natürlich ist das Stück nur für eine Orgel, allerdings habe ich in Paris auch schon eine Version für 2 Orgeln gehört, die durchaus effektvoll klang. O.K., die Chororgel ist neo-barock disponiert und passt da nicht. Warum es mir aber ging: den Kontrast zwischen Chor-Orgel und Haupt-Orgel stärker in den Focus zu rücken. Es gab/gibt nämlich durchaus Stimmen in der Gemeinde, die fragen: warum brauchen wir überhaupt eine neue Hauptorgel, die Chororgel tut's doch auch. Und hier hätte ich halt gerne einen klanglichen Beleg gehabt, dass die Chororgel allein halt doch nicht ausreicht.

Die rein künstlerische Betrachtungsweise ist das eine, man darf aber nicht vergessen, dass es dahinter auch so etwas wie einen 'gemeindepolitischen Hintergrund' gibt. ;-)

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz

Solcena ⌂ @, Montag, 03. November 2014, 21:17 (vor 4388 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Solcena, Dienstag, 04. November 2014, 11:35

Zumindestens hier in der Region ist es tatsächlich ein Novum. Die Neubauten der letzten Jehrzehnte waren nämlich praktisch alle der Spezies 'neo-barock' zuzuordnen. Wobei der oben genannte bei etlichen dieser Neubauten als OSV tätig war. Insofern für diese Region tatsächlich so etwas wie eine 'Wende'. Besser spät als nie und deshalb um so erstaunlicher.

Okay, wenn man "die Region" so definiert, dass die von R. Seifert leider verkleinerte und etwas neobarockisierte E. Seifert in St. Josef (Koblenzer Südstadt), die kathedralhafte Oberlingerin in Vallendar (8 km - die riesige Hallenkirche ist die zweitgrößte Kirche des Bistums Trier und noch ein gutes Stück größer als die Kastorkirche) und auch eine andere sehr schöne Mayerin in Mülheim (11 km) nicht dort hineinfallen, dann kann man die werbende Aussage durchaus nachvollziehen! ;-)

Das sind mal drei Orgeln, die mir spontan einfallen, an denen Romantik sehr gut geht, wobei bei der Josefsorgel natürlich der beim technischen Neubau vollzogene Wegfall der ganzen Grundstimmen zu bedauern ist.

P.S. Mülheim ist wohl ein gutes Beispiel für die von kjz1 zitierte Mayer-Monopolstellung in der Koblenzer Kante: Im Stadtteil Kärlich wie auch in den benachbarten Urmitz, Urmitz-Bahnhof und Kaltenengers haben die Heusweilerer auch gebaut...

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

tombecher @, Saarbrücken, Dienstag, 04. November 2014, 00:47 (vor 4388 Tagen) @ kjz1

Hallo Karl-Josef,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht zur Orgelweihe in St. Kastor.
Ich war auch dort, zusammen mit einem sehr gut befreundeten A-Kirchenmusiker aus dem Saarland, und wir waren beide von der neuen Orgel richtig begeistert. Da sind (endlich) mal etwas unkonventionellere Wege beschritten worden, und das Ergebnis gibt den Verantwortlichen und den Ausührenden meiner Meinung nach absolut Recht!

Leider mussten wir recht zügig wieder zurück nach Saarbrücken fahren, so dass für mehr als Glückwünsche an die Mitarbeiter der Fa. Mayer und an den sichtlich glücklichen Titulaire keine Zeit mehr war.

Deine Eindrücke von der Feier kann ich voll bestätigen. Die Veranstaltung war zu lang, das stimmt... aber wie will man das Dilemma lösen, dass beide, die angemessenen Worte und die Musik zu ihrem Recht kommen? Ich denke, bei einer so einmaligen Gelegenheit muss man dann auch mal überziehen dürfen...

Auf die Musik hätte ich jedenfalls sehr ungern verzichtet, vor allem die großen Romantiker Reger une Elgar bereiteten viel Freude beim Zuhören - das wirkte, natürlich auch dank der Spiel- und Registrierkünste Josef Stills, wie maßgeschneidert für diese Orgel. Besonders schön hier die Flöten sowie die Viola Pomposa (auch in Verbindung mit der Unda Maris) des Hochdruckwerks (280 mm WS). Chapeau!
Aber auch der Bach klang sehr schön (bis auf eine etwas eigenwillige Registrierung im letzten Satz, die mir persönlich nicht so gefallen hat) und Höller war zwar vielleicht nicht besonders publikumswirksam, ich fand's aber toll - und passend zum Tage sowieso. In Gigouts Minuetto wurden u.a. sehr schön die Oboe des Schwellwerks (deutsche Bauweise mit Drehdeckeln) und die durchschlagende Klarinette des Positivs gegenübergestellt.

Ich habe die Orgel ebenfalls als laut empfunden - trotz der vollen Kirche - aber keinesfalls als aufdringlich oder gar lästig... eher souverän. Genau so muss das sein! Beim "Lobe den Herren" hatte ich übrigens den gleichen Gedanken wie Du: Schade, dass die neue Orgel nicht wenigstens die letzte Strophe übernommen hatte - das wäre ein echter "Aha-Effekt" gewesen ;-)

Viele Grüße und nochmals Glückwünsche an die Gemeinde St. Kastor und: weiter so, Fa. Mayer!

Thomas

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

Orlos @, Dienstag, 04. November 2014, 01:35 (vor 4388 Tagen) @ tombecher

2,5 Stunden sind zu lang, aber wie soll man es aufteilen?
Einmal haben wir eine renovierte Orgel am Sonntagmorgen im Gottesdienst geweiht und innerhalb der Liturgie vorgestellt. Am Nachmittag war dann das große Orgelkonzert. Der Besuch war bei beiden Veranstaltungen gut, aber nicht grandios. Auch kamen unterschiedliche Leute zu Gottesdienst und Konzert.
Bei einer anderen Orgel war ich so frech, am Samstagabend (mit der ungeweihten) Orgel das erste Konzert zu spielen und erst am Sonntagmorgen im Festgottesdienst die Orgel zu weihen. Der Effekt war interessant: Das Konzert war sehr voll, aber die Leute wollten natürlich auch wissen, wie sich die Orgel im Gottesdienst wohl "schlagen" würde und kamen dann noch einmal. So war auch die Messe sehr voll. Es gab übrigens keinerlei Vorwürfe, auf der ungeweihten Orgel gespielt zu haben. Aber so ganz wohl war mir nicht dabei.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 2, Orgeldemonstration

Florian-L @, Dienstag, 04. November 2014, 09:21 (vor 4388 Tagen) @ kjz1

Der Untersatz 32' ist dann relativ mild intoniert.

