Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

Frank Berger @, Wassenberg, Montag, 27. Oktober 2014, 12:36 (vor 4395 Tagen)
bearbeitet von Frank Berger, Montag, 27. Oktober 2014, 12:51

Hallo Forum,
Sonntag, 26.10., spielte Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf ein aus 2 Werken
bestehendes gut einstündiges Programm.
Uwe Hofmann ist im Hauptberuf selbständiger Tonmeister, hat aber neben seinem Tonmeisterstudium an der Robert-Schumann-Hochschule auch ein Orgelstudium bis hin zum Konzertexamen abgelegt (mit Meisterkursen bei Ludger Lohmann und OL) und ist seit 2011 auch nebenamtlicher Kirchenmusiker an der Lutherkirchengemeinde.
Sein Programm:
Cesar Franck, Choral Nr. 2 h-moll
Charles-Marie Widor Symphonie Nr.5 f-moll op. 42
Die Orgel der Lutherkirche ist von 1991 , gebaut von Georg Westenfelder, Luxemburg, mit III + P / 35.
Möglicherweise habe ich darüber schon einmal geschrieben (bei meinem vorigen letzten Besuch eines Konzertes mit Uwe Hofmann). Die Orgel bietet reichlich Klangfarben,
ist aber, dem Raum angemessen, eher kammermusikalisch intoniert.
Mein Sohn, der mit zugehört hat, meinte nach der Toccata "hat der sich zurückgehalten oder gibt die Orgel nicht mehr her?" - sie gibt - im Vergleich zu Göckel / St. Peter und Rieger / St. Lambertus - tatsächlich nicht mehr her.

Insgesamt war das Konzert aber eine lohnende Sache - etwa 60 - 70 Zuhörer spendeten freundlich Beifall. Die Zugabe kam mir vom Thema her bekannt vor, ich kann aber nicht sagen, was es war.

Die Orgel der Lutherkirche hätte es sicher verdient, öfter mal in Konzerten vorgestellt zu werden.

Grüße
Frank

Hier nochmal mein Bild der Orgel (Dispo folgt):
[image]

Uwe Hofamnn in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

untersatz32, Montag, 27. Oktober 2014, 12:42 (vor 4395 Tagen) @ Frank Berger

Viola - öh- Voila:


Die Orgel wurde 1991 von dem Orgelbauer Georg Westenfelder (Luxemburg) erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 35 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.

I Hauptwerk C–g3
1. Gedeckt 16′
2. Principal 8′
3. Spitzflöte 8′
4. Holzflöte 8′
5. Oktave 4′
6. Flöte 4′
7. Nasat 22/3′
8. Oktave 2′
9. Mixtur
10. Trompete 8′

II Positiv C–g3
11. Gedeckt 8′
12. Quintade 8′
13. Principal 4′
14. Rohrflöte 4′
15. Oktave 2′
16. Quinte 11/3′
17. Sesquialter II
18. Cimbel
19. Krummhorn 8′
Tremulant

III Schwellwerk C–g3
20. Quintade 16′
21. Rohrflöte 8′
22. Gambe 8′
23. Schwebung 8′
24. Spitzflöte 4′
25. Nasat 22/3′
26. Blockflöte 2′
27. Terz 13/5′
28. Oboe 8′
29. Vox humana 8′
Tremulant

Pedal C–f1
30. Prinzipal 16 ′
31. Subbass 16′
32. Flöte 8′
33. Flöte 4′
34. Fagott 16′
35. Trompete 8′

Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P


Grüsse Thomas

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

Frank Berger @, Wassenberg, Montag, 27. Oktober 2014, 12:54 (vor 4395 Tagen) @ untersatz32

Ja - da warst Du schneller als ich, ich wollte die Dispo nicht noch in den Beitrag einbauen, sondern einem eigenen Posting, und das war ein wenig Tipparbeit.