Oder er verliert aufgrund der Unterbringung auf dem Dachboden des Seitenschiffs doch einiges an Intensität.

Gruß, Florian

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz

stein @, Dienstag, 04. November 2014, 09:55 (vor 4388 Tagen) @ Solcena

Mir ist die Oberlinger Orgel in Vallendar auch eingefallen. Ein Instrument welches sicherlich von St Josef Bonn-Beuel mitinspiriert wurde. Mir hat es immer gefallen, obwohl es auch viele kritische Stimmen dazu gibt.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

stein @, Dienstag, 04. November 2014, 10:03 (vor 4388 Tagen) @ Orlos

Bei all diesen Riesenveranstaltungen muss man nicht alles mitmachen.
Wenn ich mir einen Kasten Bier kaufe, trinke ich auch nicht alles auf einmal aus.

Jedoch muss ich gestehen, bei solchen Marathons bleibe ich bis zur letzten Minute.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

Heuler, Dienstag, 04. November 2014, 10:53 (vor 4387 Tagen) @ stein

Wenn ich mir einen Kasten Bier kaufe, trinke ich auch nicht alles auf einmal aus.


Wirklich? Ist bei mir anders ;-)

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 2, Orgeldemonstration

kjz1, Dienstag, 04. November 2014, 11:28 (vor 4387 Tagen) @ Florian-L

Oder er verliert aufgrund der Unterbringung auf dem Dachboden des Seitenschiffs doch einiges an Intensität.

Bei der Vorstellung erwähnte der Orgelbauer auch, dass es sich um ein relativ leises Register handelt. Die Pfeifenmünder befinden sich direkt an der Obergadenöffnung und die Pfeifen sind auch quasi in einer separaten Kammer 'gekapselt'.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz

kjz1, Dienstag, 04. November 2014, 11:39 (vor 4387 Tagen) @ Solcena

Okay, wenn man "die Region" so definiert, dass die von R. Seifert leider verkleinerte und etwas neobarockisierte E. Seifert in St. Josef (Koblenzer Südstadt), die kathedralhafte Oberlingerin in Vallendar (8 km - die riesige Hallenkirche ist die zweitgrößte Kirche des Bistums Trier und noch ein gutes Stück größer als die Kastorkirche) und auch eine andere sehr schöne Mayerin in Mülheim (11 km) nicht dort hineinfallen, dann kann man die werbende Aussage durchaus nachvollziehen! ;-)

Wobei die Seifert-Orgel ja kein völliger Neubau in eigentlichem Sinne ist. Ich habe sie noch vor dem Umbau hören können und kann (trotz der vielen altersbedingten Mängel, die die Orgel bereits damals hatte) sagen: ein herrlicher Klang, so völlig anders, als das, was man sonst gewohnt war. Wobei ich den Klang der Seifert-Orgel aber noch einmal in eine andere Kategorie einordnen würde, als den unserer neuen Orgel.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz

Solcena ⌂ @, Dienstag, 04. November 2014, 11:46 (vor 4387 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Solcena, Dienstag, 04. November 2014, 16:47

Okay, wenn man "die Region" so definiert, dass die von R. Seifert leider verkleinerte und etwas neobarockisierte E. Seifert in St. Josef (Koblenzer Südstadt), die kathedralhafte Oberlingerin in Vallendar (8 km - die riesige Hallenkirche ist die zweitgrößte Kirche des Bistums Trier und noch ein gutes Stück größer als die Kastorkirche) und auch eine andere sehr schöne Mayerin in Mülheim (11 km) nicht dort hineinfallen, dann kann man die werbende Aussage durchaus nachvollziehen! ;-)


Wobei die Seifert-Orgel ja kein völliger Neubau in eigentlichem Sinne ist. Ich habe sie noch vor dem Umbau hören können und kann (trotz der vielen altersbedingten Mängel, die die Orgel bereits damals hatte) sagen: ein herrlicher Klang, so völlig anders, als das, was man sonst gewohnt war. Wobei ich den Klang der Seifert-Orgel aber noch einmal in eine andere Kategorie einordnen würde, als den unserer neuen Orgel.

Nur das Pfeifenmaterial ist doch alt, oder? Das Gehäuse, die Prospektpfeifen Windladen und die ganze Technik sind doch sicher neu gebaut worden. Alt ist auf jeden Fall noch der hinter der Orgel aufgestellte Prinzipal 32' (Bild auf orgbase.nl), das einzige offene 32'-Labialregister im Bistum.
Die neue Orgel von 1990 ist eine Universalorgel im besten Sinne, sicher eine schöne Stelle für einen Hauptamtlichen.

Wenn Interesse besteht, könnte ich heute Abend mal die wesentlich umfangreichere Dispo der alten Seifert-Orgel raussuchen.

LG!

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

kjz1, Dienstag, 04. November 2014, 11:47 (vor 4387 Tagen) @ tombecher

Ich habe die Orgel ebenfalls als laut empfunden - trotz der vollen Kirche - aber keinesfalls als aufdringlich oder gar lästig... eher souverän. Genau so muss das sein!

Wobei mich (aber natürlich allein aus akustischer Sicht) ein etwas ketzerischer Gedanke überkam: eigentlich wäre diese Orgel mit ihrem Solowerk ja auch in einem Konzertsaal recht gut aufgehoben. Und die Kemperin in der Rhein-Mosel-Halle würde sicher besser zur Geltung kommen, wenn man sie aus den tiefen Orgelkammern heraus in eine resonante Kirche versetzen würde...

Viele Grüße und nochmals Glückwünsche an die Gemeinde St. Kastor und: weiter so, Fa. Mayer!

Wobei man vielleicht erwähnen kann, dass die Firma (und Gemeinde) mit diesem Projekt 'sehr lange schwanger' war und der Orgelbauer in diese Orgel auch sehr viel Herzblut gesteckt hat.

Und passend zum Anlaß wäre mir auch noch ein anderes Werk eingefallen:

C. Tournemire: Fantaisie sur le Te Deum et Guirlandes Alleluiatiqes

Zuvor wurde ja von der Gemeinde 'Lobe den Herren' und zusammen mit der Choralschola das Alleluia gesungen; zudem wird in der Gemeinde traditionell der Gregorianische Choral in Ehren gehalten. Da würde sich ein solches Werk auch anbieten.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz

kjz1, Dienstag, 04. November 2014, 11:54 (vor 4387 Tagen) @ Solcena

Die neue Orgel von 1990 ist eine Universalorgel im besten Sinne, sicher eine schöne Stelle für einen Hauptamtlichen.

Insbesondere das 'hinterständige' Schwellwerk im großen Turmraum finde ich immer wieder beeindruckend. Und Herr Mutschke, der Organist, pflegt dort ja auch insbesondere die Kunst der Improvisation.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

stein @, Dienstag, 04. November 2014, 13:22 (vor 4387 Tagen) @ Heuler

Wenn ich mir einen Kasten Bier kaufe, trinke ich auch nicht alles auf einmal aus.

Wirklich? Ist bei mir anders ;-)

Stimmt, ist kein guter Vergleich!

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

stein @, Dienstag, 04. November 2014, 13:26 (vor 4387 Tagen) @ kjz1

Wobei mich (aber natürlich allein aus akustischer Sicht) ein etwas ketzerischer Gedanke überkam: eigentlich wäre diese Orgel mit ihrem Solowerk ja auch in einem Konzertsaal recht gut aufgehoben. Und die Kemperin in der Rhein-Mosel-Halle würde sicher besser zur Geltung kommen, wenn man sie aus den tiefen Orgelkammern heraus in eine resonante Kirche versetzen würde...

ketzerisch, da fällt mir etwas anderes ein. Die Kemperin würde auch gut zum Martinsfest auf einem Scheiterhaufen brennen. Der Sperrholzanteil dürfte nicht unerheblich sein.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

kjz1, Dienstag, 04. November 2014, 13:48 (vor 4387 Tagen) @ stein

ketzerisch, da fällt mir etwas anderes ein. Die Kemperin würde auch gut zum Martinsfest auf einem Scheiterhaufen brennen. Der Sperrholzanteil dürfte nicht unerheblich sein.

Wie gut brennt denn Mahagoni?

Ich zitiere mal Tom Becher:

Hatte im Vorgängerforum schon mal was zu der Orgel geschrieben - zumindest das Pfeifenmaterial ist eher hochwertig... Zinkpfeifen findet man in der Orgel nicht, alles >8' ist in Kupfer (oder Holz), alles <8' in Zinn...

In Anbetracht der Entstehungszeit und der Erbauerfirma könnte man wahrlich haarsträubendes erwarten... dem ist aber durchaus nicht so. Das Instrument ist m.E. von guter Qualität und durchaus erhaltenswert.

Wohl einer der seltenen Fälle, wo man Kemper auf die Finger geschaut hat.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz

tombecher @, Saarbrücken, Dienstag, 04. November 2014, 16:19 (vor 4387 Tagen) @ Solcena

Nur das Pfeifenmaterial ist doch alt, oder? Das Gehäuse, die Prospektpfeifen Windladen und die ganze Technik sind doch sicher neu gebaut worden. Alt ist auf jeden Fall noch der hinter der Orgel aufgestellte Prinzipal 32', das einzige offene 32'-Labialregister im Bistum.

Wer's genau wissen möchte: Ja, Gehäuse und die ganze Technik sind neu. Etwa die Hälfte der Register stammen aus der Vorgängerorgel von 1929 (ebenfalls Seifert, "kleine Schwester von Kevelaer"):

im HW: Flaut major 8 und Quinte 2 2/3 (letztere in der Bauform Lochgedackt, ein herrlicher Klang!)

im SW: alle Labialen außer Fourniture

im BW: Quintade 8, Krummhorn 8 und Vox humana 8

im Ped.: alle Labialen außer Hintersatz sowie die Posaune 16

Der Prinzipal 16 des Pedals ist ein Oktavauszug aus dem 32 bzw. umgekehrt...;-)
Die Prospektpfeifen der Pedaltürme gehören zum Prinzipal 16 des Hauptwerks.

Auf der Vorgängerorgel habe ich auch noch gespielt. Das war trotz der vielen kriegsbedingten Mängel schon eine andere Welt. Schade, dass man wohl aus finanziellen Gründen nicht noch mehr Register in die neue Orgel übernehmen konnte (allein im Pedal gab's 4 labiale 16er...) Trotzdem ist die neue Orgel klanglich sehr sehr gut geworden.

Grüße,
Thomas

P.S. die alte Dispo würde nich auch sehr interessieren, habe meine Aufzeichnungen leider verlegt....

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

tombecher @, Saarbrücken, Dienstag, 04. November 2014, 16:28 (vor 4387 Tagen) @ kjz1

Wobei mich (aber natürlich allein aus akustischer Sicht) ein etwas ketzerischer Gedanke überkam: eigentlich wäre diese Orgel mit ihrem Solowerk ja auch in einem Konzertsaal recht gut aufgehoben. Und die Kemperin in der Rhein-Mosel-Halle würde sicher besser zur Geltung kommen, wenn man sie aus den tiefen Orgelkammern heraus in eine resonante Kirche versetzen würde...


hihi, wir hatten (im orgelbegeisterten Freundeskreis) schon 1990, als der Neubau in St. Josef anstand, darüber sinniert, wie es wohl wäre, wenn man statt eines Neubaus einfach die Kemperin aus der Rhein-Mosel-Halle nach St. Josef versetzen würde...
(...bzw. mit deren Material die originale Seifert-Orgel von 1929 zu ergänzen und so wieder auferstehen zu lassen...)

;-)
Thomas

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

Solcena ⌂ @, Dienstag, 04. November 2014, 22:41 (vor 4387 Tagen) @ tombecher
bearbeitet von Solcena, Mittwoch, 05. November 2014, 00:16

Wer's genau wissen möchte: Ja, Gehäuse und die ganze Technik sind neu. Etwa die Hälfte der Register stammen aus der Vorgängerorgel von 1929 (ebenfalls Seifert, "kleine Schwester von Kevelaer"):

im HW: Flaut major 8 und Quinte 2 2/3 (letztere in der Bauform Lochgedackt, ein herrlicher Klang!)

im SW: alle Labialen außer Fourniture

im BW: Quintade 8, Krummhorn 8 und Vox humana 8

im Ped.: alle Labialen außer Hintersatz sowie die Posaune 16

Der Prinzipal 16 des Pedals ist ein Oktavauszug aus dem 32 bzw. umgekehrt...;-)
Die Prospektpfeifen der Pedaltürme gehören zum Prinzipal 16 des Hauptwerks.

Auf der Vorgängerorgel habe ich auch noch gespielt. Das war trotz der vielen kriegsbedingten Mängel schon eine andere Welt. Schade, dass man wohl aus finanziellen Gründen nicht noch mehr Register in die neue Orgel übernehmen konnte (allein im Pedal gab's 4 labiale 16er...) Trotzdem ist die neue Orgel klanglich sehr sehr gut geworden.