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

untersatz32, Montag, 27. Oktober 2014, 13:42 (vor 4395 Tagen) @ Frank Berger

Für eine nebenamtliche Stelle schon ne ganz ordentliche Orgel ;-)

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

Frank Berger @, Wassenberg, Montag, 27. Oktober 2014, 14:59 (vor 4395 Tagen) @ untersatz32
bearbeitet von Frank Berger, Montag, 27. Oktober 2014, 15:08

Die Lutherkirchengemeinde ist noch ordentlich ausgestattet, für 2 Kirchen (Luther- und Bruderkirche) und ein Gemeindezentrum gibt es einen hauptamtlichen Kirchenmusiker (Sebastian Voges, der vor allem den Chor der Lutherkirche leitet) und zwei nebenamtliche (Uwe Hofmann, und Christine Köster, die den Chor der Bruderkirche leitet). Den Organistendienst teilen sich die 3 auf. Info hier.

Es gibt aber auch mindestens ein Beispiel in Düsseldorf, wo eine "ordentliche" Orgel tatsächlich inzwischen nebenamtlich bedient wird. In den 60er bis 80er jahren war die Stelle eine A-Stelle (Siegfried Rediske), danach eine B-Stelle (Ursula Schmeer), heute eine nebenamtliche C-Stelle, die, soweit ich weiß, von einer Studentin der RSH bedient wird. Die Stelle ist an der Klarenbachkirche in Holthausen, die Orgel 1956 / 1971 von Schuke (1956 : III + P / 34, 1971 vollendet auf III + P / 40, vollmechanisch).

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

Frank Berger @, Wassenberg, Montag, 27. Oktober 2014, 15:43 (vor 4395 Tagen) @ Frank Berger

Doch noch eine Korrektur: Das Gemeindezentrum "Paul Schneider-Haus" der Gemeinde, das ich erwähnte, wurde bereits 2005 geschlossen, die darin befindliche Orgel (Alexander Schuke, Potsdam, 1969, II + P 11) verkauft, wohin, weiß ich nicht. Die Gottesdienste, die früher im Paul-Schneider-Haus stattfanden, finden nun (laut Internetseite der Lutherkirchengemeinde) in der Kirche Alt-St. Martin (romanisch, 11. Jh, angeblich das älteste Gebäude in Düsseldorf) statt.
Alt-St.Martin, offiziell zur Gemeinde St. Bonifatius (katholisch) gehörend, wird heute für Gottesdienste mehrerer religiöser Gruppen zur Verfügung gestellt. Da steht eine kleine Orgel der Gebr. Krell, Duderstadt (II + P / 9) drin.

Orgel der Lutherkirche Düsseldorf

Frank Berger @, Wassenberg, Montag, 27. Oktober 2014, 12:51 (vor 4395 Tagen) @ Frank Berger

Und hier die Dispo:
I Hauptwerk
1 Gedeckt 16’
2 Principal 8’
3 Spitzflöte 8’
4 Holzflöte 8’
5 Oktave 4’
6 Flöte 4’
7 Nasat 2 2/3’
8 Oktave 2’
9 Mixtur
10 Trompete 8’

II Positiv
11 Gedeckt 8’
12 Quintade 8’
13 Principal 4’
14 Rohrflöte 4’
15 Oktave 2’
16 Quinte 1 1/3’
17 Sesquialter 2fach
18 Cimbel
19 Krummhorn 8’
Tremulant

III Schwellwerk
20 Quintade 16’
21 Rohrflöte 8’
22 Gambe 8’
23 Schwebung 8’
24 Spitzflöte 4’
25 Nasat 2 2/3’
26 Blockflöte 2’
27 Terz 1 3/5’
28 Oboe 8’
29 Vox humana 8’
Tremulant

Pedal
30 Principal 16’
31 Subbass 16’
32 Flöte 8’
33 Flöte 4’
34 Fagott 16’
35 Trompete 8’


Koppeln
II – I
III – I
III – II
I – P
II - P
III - P

Schleifladen
mechanische Spieltraktur
mechanische Registertraktur

64 Setzerkombinationen
Sequenzschaltung
Registerschweller, frei einstellbar

Manualumfang: C - g’’’
Pedalumfang: C - f’


Grüße
Frank

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

Florian-L @, Dienstag, 28. Oktober 2014, 08:49 (vor 4395 Tagen) @ Frank Berger

Hier nochmal mein Bild der Orgel (Dispo folgt):
[image]

Woran erinnert mich der Prospekt bloß? ;-)

Gruß, Florian

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

MAT @, Dienstag, 28. Oktober 2014, 10:44 (vor 4395 Tagen) @ Florian-L

Hehe, noch bevor ich den Link aufmachte, dachte ich an meinen Kleiderschrank...