Grüße,
Thomas

P.S. die alte Dispo würde nich auch sehr interessieren, habe meine Aufzeichnungen leider verlegt....

Hallo,

wie versprochen folgt hier noch die Disposition der 1990 teilweise in der neuen R.-Seifert-Orgel aufgegangenen E.-Seifert-Orgel. Ich habe die Disposition bisher noch nicht im Netz gesehen.

Die erste Orgel der neugotischen Basilika (1894) war eine Voit von 1898 mit pneumatischen Kegelladen (II/30).

1930 wurde das Kegelladen-Werk von der Firma Seifert, Köln-Mülheim, auf elektrische Traktur umgebaut und erweitert. Danach lautete die Disposition:

Manual I
1. Principal 16'
2. Principal 8'
3. Flaut major 8'
4. Gamba 8'
5. Gedeckt 8'
6. Dolce 8'
7. Octave 4'
8. Rohrflöte 4'
9. Quinte 2 2/3'
10. Octave 2'
11. Cornett 3-5fach
12. Cimbel 5fach
13. Fagott 16'
14. Trompete 8'
15. Kopfregal 4'

Manual II
16. Violon 16'
17. Flötenprincipal 8'
18. Gemshorn 8'
19. Salicional 8'
20. Unda maris 8'
21. Harmonieflöte 8'
22. Quintatön 8'
23. Bourdon 8'
24. Praestant 4'
25. Traversflöte 4'
26. Salicet 4'
27. Flautino 2'
28. Quinte 1 1/3'
29. Sesquialter 2fach
30. Karillon 3fach
31. Vox humana 8'
32. Oboe 8'
33. Geigenregal 4'

Manual III
34. Bordun 16'
35. Principal major 8'
36. Flöte 8'
37. Viola 8'
38. Zartgedackt 8'
39. Aeoline 8'
40. Vox coelestis 8'
41. Tibia 8'
42. Octave 4'
43. Nachthorn 4'
44. Gemhornquinte 2 2/3'
45. Rohrflöte 2'
46. Waldflöte 2'
47. Terz 1 3/5'
48. Sifflöte 1'
49. Mixtur 5fach
50. Scharff 3fach
51. Tuba 16'
52. Tuba mirabilis 8'
53. Krummhorn 8'
54. Clairon 4'

Pedal
55. Kontrabaß 32'
56. Principal 16'
57. Subbaß 16'
58. Violon 16'
59. Gedacktbaß 16'
60. Flautbaß 8'
61. Octavbaß 8'
62. Quint 5 1/3'
63. Flautbaß 4'
64. Choralbaß 4'
65. Terz 3 1/5'
66. Rauschpfeife 4fach
67. Posaune 16'
68. Trompete 8'
69. Clairon 4'

Alle Angaben lt. Bösken / Fischer / Thömmes: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins, Band 4/1, S. 536ff.

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

otto krämer, Dienstag, 04. November 2014, 23:38 (vor 4387 Tagen) @ Solcena

schade, schade.

Gruß,
Otto

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

tombecher @, Saarbrücken, Mittwoch, 05. November 2014, 00:06 (vor 4387 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von tombecher, Mittwoch, 05. November 2014, 00:33

Hallo Solcena,

vielen herzlichen Dank für die Disposition.
Ein paar Kleinigkeiten habe ich anders in Erinnerung:

Im II. Manual gab es m.W. keinen Violon 16 sondern Quintatön 16. Dann gab es ganz sicher auch noch eine Vox humana 16 (möglicherweise Oktavauszug).

Im Pedal gab es ganz sicher auch eine Septime 4 4/7

Es gab alle Normal-, Sub- und Superkoppeln, sowie eine Melodiekoppel im I. Man (Oberoktave nur in der Sopranstimme).

Außerdem hatte die Orgel vor ihrer Teilzerstörung durch einen Bombentreffer 1945 auch ein oder zwei "Effektregister": Marimbaphon und Harfe oder sowas ähnliches.

Das II. und das III. Manual standen übrigens in (gemauerten!) Kammern unterhalb der Fensterrosette, die dadurch frei blieb, und waren separat schwellbar. Die Jalousien öffneten zum größten Teil nach oben, ins Turmgewölbe! Das hatte einen phänomenalen Effekt.


Hat irgend jemand der Foristen vielleicht noch andere Quellen zur originalen Disposition, oder gar Fotos ?

Viele Grüße,
Thomas

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

otto krämer, Mittwoch, 05. November 2014, 00:21 (vor 4387 Tagen) @ tombecher

noch einmal...schade.
DAS hätte ich zu gerne einmal gehört.

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

Solcena ⌂ @, Mittwoch, 05. November 2014, 00:48 (vor 4387 Tagen) @ tombecher
bearbeitet von Solcena, Mittwoch, 05. November 2014, 08:36

Ein Artikel des Organisten Mutschke in der Festschrift spricht auch gegenüber der oben aufgezeichneten Disposition (69 Register) von 75 Registern; bei seinem Dienstantritt seien nur noch 21 Register spielbar gewesen, der Rest nicht mehr vorhanden oder "defekt", die Traktur "weitgehend zerstört". Als er dort als KiMu anfing, lag wohl schon ein Grundkonzept für die Disposition einer neuen Orgel vor. Nach Überprüfung durch Seifert konnten dann 22 Register übernommen werden. Seifert sei damals als einziger der fünf vorausgewählten Orgelbauer bereit gewesen, altes Material zu übernehmen!

Herr Mutschke schreibt von einer früheren Begegnung mit dem Instrument: "Ich erinnere mich noch sehr genau an die Probe auf der Empore in der Kirche und an das unheimliche Geräusch, das sich nach dem Einschalten des Orgelgebläses einstellte und mich befürchten ließ, jeden Moment würde das Zittern der sich aufblähenden Bälge die Emporendecke zum Einsturz bringen. (...) Die Nebengeräusche, die bei jedem Tastenanschlag auftraten, waren manchmal lauter als der Orgelton selbst. Einige Register ließen allerdings trotz aller Nebengeräusche und Verstimmung ahnen, wie schön sie einmal geklungen haben müssen. (...) Restaurierung des alten Instrumentes [ist nun] nicht mehr mit vertretbaren finanziellen Aufwand möglich".

Lustig der Satz in einem anderen Artikel der Festschrift: "Der Ausschuss hielt eine Größe von 45 Registern im Hinblick auf die Aufgabe der Orgel und die Größe des Kirchenraumes für angemessen (die ursprüngliche Orgel hatte 75 Register besessen)."

P.S. Der damals in den Planungen zum Ersatz der Orgelruine durch einen Neubau beteiligte ("unter tatkräftiger Mithilfe...") Kaplan ist selbst begeisterter Orgelspieler und hat in den späteren Stationen seines priesterlichen Wirkens die eine oder andere Spur hinterlassen :-)

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

tombecher @, Saarbrücken, Mittwoch, 05. November 2014, 01:18 (vor 4387 Tagen) @ Solcena

Ein Artikel des Organisten Mutschke in der Festschrift spricht auch gegenüber der oben aufgezeichneten Disposition (69 Register) von 75 Registern; bei seinem Dienstantritt seien nur noch 21 Register spielbar gewesen, der Rest nicht mehr vorhanden oder "defekt", die Traktur "weitgehend zerstört". Als er dort als KiMu anfing, lag wohl schon ein Grundkonzept für die Disposition einer neuen Orgel vor. Nach Überprüfung durch Seifert konnten dann 22 Register übernommen werden. Seifert sei damals als einziger Orgelbauer bereit gewesen, altes Material zu übernehmen!

ja, diese Festschrift liegt mir auch vor. Das mit den 21 spielbaren Registern stimmt, wenn man zugrunde legt, dass es sich um die letztlich noch in gutem Zustand befindlichen und komplett spielbaren Register handelte. Nach meiner Erinnerung hatte die Orgel damals aber noch etwa 50 (mehr oder weniger bzw. nur teilweise brauchbare) Register, von denen dann leider nur (oder immerhin) 22 den Weg in die Wekstatt zur Überarbeitung und Wiederverwendung fanden. Zur Relativierung sei aber auch gesagt, dass die meisten größeren (> ca. 2') Metallpfeifen aus Zink waren. (Vielleicht ein Grund, warum damals, außer Seifert selbst, niemand etwas wiederverwenden wollte...) Die Kriegseinwirkungen hatten zudem ihre Spuren hinterlassen: Die Druckwelle eines Bombentreffers in unmittelbarer Nähe der Kirche ließ die Westfensterrosette in die Orgel stürzen - durch das nunmehr "offene Fenster" stand die Orgel mehrere Jahre lang quasi im Freien... einige Register "verschwanden" in dieser Zeit, manche Pfeifen hatten Einschusslöcher, v.a. die Prospektpfeifen des Prinzipal 16.
Trotzdem - wie auch Mutschke in der Festschrift schreibt: Die ursprüngliche Schönheit und Pracht der Orgel war durchaus noch erahnbar...

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

kjz1, Mittwoch, 05. November 2014, 11:16 (vor 4386 Tagen) @ tombecher
bearbeitet von kjz1, Mittwoch, 05. November 2014, 14:55

Trotzdem - wie auch Mutschke in der Festschrift schreibt: Die ursprüngliche Schönheit und Pracht der Orgel war durchaus noch erahnbar...

Das kann ich nur bestätigen. Selbst der Torso hatte noch einen unglaublichen Reiz. Diese Orgel hat mir damals die Ohren geöffnet, dass es jenseits von 'schrill, scharff und quäkend' auch noch andere Orgelklänge gibt. Ein sehr satter Grundton, gekrönt von silbrig glitzernden Aliquoten.

Im übrigen hatte die Orgel einen Freipfeifenprospekt, also quasi einen 'Lattenzaun aus Pfeifen', der die Empore vom (sehr großen und hohen) Turmraum trennte. Im Turmraum dahinter stand dann die Orgel.

Man kann froh sein, dass dann Seifert den Auftrag zum Umbau bekam. Damals war nämlich noch neo-barock en vogue und der OSV hatte eine Orgel mit ca. 40 Registern als ausreichend erachtet. Sicher wäre auch die alte Seifert-Orgel noch irgendwie 'renovabel' gewesen, aber der Gemeinde fehlte es schlicht und einfach an den dafür nötigen Mitteln. Der damalige Seniorchef von Seifert hatte als Lehrjunge bei dem Aufbau der alten Orgel mitgeholfen. Und so wurde wenigstens etwas von dem alten Klang in die neue Orgel hinübergerettet.

Zur Info noch die Disposition und Bilder von der umgebauten Orgel, inklusive des offenen 32' aus der alten Orgel.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

kjz1, Freitag, 07. November 2014, 17:41 (vor 4384 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Mittlerweile hat die Pfarrgemeinde auch Bilder und einen Zeitungsartikel von der Orgelweihe online gestellt. Wobei der Zeitungsartikel schon korrigiert wurde, es waren über 550 Besucher. Wie in der Vorweihnachtszeit üblich, gibt es in der Kirche einige Konzerte.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

kjz1, Freitag, 14. November 2014, 21:33 (vor 4377 Tagen) @ kjz1

Hallo!

2 Artikel gibt es noch (leider wieder aus dem Werbeblatt):

http://www.blick-aktuell.de/Koblenz/Gott-zu-loben-bleibe-meine-Seelenfreud-108301.html

http://blick-aktuell.de/Koblenz/21-Benefizkonzert-in-der-Basilika-St-Kastor-108251.html

Mittlerweile gibt es auch schon erste Reaktionen aus der Gemeinde. Wie ich vermutet hatte: 'Die Orgel ist zu laut'. Das Problem scheint aber auch zu sein, dass die Orgel teilweise in die Mikrofonanlage 'zurückschlägt' und dann noch zusätzlich verstärkt wird. Und natürlich die jahrelange Gewöhnung an das (aber auch nicht ganz schwache) 'Chorörgelchen'.

Mittlerweile hatte ich auch Gelegenheit, die Orgel bei einer Vorführung in kleinem Kreis hören zu können. Unter anderen akustischen Voraussetzungen: fast keine Besucher in der Kirche, in einigem Abstand von der Vierung aus.

Da hatte ich schon den Eindruck, dass die Prinzipale + Mixturen alleine zur Begleitung des Gemeindegesanges voll ausreichen. Aber die Orgel hat ja noch mehr Register.

Einen 'Aha-Effekt' gab es dann, als unser Organist zum Abschluß den a-moll Choral von C. Franck spielte. Da hatte ich sehr schnell den Eindruck, ja, genau für solche Musik ist diese Orgel gebaut worden. Und tatsächlich hat man sich bei den Mensuren an A. Cavaillé-Coll orientiert. der Intinateur stammt ja auch aus einer franz. Familie mit 'Intonateurstradition'. Sehr schön und charakteristisch war hier auch die Oboe zu hören.