--
Gruß
MAT

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

Heuler, Dienstag, 28. Oktober 2014, 12:30 (vor 4394 Tagen) @ MAT

So schlimm finde ich den Prospekt nicht. Nur gefallen mir die seitlichen Gitter, links und recht außen nicht. Es wirkt so, als sollten sie die Pfeifen daran hindern, den Prospekt zu verlassen.

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

MAT @, Dienstag, 28. Oktober 2014, 12:42 (vor 4394 Tagen) @ Heuler

Von schlimm hat keiner was gesagt - mein Kleiderschrank ist ja auch schön! :-)

--
Gruß
MAT

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

Frank Berger @, Wassenberg, Dienstag, 28. Oktober 2014, 18:59 (vor 4394 Tagen) @ MAT

Ich dachte zunächst eher an einen Wohnzimmerschrank, das Gitter in der Mitte entspricht einer Vitrine, das ganze hat einen Anflug des Gelsenkirchener Barock der 50er Jahre.
Die Orgel ist aber praktisch der einzige Schmuck, der Rest der Kirche ist in reformierter Tradition völlig schmucklos und fast ausschließlich weiß. Eindrücke bieten diese und diese Seite.

Grüße
Frank

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

AGRitter, Freitag, 31. Oktober 2014, 21:25 (vor 4391 Tagen) @ Frank Berger

Reformierte Tradition? Warum heißt sie denn bloß Lutherkirche?

Fragt sich wundernd
August Gottfried

Uwe Hofmann in der Lutherkirche Düsseldorf (9. IDO)

Frank Berger @, Wassenberg, Freitag, 31. Oktober 2014, 23:02 (vor 4391 Tagen) @ AGRitter
bearbeitet von Frank Berger, Freitag, 31. Oktober 2014, 23:17

Guter Einwand. Leider gibt auch Helmut Ackermann in seiner „Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorf“ keinen Hinweis zur Begründung der Namensgebung. Als Katholik bin ich über die Geschichte der evangelischen Gemeinde(n) sowieso nur durch geschichtliche Lektüre informiert.

Ich kann deshalb nur vermuten: Die reformierte Gemeinde war bis zur Union mit der lutherischen Gemeinde 1825 die zahlenmäßig wesentlich größere. Bis 1825 gab es im heutigen Stadtgebiet nur die reformierten Gemeinden Düsseldorf (heutige Neanderkirche, 1684), Kaiserswerth (1769/1811) und Urdenbach (1582/1693). Die Kirche der lutherischen Gemeinde war die heutige Berger Kirche (1687, Kirche an der Berger Straße, benannt nach den sog. Berger Höfen im heutigen Bilk).

Ende des 19. Jh / Anfang des 20. Jh. wurden die (teils großen) Kirchen der später selbständigen Stadtteilgemeinden gebaut: Stadtmitte: Johanneskirche (1875 - 1881), Gerresheim: Gustav-Adolf-Kirche (1878), Oberbilk: Christuskirche (1899), Unterbilk: Friedenskirche(1899), Eller: Schlosskirche (1905) Derendorf: Kreuzkirche (1910), Oberkassel: Auferstehungskirche (1914), Benrath: Dankeskirche(1914), Bilk: Lutherkirche(1927), Düsseltal: Matthäikirche (1930).
Obwohl also seit 1825 uniert, ist der traditionelle Hintergrund der heutigen Gemeinden wohl immer noch überwiegend reformiert. Vielleicht wollte man aber 1926/27 durch die Namensgebung wenigstens durch einen Kirchennamen deutlich machen, dass die Gemeinde eben auch einen lutherischen Anteil hat.

Grüße
Frank

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