In den letzten Takten gab es dann noch ein 'akustisches Schmankerl'. Normalerweise würde man vermuten, dass hier das (vermeintliche) Tutti der Orgel erreicht wurde. Und das ist sehr kräftig. Wenn denn da nicht noch die Möglichkeit bestünde, salopp gesagt, den 'Nachbrenner' einzuschalten. Also zusätzlich die Hochdruckzungen 16' und 8'. Und diese heben dann das Tutti der Orgel nochmals in ein ganz anderes Lautstärkeniveau. Wie sagte der Intonateur doch so schön: 'Das gibt Schub.'

Anschließend habe ich noch einige Photos gefertigt.

Die Turmtreppe zur Orgel, man sollte nicht allzu dick oder groß sein:

[image]

das Solowerk:

[image]

das Schwellwerk:

[image]
[image]

die Traktur mit den Magneten für die elektr. Koppeln:
[image]
[image]
[image]
[image]

Und wir hatten ja gerade das Thema: Pfeifenverstärkungen. Hier sind die Becher der Zungenpfeifen auch verstärkt:

[image]
[image]

Unter den Registertableaus befindet sich rechts eine Schublade für den Setzer, links für die Schaltung des Liedanzeigers. Und der ominöse Aufsatz links auf dem Registertableau hat ganz profane Funktionen, u.a. ein Glockenschlag (der Turmglocke), den Brandmelder und den Türöffner für den Aufgang zur Orgel.

Auf jeden Fall ist unser Organist sehr glücklich mit der Orgel und meint: 'die beste Orgel im Bistum'.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

friedemannw @, Gießen, Freitag, 14. November 2014, 23:31 (vor 4377 Tagen) @ kjz1

Tolle Fotos! Vielen Dank!

Und wir hatten ja gerade das Thema: Pfeifenverstärkungen. Hier sind die Becher der Zungenpfeifen auch verstärkt

Hm? Die Raster sind normale Orgelbaupraxis... Schön, dass bei den großen gesteckten 16'-Bechern der untere Teil aus Kupfer gefertigt wurde! Da werden die Becher nicht so schnell krumm!

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

tombecher @, Saarbrücken, Freitag, 14. November 2014, 23:50 (vor 4377 Tagen) @ kjz1

Hallo Karl-Josef,

nochmals herzlichen Dank für die weiteren Berichte und die Fotos.
Kleine Berichtigung: Das zweite Foto "Solowerk" zeigt ebenfalls das Schwellwerk, und zwar die Cis-Seite (Man sieht es u.a. an der Trichterflöte 4'). Das Solowerk befindet sich eine Etage darüber (vom Spieltisch aus rechts oben) und ist sicher nicht ganz so leicht zu erreichen ;-)

Viele Grüße,
Thomas

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

kjz1, Samstag, 15. November 2014, 10:58 (vor 4376 Tagen) @ tombecher

Kleine Berichtigung: Das zweite Foto "Solowerk" zeigt ebenfalls das Schwellwerk, und zwar die Cis-Seite (Man sieht es u.a. an der Trichterflöte 4'). Das Solowerk befindet sich eine Etage darüber (vom Spieltisch aus rechts oben) und ist sicher nicht ganz so leicht zu erreichen ;-)

Ja ich hatte mich auch schon beim Betrachten der Photos gewundert, denn die Pfeifen passen nicht zu den Registern des Solowerks. Bisher war ich immer davon ausgegangen, Schwellwerk auf der einen, Solowerk auf der anderen Seite. Zwischen die jeweiligen Schwellkästen und die Außenwand des Gehäuses sind dann ja noch Zungenpfeifen (auf Sturz) 'gequetscht'.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

kjz1, Samstag, 15. November 2014, 11:00 (vor 4376 Tagen) @ friedemannw

Hm? Die Raster sind normale Orgelbaupraxis...

Ich meinte eigentlich nicht die Rasterbretter. Auch die kleineren Zungenbecher sind im unteren Teil (über dem Stiefel, mit Zinn oder Zink?) verstärkt.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

tombecher @, Saarbrücken, Samstag, 15. November 2014, 11:40 (vor 4376 Tagen) @ kjz1

Zwischen die jeweiligen Schwellkästen und die Außenwand des Gehäuses sind dann ja noch Zungenpfeifen (auf Sturz) 'gequetscht'.

ja, das ist wohl die Pedalposaune 16' mit ihren Oktavauszügen (8' und 4') auf einer (elektrisch traktierten) Einzeltonlade.

Gruß,
Thomas

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

untersatz32, Samstag, 15. November 2014, 11:49 (vor 4376 Tagen) @ kjz1


Auf jeden Fall ist unser Organist sehr glücklich mit der Orgel und meint: 'die beste Orgel im Bistum'.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Naja, wollen wir ihm (dem Organisten) mal seine verdiente überschäumende Freude nicht nehmen - aber das Bistum Trier ist gross ;-) :-)
Seeeeeehr gross - und hat viele schöne Orgeln...

Frohe Grüsse

Thomas

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

B80C @, Samstag, 15. November 2014, 12:14 (vor 4376 Tagen) @ kjz1

Naja, ganz so klein sind die Pfeifen auf dem Bild ja nicht. Die Verstärkung, die Du meinst, nennt man den Stutzen. Dieser ist mit dem Kopf/der Nuss verlötet und besteht meistens aus SnPb, ist jedoch dickwandiger als der Becher. Dort steckt man dann den Zungenbecher hinein, somit kann man die Pfeife (z.B. zum Transport) in zwei Teile zerlegen. Bei wirklich kleinen Zungenpfeifen wie ganz links zu sehen ist der Becher dann direkt mit dem Kopf verbunden.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

kjz1, Samstag, 15. November 2014, 14:25 (vor 4376 Tagen) @ untersatz32
bearbeitet von kjz1, Samstag, 15. November 2014, 14:29

Naja, wollen wir ihm (dem Organisten) mal seine verdiente überschäumende Freude nicht nehmen - aber das Bistum Trier ist gross ;-) :-)
Seeeeeehr gross - und hat viele schöne Orgeln...

Ja, ich weiss, Eigenlob stinkt... ;-)

Aber die Freude nach der langen 'Durststrecke' ist halt übergroß.

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 4, Nachlese

untersatz32, Samstag, 15. November 2014, 15:13 (vor 4376 Tagen) @ kjz1

... und sei auch vergönnt!

Viel Spass an der Orgel!!!

TH

Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Konzerte

kjz1, Samstag, 15. November 2014, 19:38 (vor 4376 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Mittwoch, 26. November 2014, 20:43

Hallo!

Vor Weihnachten wieder ein voll belegter Konzertkalender:

16. November 2014: Der Messias von Georg Friedrich Händel

23. November 2014: 21. Benefizkonzert Lions Club

aus der Rezension (RZ, 26. 11. 14)

Mächtige Liegeklänge füllen den sakralen Raum bis in den letzten Winkel, Tonläufe perlen von der Empore herab, Töne schichten sich zu Akkorden übereinander und schwellen an, um kurz danach wieder ins Nichts zu verstummen. Als Kontrast dazu ein sanft-melodischer Zwischenteil. Dieser gleicht, zurückhaltend registriert und interpretiert, einem leise flackernden Licht, welches aufleuchtet und sich wehmütig eintrübt, bevor es wieder mächtig zur Sache geht. Die Schallwellen vibrieren fast spürbar – ein eindrucksvolles Erlebnis, auch für den orgelunkundigen Konzertbesucher. „Wie in einer Kathedrale“ fühle er sich auf der neuen Orgelbank, sagt Höhnen. Nach einem Organistenleben „im Erdgeschoss“ bezeichnet er den Umzug in die Höhe als eine Umstellung, aber eine, die sich allemal lohnt.

26. November 2014: Vorweihnachtsliches Benefizkonzert mit dem Polizeiorchester Rheinland-Pfalz

30. November 2014: Marien Vesper (Claudio Monteverdi)

6. Dezember 2014: VOCES 8, Advent A Capella vom 15. Jahrhundert bis heute

12. Dezember 2014: Johann Sebastian Bach “Große Orgelmesse”

20. Dezember 2014: Nine Lessons and Carols

21. Dezember 2014: C. Saint-Saens, Weihnachtoratorium; J.S. Bach, "Wachet auf"

25. Dezember 2014: Kerstconcert

9. Januar 2015: Lichterkonzert - Weihnachtliche Chormusik

5. + 6. Februar 2015: Vaughan Williams: Sinfonie Nr. 1, “A Sea Symphony”

Mit/ohne Orgel ist die Kirche also auch wieder als Konzertsaal sehr beliebt.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

Solcena ⌂ @, Dienstag, 11. September 2018, 23:32 (vor 2980 Tagen) @ tombecher
bearbeitet von Solcena, Dienstag, 11. September 2018, 23:49

Hallo Solcena,

vielen herzlichen Dank für die Disposition.
Ein paar Kleinigkeiten habe ich anders in Erinnerung:

Im II. Manual gab es m.W. keinen Violon 16 sondern Quintatön 16. Dann gab es ganz sicher auch noch eine Vox humana 16 (möglicherweise Oktavauszug).

Im Pedal gab es ganz sicher auch eine Septime 4 4/7

Es gab alle Normal-, Sub- und Superkoppeln, sowie eine Melodiekoppel im I. Man (Oberoktave nur in der Sopranstimme).

Außerdem hatte die Orgel vor ihrer Teilzerstörung durch einen Bombentreffer 1945 auch ein oder zwei "Effektregister": Marimbaphon und Harfe oder sowas ähnliches.

Das II. und das III. Manual standen übrigens in (gemauerten!) Kammern unterhalb der Fensterrosette, die dadurch frei blieb, und waren separat schwellbar. Die Jalousien öffneten zum größten Teil nach oben, ins Turmgewölbe! Das hatte einen phänomenalen Effekt.


Hat irgend jemand der Foristen vielleicht noch andere Quellen zur originalen Disposition, oder gar Fotos ?

Viele Grüße,
Thomas

Hallo Thomas,

ich sehe gerade, dass im Organindex die Dispo der alten Josefsorgel nun mit 75 Registern eingetragen ist, weiterhin gibt es dort Bilder von der alten Orgel sowie ihrem Spieltisch.

Das sollte ja dann eher hinkommen als die im Bösken / Fischer / Thömmes wiedergegebene. Demnach - Quelle Seifert-Archiv - heißt der 16‘ in Manual II Viola ;-)

LG
Martin

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

tombecher @, Saarbrücken, Mittwoch, 12. September 2018, 00:43 (vor 2980 Tagen) @ Solcena

Hallo Martin,

ganz herzlichen Dank für den Hinweis. Ja, so deckt sich die Disposition auch mit meiner Erinnerung.

Einzig den 16' des 2. Manuales habe ich tatsächlich nicht als Viola, also offenes Register, in Erinnerung, sondern als Quintatön ;-)
(... vielleicht irre ich mich, möglicherweise wurde es so gebaut und später - im Zuge der Wiederherstellung nach den Kriegszertörungen - geändert???).

Ich habe von ca. Mitte der 80er Jahre bis 1989 dort (noch als Schüler ;-)) etliche Vertretungen gespielt und die Orgel hat mich trotz ihres desolaten Zustandes immer sehr fasziniert und inspiriert.
Die vorgefundene Disposition hatte ich damals natürlich auch abgeschrieben - leider kann ich diese Aufzeichnungen (Schreibmaschine auf Karopapier!) heute nicht mehr finden. Deshalb bin ich sehr froh, dass sie nun auf OrganIndex dokumentiert ist.

Schön auch die alten Fotos! Romanus Seifert (senior) der beim Aufbau 1930 als Lehrling dabei war und der auch bei der Weihe der neuen Orgel 1990 (über 80jährig) anwesend war, zeigte mir bei bei dieser Glegenheit noch zwei schöne Fotos: Eines zeigte die Pfeifen des 32' auf einem (offenen!) Bahn-Güterwaggon bei der Ankunft in Koblenz Hbf, auf dem anderen hatten sie das große C außen am Pfarrhaus aufgestellt - es reichte bis zu den Gaubenfenstern :)


Viele Grüße,
Thomas

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

kjz1, Mittwoch, 12. September 2018, 08:41 (vor 2980 Tagen) @ tombecher

Ich habe von ca. Mitte der 80er Jahre bis 1989 dort (noch als Schüler ;-)) etliche Vertretungen gespielt und die Orgel hat mich trotz ihres desolaten Zustandes immer sehr fasziniert und inspiriert.

Ja, den 'Lattenzaun' auf der Empore habe ich auch noch in Erinnerung. Und der Klang war - obwohl die Orgel trotz ständiger 'Notreparaturen' nur teilweise spielbar war - wirklich faszinierend, so ganz anders, als die zu dieser Zeit noch üblichen neobarocken Dispositionen mit ihren 'aggressiven' Scharffs. Stark abgedunkelt, eher mild und gekrönt von silbrig glitzernden Mixturen.

Die vorgefundene Disposition hatte ich damals natürlich auch abgeschrieben - leider kann ich diese Aufzeichnungen (Schreibmaschine auf Karopapier!) heute nicht mehr finden. Deshalb bin ich sehr froh, dass sie nun auf OrganIndex dokumentiert ist.

Meines Wissens nach war die Disposition auch in der Festschrift zur (umgebauten und verkleinerten) Orgel zu finden.

Schön auch die alten Fotos! Romanus Seifert (senior) der beim Aufbau 1930 als Lehrling dabei war und der auch bei der Weihe der neuen Orgel 1990 (über 80jährig) anwesend war, zeigte mir bei bei dieser Glegenheit noch zwei schöne Fotos: Eines zeigte die Pfeifen des 32' auf einem (offenen!) Bahn-Güterwaggon bei der Ankunft in Koblenz Hbf, auf dem anderen hatten sie das große C außen am Pfarrhaus aufgestellt - es reichte bis zu den Gaubenfenstern :)

Glücklicher weise hat man die riesigen 'Kästen' des 32' ja erhalten.

BTW: Vorübergehend kam neuerdings auch ein digitales Instrument zum Einsatz, da die große Orgel wegen Baumassnahmen nicht nutzbar war.

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

Solcena ⌂ @, Mittwoch, 12. September 2018, 09:26 (vor 2980 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Solcena, Mittwoch, 12. September 2018, 09:36

Meines Wissens nach war die Disposition auch in der Festschrift zur (umgebauten und verkleinerten) Orgel zu finden.

Nein, leider nicht, sonst hätte ich ja nicht seinerzeit weiter oben die offensichtlich unvollständige Dispo aus Bösken / Fischer / Thömmes wiedergegeben.

Vielleicht wollte man damals bei den vorhandenen Organisten (trotz des freudigen Ereignisses der Orgelweihe) nicht zuviel Wehmut angesichts der einst vorhandenen Grundstimmen wecken - die tolle Flaut major im HW ist noch da, aber mittlerweile dort leider einziger 8‘ neben dem Prinzipal usw.

Was mag Harfe 8‘ + 4‘ im HW - bei den Zungenstimmen aufgeführt - denn für ein Tier gewesen sein?

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

Karsten @, Mittwoch, 12. September 2018, 09:38 (vor 2980 Tagen) @ Solcena

Was mag Harfe 8‘ + 4‘ im HW - bei den Zungenstimmen aufgeführt - denn für ein Tier gewesen sein?

Scheint eine Art Metallophon/Celesta gewesen zu sein. Eberlein schreibt in seinem Registerlexikon zu den Bauweisen:

"Die idiophone Harfe wurde unterschiedlich konstruiert. Das 1909 von der Firma Welte geschaffene Exemplar bestand aus Metallplatten, die über Resonatoren aus Holz bzw. Papiermache angebracht waren und durch Hämmer angeschlagen wurden, welche mittels Bälgchen pneumatisch betätigt wurden [Acta Organologica 19, 1987, 184}. In dieser Weise waren auch die Harfen konstruiert, die von der Firma Laukhuff in den 1920er-Jahren angeboten wurden. Die Steuerung konnte elektrisch oder pneumatisch erfolgen. Bei der sogenannten »Amerikanischen Harfe« von Laukhuff waren die Klangplatten aus Stahl, die Hämmer hatten runde Köpfe, der Tonumfang reichte von g-g4 oder c-c4 (49 Töne) oder c-c5 (61 Töne), die Steuerung war elektrisch, die pneumatischen Elemente wurden mit Hochdruckwind (180-250 mm Wassersäule) gespeist, der Klang war daher besonders kräftig. Bei der »Deutschen Harfe« waren die Klangplatten aus Aluminium, der Anschlag erfolgte durch Klavierhämmer, der Tonumfang reichte von c1-f3 (30 Töne) oder c1-g4 (44 Töne), die Steuerung erfolgte pneumatisch, die Bälgchen wurden mit Winddruck von nur 80-100 mm Wassersäule gespeist. Die Laukhuffschen Harfen wurden in 4'-Lage dem Manual zugeordnet [Laukhuff, Preisliste Nr.66, S.6 + 7 + 14]. Audsley erwähnte 1921, daß manche es bevorzugten, hölzerne Klangstäbe oder Klangplatten über den Resonatoren aufzuhängen, doch allgemein gebräuchlich sei die metallene Variante. Die Tonlage sei gewöhnlich (in den USA) 8', der Tonumfang betrage üblicherweise 49 Töne von C-c3 [Audsley, Organ stops, 164].
Paul Smets beschrieb eine merklich verschiedene Variante des Registers, bei der »dünne Stahlstäbe durch eine Hammermechanik angeschlagen werden und den der Halle eigentümlichen, schwirrenden Ton erzeugen. Zur Vermehrung der Tonfülle können die Stäbe mit Schallkörpern versehen werden.« In dieser Weise wurde das Register offenbar von Furtwängler 1914 in der Stadthalle Hannover und von W. Sauer 1928 in der Stadthalle Magdeburg gebaut [Smets, Orgelregister, 106]. In Köln, St. Peter hat W. Peter 2004 das Register in ähnlicher Weise aus 30 Bronze-Klangstäben »nach dem Prinzip der Standuhr« konstruiert [Werkzeuge der Stille, 48]."

Gruß
Karsten

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

kjz1, Mittwoch, 12. September 2018, 10:09 (vor 2980 Tagen) @ Karsten

In der Dispo wird ja auch noch ein Vibraphon erwähnt. Ob das dann eine 'Harfe mit Tremulant' war?

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

Marco Ellmer, Mittwoch, 12. September 2018, 19:20 (vor 2979 Tagen) @ tombecher

Herzliche Grüße!

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Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

kjz1, Mittwoch, 12. September 2018, 20:12 (vor 2979 Tagen) @ Solcena

Vielleicht noch zur Abrundung: Organist an St. Josef ist seit vielen Jahren Werner Mutschke, eigentlich gelernter Komponist und ein recht guter Improvisator.

Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

stein @, Donnerstag, 13. September 2018, 23:44 (vor 2978 Tagen) @ kjz1

Vielleicht noch zur Abrundung: Organist an St. Josef ist seit vielen Jahren Werner Mutschke, eigentlich gelernter Komponist und ein recht guter Improvisator.

Von etwa 1980 an nahm er regelmässig an der Marienstätter Chorfreizeit mit Bernd Kempf teil.
Da war er schon Organist an St Josef. Man, was haben wir da immer schöne Musik an Epiphanie gemacht.

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